Gribow

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gribow (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gribow führt kein Wappen
Gribow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gribow hervorgehoben
53.94828813.48993219Koordinaten: 53° 57′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Züssow
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 8,17 km²
Einwohner: 171 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17506
Vorwahl: 038355
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 040
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfstraße 6
17495 Züssow
Webpräsenz: amt-zuessow.de
Bürgermeister: Jörg-Hagen Tambach
Lage der Gemeinde Gribow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Gribow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Züssow mit Sitz in Züssow verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Gribow liegt etwa 18 Kilometer südwestlich von Wolgast und 6 Kilometer östlich von Gützkow. Von 1897 bis 1945 durchschnitt die Greifswald-Jarmener Kleinbahn (GJK) mit der Linie von Dargezin und Züssow den Ort. Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 111. Die Bundesautobahn 20 ist über die Anschlussstelle Gützkow in 9 Kilometern erreichbar.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Gloedenhof
  • Gribow

Geschichte[Bearbeiten]

Gutshaus Gribow

Gribow[Bearbeiten]

Gribow wurde 1320 erstmals urkundlich genannt, es war eine slawische Gründung, der Name bedeutet grip = Pilz.

1514 erhielt Claus von Horn das Gut Gribow als Lehn. Er hatte seinen Hauptsitz aber in Ranzin, auch Schlatkow und Züssow waren neben Gribow Pertinenzen zu Ranzin. Er ließ 1514 das alte Fachwerk-Gutshaus in Gribow erbauen. Durch Erbteilung kam das Gut dann an Moritz und Henning von Horn, die aber erbenlos starben und mit ihnen endete diese Linie der Horn.

Das Gut kam 1625 an die Familie Buddezow (Bützow) mit den Bestandteilen Gribow, Züssow und Balitz (später Glödenhof). Gribow wurde ihr Stammsitz. Durch hohe Verschuldung nach dem dreißigjährigen Krieg ging die Familie in Konkurs, das Gut kam 1689 an Felix Heinrich von Gloeden, der die Gläubiger auszahlte. Er hatte bereits 1669 einige Höfe in Gribow und Balitz erworben.

Die Familie von Gloeden mehrte den Besitz, indem verpfändete Einzelhöfe in Gribow und Balitz aufgekauft wurden. Der Ortsname Balitz wurde in den Namen Glödenhof gewandelt. 1863 verkaufte Carl Gustav von Gloeden das Gut an seinen Neffen Theodor Bernhard Bunge. Da das Gut noch verpachtet war, bezogen die Familie erst 1867 das Herrenhaus. Jetzt begann Bunge mit dem Aufbau der Wirtschaftsgebäude. Erwähnenswert ist die große noch gut erhaltene Fachwerkscheune südlich des Gutshauses. Östlich des Ortes lag vor 1835 laut Preuß. Urmeßtischblatt eine Wassermühle am Swinow-Bach, die aber schon vor 1880 verschwand. Heute zeugt davon nur noch der Mühlteich. Die Wirtschaftsgebäude waren in der Regel Kombinationen aus Feld- und Backsteinen. Zwei größere Landarbeiter-Wohnhäuser ergänzten das Gut.

1865 hatte Gribow 119 Einwohner, 1 Schule, 10 Wohnhäuser und 16 Wirtschaftsgebäude.

1875 übergab Theodor Bunge das Gut an seinen Sohn Axel Bunge, der wirtschaftlich sehr erfolgreich arbeitete und vorher bereits für seinen Vater wirtschaftete. 1886 ließ er die heute noch stehende Schmiede bauen und nachdem Wirtschaftshaus, Hühnerstall und wenig später auch das 300 Jahre alte Herrenhaus abgebrannt waren, ließ er 1888 das neue Gutshaus erbauen. Die Klinkerbauweise war eigentlich für dieses Gebiet unüblich. Weitere Wirtschaftsbauten folgten. Er war Mitbegründer der Züssower Molkerei 1890 und förderte 1897 den Bau der Kleinbahn. 1921 starb Axel Bunge, für ihn wurde für seine erfolgreiche 50-jährige Arbeit in Gribow ein Gedenkstein im Park aufgerichtet.

Seit 1897 verlief die Strecke der Greifswald-Jarmener Kleinbahn (GJK) mit ihrem Abzweig Dargezin - Züssow durch Gut und Ort Gribow. 1945 wurde die Strecke demontiert und als Reparation an die Sowjetunion geliefert. Heute wird der Rest des Bahndammes von Gribow nach Züssow über Ranzin als Rad- und Wanderweg genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Enteignung der Besitzerfamilie Bunge wurde das Gutshaus seit 1951 als Schule, ab 1980 als Lehrlingswohnheim genutzt.

Nach der Bodenreform von 1945 wurde das Gutsareal unter 44 Neubauern aufgeteilt. Nach der Gründung der eigenen LPG 1955 ging dann diese 1973 in der KAP Ranzin auf. Die Wiecker Landwirtschafts GmbH (privatisierte LPG (P) Gützkow) richtete dann mit der ausgegliederten Boddenland GmbH in den modernisierten Anlagen eine Tierproduktionsabteilung, besonders die Puten- und Rindermast, ein.

Seit 1992 steht das Gutshaus unter Denkmalschutz. Durch die zentrale Lage im Ort ist das Gebäude ortsbildprägend.

Nach dem Leerstand seit 1994 begannen 2002 Sanierungsarbeiten. Im Jahr 2009 wurde im zweiten Bauabschnitt die erste Dachhälfte saniert und neu gedeckt. Der dritte Bauabschnitt sah vor, dass die andere Dachhälfte saniert werden sollte. Heute unterhält der Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern Arbeits- und Verwaltungsräume, ein Café, einen Pferdehof, eine Schaumanufaktur und eine Jagd- und Naturausstellung im Gebäude bzw. in den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden des ehemaligen Gutes.[2][3]

Glödenhof[Bearbeiten]

Glödenhof wurde schon 1185 und später als Bubalitz auch Balitz urkundlich genannt. Es war eine slawische Gründung und bedeutete Bohne oder Bauer ohne Land.

Vom 13. Jahrhundert an war eine Familie von Butzow (auch viele andere Schreibungen) bis 1698 im Besitz von Bubalitz/Balitz. Dann erfolgte wegen der Insolvenz die Übergabe an Familie Gloeden.

1814 wurde auf Antrag von Hans Felix Conrad von Gloeden der Ort mit Genehmigung der Regierung in Gloedenhof umbenannt. 1863 übernahm dann Abraham Friedrich Bunge das Gut, er hatte eine von Gloeden zur Frau.

Glödenhof hatte 1865 70 Einwohner, 6 Wohnhäuser und 6 Wirtschaftsgebäude.

Die Bunge´s hatten dann bis 1945 die beiden Güter Gloedenhof und Gribow in Besitz.

Nach 1945 hatte Glödenhof die gleiche Entwicklung wie Gribow, ist aber seit den 1960er Jahren nur noch eine Wohnsiedlung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Gribow

  • Gutsanlage Gribow, besonders auch mit den Innenräumen des Gutshauses
  • Landarbeiterhäuser und alte Dorfschule in Gribow
  • Schmiede und Stellmacherei Gribow
  • Gutspark mit Grabstätte der Familien Bunge und Gloeden, Denkmalhügel, Parkmauer und Pavillon
  • Eiche am Straßenabzweig nach Glödenhof

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen , IV. Teils Band II, Anklam 1868, S. 512 ff., Google bücher.
  • Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern e. V.: „Die historische Entwicklung des Rittergutes Gribow“, Selbstverlag, Gribow, 2002

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Gribow auf der Amtswebsite
  3. Gut Gribow, Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern e. V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gribow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien