Holding Graz Linien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Grazer Verkehrsbetriebe)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Holding Graz Linien
1=Logo
Basisinformationen
Unternehmenssitz Graz
Webpräsenz Homepage Holding Graz Linien
Bezugsjahr 2007
Eigentümer Holding Graz
Vorstand Wolfgang Malik/ Wolfgang Messner/ Barbara Muhr
Betriebsleitung interim. Andreas Solymos
Verkehrsverbund Verbund Linie
Mitarbeiter 809
Linien
Straßenbahn 9
Bus 26, davon
  • 7, die auch von anderen Unternehmen gefahren werden
  • 7 Schülerlinien
  • 8 Nachtlinien
Sonstige Linien Schloßbergbahn
Schloßberglifte
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 69
Omnibusse 72 Solobusse
34 15-Meter-Busse
21 Gelenkbusse
4 Midi-/City-Busse
Sonstige Fahrzeuge 1 Cabriobus
3 Reisebusse
1 Informationsbus
Statistik
Fahrgäste 92,7 Mio. pro Jahr
Haltestellen ca. 800
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 2

Die Holding Graz Linien (früher: Grazer Verkehrsbetriebe und Graz AG Verkehrsbetriebe; kurz: HGL) sind ein Grazer Bus- und Straßenbahnverkehrsunternehmen und Teil der Holding Graz. Sie sind in den Steirischen Verkehrsverbund eingegliedert. Die Graz Linien beschäftigen rund 800 Mitarbeiter.

Die Holding Graz Linien befördern jährlich ca. 50,5 Mio. Fahrgäste mit der Straßenbahn, ca. 41,5 Mio. Fahrgäste mit Autobussen und ca. 0,7 Mio. Fahrgäste mit der Schlossbergbahn und den Schlossbergliften, das sind in Summe jährlich 92,7 Mio. Fahrgäste. Die Fahrzeuge der HGL umrundeten im Jahr 2003 mit ihren gefahrenen Kilometern von Autobussen und Straßenbahnen ca. 481 Mal die Erde (entspricht ca. 19,9 Mio. km).

Insgesamt umfasst das Liniennetz der HGL eine Länge von 369 Kilometern. Geplant ist, dass der HGL-Fuhrpark bis zum Jahr 2015 zu 100 Prozent aus Niederflurbussen und -straßenbahnen besteht.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde der Vorläufer der GVB im Jahre 1878 als Grazer Tramway (GT) mit Inbetriebnahme der ersten Pferdebahnen. 1885 erfolgte die Neugründung als Grazer Tramway Gesellschaft (GTG), welche 1899 elektrische Straßenbahnen errichtete. 1894 nahm die Grazer Schloßbergbahn ihren Betrieb auf. Zwischen 1941 and 1948 nannte sich der Betrieb Grazer Verkehrs Gesellschaft (GVG). Dann erlosch der Vertrag mit der Stadt und die Gesellschaft ging in den GVB auf. Seit 1949 sind sie Teil der Graz AG (früher Grazer Stadtwerke). Seit der Umbenennung der Grazer Stadtwerke zu Graz AG hießen die Grazer Verkehrsbetriebe entsprechend Graz AG Verkehrsbetriebe. Der Name wurde nach der Umstrukturierung der Graz AG zur Holding Graz GmbH erneut angepasst. Die Verkehrsbetriebe heißen daher offiziell nun Holding Graz Linien. Das alte Kürzel GVB bleibt im Sprachgebrauch erhalten.

Viele Exponate aus der Geschichte der Grazer Straßenbahn finden sich im Tramway Museum Graz.

Geschichte der GVB (Auszug)[Bearbeiten]

Logo als Grazer Verkehrsbetriebe
Logo als Graz AG Verkehrsbetriebe

Die erste Pferdebahnstrecke auf der Strecke Südbahnhof - Jakominiplatz wurde 1878 eröffnet. 1894 folgte die Inbetriebnahme der Grazer Schloßbergbahn, 1899 die der elektrischen Grazer Straßenbahnen. Die ersten Autobuslinien nahmen 1929 ihren Betrieb auf. 1941 folgten Umspurung und Einbindung der elektrischen Kleinbahn Zinzendorfgasse–Mariatrost ins Straßenbahnnetz, die größte Netzausdehnung betrug ca. 40 km. Im gleichen Jahr wurde die erste O-Bus-Linie nach Straßgang eröffnet.[1]

