Grazer Autorinnen Autorenversammlung

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Gruppenveranstaltung im Literaturhaus Graz, 2003.
Lesung im 21er Haus mit Rolf Schwendter, Wien 2013

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV) ist mit über 600 Mitgliedern Österreichs größte Schriftstellervereinigung innerhalb des Dachverbandes IGÖA (Interessengemeinschaft Österreichischer Autorinnen Autoren). Sie wurde als Grazer Autorenversammlung 1973 unter anderem von Ernst Jandl, Helmut Eisendle und Waltraud Seidlhofer in Graz als Alternative zum Österreichischen P.E.N. Club gegründet. 1975 siedelte sie nach Wien. Derzeit befindet sich das Büro der GAV im Robert-Musil-Gedenkraum in der Rasumofskygasse 20 in 1030 Wien. 2007 wurde sie offiziell in Grazer Autorinnen Autorenversammlung umbenannt.[1]

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung betätigt sich sowohl im Bereich Organisation von Literaturveranstaltungen als auch kulturpolitisch. Nach wie vor ist die Mitgliedschaft in der GAV mit der Mitgliedschaft im österreichischen P.E.N. unvereinbar. Dies beruht einerseits auf historischen Differenzen, andererseits auf deutlich verschiedenen politischen Positionen und nicht zuletzt auf einer unterschiedlichen Aufnahmepolitik. Während der P.E.N. für die Aufnahme eines neuen Mitglieds zwei Buchpublikationen voraussetzt, stellt die GAV eine Jury auf, die im Wesentlichen anhand vorliegender Texte über die Aufnahme entscheidet.

In der GAV kann grundsätzlich jedes Mitglied organisatorisch tätig werden. Die Veranstaltungen reichen von Graffiti (organisiert von Thomas Northoff) über den „Tag der Freiheit des Wortes“ (Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai) bis zur alljährlichen Lyriklesung an der Universität. Auch die Reflexion der Verhältnisse in Psychiatrie und Strafvollzugsanstalten, beziehungsweise der Begriff der Normalität gehören zu den Tätigkeitsbereichen der GAV. Früh schon gab es Literatur-Workshops mit Strafgefangenen, vereinzelt und immer wieder Veranstaltungen in Strafanstalten.

Dem gewählten Vorstand gehörten im Jahr 2013 an: Petra Ganglbauer (Präsidentin), Christine Haidegger (Vizepräsidentin), Erika Kronabitter (Vizepräsidentin), Ilse Kilic (Geschäftsführung), Gerhard Jaschke (Geschäftsführung), Magdalena Knapp-Menzel (Kassierin), Fritz Widhalm (Kassier), Sabine Gruber, Manfred Chobot, Doron Rabinovici, Helmuth Schönauer, Andreas Renoldner sowie für jedes Bundesland ein(e) Regionaldelegierte(r).

Petra Ganglbauer wurde im Oktober 2013 in der Nachfolge des verstorbenen Präsidenten Rolf Schwendter zur Präsidentin gewählt.[2] Die Geschäftsführung wird seit Oktober 2010 von Gerhard Jaschke und Ilse Kilic ausgeübt und wurde 2013 wieder bestätigt.

In seinem Österreich-Glossar Von Apfelstrudel bis Zweitwohnsitz widmet sich Christian Martin Fuchs mit spitzen Anmerkungen der GAV: „Club der roten Dichter (...), zeitweilig das Who’s who der etwas flotteren, österreichischen Nachkriegsliteratur. Aber nun beeindruckt die Webseite der GAV (...) vor allem durch die Dominanz von Nachrufen und ein üppiges Totenbuch zum Nachschlagen. – Also nun doch der Club der toten ... ?“

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte auf der Seite der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.
  2. Ganglbauer neue Präsidentin der Grazer Autorenversammlung. In: Kleine Zeitung vom 8. Oktober 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013.
  3. Franz Schuh war in den ersten Jahren der GAV, von 1973 bis 1975, deren Generalsekretär.