Griechische Staatsschuldenkrise ab 2010

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Euroscheine und griechische Euromünzen
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Die griechische Staatsschuldenkrise ist eine Haushalts- und Staatsschuldenkrise der Republik Griechenland, die spätestens ab 2010 auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Sie hatte sich zwar bereits in den Jahren zuvor entwickelt, war aber bis 2009 von verschiedenen griechischen Regierungen mit falschen Darstellungen und Meldungen über Wirtschaftsdaten verschleiert worden.[1] Die Auswirkungen betreffen außer Griechenland auch die Eurozone der Europäischen Union (siehe Eurokrise).

Der Staatshaushalt Griechenlands weist strukturell ein krisenhaft hohes jährliches Defizit (Nettoneuverschuldung) auf. Der Staat gibt also mittel- oder langfristig deutlich mehr aus als er einnimmt. Das Haushaltsdefizit überschreitet seit vielen Jahren deutlich den in den EU-Konvergenzkriterien vereinbarten Grenzwert von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).[2]

Der Schuldenstand lag schon 2001 beim Beitritt zur Eurozone mit einem Wert von 103,7 % über dem in den EU-Konvergenzkriterien vereinbarten Grenzwert von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und stieg von 100,0 Prozent im Jahr 2005 jedes Jahr weiter an.[3]

Im April 2010 verdichteten sich die Anzeichen, dass es der Regierung nicht gelingen würde, fällige Kredite zurückzuzahlen. Um einen Staatsbankrott zu vermeiden, beantragte Griechenland am 23. April 2010 offiziell EU-Hilfe und sagte im Gegenzug Spar- und Konsolidierungsbemühungen zu.

Griechenland befindet sich seit dem Jahr 2008 in einer Rezession und hat bis Ende 2012 ungefähr 19,5 % seiner Wirtschaftskraft (realer BIP) verloren.[4]:5

Zur Reduzierung der Schuldenquote erließen die Gläubiger im März 2012 Griechenland im Rahmen eines Schuldenschnitts einen Teil der Schulden (siehe „zweites“ Hilfspaket).

Ende 2012 hatte Griechenland laut Eurostat einen Schuldenstand in Höhe von 156,9 % des BIP. Italien, Portugal, Irland und Deutschland wiesen folgende Werte auf: 127,0 %, 123,6 %, 117,6 % und 81,9 % des BIP. Am Ende des Vorjahres 2011 hatte Griechenland einen Schuldenstand in Höhe von 170,3 % des BIP (2. Platz Italien 120,8 %, 3. Platz Portugal 108,3 %, 4. Platz Irland 106,4 % und 9. Platz Deutschland 80,4 %). In absoluten Zahlen ausgedrückt, wuchs der Schuldenstand von 299,68 Mrd. Euro (2009) über 329,51 Mrd. Euro (2010) auf 355,65 Mrd. Euro (2011) an. 2012 sank der Schuldenstand auf 303,91 Mrd. Euro. Ein Schuldenerlass aus dem März 2012 in Höhe von 107 Mrd. Euro im Rahmen des „zweiten“ Hilfspakets trug zur Senkung des Schuldenstandes bei.[5]:5 [6]:5

2012 betrug die Nettoneuverschuldung des Staates -19,3 Mrd. Euro (entspricht -10,0 % des BIP). Im Vorjahr 2011 betrug die sie -19,8 Mrd. Euro (entspricht -9,5 % des BIP); 2010 waren es -23,7 Mrd. Euro (-10,7 %); 2009 -36,1 Mrd. (-15,6 %) und 2008 -22,9 Mrd. Euro (-9,8 %).[5]:5 [6]:5

Bonitätsbewertung Griechenlands langfristiger Verbindlichkeiten (Auszug)
Datum Fitch S&P Moody’s Quelle
08. Dez. 2009 BBB+ [7]
16. Dez. 2009 BBB+ [8]
22. Dez. 2009 A2 [9]
27. Apr. 2010 BBB− BB+/B A3 [10]
14. Juni 2010 Ba1 [11]
07. Mär. 2011 B1 [12]
30. Mär. 2011 BB− [13]
09. Mai  2011 B [14]
20. Mai  2011 B+ [15]
01. Juni 2011 Caa1 [16]
14. Juni 2011 CCC [17]
13. Juli 2011 CCC [18]
25. Juli 2011 Ca [19]
27. Juli 2011 CC [20]
22. Feb. 2012 C [21]
27. Feb. 2012 SD [22]
03. Mär. 2012 C [23]
09. Mär. 2012 RD [24][25]
13. Mär. 2012 B- [26]
02. Mai  2012 CCC [27]
17. Mai  2012 CCC [28]
06. Dez. 2012 SD [29]
18. Dez. 2012 B- [30]
14. Mai  2013 B- [31]
29. Nov. 2013 Caa3 [32]

Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Verlauf[Bearbeiten]

Bis zum Regierungswechsel 2009[Bearbeiten]

Finanzierungssaldo des Staates in % des Bruttoinlandsprodukts, nach Ameco-Daten
Differenz der Zinssätze ab 1998 zu deutschem Zinssatz nach Eurostat
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Staatsverschuldung in Mrd. Euro und im Verhältnis zum BIP. Eigene Berechnungen nach Ameco-Datenbank.

Griechenland trat der Eurozone am 1. Januar 2001 bei. Eurostat stellte 2004 in einem Bericht fest, dass die von Griechenland übermittelten statistischen Daten nicht stimmen könnten. Zurückgeführt wurde dies darauf, dass das Statistische Amt Griechenlands (ESYE) die ihm vorliegenden Daten falsch ausgewertet habe, und die Behörden und Ministerien dem Amt verfälschte Daten geliefert hätten. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte Eurostat im November 2004 einen Bericht über die Revision der griechischen Defizit- und Schuldenstandszahlen, demzufolge in den Jahren vor 2004 in elf Einzelfällen falsche Zahlen gemeldet wurden.[1][33]

Nach einem Bericht der New York Times vom 13. Februar 2010 hatten US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern. Neu aufgenommene Kredite waren als Währungsgeschäfte verbucht worden. Im Gegenzug waren künftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus Flughafengebühren und Lotteriegewinnen, abgetreten worden.[34]

Vom Regierungswechsel bis zum Ausbruch der Krise[Bearbeiten]

Bei den Parlamentswahlen am 4. Oktober 2009 gewann die sozialdemokratische Partei PASOK mit einem Stimmenanteil von 43,9 Prozent die absolute Mehrheit der Parlamentssitze. Zwei Tage später wurde Giorgos Papandreou als neuer Ministerpräsident vereidigt.[35] Die den Wählern zuvor durch die PASOK versprochene Ausgabenerhöhungen im Sozialbereich konnten nicht finanziert werden. Bereits am 20. Oktober 2009 erklärte der neue Finanzminister Giorgos Papakonstantinou, dass das Haushaltsdefizit 2009 nicht – wie von der Vorgängerregierung angegeben – rund 6 Prozent des BIP betrage, sondern bei voraussichtlich 12 bis 13 Prozent liege und damit die vereinbarte Schuldengrenze der EU-Konvergenzkriterien um ein Vielfaches übersteige.[36][37] Die Zusage der griechischen Regierung vom April 2009 im Rahmen eines laufenden Defizitstrafverfahrens, ihr Staatsdefizit 2009 auf 3,7 % (des BIP) zurückzuführen, konnte daher nicht eingelöst werden.

Die Regierung in Athen erhielt die Auflage, alle zwei bis drei Monate in Brüssel über ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten. Als ehrgeiziges Ziel wurde festgelegt, dass Griechenland die Netto-Neuverschuldung bis 2012 unter die im Stabilitäts- und Wachstumspakt vorgesehene Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken solle.[38]

Auf einem EU-Sondergipfel am 11. Februar 2010 in Brüssel wurde der griechische Ministerpräsident Papandreou zu einer drastischen Sparpolitik aufgefordert, um den Staatsbankrott abzuwenden.[39] Die Erwartung der Gipfelteilnehmer, dass Solidaritätsbekundungen mit Griechenland zur Beruhigung der Finanzmärkte ausreichen würden, erfüllte sich nicht. Nach langen Kontroversen um die Ausgestaltung der Hilfsmaßnahmen einigten sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten Ende März 2010 darauf, Griechenland finanziell zu unterstützen.[40]

Drohende Zahlungsunfähigkeit und Hilferuf an IWF und EU[Bearbeiten]

Nachdem die Risikoaufschläge für langfristige griechische Staatsanleihen neue Rekordwerte erreichten, beantragte die griechische Regierung am 23. April 2010 offiziell Finanzhilfe. EU, EZB und IWF einigten sich am 1./2. Mai 2010 mit der griechischen Regierung auf ein finanzielles Hilfsprogramm (Kreditbürgschaften) im Umfang von insgesamt 110 Milliarden Euro unter der Auflage, dass Griechenland ein rigoroses Austeritätsprogramm umsetzt. An den 80 Milliarden der Eurozone betrug der deutsche Anteil 28 Prozent, also ca. 22,4 Milliarden Euro in drei Jahren.[41]

Um Banken zu stützen, die griechische Staatsanleihen halten, akzeptiert die Europäische Zentralbank seit dem 3. Mai 2010 griechische Staatsanleihen in vollem Nennwert als Kreditsicherheit, obwohl deren Bonität von den Rating-Agenturen als niedrig eingestuft wird.[42]

Die für Griechenland beschlossenen Hilfen reichten jedoch nicht aus, um die Märkte dauerhaft zu beruhigen. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen stiegen weiter.[43] Angesichts dieser Entwicklungen einigten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen (7. bis 10. Mai 2010) auf die Einrichtung der Europäischem Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), der im Bedarfsfall die drohende Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedstaates der Eurozone verhindern soll.

Die Wirtschaftslage verschlechterte sich in der Folge; Insolvenzen im privaten Bereich und die Arbeitslosenzahl (Quotenanstieg von 8,5 auf 12 Prozent) nahmen zu. Die Investitionen, das BIP und somit auch die darauf basierenden Steuereinnahmen gingen zurück.[44][45] Die am Finanzmarkt ermittelten Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen stiegen wieder an und erreichten im September 2010 fast wieder das Niveau des Höhepunktes der Krise im Mai.[46]

In Griechenland schrumpfte 2010 die Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent (Rezession).[47] Um dem entgegenzuwirken, bat die griechische Regierung die Europäische Kommission darum, bestimmte Fördermittel für Griechenland aus den EU-Strukturfonds vereinfacht freizugeben. Diese Fördermittel in Höhe von 15,3 Milliarden Euro konnten von Griechenland zuvor nicht abgerufen werden, da das Land infolge der Sparmaßnahmen den dafür notwendigen Eigenanteil nicht aufbringen kann.[47]

In der ersten Jahreshälfte 2011 mehrten sich in Griechenland die Proteste gegen die beschlossenen Sparmaßnahmen. Die damals größte Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) sowie mehrere kleinere weitere Oppositionsparteien wandten sich gegen die Verkleinerung des Staatsdienstes und angekündigte Privatisierungen von Staatsbetrieben.[48] Bereits im November 2010 führte dies zu einer Abspaltung von der ND, bei der reformbereite Parteimitglieder die neue Partei Dimokratiki Symmachia gründeten. Auch innerhalb der Regierungsfraktion der PASOK kam es zu Konflikten über den Sparkurs, den einige Abgeordnete nicht weiter mittragen wollten. Am 27. Mai lehnte das griechische Parlament in einer Abstimmung einen Regierungsvorschlag über weitere Sparmaßnahmen ab.[48] Die EU forderte daraufhin einen überparteilichen Konsens des griechischen Parlaments zum Schuldenabbau und machte weitere Hilfen davon abhängig, dass das griechische Parlament ein neues Sparpaket beschließe. Auch die Europäische Volkspartei erhöhte den Druck auf ihre Mitgliedspartei ND.[49]

Ende Juni 2011 bildete der griechische Ministerpräsident Papandreou sein Kabinett um und ernannte unter anderem den bisherigen Verteidigungsminister Evangelos Venizelos zum Minister für Wirtschaft und Finanzen.[50] Am 29. Juni stimmte das griechische Parlament gegen die Stimmen der meisten ND-Abgeordneten einem neuen Sparpaket zu, das die Mitgliedstaaten im Europäischen Rat als Voraussetzung für weitere Hilfsmaßnahmen benannt hatten.[51]

Auf einem Sondergipfel am 21. Juli 2011 einigten sich die 17 Euroländer auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland. An direkten Krediten wurden 109 Milliarden Euro vom EFSF und dem IWF bis zum Jahr 2014 zugesagt.[52] Private Banken und Versicherungen beteiligen sich mit weiteren 37 Milliarden Euro an der Griechenland-Hilfe.[53]

Im ersten Halbjahr 2011 betrug die griechische Neuverschuldung knapp 14,7 Milliarden Euro – geplant für das ganze Jahr 2011 waren rund 16,7 Milliarden Euro. Griechenland hatte zu dieser Zeit Schulden in Höhe von mehr als 350 Milliarden Euro.[54] Ende 2010 betrugen die griechischen Staatsschulden 142,8 Prozent des BIP; Ende 2011 werden sie nach EU-Schätzungen etwa 157,7 Prozent des BIP betragen.[55]

Parlamentswahlen Mai 2012[Bearbeiten]

Am 6. Mai 2012 fanden in Griechenland vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die beiden großen Volksparteien Nea Dimokratia (ND) und die sozialdemokratische Panellinio Sosialistiko Kinima (PASOK) mussten starke Stimmenverluste hinnehmen; beide hatten gemeinsam keine absolute Mehrheit bzw. Regierungsmehrheit im Parlament. Erstmals zog die neonazistische und rassistische Chrysi Avgi ins Parlament ein, ebenso die rechtspopulistischen Anexartiti Ellines und die linke Dimokratiki Aristera. Die radikale Linke SYRIZA wurde überraschend zweitstärkste Partei.[56][57] Tsipras' Versuch scheiterte;[58] danach bekam Evangelos Venizelos, Vorsitzender der PASOK und Finanzminister, den Auftrag.[59]

Ursachen[Bearbeiten]

Innergriechische Ursachen[Bearbeiten]

Als Ursachen der griechischen Finanzkrise, die sich maßgeblich auf das Verhalten von Regierungen und Institutionen oder auf Geschehnisse in Griechenland selbst zurückführen lassen, werden genannt:

Während des Beitritts zur Eurozone[Bearbeiten]

  • Griechenland gehörte zu jenen Staaten, welche die EU-Konvergenzkriterien „im Entscheidungsjahr“ 1999 mit 3,07 % Staatsdefizit des BIP und einer Schuldenquote von ungefähr 100 % nicht erfüllten; da bei einer Näherung an den Referenzwert bei „hinreichend rückläufiger" Entwicklung eine Teilnahme möglich war,[60] wurde es im Jahr 2001 in die Eurozone aufgenommen.[61][62] Das hatte für Griechenland erhebliche Folgen. Einerseits durch Festlegung eines hohen Wechselkurses, andererseits durch die Aufgabe einer nationalen Geldpolitik, mit der es die geringere Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft im Zweifelsfall hätte ausgleichen können.[63][64]
  • Entgegen dem Vertrag von Maastricht, nach dem ein Euro-Land auch nach der Einführung des Euros sowohl das jährliche Haushaltsdefizit als auch den Staatsschuldenstand in Richtung Grenzwert abbauen muss, gelang Griechenland die Reduzierung der überschrittenen Kriterien nicht. Da das Haushaltsdefizit des Landes jedes Jahr erneut schuldenfinanziert werden musste, stieg die Staatsverschuldung fast jedes Jahr weiter an.[65]:107
Zinslastquoten ausgewählter Länder
  • Die Zinslastquote (staatlicher Zinsaufwand im Verhältnis zum BIP) ging zwar zurück, lag aber weiterhin über derjenigen anderer Euroländer. Da Griechenland weder Haushaltsdefizit noch Staatsverschuldung zurückführte, stieg der Zinsaufwand wieder an.[63][64]
Entwicklung der Staatsverschuldung mehrerer europäischer Staaten in % des BIP 2000−2011

Hohe Staatsausgaben[Bearbeiten]

  • Überdurchschnittlich expansive Haushalts- und Wirtschaftspolitik: Nach der Einführung des Euro zum 1. Januar 2002 wurde eine expansive Haushalts- und Wirtschaftspolitik betrieben, indem die Ausgaben weiter stiegen.[66]
  • Überdurchschnittliche Lohnerhöhungen: 2002 wurden die Löhne im privaten und öffentlichen Bereich um 12 bis 15 Prozent erhöht.[66]
  • Überdurchschnittlicher Konsum und unterdurchschnittliche Investitionen: Griechenland erhöhte seine Staatsschulden seit Einführung des Euro 2002 von 152 auf inzwischen zirka 330 Mrd. Euro (2010). Obwohl Griechenland damit in neun Jahren zusätzliche schuldenfinanzierte Ausgaben in Höhe von mehr als 170 Mrd. Euro getätigt hatte, die zur Überschuldung Griechenlands führten, gingen die Investitionen seit der Euro-Einführung mit Ausnahme des Jahres 2003 jedes Jahr gegenüber dem Wert vor dem Währungsbeitritt zurück.[66] Insbesondere vor dem Hintergrund der in Griechenland unterdurchschnittlich ausgebauten Infrastruktur mit hohem Investitionsbedarf hat sich Griechenland damit die Chance genommen, die Basis dafür zu legen, die Schulden aus eigener Kraft zurückzahlen zu können.
  • Intransparenz der Staatsausgaben: Ungenügende Kontrollmechanismen bei Auftragsvergaben des Staates ermöglichten Korruption. Große intransparente Projekte wurden initiiert und teilweise realisiert.
  • Überdimensionierter und ineffizienter Staatsapparat: Traditionell verschaffen die jeweils Regierenden den Mitgliedern ihrer Partei Arbeitsplätze in der Verwaltung, wodurch der Staatsapparat personell aufgebläht und nicht nach Kompetenz besetzt ist. Eine erstmals im Juli 2010 durchgeführte Zählung aller staatlichen Angestellten ergab die Zahl 768.009.[67] Somit waren 2010 rund 17,49% aller 4,389 Mio. Erwerbstätigen beim Staat angestellt (zu den Zahlen siehe Abschnitt Wirkung der Sparmaßnahmen). Der Wirtschaftsprofessor Panajiotis Petrakis ging im Jahr 2010 davon aus, dass bis zu 24 Prozent aller Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor beschäftigt waren. Die Hälfte davon hatte allerdings nur Zeitverträge ohne Beamtenstatus.[68] 2011 sprechen andere Quellen von etwa 1,1 Mio. Staatsbediensteten.[69] Das General Accounting Office (GOA) (zu deutsch etwa: Oberster Rechnungshof) schätzt für 2012 die Zahl der Angestellten auf 727.458.[70]:231 Das entsprach 2012 rund 19,33% aller 3,763 Mio. Erwerbstätigen. Die Staatsbediensteten genossen viele finanzielle Vorteile beispielsweise 14 Monatsgehälter.[71]
  • Phantomrentner: Ein häufig genanntes Beispiel für die Ineffizienz des griechischen Behördenapparates ist die Auszahlung von Renten über den Tod der Empfänger hinaus („Phantomrentner“). Im Herbst 2010 begannen die Behörden, solche zu suchen;[72] im November 2011 teilten sie mit, dass es bislang vermutlich fast 21.000 Phantomrentner gibt.[73] Die griechische Rentekasse stoppte Anfang 2012 die „Überweisungen an 63.500 angebliche Ruheständler“ und spart dadurch 450 Mio. Euro jährlich.[74]
  • Hohe Militärausgaben: Wegen der Spannungen mit der Türkei sind diese bezogen auf das BIP größer als die der anderen EU-Länder. Auch die Truppenstärke von fast 130.000 Soldaten ist überproportional hoch. Rüstungsgüter wurden insbesondere in den USA, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Russland gekauft.[75] Mehr Informationen finden sich im Abschnitt Reduzierung der Militärausgaben.

Geringe Staatseinnahmen[Bearbeiten]

  • Griechenland hatte in den Jahren vor der Krise einige Steuern gesenkt, was zu einer Verringerung der Staatseinnahmen führte. 2007 lagen die Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen in Griechenland bei 15,9 Prozent, in Deutschland bei 24,4 Prozent; den Höchstwert in der EU gibt es im Vereinigten Königreich mit 42,7 Prozent.[76][77]
  • Griechenland lässt eine überdurchschnittlich große Schattenwirtschaft von geschätzten 40 Prozent des BIP (Schätzung für Deutschland: 15 Prozent) zu und verliert damit jedes Jahr Steuereinnahmen zwischen (geschätzt) 12 und 30 Milliarden Euro. Obwohl alleine die Eindämmung der Steuerhinterziehung einen Haushaltsüberschuss erzeugen würde und damit die griechische Finanzkrise hätte verhindern können, wurden die steuerpflichtigen Bürger von den Finanzbehörden nicht intensiver kontrolliert.[78][79][80][81]

Im Dezember 2011 organisierte die griechische Denkfabrik Hellenic Foundation for European and Foreign Policy eine Konferenz zum Thema Steuerhinterziehung. Dort wurde der Schaden bzw. Einnahmeausfall durch Steuerhinterziehung auf 13 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Diomidis Spinellis sagte dort, bei der griechischen Steuerhinterziehung spiele das System „40 Prozent – 40 Prozent – 20 Prozent“ aus seiner Sicht eine entscheidende Rolle: 40 Prozent dürfe der Steuersünder behalten, 40 Prozent bekamen die korrupten Kontrolleure, der Staat bekomme 20 Prozent der Steuern, die für dieses Steuerdelikt eigentlich bezahlt werden sollten.[82]

EU-basierende Ursachen[Bearbeiten]

Als Ursachen der griechischen Finanzkrise, die sich vor allem auf das Verhalten von Regierungen und Institutionen oder auf Geschehnisse im Bereich der Mitgliedsstaaten der EU und der EU selbst zurückführen lassen, werden genannt:

  • Unzureichende Sanktionsmechanismen bei Vertragsverletzungen: Automatische Sanktionen gegen Haushaltssünder wurden in den 1990er Jahren diskutiert, aber nicht als Teil der Verträge verabschiedet. Kurzfristig dürfen EU-Länder den Haushaltssaldo und Schuldenstand übermäßig ausweiten, ohne Konsequenzen seitens der EU fürchten zu müssen. Als seit etwa 2003 die beiden wirtschaftlich größten Mitgliedsstaaten Deutschland und Frankreich die Maastricht-Kriterien verletzten, konnten sie durch den Einwand, dass eine baldige Rückkehr zu den Grenzwerten bevorstehe, oder durch ihre Stimmenmehrheit Sanktionen gegen sich abwenden. Langfristig können Mitgliedsstaaten darauf hoffen, dass sich später bei einer krisenhaften Entwicklung andere EU-Staaten an der Schuldenrückzahlung beteiligen. Das im Vertrag von Maastricht festgelegte Verbot der Haftungsübernahme für Schulden (No-Bailout-Klausel) ist damit ausgehöhlt.[83][84] Insgesamt wurde so das Risiko einer Finanzkrise in der Währungsunion durch unsolide Fiskalpolitik von Mitgliedsstaaten erhöht.
  • Unzureichende Durchsetzung der Verträge: Die EU-Behörden haben trotz frühzeitiger Kenntnis der wirtschaftlich kritischen Lage von Ländern wie Griechenland über Jahre hinweg weder in wirksamer Weise das Verfehlen der Kriterien thematisiert, noch Gegenmaßnahmen gefördert.[85]
  • Unzureichende Eingriffsmöglichkeiten in die Fiskal- und Haushaltspolitik der Euro-Länder: Bei vertragswidrigen Abweichungen von einer soliden Fiskalpolitik einzelner EU-Länder können die EU-Institutionen kaum direkt durch Maßnahmen eingreifen.

Weltweite Ursachen[Bearbeiten]

Als Ursachen der griechischen Finanzkrise, die sich im Schwerpunkt auf das Verhalten von Regierungen und Institutionen oder auf globale Geschehnisse zurückführen lassen, werden auch folgende Sachverhalte genannt:

  • Trotz hoher Staatsverschuldung erhielt der griechische Staat lange Zeit zu fast denselben Bedingungen Kredite wie EU-Staaten mit deutlich niedrigerer Staatsverschuldung. Die Finanzmärkte erzwangen so keinen Kurswechsel der griechischen Finanzpolitik. Demnach bestand entgegen den EU-Verträgen die Erwartung eines Bail-outs durch andere EU-Staaten. Mit Ausbruch der Finanzkrise ab 2007 erschienen diese Erwartungen unwahrscheinlich und in hochverschuldeten EU-Ländern wie Griechenland begannen die Risikoprämien auf staatliche Schuldpapiere zu steigen.[86][87]
  • Die im Zuge der weltweiten Finanzkrise ab 2007[88] ergriffenen Maßnahmen zur Bankenrettung werden als weitere Ursache der griechischen Finanzkrise gesehen. Nach Irland war Griechenland am stärksten von einem angeschlagenen Bankensektor betroffen. Um Banken vor einem möglichen Bankrott zu retten, wandelte Griechenland Kreditrisiken der Geldhäuser in staatliche Risiken um. Durch das gestiegene staatliche Ausfallrisiko wurde es für den griechischen Staat aufgrund höherer Risikoprämien teurer, auf den Finanzmärkten Kapital zu leihen.[89]

Sich gegenseitig verstärkende Ursachen[Bearbeiten]

Die regelmäßigen Haushaltsdefizite führten zu einer stetigen Erhöhung der Staatsverschuldung, diese wiederum zu immer ungünstigeren Kreditkonditionen, zu denen Gläubiger noch bereit waren, frisches Geld zu verleihen. Sowohl die zunehmende Staatsverschuldung (Tilgungslasten) als auch die steigenden Zinsen belasteten den griechischen Staatshaushalt. Als die Leistungsfähigkeit der griechischen Wirtschaft und die Staatsverschuldung durch die Rating-Agenturen immer schlechter bewertet wurden, beschleunigte sich die Entwicklung hin zu immer höheren Kapitalkosten.

Diskussion um deutsche Lohnstückkosten[Bearbeiten]

  • Bereits wenige Jahre nach Einführung des Euro wurden Stimmen laut, die darauf hinwiesen, dass ökonomische Probleme der südeuropäischen Staaten auch von der ökonomischen Entwicklung Deutschlands bedingt seien. Laut Heiner Flassbeck würde Deutschland dauerhaft die von der Zielinflationsrate vorgegebene Entwicklung der Lohnstückkosten unterschreiten, da das Verhältnis von Reallöhnen und Produktivität in Deutschland sinke, was sich in einer Veränderung der Terms of Trade mit Partnerländern niederschlage. Da innerhalb des Euroraums jedoch kein Ausgleich durch eine Veränderung der nominalen Wechselkurse mehr bestehe, würden diejenigen Mitgliedsländer der Währungsunion, die bereits über eingeschränkte Wettbewerbsfähigkeit verfügten und deren Lohnstückkosten sich entsprechend der Zielinflation nach oben entwickelten, in ein hohes Außenhandelsdefizit und somit langfristig in ein Haushaltsdefizit gedrängt. In diesem Zusammenhang wurde den niedrigen Lohnsteigerungen in Deutschland und in diesem Zusammenhang auch den Maßnahmen zur Arbeitsmarktflexibilisierung eine Ursache an den ökonomischen Problemen im Euroraum zugeschrieben.[90][91]
  • Der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso wies die Vorwürfe, Deutschland habe wegen seiner Exportstärke die ökonomischen Probleme der EU verursacht, zurück. Verantwortlich für die makroökonomischen Ungleichgewichte in der Eurozone seien vielmehr die Länder, die über ihre Verhältnisse gelebt und die Haushaltsregeln des Stabilitätspaktes nicht respektiert hätten.[92]
  • EU-Kommissar László Andor fordert Lohnsteigerungen in Deutschland. Er fordert eine Abkehr vom deutschen Modell, sich auf Export zu konzentrieren und die Löhne moderat zu halten, um international zu konkurrieren. „Die Kommission rät Deutschland, die heimische Nachfrage durch höhere Löhne anzuregen und auf breiter Basis Mindestlöhne einzuführen.“ [93]
  • Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft widerspricht der Darstellung, dass die Lohnstückkosten in Deutschland zu niedrig seien. Im internationalen Vergleich habe Deutschland mit die höchsten Lohnstückkosten und wichtige Mitbewerber wie die USA oder Japan produzierten sogar um ein Viertel günstiger.[94]
  • Georg Erber wies darauf hin, dass die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands aufgrund eines geringeren Lohnstückkostenanstiegs nicht zu einem überproportionalen Anstieg der Exporte Deutschlands in den Euro-Raum geführt hat. Stattdessen hätten Deutschlands Exporte gegenüber den Ländern außerhalb der Eurozone deutlich stärker zugenommen als innerhalb der Eurozone. Nicht die preisliche Wettbewerbsfähigkeit sondern die Spezialisierung der deutschen Wirtschaft auf Investitionsgüter und langlebige Konsumgüter (z. B. Automobile) sowie hohe Qualitätsstandards und Innovationsfähigkeit seien als Wettbewerbsfaktoren entscheidend.[95]

Maßnahmen zur Krisenbewältigung[Bearbeiten]

Maßnahmen der EU und des IWF[Bearbeiten]

Nachdem Griechenland offiziell im April 2010 EU-Hilfe beantragt hatte, wurden von der EU-Staaten und dem IWF zwei Hilfspakete beschlossen. Diese enthielten Hilfen in Form von Krediten, Beihilfen und einem Schuldenerlass.

Hilfspakete für Griechenland
(ursprüngliche Planungen sind kursiv)
Bezeichnung Zeitpunkt Umfang der Kredite
Erstes Hilfspaket April 2010 rund 107,3 Mrd. Euro
(davon wurden 73,0 Mrd. Euro ausgezahlt)
Zweites Hilfspaket
(geplant)
Juli 2011 109 Mrd. Euro
Zweites Hilfspaket
(ratifiziert)
Februar / März 2012 130 Mrd. Euro
(zusätzlich soll der EFSF die verbliebenen
rund 34,3 Mrd. Euro aus dem ersten Hilfspaket auszahlen)
Σ (ohne geplante Zahlungen) April 2010 bis ? 237,3 Mrd. Euro

Nach Angaben der EU-Kommission im April 2012 erhielt Griechenland während der Krise insgesamt vom Ausland Hilfen in Höhe von 380 Mrd. Euro in Form von Beihilfen, Krediten und Schuldenerlass durch private Gläubiger. Der Betrag entspräche 177 % des Bruttoinlandprodukts oder 33.600 Euro je Einwohner.[96]

Rechtliche Grundlage der EU- und IWF-Hilfen[Bearbeiten]

Die Nichtbeistands-Klausel der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU), des Art. 125 AEU-Vertrag schließt die automatische Haftung der Europäischen Union sowie der Mitgliedstaaten für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten aus. Die Nichtbeistandsklausel schließt jedoch, wenigstens nach aktueller Deutung, nicht die freiwillige Übernahme von Schulden durch andere Staaten (Bailout) aus.[97]

Der Internationale Währungsfonds IWF mit Sitz in Washington hat die Aufgabe die internationalen Finanzmärkte zu stabilisieren.[98]

Erstes Rettungspaket von EU und IWF – Mai 2010[Bearbeiten]

Nachdem Ratingagenturen die Kreditfähigkeit Griechenlands weiter herabgestuft und die Risikoaufschläge für langfristige griechische Staatsanleihen erste Rekordwerte erreicht hatten, beantragte die griechische Regierung am 23. April 2010 offiziell Finanzhilfe.

Die Europäische Union (EU), die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) einigten sich am 1./2. Mai 2010 mit der griechischen Regierung auf ein auf drei Jahre angelegtes finanzielles Hilfsprogramm (Kreditbürgschaften) im Umfang von insgesamt 110 Milliarden Euro. Der griechische Schuldenhaushalt sollte im Gegenzug binnen drei Jahren konsolidiert werden, sodass das Haushaltsdefizit bis 2014 auf unter 3 Prozent gesenkt werden sollte.[99]

Von den zugesagten 110 Milliarden übernahm der IWF 30 Milliarden, die Eurozone 80 Milliarden (als bilaterale Kreditzusagen). Maßgeblich für die Festlegung der Quoten der einzelnen Euro-Staaten an den 80 Milliarden der Eurozone war der jeweilige Kapitalanteil am Kapital der EZB, der wiederum alle fünf Jahre nach dem jeweiligen Anteil eines Landes an der Gesamtbevölkerung und Wirtschaftsleistung der EU festgelegt wird. Der deutsche Anteil an der Bürgschaft in Höhe von 80 Milliarden betrug 28 Prozent, also zirka 22,4 Milliarden Euro in drei Jahren.[41] Der Betrag von 80 Mrd. Euro wurde um 2,7 Mrd. Euro auf 77,3 Mrd. Euro reduziert, nachdem die Slowakei beschlossen hat nicht an der Darlehensfazilität für Griechenland (GLF) teilzunehmen. Irland und Portugal beteiligten sich ebenfalls nicht, da sie selbst Finanzhilfen beantragten oder bereits erhielten.