1949 wurden die Verkehrsbetriebe ein Teil der Stadtwerke Graz. Nach der Gründung der Grazer Stadtwerke AG 1960 wurden die GVB in diese eingegliedert. 1967 stellte die letzte O-Bus-Linie den Betrieb ein. Der schaffnerlose Betrieb begann ein Jahr später. 1969 wurden die ersten Fahrscheinautomaten aufgestellt. 1971 gründete sich der Verein "Tramway-Museum Graz". Die ersten Gelenkbusse wurden 1977 in Betrieb genommen. 1988 traten die ersten Straßenbahnfahrerinnen ihren Dienst an. Der erste Niederflurbus wurde 1990 angeschafft. 1994 wurden die GVB Kooperationspartner im Verkehrsverbund Steiermark. Der Umbau des Jakominiplatzes mit Wendeschleifen 1996 ermöglichte den Straßenbahnbetrieb auch bei gesperrter Herrengasse.

2001 wurden die ersten Niederflurstraßenbahnen vom Typ Cityrunner in Betrieb genommen, 2003 folgten 7 Nachtbuslinien. Die erste Verlängerung seit über 15 Jahren zum neuen Nahverkehrsknoten Graz-Puntigam wurde 2006 vorgenommen. Eine Verlängerung zum Einkaufszentrum und Nahverkehrsknoten Murpark und die Verlängerung der Linie 6 ins Peterstal folgten 2007. 2008 wurden die Grazer Stadtwerke zu Graz AG, die Grazer Verkehrsbetriebe heißen ab sofort Graz AG Verkehrsbetriebe. Die ersten von 45 Variobahngarnituren wurden am 10. April 2010 in Dienst gestellt. Im gleichen Jahr wurde die Graz AG zu Holding Graz, auch die Verkehrsbetriebe wurden in Holding Graz Verkehrsbetriebe umbenannt. Seit Mitte Dezember 2010 heißen die Graz AG Verkehrsbetriebe Holding Graz Linien.

Linien[Bearbeiten]

Straßenbahn Nr. 502 auf der Linie 1 bei der Haltestelle Tegetthofplatz (April 2006)
Straßenbahn der Type 600 auf der Linie 5 am Hauptplatz (November 2006)

Die Holding Graz Linien bedienen mit zurzeit 9 Straßenbahn- und 26 Autobuslinien den Großteil des innerstädtischen Nahverkehrsnetzes. Als weiterer Service werden am Freitag und Samstag sowie vor Feiertagen 8 Nachtbuslinien angeboten, die von 0 bis 3 Uhr früh auf vom Zentrum in die Außenbezirke sowie auch neuerdings außerhalb von Graz führenden Strecken verkehren.

Den Hauptverkehrsknotenpunkt stellt der Jakominiplatz dar, auf dem alle Nachtbus- und Straßenbahnlinien sowie 8 der 33 regulären Autobuslinien zusammentreffen. Weitere Verkehrsknotenpunkte sind der Hauptplatz (alle Straßenbahnlinien außer 13 und 26) und der Hauptbahnhof (Endstation von 7 Buslinien). Beim derzeit stattfindenden Neubau der Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof wurde am 26. November 2012, erstmals in Graz, eine unterirdische Strassenbahnhaltestelle eröffnet. Somit wird der Hauptbahnhof nun direkt von allen durch die Annenstrasse geführten Linien angefahren. Die bisher am Hauptbahnhof gewendeten Linien 3 und 6 fahren daher nun die neue Endstelle "Laudongasse" an, welche sich zwei Stationen nach der bisherigen Endstelle befindet und zu diesem Zweck 2010 neu errichtet wurde.

Die letzten Erweiterungen des Netzes waren der Ausbau der Linie 4 von Liebenau entlang dem Autobahnzubringer Ost zum neuen Einkaufszentrum Murpark inklusive Park & Ride-Parkplatz mitten im Stadtteil Liebenau und die Verlängerung der Linie 5 zum neuerrichteten Busbahnhof Puntigam. Auch die Linie 6 wurde von St. Peter in Richtung Peterstal verlängert (Eröffnung 9. November 2007). Mit insgesamt ca. 3,5 km Neubaustrecke sind dies die größten Ausbauarbeiten am Grazer Straßenbahnnetz seit über 40 Jahren (nachdem in den 1950er- und 1960er Jahren ca. 15 km des damals in der größten Netzausdehnung etwa 41 km umfassenden Netzes eingestellt worden waren).

