Grenadier Guards

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Grenadier Guards marschieren vom Buckingham Palace zum St. James's Palace

Die Grenadier Guards, auch bekannt als 1st Foot Guards, sind das zweitälteste Regiment der Gardedivision (Guards Division) der britischen Armee nach den Coldstream Guards. Sie gehören zu den fünf Leibregimentern der britischen Königin Elisabeth II.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Grenadier Guards wurden im Jahre 1656 in Brügge von Karl II. gegründet. Zuerst wurden sie „First Guards“ genannt, später dann „The First or Grenadier Regiment of Foot Guards“. Diesen Namen bekamen sie nach der Schlacht von Waterloo 1815 verliehen, als sie die "Grenadiere" der Kaiserlichen Garde Napoleons besiegten. Tatsächlich stießen die Einheiten der britischen Garde jedoch nicht auf die Grenadiere sondern auf die Jäger zu Fuß (Chasseurs a pied) der französischen kaiserlichen Garde. Somit kann spekuliert werden, ob es sich bei der Namensgebung um einen Irrtum handelt. Nach Waterloo bekamen die „Guards“ allgemein als Kopfbedeckung die Bärenfellmütze, die davor das charakteristische Merkmal der französischen Grenadiere war. In der Tat war eines der Hauptcharakteristika der französischen Gardejäger eine Bärenfellmütze ohne Frontplatte- so wie die britischen Guards sie heute tragen- wohingegen die französischen Grenadiere eine Bärenfellmütze mit Frontplatte trugen. Es ist auch das einzige Regiment der britischen Armee, das seinen Namen aufgrund der Teilnahme an einer Kampfhandlung bekommen hat.

Seit seiner Gründung kämpfte das Regiment in fast jedem Krieg der britischen Armee. Es kämpfte im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776–1782) genauso, wie in den Napoleonischen Kriegen (Waterloo 1815), im Krimkrieg (1854–1856) und bei Tel-el-Kebir (1882). Im Juli 1898 verließ das 1. Bataillon des Regimentes, unter Oberst Villiers Hatton, Kairo um in Sudan an der Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes teilzunehmen. Dort kämpfte es in der Schlacht von Omdurman und kehrte im September 1898 nach Kairo zurück. Das Regiment kämpfte im Burenkrieg (1899–1902) und in beiden Weltkriegen.

Im Ersten Weltkrieg (1914–18) kämpften die vier Bataillone des Regiments in allen wichtigen Schlachten an der Westfront, wo sie 12.000 Männer verloren. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Regiment auf sechs Bataillone verstärkt. Das dritte, fünfte und sechste kämpften in Nordafrika und in Italien, während das erste, zweite und das vierte an der Invasion in der Normandie und dem Kampf in Nordwesteuropa teilnahmen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat das Regiment in nahezu jedem der kleineren Konflikte in der Welt gedient, an dem Großbritannien beteiligt war. In Palästina (1945–48), Malaya (1948–49), dem Mittleren Osten (1948–56), Zypern (1956–59) und dem Zweiten Golfkrieg (1990–91) war die Einheit eingesetzt. Dazu kamen viele Einsätze in Nordirland seit 1969. Daneben nahm das Regiment auch sein traditionelles Privileg wahr, den Monarchen zu beschützen.

Die Grenadier Guards heute[Bearbeiten]

Die Grenadier Guards kämpfen heutzutage als mechanisiertes, leichtes Infanterie-Regiment. Ehrenoberst des Regiments ist Prinz Philip. Es steht in der offiziellen Rangordnung der Britischen Armee an erster Stelle der Infanterie (British Army Order of Precedence).

Der Regimentsmarsch der Guards ist The British Grenadiers.

Erkennungszeichen[Bearbeiten]

Auf Distanz sind die verschiedenen Regimenter zu Fuß nicht zu unterscheiden. Jedoch sind sie an bestimmten Merkmalen zu erkennen.

  • Die Grenadier Guards tragen an der linken Seite ihrer Bärenfellmütze eine weiße Feder.
  • An den Kragen tragen sie das grenade fired proper, eine feuernde Granate.
  • Acht Knöpfe in gleichmäßiger Verteilung befinden sich über dem Gürtel.
  • An der Mütze der normalen Dienstuniform tragen die Soldaten ein rotes Band.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]