Greta Keller

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Greta Keller (* 8. Februar 1903 in Wien; † 4. November 1977 in Wien; eigentlich Margaretha Keller) war eine internationale Chansonsängerin österreichischer Herkunft.

Leben [Bearbeiten]

Greta Keller war die Tochter von Karl und Magdalena Keller, geb. Zausner. Früh erhielt sie Tanz- und Schauspielunterricht. Karriere machte sie jedoch in erster Linie als Rundfunk- und Schallplattenstar.

1928 heiratete Greta Keller Joe Sargent und zog mit ihm nach Kalifornien, wo sie ein Haus am Rande Hollywoods bewohnten. Sie gastierte jedoch weiterhin in Europa. Sie sang in Paris und London und ging 1929 bei der Ultraphon unter Vertrag. Bald interessierte sich auch die BBC für sie, und 1932 trat sie zum ersten Mal in New York auf. Nach ihrer Scheidung von Sargent 1933 ging sie auf eine ausgedehnte Tournee durch Skandinavien. Einem Engagement im Wiener Ronacher folgte eines in der Scala in Berlin, wo Greta Keller auch mit Peter Igelhoff zusammenarbeitete. Von 1936 bis 1937 bestritt sie mit Peter Kreuder eine Deutschland-Tournee.

Gedenktafel für Greta Keller am Haus ihres letzten Wohnsitzes in der Wiener Singerstraße

In zweiter Ehe heiratete Keller den US-amerikanischen Schauspieler David Bacon, der 1943 ermordet wurde. Der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt. Sie war zu dieser Zeit Schwanger von ihm und ihre Schwangerschaft war bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Sie brach bei der Nachricht seiner Ermordung zusammen, und verlor dadurch später das Kind. Während des Zweiten Weltkriegs nahm sie sich einen Wohnsitz in New York. Erst nach 1945 lebte sie auch wieder in Europa. Im St. Moritzer Palace-Hotel eröffnete sie den Nachtclub „Chez Greta“, in dem sie auch jahrelang erfolgreich konzertierte. Und zu Beginn der 1960er-Jahre brachten ihr, der New Yorker Club, „The Waldorf Keller“ im Waldorf-Astoria, den lang ersehnten Ruhm sowie prominente Gäste und Besucher ein. Wie zum Beispiel den New Yorker Bürgermeister John Lindsay, Kurt Waldheim oder Willy Brandt.

Noch bis kurz vor ihrem Tod gastierte Greta Keller auf Bühnen in Europa und Amerika. Seit 1973 arbeitete und reiste Greta Keller zusammen mit ihrem Lebensgefährten Wolfgang Nebmaier. Dieser produzierte auch ihre letzte Schallplatte für Preiser Records und sorgte schließlich dafür, dass der gesamte Nachlass Greta Kellers dem Deutschen Kabarett Archiv in Mainz übergeben wurde. Nebmaier lebt heute in Southern Oregon.

Als eine der ersten Künstlerinnen schöpfte Greta Keller die erweiterten Möglichkeiten des Mikrofons für die künstlerische Gestaltung von Chansons aus. Ihre dunkel timbrierte Stimme schuf Intimität und war feinster Nuancen zwischen Leidenschaft, Wehmut und Ironie fähig. Greta Keller hat viele hundert Lieder, Schlager und Chansons in zahlreichen Sprachen auf Schallplatte eingesungen. Viele ihrer Aufnahmen wurden auf CD wiederveröffentlicht.

Das ihr ehrenhalber gewidmete Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 53). Seit 2007 ist mit der Greta-Keller-Gasse in Wien Liesing (23. Bezirk) eine Straße nach ihr benannt.

Im Film Cabaret von 1972 ist Greta Kellers Stimme (aus dem Off) mit dem Lied „Heirat“ zu hören. Im Wiener Volkstheater spielt und singt Andrea Eckert seit September 2012 im Stück Bon Voyage das Leben der Diseuse Greta Keller in einer One-Woman-Show, die von André Heller gestaltet wurde.

Diskografie (Auswahl) [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]