Liniennummern[Bearbeiten]

Das Schema der Grazer Linienbezeichnungen umfasst drei Nummernbereiche:

  • reguläre Straßenbahnlinien erhalten Nummern von 1 bis 9 (wobei 2, 8 und 9 derzeit nicht genutzt sind).
  • für Straßenbahn-Sonderlinien sind die Nummern 11 bis 27 vorgesehen. Eine 1 an der Zehnerstelle bedeutet, dass die Linie den Jakominiplatz überquert, während eine 2 Linien bezeichnet, die am Jakominiplatz wenden. Die Einerstelle bezeichnet einen (bzw. den) befahrenen Linienast einer regulären Linie. Spätestens mit der Einführung der Linie 12 (die, bis sie 2009 wieder eingestellt wurde, am Wochenende auf jeweils einer Teilstrecke der Linien 4/5 und 7 verkehrte) wurde dieses Schema jedoch durchbrochen, da die Bezeichnungen 14, 15 und 17 bereits für andere Sonderlinien verwendet worden waren.
  • Buslinien werden von 30 aufwärts nummeriert; dabei werden die Nummern 30 bis 40 für jene Linien vergeben, die über den Jakominiplatz fahren. Tangentiallinien haben Nummern im 60er-Bereich, einige Zubringerlinien zu Straßenbahn(end)stationen führen Liniennummern im 70er-Bereich, wobei die Einerstelle die betreffende Straßenbahnlinie angibt (z. B. 74 als Zubringer von Dörfla zur Endstation Liebenau/Murpark der Straßenbahnlinie 4; 77 als Zubringer aus der Ragnitz zur Endstation St. Leonhard/LKH der Straßenbahnlinie 7). Bei linienmäßigen Kurzführungen wird die Liniennummer um ein 'E' ergänzt (z. B. befährt die Linie 34E nur eine Teilstrecke der Linie 34).

Darüber hinaus werden für außerplanmäßige Einschubkurse (z. B. nach Betriebsstörungen) und auf Fahrzeugen für die es keine entsprechenden Linientafeln gibt oder auf denen sie nur schwierig zu wechseln sind (z. B. Straßenbahnen mit Blech-Liniennummer) auch die Kennzeichnungen 'E' (Straßenbahn) und '99' (Bus) verwendet.

Straßenbahnlinien[Bearbeiten]

Straßenbahn-Linienplan 2008
Hauptartikel: Straßenbahn Graz

Die Farben der Straßenbahnlinien entsprechen der Farbgebung des offiziellen Liniennetzplans . Die Beschriftung der Straßenbahngarnituren ist einheitlich weiß auf grünem oder bei Matrixanzeigen gelb auf schwarzem Grund.

Autobuslinien[Bearbeiten]

Straßenbahn- und Buslinienplan GVB (Stand: 2008)

Die folgende Auflistung ist auf dem Stand von Dezember 2014. In den letzten Jahren ist es immer wieder zu kleineren Änderungen beziehungsweise Erweiterungen im Liniennetz gekommen.[2]

  • 30 Gebietskrankenkasse – Geidorf Verlauf Linie 30
  • 31 Webling – Uni-ReSoWi Verlauf Linie 31*
  • 31E Webling - Jakominiplatz (Abend- und Wochenendverkehr)
  • 32 Jakominiplatz – Seiersberg Verlauf Linie 32
  • 33 Jakominiplatz – Eggenberger Allee Verlauf Linie 33
  • 33E Don Bosco Bahnhof – Eggenberger Allee (nur Abend- und Sonntagsverkehr)
  • 34 Jakominiplatz – Thondorf Verlauf Linie 34
  • 34E Jakominiplatz – Theyergasse Verlauf Linie 34E
  • 35 Jakominiplatz – Citypark - Don Bosco Bahnhof Verlauf Linie 35 (betrieben von Firma Watzke)
  • 39 Wirtschaftskammer – Urnenfriedhof Verlauf Linie 39*
  • 40 Gösting – Jakominiplatz Verlauf Linie 40
  • 41 St. Leonhard/LKH – Uni – Andritz – Dürrgrabenweg Verlauf Linie 41 (Postbus/Graz Linien)
  • 41E Dürrgrabenweg – Andritz (nur Abend-, Sonn- und Feiertagsverkehr)
  • 42 Andritz - Seminarstraße (betrieben von Firma Gersin)
  • 43 Andritz - Saumgasse (Gersin)
  • 45 Andritz - St. Veit - Ranach (betrieben von Firma Handl)
  • 47 Andritz - Zösenberg - Stattegg Kalkleiten - Leber (Watzke)
  • 48 Gösting – Thal – Kötschberg Verlauf Linie 48
  • 50 Zentralfriedhof – Hauptbahnhof Verlauf Linie 50
  • 52 Hauptbahnhof – Ziegelstraße Verlauf Linie 52
  • 53 Hauptbahnhof – Stattegg-Fuß der Leber Verlauf Linie 53
  • 53E Andritz - Stattegg-Fuß der Leber (nur Abend-, Sonn- und Feiertagsverkehr)
  • 58 Hauptbahnhof – Mariagrün Verlauf Linie 58
  • 60 Krenngasse – Lustbühel Verlauf Linie 60
  • 61 Berliner Ring – Krenngasse Verlauf Linie 61 (Watzke)
  • 62 Puntigam – Carnerigasse Verlauf Linie 62
  • 63 Hauptbahnhof – Schulzentrum St. Peter Verlauf Linie 63
  • 64 Stifting - Puntigam
  • 64E Stifting - Liebenau/Murpark (nur Abend- sowie Sonn- und Feiertagsverkehr)
  • 65 Puntigam – Wetzelsdorf
  • 65E Puntigam – Kapellenwirt (nur Abendverkehr von Montag bis Freitag)
  • 67 Zentralfriedhof – Zanklstraße Verlauf Linie 67
  • 67E Jakominiplatz – Zanklstraße (nur Abend- und Sonntagsverkehr)
  • 68 Schulzentrum St. Peter – Lustbühel Verlauf Linie 68 (Watzke)
  • 69 St. Peter – Petri Au Verlauf Linie 69 (Watzke)
  • 71 Ostbahnhof - Schulzentrum St. Peter (Watzke)
  • 72 Liebenau/Murpark – Walter P. Chrysler Platz - Schulzentrum St. Peter (Graz Linien/Watzke)
  • 73U Schulzentrum St. Peter – Raaba Kreisverkehr - Pachern P+R (nur Abend- und Sonntagsverkehr) (Graz Linien/Watzke)
  • 74 Liebenau/Murpark – Dörfla Verlauf Linie 74 (Graz Linien/Watzke)
  • 74E Liebenau/Murpark – Thondorf Verlauf Linie 74E (Graz Linien/Watzke)
  • 75U Liebenau/Murpark – Pachern P+R Verlauf Linie 69 (Graz Linien/Watzke)
  • 76U Schulzentrum St. Peter – Grambach/Hausmannstätten (Graz Linien/Watzke)
  • 77 St. Leonhard/LKH – Ragnitz Verlauf Linie 77
  • 78 Gedersberg Kirchweg – Puntigam Verlauf Linie 78 (Grünerbus/Watzke)
  • 79 Pirka - Seiersberg - Pirka - Gedersberg bzw. Seiersberg Mitte - Schule Puntigam (Grünerbus)
  • 80 Puntigam Bahnhof - Rudersdorf - Feldkirchen Raiffeisenplatz (Watzke)
  • 81 Mariagrün - Pfeifferhof - Seniorenzentrum (Gersin)
  • 83 Mariagrün - Volksschule Mariagrün (Gersin)
  • 85 Hauptbahnhof – Gösting Verlauf Linie 85

'* Mit 6. September 2014 wurden die Endhaltestellen der Linien 31 und 39 (Uni-ReSoWi und Wirtschaftskammer) getauscht. Die Graphiken zum Linienverlauf zeigen die alte Linienführung.

Nightlines[Bearbeiten]

Nachtbuslinien

Die Nightlines der GVB verkehren von Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen, jeweils um 0:30, 1:30 und 2:30 Uhr ab Jakominiplatz. Die Nachtbuslinien verkehren hauptsächlich entlang von Straßenbahnlinien oder stark ausgelasteten Buslinien.

  • N1 : Gösting – Jakominiplatz – Mariatrost – P+R Fölling
  • N2 : Wirtschaftskammer – Webling
  • N3 : Gösting - Jakominiplatz – P+R Pachern
  • N4 : Jakominiplatz – Dörfla - Hausmannstätten - Fernitz - Gössendorf
  • N5 : Werndorf - Kalsdorf b. Graz - Puntigam - Jakominiplatz – Andritz - Oberandritz
  • N6 : Unterpremstätten Steg - Seiersberg – Jakominiplatz - St.Peter
  • N7 : Karl-Etzel-Weg – Wetzelsdorf – Jakominiplatz – Ragnitz - Stifting
  • N8 : Jakominiplatz – Thondorf

Autobusse[Bearbeiten]

Sämtliche neuen Busse, die seit 1999 angeschafft wurden sind Mercedes-Benz Citaro-Modelle. Seit Ende 2004 fährt die gesamte Busflotte mit Biodiesel, mit Ausnahme von 4 Bussen mit Erdgasantrieb und einem Bus mit Hybridantrieb.

Aktuell verfügen die Verkehrsbetriebe über:

  • Linienbusse
    • 52 Citaro (12 m, 3 Türen, 41 mit Klimaanlage, 11 ohne), ab 1999
    • 34 Citaro L (15 m, 3 Türen, Klimaanlage), ab 1999
    • 17 Citaro G (18 m, 4 Türen, Klimaanlage), 2006
    • 3 Cito Midibusse (2 Türen), 1999[3]
    • unbekannte Anzahl an MAN NM 233
  • Reisebusse
    • 2 Mercedes O 350
    • 1 Mercedes Travego[4]

Seit 2004 sind 100 % der Linienbusse Niederflurbusse. 2010 ging der erste serienreife Hybridautobus von Volvo in eine dreijährige Testphase.[5]

Ein besonderes Angebot stellt der sogenannte "Cabrio-Bus" dar, ein Linienbus, dem das Dach abgenommen wurde und der in den Sommermonaten für Stadtrundfahrten zu historischen Orten in Graz und für "Vollmondfahrten" genutzt wird. Im Falle von Regen dient eine Plastikplane als Regenschutz. Weiters gibt es einen Infobus, der für Einsätze zu Beratungstätigkeiten gemietet werden kann.[6]

Zwischen 1. Oktober 1941 und 26. August 1967 gab es auch eine O-Busstrecke mit zwei Linien (O1, O2) nach Straßgang und zwischen 19. Jänner 1952 und 13. Dezember 1964 eine weitere Strecke mit zwei Linien (O3, O4) nach Liebenau/Dörfla.[7] 2007 wurde im Grazer Gemeinderat die Wiedereinführung von O-Bussen diskutiert. Eine Studie ergab, dass der Parallelbetrieb eines dritten Transportsystems aus Kostengründen nicht sinnvoll ist.[8]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Straßenbahnlinie 2, welche einst ringförmig um das Zentrum verkehrte, wurde im Jahr 1971 eingestellt. Der Grazer Gemeinderat möchte jedoch wieder eine solche Ringlinie zur Universität entstehen lassen.

Der Jakominiplatz ist der Innenstadt-Knotenpunkt der Verkehrsbetriebe, den alle Straßenbahnlinien passieren und von dem einige Buslinien ausgehen. Wendeschleifen, die dort 1996 errichtet wurden erlauben nun einen Weiterbetrieb der Strassenbahn südlich der etwa für Großveranstaltungen gesperrten Herrengasse.

Von den HGL wird auch die Standseilbahn auf den Schlossberg betrieben; die Nutzung erfolgt mit Fahrscheinen des steirischen Verkehrsverbundes doch zu einem Extra-Tarif. Einer anderen Sparte der Holding Graz, den Freizeitbetrieben untersteht der Aufzug im Schlossberg. Für diesen müssen eigene Fahrscheine gelöst werden.

Gestückelter Tunnel für Bim[Bearbeiten]

Mit der Tieferlegung der Straßenbahn am Hauptbahnhof im November 2012 wurde der Bahnhofgürtel auch für Kfz durchlässiger gemacht. Passagiere der Straßenbahn finden allerdings keinen niveaugleichen Anschluss an die Unterführung zu den Bahnsteigen des Bahnhofs oder zur Annenpassage mit Geschäften vor, sondern müssen für diese Ziele hinauf und wieder hinunter. Das Bauwerk kommt mit zwei relativ kurzen Untergrundpassagen aus, da es sich im Bereich der Haltestelle nach oben öffnet. Dadurch konnten hohe Kosten für Sicherheitsauflagen, die für "echte" (=längere) Tunnels gelten, vermieden werden. Allerdings wurde dadurch auch nicht die hohe Umsteigefunktionalität wie bei der Untertunnelung des Linzer Hauptbahnhofs erreicht.

Strassenbahnmasten vermurksen Rad-Hauptroute[Bearbeiten]

Mit dem Umbau des Straßenbahnverlaufs Richtung Westen und dem Neubau der Unterführung (Eggenberger Straße unter Eisenbahn) werden in dieser Unterführung 2 neue Spuren für den Kfz-Verkehr bereitgestellt, jedoch jahrzehntelang beidseits existierende durchgängige selbständige Radwege neu mit Fußgängerverkehr gemischt geführt und ein Stück (westlich Ecke Köflachergasse) nach Verblockung mit 5 Oberleitungsmasten (anfangs sogar ohne Warnanstrich) im März 2013 amtlich wegen Unterschreitung der normgerechten Mindestbreite unterbrochen. Der Radverkehrsbeauftragte der Stadt war über das geplante Setzen der Masten nicht informiert und die ÖV-Planer nahmen auf Radverkehr hier keine Rücksicht. Die neuen Masten sind etwa doppelt so breit wie die bisherigen, weil aus Schleuderbeton statt ehemals Stahlrohr und weil durch die hier neuerrichtete Abzweigung der Strassenbahn (zur Umkehrschleife) größere Abspannkräfte anfallen. Damit können sie ganze Personen, aus Sicht ankommender Radfahrer optisch abdecken. Für kurze Abspannung und reichlich Sicherheitsabstand von der Fahrbahn wurden sie optimiert und etwa an der Position 1/3 Breite des Geh- und Radwegs und damit genau in die natürliche Fahrlinie der in einer Richtung rollenden Radfahrender gesetzt. Dieser Missstand wurde durch Versetzen der etwa 12 m hohen Masten zur Gebäudewand hin wesentlich verringert, es fehlen bis November 2014 Schutzgeländer gegen das Vortreten von versteckten Personen, anders fluchtend stehen noch ein (schlanker) Ampelmast und Verkehrszeichenmasten im Geh- und Radweg.[9][10]

Strassenbahn ehemals auch für Gütertransport[Bearbeiten]

Laut einem Exkursionsführer zu historischen Wohnbauten in Graz wurde die Strassenbahnlinie 7 auch für Schottertransporte genutzt.[11]

Zukunft des Straßenbahnnetzes[Bearbeiten]

Der Grazer Gemeinderat hat bereits Pläne für die Zukunft der Grazer Straßenbahnlinien:

  • Die Linie 1 soll Richtung Mariatrost zwischen den Haltestellen Maiffredygasse und Lenaugasse eine neue Strecke über die Karl-Franzens-Universität bekommen (via Glacisstraße, Zinzendorfgasse und Leechgasse).
  • Die 1955/1957 stillgelegte ehemalige „Nordwestlinie“ 3 nach Gösting soll wiedererrichtet werden, mit neuem Trassenverlauf von der Haltestelle Roseggerhaus oder Keplerbrücke über Lendplatz und Fröbelpark.
  • Die geplante „Südwestlinie“ 8 soll über Don Bosco und die Peter-Rosegger-Straße bis Webling führen, allerdings soll die erste Ausbaustufe nur bis zur Haltestelle Hummelkaserne führen.
  • Die Linie 5 soll bis zum Shopping Center West verlängert werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Sternhart: Straßenbahn in Graz. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1979, ISBN 3-900134-54-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. O-Bus Graz
  2. Verbundlinie: Linienpläne Stadt- und Umlandverkehr Graz, abgerufen am 10. Dezember 2014
  3. PTN Graz
  4. Eventverkehr
  5. Geschichte der Linien
  6. Sonderverkehr
  7. O-Bus Graz
  8. Styria mobile
  9. http://graz.radln.net/cms/beitrag/11827771/104233160/ Eingefädelt im Eggenberger Mastenslalom, Radlobby ARGUS > Archiv 2013, (Wolfgang Wehap), abgerufen am 8. November 2014
  10. http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/graz/4025523/Graz_Aerger-uber-gekappten-Radweg Ärger über "gekappten" Radweg, Kleine Zeitung, 15. Februar 2013, abgerufen am 8. November 2014
  11. http://www.firmenabc.at/projekt-kooperatives-wohnen_JfbB Marlis Nograsek, AK Wohnbau SS 2012, Exkursionsführer: Wohnqualität im Wandel der Zeit am Beispiel Graz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holding Graz Linien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien