Grengiols

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Grengiols
Wappen von Grengiols
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Östlich Raronw
BFS-Nr.: 6177i1f3f4
Postleitzahl: 3993
Koordinaten: 650894 / 13524546.3666588.1995Koordinaten: 46° 22′ 0″ N, 8° 6′ 0″ O; CH1903: 650894 / 135245
Höhe: 995 m ü. M.
Fläche: 58.5 km²
Einwohner: 466 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.grengiols.ch
Grengiols

Grengiols

Karte
Vordersee (VS) Stausee Gibidum Bettmersee Blausee (Oberwallis) Stausee Chummibort Geisspfadsee Züesee Lago di Devero Lago di Agàro Italien Italien Brig (Bezirk) Goms (Bezirk) Visp (Bezirk) Westlich Raron (Bezirk) Bettmeralp VS Bister VS Bitsch VS Grengiols Mörel-Filet RiederalpKarte von Grengiols
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Grengiols (vermutlich von lat. Granariolas, «kleiner Kornspeicher») ist eine politische Gemeinde im Bezirk Östlich Raron des Kantons Wallis in der Schweiz.

Grengiols besteht aus der Hauptsiedlung und den Weilern Zenhäusern, Bädel, Bächerhäusern, Viertel und Hockmatte sowie Deisch und Nussbaum. Das Dorf liegt in einer Rinne des südlichen Talhangs und weist ein Ortsbild von ausgeprägter Eigenart auf.

Charakteristisch ist der alte Dorfplatz mit seinem torartig verengten Zugang, der zu einem von geschlossenen Häuserfronten umgebenen Platz führt; von dort steigt der strassendorfartige Dorfteil steil eine engen Rinne empor, an deren Endpunkt Kirche, Pfarrhaus und Schulhaus einen besonderen Siedlungsakzent setzen.

Die Weiler Zenhäusern und Bädel liegen westlich, Bächerhäusern, Viertel und Hockmatte östlich der Hauptsiedlung. Besonders erwähnenswert ist der Weiler Hockmatte, der zu den anmutigsten Siedlungen des Wallis zählt.

Deisch und Nussbaum sind rechtsufrig der Rhone gelegen; bei beiden Weilern handelt es sich hauptsächlich um neuere Chaletsiedlungen.

Geographie[Bearbeiten]

Die nächste grössere Ortschaft Brig ist 13 km entfernt. Grengiols liegt auf der Südseite des oberen Rhonetales auf einem durch Geländeterrassen unterteilten Hang. Geografisch gehört es zum Goms und Aletschgebiet. Das stattliche Dorf liegt am linken Talhang, leicht erreichbar zwischen Mörel, Fiesch und Ernen.

Es liegt ein wenig abseits der Hauptstrasse Furka – Sitten und fünf Stationen der Matterhorn-Gotthard-Bahn von Brig entfernt.

Der zur Gemeinde Grengiols gehörende Weiler Deisch ist vor allem durch den Kehrtunnel «Deischerkehre» bekannt, in dem die Matterhorn-Gotthard-Bahn eine Steigung zwischen dem Haltepunkt Grengiols und Deisch auf einem Zahnradabschnitt bewältigt.

Deisch bildet die Grenze zwischen dem Bezirk Östlich Raron und Goms.[2]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Fluss Rotten auf 800 m ü. M. gegen Süden bis zur italienischen Grenze auf 3272 m ü. M. (höchster Punkt Helsenhorn). Das Gemeindegebiet ist Teil des Landschaftsparks Binntal. Der Grossteil der Gemeindefläche von 5849 ha ist unproduktive Fläche (ca. 3000 ha), also wildromantische und unberührte Natur aus Alpweiden und Bergzügen. Gerade mal ein knappes Prozent der Fläche ist Siedlungsgebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Anlässlich der archäologischen Sondierungen 1979 auf dem Schlosshubel konnten zwei unterschiedliche Kulturschichten aus der Bronzezeit festgestellt werden. Auch sind auf dem Gemeindegebiet gallorömische Gräber gefunden worden, welche zusammen mit römischen Münzfunden auf eine Besiedelung während des Römischen Reiches hindeuten.

Die erste urkundliche Erwähnung ist vermutlich die Schenkungsurkunde vom 12. Juni 1052 des Bischof Heimo I., in der er dem Domkapitel von Sitten die Herrschaft Graneirolis schenkte. Hierbei kann es sich fast nur um Grengiols handeln. Womit auch die Wortherkunft erklärt werden kann, bedeutet doch das lateinische Granariolas, kleiner Kornspeicher. Im Hochmittelalter unterstand das Gebiet der Oberhoheit von Savoyen. Das durch seinen Vasallen, den Herren von Grandetsch (Granges), und später von den Grafen von Mörel vertreten wurde. 1799 wurde der Ort mit seiner Kirche von österreichischen Soldaten niedergebrannt, welche auf der Flucht vor den Franzosen waren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Botanik[Bearbeiten]

Grengiols ist bekannt für die weltweit einzige Tulpenart, die nur noch in dieser Gemeinde vorkommt, es handelt sich hierbei um die Grengjer-Tulpe oder in der Fachsprache Tulipa grengiolensis. Das Vorkommen von Tulipa grengiolensis beschränkt sich momentan nur noch auf das Gemeindegebiet von Grengiols.

Grengjer Tulpe

Sunnutreelleta[Bearbeiten]

Grengiols im Schatten an einem eigentlich sonnigen Wintertag

Aufgrund seiner Lage in einem engen Gebirgstal wird Grengiols jeweils für einen Zeitraum von über einem Monat gegen Jahresende nicht von der Sonne beschienen. Seit 1998 feiern die Bewohner jeden dritten Herbst im November das Fest der Sunnetreelleta, bei dem die Sonne symbolisch verabschiedet wird, in dem sie in Form eines dreieinhalb Meter großen Rades das Dorf hinunter gerollt wird.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Ruppen, Kunstdenkmäler der Schweiz Band 84 «Die Kunstdenkmäler des Kanton Wallis Band 3 Der Bezirk Östlich-Raron» Birkhäuser Verlag Basel 1991 ISBN 3-909158-58-7 S. 93–158

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grengiols – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.landschaftspark-binntal.ch/der-park/gemeinden/index.php
  3. Kultur als Lebensart. Abgerufen am 5. November 2007.