Grenzach-Wyhlen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen
Grenzach-Wyhlen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grenzach-Wyhlen hervorgehoben
47.5457.6758333333333263Koordinaten: 47° 33′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 263 m ü. NHN
Fläche: 17,32 km²
Einwohner: 13.984 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 807 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79639
Vorwahl: 07624
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 105
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10
79639 Grenzach-Wyhlen
Webpräsenz: www.grenzach-wyhlen.de
Bürgermeister: Tobias Benz
Lage der Gemeinde Grenzach-Wyhlen im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild
Grenzach-Wyhlen im Dreiländereck

Grenzach-Wyhlen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg im äußersten Südwesten Deutschlands mit 14351 Einwohnern (Stand: 29. August 2014)[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Grenzach-Wyhlen liegt am Hochrhein im Dreiländereck von Schweiz, Frankreich und Deutschland an den südlichen Ausläufern des Südschwarzwalds. In direkter Nähe liegt der Dinkelberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Inzlingen, im Osten an die Stadt Rheinfelden (Stadtteil Herten), ferner an die Schweizer Gemeinden Pratteln und Augst im Süden, an Muttenz und Birsfelden im Westen, alle im Kanton Basel-Landschaft und im Süden zudem an Kaiseraugst im Kanton Aargau sowie im Nordwesten an Riehen und Bettingen im Kanton Basel-Stadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Grenzach und Wyhlen. Zur ehemaligen Gemeinde Grenzach gehört das Dorf Grenzach. Zur ehemaligen Gemeinde Wyhlen gehören die Dörfer Rührberg und Wyhlen, die Siedlungen Karbidfabrik, Kraftwerk, Siedlung an der Rheinfelder Straße und Sodafabrik und die Häuser Am Schacht. Der zu Grenzach-Wyhlen gehörende Ort Rührberg liegt oberhalb von Wyhlen (500 m ü. NN). Er wurde etwa 1750 erstmals schriftlich erwähnt und um 1830 wurde er von Bauern besiedelt. Rührberg hat etwa 400–500 Einwohner.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Grenzach liegen die Wüstungen Bertlikon und Büttiken sowie die abgegangene Burg Burggraben. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wyhlen liegen die Wüstungen Adaghiliniswillare, Angin, Ansoldowilare, das nicht genau lokalisiert ist und eventuell in Schopfheim liegt, Auhof, Gewert oder Gewörtinsel und Linda.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Grenzach-Wyhlen entstand am 1. Januar 1975 aus den beiden selbständigen Gemeinden Grenzach und Wyhlen im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform. Erste Siedlungen in der heutigen Gemarkung sind keltischen Ursprungs und gehen auf die Hallstattzeit im frühen 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Der keltischen Besiedlung folgte die römische und ab dem 3. Jahrhundert eine alamannische.

Auf die alamannische Besiedelung geht der Name des Teilortes Wyhlen (ze wilon, bei den Gehöften) zurück.

Die römische Niederlassung hieß Carantiacum (Gut des Carantius). Aus diesem Namen ging der heutige Teilortname Grenzach hervor. Im Jahr 1982 fanden sich Reste einer römischen Villa und im Jahr darauf fanden sich erste Mauerreste eines Nebengebäudes. Diese wurden über zwei Jahre archäologisch untersucht. 1991 wurden weitere Mauern gefunden, die restauriert wurden und noch in den Becken sichtbar sind.

Die urkundliche Ersterwähnung der Siedlungen findet sich schließlich im 13. Jahrhundert. Grenzach und Wyhlen waren inzwischen unter fränkischer Herrschaft. Im späten Mittelalter trennte die Ortschaften eine Landesgrenze. Grenzach kam zur Markgrafschaft Baden, Wyhlen zu Vorderösterreich.

Im Dreißigjährigen Krieg und in späteren kriegerischen Auseinandersetzungen erlitten die Ortschaften schwere Verwüstungen. Mit der Gründung des Großherzogtums Baden wurde auch Wyhlen badisch, so dass die beiden Orte nach mehr als 500 Jahren wieder zur selben Territorialherrschaft gehörten.

Nordwestlich von Grenzach befindet sich der Rest einer prähistorischen Wehranlage, Burg Hornfels.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Wyhlen mit dem Kalkstein vom Dinkelberg und dem Salz aus der Saline Soda und Ammoniak produziert. Ein alter Bau der ehemaligen Saline ist heute noch zu sehen.[4]

Am 26. Oktober 2014 wurde ein neuer Bürgermeister gewählt. Im ersten Wahlgang konnte sich Tobias Benz durchsetzten und gewann die Wahl mit 50,38%. Sein Vorgänger war Jörg Lutz.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 44,3 % (2009: 44,3 %)
 %
30
20
10
0
25,4 %
23,5 %
20,0 %
18,8 %
12,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+3,0 %p
+1,9 %p
+3,2 %p
+3,1 %p
-11,2 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis[6]:

Partei Anteil Sitze +/–
CDU 6 +1
SPD 5 ±0
GRÜNE 4 ±0
FWG 4 +1
FDP 3 -2
Gesamt 100 % 22 ±0

Seit 1999 ist der parteilose Jörg Lutz Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen; er wurde 2007 mit etwa 98 % Stimmenanteil wiedergewählt. Er wurde im Juli 2014 zum Oberbürgermeister von Lörrach gewählt, sodass im Herbst 2014 eine Bürgermeisterwahl in Grenzach-Wyhlen stattfindet.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Grenzach-Wyhlen unterhält seit 1990 eine Partnerschaft mit dem italienischen Pietrasanta.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen zeigt hinten auf goldenem Grund einen schwarzen linksgewendeten, rotgezungten, aufrecht stehenden Bären auf zwei blauen Wellenleisten. Vorne ist eine stilisierte, schwebende blaue Traube mit grünem Stil und Blatt zu sehen. Die Wellenbalken deuten die Nähe des Ortes an den Rhein an, die Trauben stehen für den Weinbau. Wappen und Flagge in den Farben Blau-Gelb hat das Landratsamt Lörrach am 10. Januar 1978 verliehen.[7] Die goldene Wappenfarbe stammt vom alten Grenzacher Wappen. Der Bär war Teil des alten Wyhlener Wappens und ist dem Wappen der Herren von Bärenfels entlehnt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche Grenzach
Sankt-Georg-Kirche in Wyhlen
Ehemaliges Rebhaus unterhalb des Grenzacher Hornfelsens.

Besondere Erwähnungen verdienen das Grenzacher Schlössle, ein Wasserschloss, das Zehnthaus in Wyhlen, das ehemalige Prämonstratenser-Kloster Himmelspforte und das Kraftwerk Wyhlen.

Im Waldgebiet der Teilgemeinde Grenzach lag knapp oberhalb des Grenzüberganges „Riehener Weg“ (am Fußwanderweg Richtung Hornfelsen) der südlichste Bunker des sogenannten „Westwalls“, der allerdings schon kurz nach Kriegsende gesprengt wurde. Gleichwohl ist die Bunkeranlage nebst den Gräben noch gut erhalten. Der Bunker wurde aus Sicherheitsgründen vor einigen Jahren restlos eingeebnet und ist nicht mehr sichtbar.

Im Waldrandgebiet des Ortsteils Wyhlen (Nähe Engeltal) befand sich im Wald ca. 200 bis 300 m nach dem Ortsende in Wanderrichtung Markhof (Herten) ebenfalls eine stattliche Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch sie wurde nach dem Krieg gesprengt, lag lange als gefährliche Ruine (herausstehende Armierungseisen, etc.) herum und ist heute kaum noch sichtbar.

Der Ortsteil Rührberg liegt am Westweg des Schwarzwaldvereins, einem Fernwanderweg von Pforzheim nach Basel, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Kirchen[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In Grenzach befindet sich das Regional-Museum Römervilla, das vom Verein für Heimatgeschichte betreut wird. Bei der Ausgrabung wurden über zwei Meter hohe Mauerteile einer römischen Peristylvilla freigelegt sowie ein großes Badebecken, Säulen, Marmorprofile von Türen und Fenstern und hochqualitätsvolle Wandmalereien. Mit der Umgestaltung 2011 wurde das Museum zum Regional-Museum aufgewertet und zeigt als Schwerpunkt römische Alltagskultur. Es ist das einzige Römermuseum im Landkreis Lörrach.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Der Buchswald von Grenzach-Wyhlen ist ein Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung, wird aber immer mehr eingedämmt durch den Buchsbaumzünsler sowie eine bestimmte Pilzart.

Sport[Bearbeiten]

Bei den Handballern des TV Grenzach spielt die 1. Damenmannschaft in der 3. Liga. Der örtliche Ruderclub RC Grenzach konnte schon einige Weltmeisterschafts-Medaillen erringen und stellt aktuelle Welt- und Europameister im Ruder- und Drachenbootsport. Außerdem besitzt der TV Grenzach eine Basketball-Abteilung die innerhalb des Basketballverbands Nordschweiz spielt. Es gibt auch die SG Grenzach-Wyhlen die aus dem SV Wyhlen und dem 1.FC Grenzach hervorgegangen ist, momentan spiel sie in der Kreisliga B, den Judoclub Grenzach-Wyhlen und andere.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist über die Hochrheinbahn (BaselSingen) mit dem überregionalen Schienennetz verbunden. Darüber hinaus verfügt sie über einige lokale und regionale Busverbindungen. Sie gehört dem Regio Verkehrsverbund Lörrach an. Die Bundesstraße 34 nach Bodman-Ludwigshafen verknüpft Grenzach-Wyhlen mit dem überregionalen Straßennetz. Nächste Autobahnanschlussstellen sind Rheinfelden-Süd/Grenzach-Wyhlen/(B 34) (A 861), Lörrach-Ost (A 98) sowie in der Schweiz Basel-Ost/Wettstein (A 2)