Im Jahr 2010 fielen davon für Deutschland 8,4 Milliarden Euro an, in den folgenden beiden Jahren sollten nochmals 14 Milliarden Euro folgen.[100][101][102][103]

Am 7. Mai 2010 stimmten der Deutsche Bundestag[102] sowie der Deutsche Bundesrat[104] der Griechenland-Hilfe zu und verabschiedeten das Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz.[105][106]

Die Auszahlung der Kredite an Griechenland ist im Zeitraum vom Mai 2010 bis zum Juni 2013 geplant. Die Überweisung der vierteljährlichen Tranchen ist an die Einhaltung der im Sanierungspaket verabredeten Maßnahmen geknüpft. Diese muss jeweils durch gemeinsame Berichte der sog. Troika, also der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission, bestätigt werden.[107]

Übersicht der Auszahlungen an Griechenland[70]:53 [108]
Zeitraum Euro-Gruppe
(Darlehensfazilität für
Griechenland, GLF)
IWF Insgesamt Anmerkungen Fälligkeit der Kredite Fällige Zinsen
18./12. Mai 2010 14,5 Mrd. Euro 5,5 Mrd. Euro 20,0 Mrd. Euro 1. Tranche des ersten Hilfspakets (überwiesen)[109]
13./14. September 2010 6,5 Mrd. Euro 2,5 Mrd. Euro 9,0 Mrd. Euro 2. Tranche (überwiesen)
19. Januar 2011/
21. Dezember 2010
6,5 Mrd. Euro 2,5 Mrd. Euro 9,0 Mrd. Euro 3. Tranche (überwiesen)
16. März 2011 10,9 Mrd. Euro 4,1 Mrd. Euro 15,0 Mrd. Euro 4. Tranche (überwiesen)
15./13. Juli 2011 8,7 Mrd. Euro 3,3 Mrd. Euro 12,0 Mrd. Euro 5. Tranche (überwiesen)
14./7. Dezember 2011 5,8 Mrd. Euro 2,2 Mrd. Euro 8,0 Mrd. Euro 6. Tranche (überwiesen)
Σ 52,9 Mrd. Euro 20,1 Mrd. Euro 73,0 Mrd. Euro

Bis dato sind 73,0 Mrd. Euro an Griechenland überwiesen worden. Die restlichen, rund 34,3 Mrd. Euro „sollen über den Euro-Rettungsschirm EFSF ausgezahlt werden, über den auch die Finanzierung des zweiten Griechenland-Hilfspakets laufen wird“.[110]

Siehe dazu auch den Abschnitt Finanzielle Folgen für die Gläubiger.

Zweites Rettungspaket von EU und IWF – Juli 2011 bis Februar / März 2012[Bearbeiten]

Nachdem sich das erste Rettungspaket als nicht ausreichend erwiesen hatte, wurde ein „zweites“ Rettungspaket für Griechenland auf einem EU-Gipfeltreffen der 17 Euroländer am 21. Juli 2011 beschlossen.[52] Das Hilfspaket hatte ein Volumen von insgesamt 109 Milliarden Euro und kann von der neu geschaffenen EFSF, einer Einrichtung der beteiligten Staaten, und dem Internationalen Währungsfonds bis zum Jahr 2014 ausgezahlt und zu dem niedrigen Zinssatz von 3,5 Prozent verliehen werden. Für die Rückzahlung sämtlicher vom Rettungsfonds zur Verfügung gestellten Mittel wurde Griechenland eine Laufzeitverlängerung von siebeneinhalb auf 15 Jahre gewährt.[111]

Erstmals wurde zudem eine Beteiligung des privaten Finanzsektors auf freiwilliger Basis vereinbart (freiwilliger Schuldenschnitt).[112][113] Der Nettobeitrag von Banken und Versicherungen zur Griechenland-Unterstützung soll bis 2014 zusätzliche 37 Milliarden Euro umfassen.[53] Weiterhin wurde auf dem EU-Gipfel ein Wiederaufbauplan für Griechenland angekündigt, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern.[111] Die EU-Kommission setzte eine „Task Force für Griechenland“ ein.[114]

Der Deutsche Bundestag hatte am 29. September 2011 einer Ausweitung der EFSF zugestimmt.[106]

EU-Gipfel am 26. Oktober 2011[Bearbeiten]

In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober entwarfen die Euroländer – nach einem vorbereitenden Treffen einige Tage zuvor und nach einer Abstimmung im Bundestag am 26. Oktober 2011[106] – einen Plan, durch den Griechenland langfristig – bis 2020 – wieder ohne Finanzhilfen aus dem Ausland auskommen soll. Grundlegendes Ziel dabei ist, den Schuldenstand des Landes von heute 160 Prozent auf 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu drücken. Die privaten Gläubiger verzichteten nach intensivem politischen Druck auf 50 Prozent bzw. 100 Milliarden Euro ihrer Forderungen an Athen (Schuldenschnitt).

