Greenpeace Energy

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Greenpeace Energy eG
Logo
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 28. Oktober 1999
Sitz Hamburg
Leitung Susanne Grabler
Mitarbeiter 77
Umsatz 95 Mio. Euro,
395 GWh
Branche Energieversorgung
Website www.greenpeace-energy.de
Stand: Dezember 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Greenpeace Energy eG ist ein bundesweiter Stromversorger in Form einer eingetragenen Genossenschaft. Erklärtes Ziel der Genossenschaft ist unter anderem die Bereitstellung möglichst umweltfreundlich gewonnener Energie.

Als Gründungsmitglied hält der Verein Greenpeace e.V. lediglich fünf[2] Anteile zu je 55 Euro an der Genossenschaft, ansonsten sind die Umweltschutzorganisation und das Unternehmen wirtschaftlich und rechtlich unabhängig. Die Namensverwendung ist vertraglich mit der Bedingung verknüpft, dass Greenpeace Energy die vom Greenpeace e. V. aufgestellten Qualitätskriterien für „sauberen Strom“ erfüllt.

Entstehung[Bearbeiten]

Greenpeace rief 1998 die Initiative „Stromwechsel“ ins Leben. Dort konnten sich Verbraucher melden, die zu einem umweltfreundlichen Stromanbieter wechseln wollten. Während sich immer mehr Verbraucher bereit erklärten, den Stromanbieter zu wechseln, fand Greenpeace keinen Anbieter, der alle Kriterien erfüllte, welche die Umweltschutzorganisation aufstellte. Deshalb wurde 1999 die Greenpeace Energy eG gegründet, die einen Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien vermarktet. Die Bereiche Netzmanagement und Energieabrechnung werden nicht von Greenpeace Energy selbst, sondern von dessen Partnerunternehmen, den Stadtwerken Schwäbisch Hall, als Dienstleister übernommen.

Die Genossenschaft[Bearbeiten]

Greenpeace Energy wählte bei der Gründung die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft (eG). Ziel war es, von Banken und Großanteilseignern unabhängig zu sein und das Eigenkapital auf einer großen Basis von Anteilseignern aufzubauen, sowie möglichst günstigen Strom anbieten zu können. Daher wird gegenwärtig keine Rendite an die Anteilseigner ausgeschüttet (Stand: 2011).

Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist formell abhängig vom Strombezug – laut Satzung, § 9, (1), f)[3] kann ein Genossenschaftsmitglied, das „seinen Bedarf an elektrischer Energie nicht durch Lieferungen der Genossenschaft deckt“ ausgeschlossen werden. Dieses Recht seitens der Genossenschaft wird jedoch ausdrücklich nicht wahrgenommen, was unter anderem damit begründet wird, dass manche Genossenschaftsmitglieder den Strom von Greenpeace Energy nicht beziehen können. Ein Genossenschaftsmitglied muss mindestens einen und kann höchstens hundert Anteile von jeweils 55 Euro halten. Wie üblich bei Genossenschaften hat unabhängig von der Anzahl der Anteile jedes Mitglied nur eine Stimme auf der Generalversammlung. Auf diese Weise ist eine Übernahme oder eine Einflussnahme durch Großinvestoren ausgeschlossen. Nach eigener Aussage verfolgt die Genossenschaft explizit nicht das Ziel der Gewinnmaximierung.

Ab der Grenze von 1.500 Mitgliedern tritt eine Vertreterversammlung an die Stelle der Generalversammlung. Fünfzig von den Mitgliedern gewählte Vertreter vertreten dann die Rechte der Mitglieder. Da Greenpeace Energy deutlich mehr Mitglieder hat, werden alle vier Jahre Vertreter gewählt (die letzte Wahl war 2009). Die Auswahl der Vertreter erfolgt durch einen Wahlausschuss. Die Aufgaben der Vertreterversammlung entsprechen gemäß Genossenschaftsgesetz den Aufgaben der Generalversammlung: Sie kann über Anträge abstimmen, den Aufsichtsrat und Vorstand wählen bzw. entlassen sowie über deren Entlastung abstimmen und über die Ausschüttung eines etwaigen Gewinns entscheiden.

