Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko

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Die Grenze zwischen Mexiko und den USA mit ihren zwanzig Übergängen verläuft entlang vier amerikanischer und sechs mexikanischer Bundesstaaten.
Grenzsicherung zwischen San Diego (links) und Tijuana (rechts)
Spezial-Grenzzaun für Wüstengebiete, der in der Höhe an sich verändernde Dünen angepasst werden kann. In den Algodones-Dünen, Kalifornien

Die internationale Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko verläuft zwischen San Diego (Kalifornien) und Tijuana (Baja California) im Westen sowie zwischen Matamoros (Tamaulipas) und Brownsville (Texas) im Osten. Dabei durchläuft sie eine Vielzahl an Landschaften, die zwischen Großstädten und unwirtlicher Wüste kontrastieren. Östlich von El Paso (Texas) und Ciudad Juárez (Chihuahua) folgt die Grenze dem Verlauf des Rio Grande bis zum Golf von Mexiko. Westlich dieser Grenzsektion, die in einem binationalen Ballungsgebiet liegt, verläuft die Grenze quer durch die Sonora- und die Chihuahua-Wüsten, das Coloradodelta und den nördlichsten Punkt der niederkalifornischen Halbinsel bis zum Pazifischen Ozean.

Länge[Bearbeiten]

Nach Angaben der International Boundary and Water Commission ist die Grenze insgesamt 3.144 Kilometer (1.954 Meilen) lang.[1] Auf das Gebiet des US-Bundesstaates Kalifornien entfallen 141 Meilen (227 Kilometer) der Grenze zu Mexiko. Ein 14 Meilen (22,5 Kilometer) langer Teil der Grenze zwischen dem Otay Mesa Border Crossing in San Diego (Kalifornien) und dem Pazifischen Ozean wird umgangssprachlich und meistens eher abfällig auch als „Tortilla Wall“ (Tortilla-Mauer) bezeichnet.

Überquerungen[Bearbeiten]

Es ist eine der weltweit am häufigsten überquerten Grenzen. Im Jahr 2006 wurden knapp 250 Millionen legale Überquerungen gezählt.[2] Die Zahl der illegalen Einwanderer aus den Ländern Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Ecuador wird auf jährlich 350.000 geschätzt.[3] Illegale Einwanderung in die USA und Waffenschmuggel nach Mexiko sind ständige Themen in den Grenzgebieten, weswegen die Grenze der Vereinigten Staaten zu Mexiko trotz ihrer geringeren Länge wesentlich stärker bewacht wird als die der USA zu Kanada. Der bestehende Grenzzaun wird aufgrund des Sicherheitszaungesetzes von 2006[4] des Kongresses der Vereinigten Staaten auf eine Länge von 1.125 Kilometer erweitert. Bis zum Ende der Bauarbeiten und der Verdopplung der Einsatzstärke der United States Border Patrol (Grenzschutz) übernimmt die Nationalgarde im Rahmen der Operation Jump Start die Sicherung der Grenze mit ungefähr 6.000 Mann.

Kritik[Bearbeiten]

Der mexikanische Präsident Felipe Calderón verglich den Ausbau der Grenzanlagen mit der Berliner Mauer und auch Amnesty International kritisierte den Bau.[5] Die Zahl der Menschen, die beim Versuch die Grenze illegal zu überschreiten sterben, wird auf 250[6] bis 500[7] jährlich geschätzt. Im Jahr 2010 starben alleine 253 Menschen, die versuchten die Sonora-Wüste im südlichen Arizona zu durchqueren. Organisationen wie No more Deaths versuchen humanitäre Hilfe zu leisten.[8]

Tödliche Schüsse der United States Border Patrol[Bearbeiten]

Einige Medien kritisieren, dass durch den schnellen Ausbau der United States Border Patrol weder Mannschaften noch leitende Beamte sorgfältig ausgewählt und ausgebildet worden seien. In den Jahren 2007 bis 2012 hätten trotz entgegenstehender Einsatzrichtlininen Beamte in mindestens zehn Fällen über die Grenze nach Mexiko geschossen und dabei in sechs Fällen unbeteiligte mexikanische Bürger tödlich getroffen. Die verantwortlichen Beamten seien allerdings in keinem der Fälle strafrechtlich verurteilt worden.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website der Organisation International Boundary and Water Commission
  2. Webarchiv vom 09. Dezember 2009 der eingelagerten Webseite: Quelle: US Embassy Mexico
  3. SZ Magazin Grenzwertig!, Interview mit Matt Nager, 22. Mai 2012
  4. en:Secure Fence Act of 2006
  5. tagesschau.de, Geplanter Grenzzaun zwischen USA und Mexiko - „Sperranlage ist ein Fehler wie die Berliner Mauer”, 27. Okt. 2007 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  6. 1994 bis 2002 2000 Tote:taz.de, „Die Toten sieht man nicht”, 14. Okt. 2000
  7. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.3sat.de3sat.de, Nachbar USA, 21. Sep. 2007
  8. No more Deaths Projektübersicht und A culture of cruelty, abgerufen 23. Mai 2012
  9. John Carlos Frey: Over the Line, Washington Monthly, Mai/Juni 2013 (Englisch)