Um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern und damit umweltfreundlicher zu transportieren, ist bei der Gemeinde der „Hochrhein-Güterbypass“ geplant, gegen dessen Realisierung es jedoch Anwohnerproteste gibt.

Seit Dezember 2008 verbindet die Buslinie 38 Grenzach-Wyhlen mit Basel. Sie wird von der BVB und dem SBG gemeinschaftlich betrieben und fährt halbstündlich über die Grenze.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Blick in die Generatorenhalle des Wasserkraftwerks Wyhlen (deutsche Seite)

In Grenzach-Wyhlen ist die Roche Deutschland Holding GmbH ansässig, die in Deutschland knapp 10.000 Arbeitsplätze unterhält. Auch die NaturEnergie AG, einer der bundesweit größten Anbieter von Ökostrom hat in der Gemeinde ihren Sitz und betreibt an der Staustufe Augst/Wyhlen ein Wasserkraftwerk.

Bildung[Bearbeiten]

In Grenzach-Wyhlen bestehen alle Schularten des dreigliedrigen Schulsystems. Am Lise-Meitner-Gymnasium kann das Abitur abgelegt werden. Auf dem gleichen Gelände in der Kantstraße besteht auch eine Realschule. Daneben gibt es mit der Bärenfelsschule in Grenzach und der Lindenschule in Wyhlen zwei Grundschulen. Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Bärenfelsschule zur Werkrealschule ausgebaut worden. Die Hebelschule in Wyhlen (Grundschule), wurde 2012 aufgelöst und ging in der Lindenschule auf. Sie war eine der ersten Grundschulen die in Baden-Württemberg in Lerngruppen klassenübergreifend unterrichtet hat.

Für die Kleinsten gibt es zwei kommunale, zwei evangelische, zwei katholische und einen privaten Kindergarten.

Im Schulzentrum Wyhlen ist auch eine Außenstelle der Musikschule Rheinfelden (Baden) untergebracht.

Medien[Bearbeiten]

In Grenzach-Wyhlen befand sich bis Anfang 2007 eine Sendeanlage des SWR. Sie verwendete als Antennenträger einen 111 Meter hohen, abgespannten Stahlfachwerkmast. Obwohl der Sendemast in Grenzach-Wyhlen höher als die üblicherweise bei Fernsehumsetzern verwendeten Antennenträger war, besaß die Anlage nur eine untergeordnete Bedeutung, da es nur das erste Fernsehprogramm auf Kanal 25 mit 35 Watt ERP Verwendung fand. Früher wurden auch noch die ersten drei Hörfunkprogramme mit 50 Watt ERP abgestrahlt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Wyhlen
Grenzach-Wyhlen

Mit Grenzach-Wyhlen verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Der Dramatiker Rolf Hochhuth lebte jahrelang abwechselnd in Grenzach-Wyhlen und Berlin.
  • Die ehemalige Fußballerin Alexandra Stegmann, FIFA-U-19-Weltmeisterschafts-Dritte, wuchs in Grenzach-Wyhlen auf.
  • Der deutsch-schweizerische Ruderer Simon Niepmann (* 1985) wuchs in Grenzach auf und lebt noch immer dort.
  • Der österreichische Schauspieler Klaus Maria Brandauer lebte als Jugendlicher in Grenzach, wo sein deutscher Vater Zollbeamter war.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Lörrach (Hrsg.): Der Landkreis Lörrach, Band I (Aitern bis Inzlingen), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-1353-1, S. 802–853.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grenzach-Wyhlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerstatistik (Quelle GIS) bekannt gegeben am 23. September 2014 in einer öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 840–843
  4. Die Highlights – Michael Kost in Grenzach-Wyhlen – SWR Fernsehen :: Landesschau Baden-Württemberg. Abgerufen am 14. Februar 2014.
  5. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2014/Gem.asp?336105
  6. http://www.badische-zeitung.de/grenzach-wyhlen/ergebnis-der-kommunalwahl-2014-in-grenzach-wyhlen--85167084.html
  7. Harald Huber: Wappenbuch Landkreis Lörrach, ISBN 3-87799-046-0, Seite 55.