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Logo 1998–2008
Ehemaliges Logo 2008–2010
1998
Greenpeace startet die Aktion Stromwechsel. Aufgrund des großen Interesses an der Aktion, wird über ein öffentliches Ausschreibungsverfahren ein Stromanbieter gesucht, der die von Greenpeace aufgestellten Kriterien erfüllt.
1999
In dem Ausschreibungsverfahren konnte kein Anbieter gefunden werden, der die Greenpeace-Kriterien erfüllt. Am 28. Oktober 1999 wird daher die Einkaufgenossenschaft Greenpeace Energy eG gegründet, die sich diesen Kriterien verpflichtet.
2000
Am 1. Januar beginnt die Stromversorgung durch Greenpeace Energy mit 186 Kunden. Seit dem 28. April gibt es das „Strombarometer“ auf der Homepage von Greenpeace Energy. Zum Jahresende 2000 hat die Genossenschaft 8.500 Kunden und 6.000 Mitglieder.
2001
Die Tochtergesellschaft Planet energy GmbH wird gegründet, um neue Kraftwerke zu planen und zu betreiben. In Schwäbisch Hall wird eine 100-Kilowatt-Solaranlage in Betrieb genommen. Zum Jahresende steigt die Kundenzahl auf über 12.000 und die Zahl der Mitglieder auf 8.000.
2002
Die Kinderhomepage kabelsalat.tv geht im Juni online. Schirmherr dieser Aktion ist Peter Lustig. Die Zahl der Kunden wächst bis zum Jahresende weiter auf ca. 17.000, die Genossenschaft hat zu diesem Zeitpunkt mehr als 10.000 Mitglieder.
2003
Im Januar startet die Aktion Atomstromfreies Internet. Gemeinsam mit der Planet energy GmbH bezieht Greenpeace Energy neue Büroräume im Hamburger Schanzenviertel. 20.000 Kunden und 11.000 Genossenschaftsmitglieder werden zum Jahresende verzeichnet und tragen zum ersten ausgeglichenen Betriebsergebnis bei.
2004
Die Stromkennzeichnung mit Strommix und Umweltbilanz auf den Stromrechnungen wird eingeführt. Der Windpark Parndorf 2 wird in Betrieb genommen. Die Planet energy GmbH ist daran mit 34 % beteiligt.
2005
Zum fünften Jubiläum hat die Genossenschaft 11.000 Mitglieder und 22.000 Kunden. Am 25. Oktober wird die Übernahme aller Stromkunden der Marke unit[e] naturstrom der Stadtwerke Schwäbisch Hall bekannt. Zum Jahresende steigt die Kundenzahl dadurch auf 56.000 und die Mitgliederzahl auf 12.000.
2006
Im Dezember wird im bayrischen Landkreis Aichach-Friedberg eine 31.000 Quadratmeter große Photovoltaik-Aufdachanlage mit einer Leistung von 1,56 MWp in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen 8,2 Mio. Euro. Zum Jahreswechsel hat die Genossenschaft 12.000 Mitglieder, die Kundenzahl erreicht die Marke von 60.000.
2007
Für das geplante Weserkraftwerk liegt der Planfeststellungsbeschluss vor. Zum Jahresende wird die Genossenschaft von 14.000 Mitgliedern getragen und versorgt 73.000 Kunden mit Strom, darunter 3.500 Geschäftskunden.
2010
Die Zahl der Kunden steigt auf 95.000, die der Genossenschaftsmitglieder auf 18.000. Der neue Windpark in Suderburg mit einer Windparkleistung von 6 MW (3 × 2 MW) wird in Betrieb genommen.
2011
Die Zahl der Kunden steigt auf 110.000, die der Genossenschaftsmitglieder auf 21.000

Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom[Bearbeiten]

Greenpeace Energy arbeitet auf der Grundlage der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“. Die Festlegung dieser Kriterien erfolgte durch den Greenpeace e. V., eine Anpassung an die Marktgegebenheiten fand zuletzt im Januar 2008 statt.

Strommix-Kriterien[Bearbeiten]


Zur Zeit (2013) wird nur Strom aus regenerativen Quellen bezogen (siehe Greenpeace Energy#Strommix).

Verbrauchsangepasste Versorgung[Bearbeiten]

Der Strom wird zu jeder Zeit entsprechend zum Verbrauch eingespeist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Versorgung für die Greenpeace Energy Kunden zu jeder Zeit ohne Strom aus Kern- oder Kohlekraftwerken auskommt (ohne Berücksichtigung der Netzverluste). Für die zeitgleiche Einspeisung muss immer eine Reservestrommenge vorgehalten werden, um auch den Ausfall einzelner Anlagen kompensieren zu können. (Näheres dazu unter im Abschnitt #Zeitgleiche Einspeisung)

Bau von Neuanlagen[Bearbeiten]

Jedes Jahr wird die abgenommene Strommenge der seit dem Vorjahr angeschlossenen Kunden ermittelt. Diese Menge muss spätestens im fünften Folgejahr aus Neuanlagen ins deutsche Stromnetz gespeist werden, die nicht älter als fünf Jahre sind oder deren Bau der Stromversorger initiiert hat. Dadurch wird mehr Strom auf umweltfreundliche Art erzeugt, was einer der wichtigsten Punkte ist, der den Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter sinnvoll macht, der dieses Kriterium auch anwendet.

Förderung der Photovoltaik[Bearbeiten]

Bis zur letzten Anpassung der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“ zum 1. Januar 2008 sahen diese vor, dass Greenpeace Energy spätestens nach fünf Jahren mindestens 1 % der verkauften Strommenge aus Photovoltaikanlagen beziehen oder aus neu gebauten Photovoltaikanlagen ins Netz einspeisen musste, wobei auch hier die geförderten Tarife laut Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch genommen werden durften. Aufgrund der Entwicklung der Photovoltaikindustrie wurde vor dem Hintergrund des sehr erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen, dass eine zusätzliche Förderung der Photovoltaik durch einen Aufkauf von Solarstrom nicht mehr notwendig ist und das entsprechende Kriterium gestrichen.

Zukunftsfähigkeit[Bearbeiten]

Das Gesamtkonzept des Energieversorgers muss so ausgelegt sein, dass auch große Nachfragemengen langfristig bedient werden können.

Transparenz und Verbraucherschutz[Bearbeiten]

Wichtige Punkte der Kriterien werden durch unabhängige Gutachter überwacht. Dazu gehören:

  • Überprüfung der Stromherkunft und der Einhaltung der Kriterien zum Strommix
  • Zeitgleiche Stromeinspeisung
  • Einhaltung der maximalen Emissionswerte
  • Einhaltung der Neubauverpflichtung

Beteiligungen[4][Bearbeiten]

Direkte Beteiligungen[Bearbeiten]

  • Planet energy GmbH (100 %)
  • Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH (100 %)

Mittelbare Beteiligungen[Bearbeiten]

Gesellschaft Gesellschafter Höhe der Beteiligung
Planet energy Windpark Soltau GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy GmbH
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy GmbH
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Dachfonds I GmbH & Co. KG (vormals Planet energy Solar II GmbH & Co. KG) Kommanditist: Planet energy GmbH
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Weserkraftwerk Bremen GmbH Planet energy GmbH 0 % (aus dem Projekt ausgestiegen)
Planet energy Kraftwerk I GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy GmbH
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Solar I GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy Dachfonds I GmbH & Co. KG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Ketzin GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy Dachfonds I GmbH & Co. KG
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Langenbrügge GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy GmbH
Komplementärin: Planet energy Verwaltungsgesellschaft I mbH
100 %
Planet energy Windpark Tomerdingen GmbH & Co. KG Kommanditist: Planet energy GmbH 100 %
oekostrom Produktions GmbH & Co KG, Wien Kommanditist: Planet energy Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG 34 %

Stromerzeugung[Bearbeiten]

Gemeinsam mit dem hundertprozentigen Tochterunternehmen Planet Energy erzeugt Greenpeace Energy eigenen Strom. Da sich Greenpeace Energy verpflichtet hat, die pro Jahr an eigene Kunden abgesetzte Strommenge spätestens nach fünf Jahren aus in dieser Zeit neu gebauten Anlagen in das Stromnetz einzuspeisen, ist der Anlagenbau und -betrieb eine wichtige Säule in deren Geschäftstätigkeit.

Eigene Kraftwerke liefern an Netzbetreiber, Lieferantenkraftwerke an Greenpeace Energy Kunden

Die Anlagen von Planet Energy speisen den erzeugten Strom zur Zeit (2013) nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein. Dabei ist der Netzbetreiber dazu verpflichtet, den Strom zu der Höhe der für 20 Jahre staatlich garantierten Einspeisevergütung abzunehmen. Würde man an die Greenpeace Energy Kunden liefern, müsste man auf diesen staatlichen indirekten Fördermechanismus verzichten, der die Last der Energiewende auf die Schultern aller EEG-Umlage Zahlenden verteilt und könnte den Ausbau nicht so effizient vorantreiben. Daher liegen die Lieferantenkraftwerke, aus denen der Strom bezogen wird, außerhalb der Fördermöglichkeiten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (z.B. Österreich, Anlagenalter über 20 Jahre), während die selbst betriebenen Kraftwerke häufig die EEG-Förderung nutzen.

Die im Kriterienkatalog zumindest missverständliche Formulierung "Die Förderung von Neuanlagen wird dadurch erreicht, dass der Stromversorger den innerhalb eines Jahres neu hinzu gekommenen Kundenstamm spätestens nach dem fünften Kalenderjahr aus Neuanlagen versorgen muss." in Kapitel 3. wird durch Kap 3.2 (Definition von Neuanlagen) richtig gestellt: "Neuanlagen sind Anlagen, die vom Anbieter selbst initiiert wurden. Diese Anlagen versorgen die Kunden direkt als Teil der Vollversorgung gemäß 2.1 oder speisen im Rahmen des EEG ins öffentliche Stromnetz ein."[5]

Eigene Anlagen[Bearbeiten]

Anlage Ort Leistung Fertigstellung
Photovoltaikanlage Schwäbisch Hall 000000000000000.10000000000,1 MW 2001
Photovoltaikanlage Dasing 000000000000001.50000000001,5 MW 2006
Windpark Parndorf II, Österreich 000000000000012.000000000012 MW 2004
Windpark Soltau 000000000000003.90000000003,9 MW 2006
Photovoltaikanlage Neue Messe Stuttgart 000000000000003.80000000003,8 MW 2009
Windpark Ketzin 000000000000008.00000000008 MW 2009
Windpark Roydorf 000000000000002.40000000002,4 MW 2009[6]
Windpark Langenbrügge 000000000000004.00000000004 MW 2010[7]
Windpark Suderburg 000000000000006.00000000006 MW 2010[8]
Windpark Wundersleben 000000000000006.00000000006 MW 2011[9]
Wasserkraftwerk Weserkraftwerk Bremen 000000000000010.000000000010 MW 2011
Windpark BuchhainI+II 000000000000014.000000000014 MW 2012[10]
Gesamt: 12 Summe: 71,7 MW

Stromerzeugung durch Dritte[Bearbeiten]

Da die Genossenschaft keinen ausreichend großen Anlagenpark besitzt, wird Strom zu einem großen Teil zugekauft, um die eigenen Kunden jederzeit versorgen zu können. Eine Liste dieser Kraftwerke ist auf der Website von Greenpeace Energy veröffentlicht. Der größte Teil wird aus Laufwasserkraftwerken in Österreich zugekauft. 2007 ist eine größere Menge von Windkraftanlagen aus Dänemark hinzugekommen und die gesamten Gas-Kraftwerke, welche 2006 noch 24 % am Strommix von Greenpeace Energy ausmachten, werden für die Belieferung der eigenen Kunden nicht mehr verwendet. Zum zehnten Jubiläum der Genossenschaft im Oktober 2009 wurde der Strom für die eigenen Kunden zu 100 % von 17 österreichischen, zum Teil sehr alten Laufwasserwerken eingekauft. Der Versuch, Strom des Windparks Parsing II einzukaufen, musste kurz zuvor aus Wirtschaftlichkeitsgründen eingestellt werden.

Die Genossenschaft nimmt nicht von allen Lieferantenkraftwerken den gesamten erzeugten Strom ab. Da es sich bei den Lieferantenkraftwerken zum überwiegenden Teil um Kraftwerke handelt, die Grundlast abdecken (Laufwasserkraftwerke) oder nicht steuerbar sind (Windkraftanlagen), kann die schwankende Nachfrage und Erzeugung nur durch ebenso schwankenden Zukauf aus den Grundlast-Kraftwerken ausgeglichen werden. Langfristig ist jedoch geplant, den Kraftwerkspark so auszubauen, dass die zeitgleiche Versorgung der Kunden gewährleistet werden kann, ohne den Ausgleich der Schwankungen Dritten überlassen zu müssen. Damit soll das Kriterium der Zukunftsfähigkeit nachhaltig erfüllt werden und es soll demonstriert werden, dass Stromversorgung ausschließlich auf Basis von erneuerbarer Energie möglich ist.

Greenpeace Energy legt Wert darauf, keinen Strom an der Strombörse zu kaufen[11] und keine RECS-Zertifikate zu verwenden.[12]

Strommix[Bearbeiten]

Der aktuelle Strommix (der teilweise auf Durchschnittsdaten beruht) kann alle 15 Minuten aktuell auf der Homepage abgelesen werden. Im Jahresdurchschnitt ergeben sich folgende Werte:

Energiequelle bundesdeutscher
Durchschnitt 2008
Greenpeace Energy
2008
Greenpeace Energy
2009
Greenpeace Energy
2010
Erneuerbare Energien 15,8 % 100 % 100 % 100 %
    Wasserkraft 1,0 % 73,7 % 78,0 % 98,4 %
    Windenergie 0,0 % 5,9 % 5,0 % 1,6 %
    Solarstrom 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
    Biomasse 0,0 % 1,0 % 0,0 % 0,0 %
    EEG-Strom 14,8 % 19,4 % 17,0 % 0,0 %
Kernenergie 25,4 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Fossile Energieträger
+ Sonstiges
58,8 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Radioaktiver Abfall
(µg/kWh)
700 0 0 0
CO2-Emissionen
(g/kWh)
506 0 0 0

Der EEG-Anteil im Strommix entfällt ab 2010 aufgrund geänderter gesetzlicher Bestimmungen.

Zeitgleiche Einspeisung[Bearbeiten]

Zwar gibt es auch andere Stromversorger, die 100 % Ökostrom anbieten, doch Greenpeace Energy ist einer der wenigen, die zu jedem Zeitpunkt jene Energiemenge einkaufen, die von ihren Kunden verbraucht wird. Für kleine Verbraucher wird hierzu ein gemitteltes Lastprofil angenommen, das die Gesamtleistungsaufnahme der kleinen Verbraucher zu jedem Zeitpunkt sehr genau wiedergibt (siehe Energie-Daten-Management). Die zeitgleiche Einspeisung bewirkt gegenüber der mengengleichen, bei der nur im Durchschnitt über das ganze Jahr die verbrauchte Energiemenge eingespeist wird, folgendes:

  • Es wird kein Strom von konventionellen Kraftwerken, die als besonders umweltschädlich gelten (Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke), verbraucht (ausgenommen die Übertragungsverluste, welche von den Netzbetreibern ersetzt werden; ca. 5–10 %).
  • Der Kunde bezahlt mit seiner Stromrechnung (nahezu) ausschließlich umweltfreundliche Kraftwerke.

Übergangsweise wird der Strom nur formell zeitangepasst eingekauft, der nicht-eingekaufte Strom wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist und muss von den zuständigen Netzbetreibern durch Regelmaßnahmen (meist konventionelle Kraftwerke) stabilisiert werden. Dies kann zumindest auf Ebene der Geldströme der Greenpeace Energy Kunden ökologisch vorteilhaft sein. Jedoch ist das längerfristige Ziel eine, eine verbrauchsangepasste Versorgung des Gesamtmarkts mit regenerativer Energie zu ermöglichen. Dazu investiert Greenpeace Energy in technische Entwicklungen zum physikalischen Ausgleich von Bedarfsschwankungen.

  • Beteiligung an Pilotprojekten zu virtuellen Kraftwerken, welche die Machbarkeit einer stabilen Versorgung mit regenerativen Energien und KWK-Anlagen demonstriert.[13][14]
  • Entwickeln von Windgas- Speichertechnologie: Überschüssiger Strom aus Windkraftanlagen soll zur elektrolytischen Erzeugung gut speicherbaren Wasserstoffs verwendet werden.[15]

Prinzipielle Zulässigkeit von Erdgas[Bearbeiten]

Um den Ausstieg aus der Kernkraft- und der kohlebasierten Elektroenergieerzeugung zu beschleunigen, setzte Greenpeace Energy anfangs noch in beschränktem Maße auf erdgasbetriebene KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung). Voraussetzung war jedoch, dass die Anlage einen energetischen Gesamtwirkungsgrad von mindestens 70 % erreichte. Bei der Betrachtung der CO2-Bilanz wird oftmals übersehen, dass ein Kunde mit 100 % Wasserkraft auch heizen muss und quasi auf der Wärmeseite CO2 produziert, welches auch im Kraft-Wärme-Kopplungs-Bereich produziert wird. Die gesamte Ökobilanz von der Kraft-Wärme-Kopplung (Strom + Heizen) liegt in etwa gleichauf mit einer 100 % erneuerbaren Stromlieferung und zusätzlicher Heizung. Im Jahr 2007 wurde der KWK-Anteil im Strommix durch Windenergie ersetzt. Damit liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix von Greenpeace Energy seit 2007 bei 100 %.

Vorteile von erdgasbetriebenen KWK-Anlagen[Bearbeiten]

  • Erdgaskraftwerke können relativ schnell die Leistung erhöhen oder vermindern und sind damit zur Abdeckung der Spitzenlast geeignet.
  • Sie können kurzfristig auch in großem Stil errichtet werden und damit den Ausstieg aus der weniger umweltfreundlichen Stromproduktion beschleunigen.
  • Bei gemeinsamer Produktion von Strom und Wärme ist ein Wirkungsgrad von über 80 % erreichbar.
  • Von allen fossilen Energieträgern setzt Erdgas bei der Verbrennung am wenigsten von dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) frei und verbrennt ohne weitere Rückstände.

Nachteile von Erdgas[Bearbeiten]

  • Die Erdgasvorkommen sind begrenzt und deren Verbrennung trägt zur Erderwärmung bei. Ursprünglich war daher geplant, Erdgas ausschließlich durch Biomasse und Biogas zu ersetzen. Seit kurzem ist noch das Windgas-Konzept hinzugekommen.[16]

Preisgestaltung[Bearbeiten]

Gewöhnlich bieten Stromanbieter nicht bundesweit den gleichen Preis an – dies erschwert den Preisvergleich und wird mit regional unterschiedlichen Durchleitungsgebühren der Netzbetreiber begründet. Greenpeace Energy bietet dagegen bundesweit – wenn die Versorgung überhaupt aufgenommen werden kann, was fast überall der Fall ist – denselben Preis an.

Tests[Bearbeiten]

Von der Stiftung Warentest wurde Greenpeace Energy als einer von vier unabhängigen Ökostromanbietern in Deutschland bezeichnet, das Ergebnis der Untersuchung wurde im Februar 2012 veröffentlicht.[17]

Sonstige Aktivitäten[Bearbeiten]

Pilotprojekt Cambio (Carsharing) Elektrofahrzeug

Durch Greenpeace Energy entstand die Initiative „Atomstromfreies Internet“. Hier werden Hoster vorgestellt, die ihre Server mit umweltfreundlich erzeugtem Strom betreiben.[18]

Um Kindern die Herkunft des Stroms zu erklären, wurde die Website kabelsalat.tv eingerichtet.

Mit dem Carsharing-Anbieter Cambio CarSharing wurde eine Kooperation vereinbart, wonach beide Anbieter Kunde des jeweils anderen wurden und die Kunden eines Anbieters bei dem jeweils anderen Vergünstigungen erhalten.

Die Kunden des Ökostromtarifs nova naturstroum des luxemburgischen Stromversorgers Enovos werden von Greenpeace Energy beliefert, so dass auch in Luxemburg ein Strombezug über Greenpeace Energy möglich ist.

Die Genossenschaft gibt das Magazin „energy.aktuell“ heraus, welches unter anderem aktuelle Zahlen zum Unternehmen enthält und über (neue) bekannte Kunden und deren sonstigen Naturschutz-Bemühungen informiert; eine Referenzliste mit Geschäftskunden findet sich auf der Website[19].

Neben der Beteiligung bei der Genossenschaft sind auch Beteiligungen bei Projekten möglich. So können Genussscheine der „Planet energy GmbH“ erworben werden.

Derzeit plant die Genossenschaft mit proWindgas [20] auch Erdgas zu vertreiben. Hierbei bietet proWindgas zuerst nur einen ganz normalen Gasvertrag, bei dem lediglich ein Aufschlag von 0,5 Cent pro KWh enthalten ist, der in den Aufbau von Wasserstofferzeugungsanlagen investiert werden soll. Ab 2012 plant Greenpeace Energy die Einspeisung von Wasserstoff in das Erdgasnetz im einstelligen Prozentbereich [21]. Als Startpreis ist 6,75 Cent pro KWh angesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUnternehmensdaten. Greenpeace Energy eG, abgerufen am 04. Juni 2013.
  2. Unternehmensbroschüre von Greenpeace Energy eG, Stand: 6/2013 (PDF; 1,5 MB)
  3. Satzung von Greenpeace Energy eG (PDF, 114 KB)
  4. http://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/docs/geschaeftsberichte/gpe_geschaeftsbericht_2008.pdf
  5. Kriterienkatalog Greenpeace Energy 2012 (PDF; 67 kB)
  6. http://www.greenpeace-energy.de/de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke/wind/roydorf.html
  7. http://www.greenpeace-energy.de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke/wind/langenbruegge.html
  8. http://www.greenpeace-energy.de/de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke/wind/suderburg.html
  9. http://www.greenpeace-energy.de/de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke/wind/wundersleben.html
  10. http://www.greenpeace-energy.de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke/wind/buchhain-i-und-ii.html
  11. Greenpeace Energy kauft keinen Strom von der Strombörse – Pressemitteilung vom 11. Juni 2008
  12. Positionspapier Was Greenpeace Energy an RECS-Zertifikaten kritisiert – Pressemitteilung im Juli 2008 (PDF, 48 KB)
  13. Pilotversuch Virtuelles Kraftwerk (Greenpeace Energy, Planet energy und Stadtwerk Haßfurt) (2013)
  14. Greenpeace Energy beteiligt sich an Forschungsprojekt zu stromgeführter und wärmespeichernder KWK-Technologie; 2009
  15. http://www.euwid-energie.de/news/neue-energien/einzelansicht/Artikel/greenpeace-energy-kippt-plaene-fuer-windgas-erzeugungsanlage.html
  16. Greenpeace Energy eG: Windgas
  17. http://www.test.de/Oekostromtarife-Guten-Oekostrom-waehlen-4324812-4328108 Zeitschrift test 02/2012
  18. Atomstromfreies Internet
  19. Referenzliste von Geschäftskunden nach Postleitzahl und Branche
  20. Webseite von proWindgas
  21. Fragen und Antworten zu proWindgas

53.54192710.001546Koordinaten: 53° 32′ 31″ N, 10° 0′ 6″ O