Die Kreditgeber sollen ihre Staatsanleihen dazu im Januar in neue Anleihen umtauschen. Die dem Euro-Währungsgebiet angehörenden Mitgliedstaaten werden einen Beitrag von bis zu 30 Mrd. Euro zur Beteiligung des Privatsektors leisten.[115] Die ‚Schlagkraft der EFSF‘ soll durch einen ‚Hebel‘ auf eine Billion Euro erhöht werden.

Kritik wurde unter anderem am späten Schuldenschnitt geübt, der zuvor von der Politik ausgeschlossen wurde. Profiteur eines Schuldenschnitts im Oktober 2011 gegenüber einem früheren Schuldenschnitt (etwa bereits 2009) seien die privaten Banken, die ihre griechischen Staatsanleihen abstoßen konnten, die großteils von der EZB gekauft worden sind. Die Kosten trügen nun die Steuerzahler der Eurozone.[116]

Im Hinblick auf die Unsicherheit der innenpolitischen Entwicklung in Griechenland wurde die beschlossene Auszahlung zunächst ausgesetzt, nachdem Regierungschef Papandreou am 1. November 2011 eine Volksabstimmung über die Beschlüsse des Euro-Gipfels ankündigte; Papandreou ließ diesen Plan zwar nach zwei Tagen wieder fallen, musste danach aber die Bildung einer neuen Regierung ankündigen, um eine Vertrauensabstimmung zu überstehen. Als Ministerpräsident folgte ihm am 11. November 2011 Loukas Papadimos nach; er bildete eine Übergangsregierung.

Standpunkte der EU-Kommission vom Oktober gibt das 'Occasional Paper 87/2011' wieder.[117]

IWF-Bericht Dezember 2011[Bearbeiten]

Am 14. Dezember wurde der 'IMF Country Report No. 11/351' bekannt.[118] In dem umfangreichen Bericht schließt der IWF zusätzliche Finanzhilfen für die nähere Zukunft aus.

„Nach Gesprächen der Troika mit der griechischen Regierung sagte der Chef der IWF-Mission für Griechenland, Poul Thomsen, die IWF-Vertreter seien nicht nach Athen gereist, um über ein ‚neues Programm‘ zu diskutieren. Es gebe eine Unterstützungszusage aus dem Mai 2010 über 30 Milliarden Euro. Mehr sei derzeit nicht zu erwarten.[119]

Der IWF übt ähnliche Kritik wie die OECD in der Vorwoche. Die OECD hatte alle 14 Ministerien untersucht und kam in einer Studie zu dem Schluss, es gebe weder eine Vision über das Reformziel noch eine Kontrolle für die Umsetzung, kaum Kommunikation innerhalb der Behörden und ein kompliziertes administratives Beziehungsgeflecht ohne jegliche Koordination.[119] Der einzige Ausweg sei eine „Big-Bang-Reform“ im gesamten Regierungsapparat – also radikale Einschnitte.[120][121][122]

Ratifizierung des „Zweiten“ Hilfspaketes im Februar und März 2012[Bearbeiten]

Die Finanzminister der Eurozone einigten sich im Februar 2012 auf ein „zweites“[123] Hilfspakets für Griechenland, darunter Kreditzusagen in Höhe von 130 Mrd. Euro (ursprünglich 109 Mrd. Euro[124]). Im Gegenzug muss Griechenland mehr Kontrollen hinnehmen und einen Teil seiner Budgethoheit abgeben. Zu den Auflagen gehört auch ein Sperrkonto. Der Zinssatz für die Kredite aus dem ersten Hilfspaket wurde rückwirkend für die gesamte Laufzeit auf 150 Basispunkte über dem Euribor gesenkt. Der Deutsche Bundestag stimmte dem Hilfspaket am 27. Februar 2012 zu.[125]

Anfang März 2012 gab die griechische Regierung bekannt, sich mit 85,5 Prozent der Privatgläubiger auf einen freiwilligen Schuldenerlass in Höhe von über 100 Mrd. € geeinigt zu haben, wobei die anvisierte Zahl von 90 Prozent knapp verfehlt wurde. Da dieser nicht mit Zustimmung aller Anleihegläubiger erfolgte, stellte am 9. März 2012 die ISDA den Zahlungsausfall Griechenlands fest.[126] Unwillige Investoren sollen zu einem Verzicht gezwungen werden.[127] Der Schuldenschnitt betrug letztendlich 107 Mrd. Euro.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährte am 15. März 2012 eine Kredithilfe von 28 Mrd. Euro (PM Nr.12/85).

Übersicht der Auszahlungen an Griechenland
(zukünftige Zahlungen sind kursiv)[70]:53-55 [128]:47-49
Zeitraum EFSF IWF Insgesamt Anmerkungen
12. März bis 28. Juni 2012 74,0 Mrd. Euro 1,6 Mrd. Euro 75,6 Mrd. Euro Die erste Auszahlung im Rahmen
des zweiten Programms erfolgte in sieben Tranchen (überwiesen).
Dezember 2012 bis Mai 2013 49,1 Mrd. Euro 3,24 Mrd. Euro 52,34 Mrd. Euro Die Höhe der zweite Auszahlung betrug bis Mai 2013 insgesamt
52,34 Mrd. Euro (EFSF 49,1 Mrd. Euro und IWF 3,24 Mrd. Euro)
und erfolgte über die folgenden vier Tranchen:
Dezember 2012
16. Januar 2013
34,3 Mrd. Euro 3,24 Mrd. Euro 37,54 Mrd. Euro 1. Tranche (überwiesen)
Januar 2013 9,2 Mrd. Euro - 9,2 Mrd. Euro 2. Tranche (überwiesen); davon 7,2 Mrd. € zur Rekapitalisierung der Banken
28. Februar 2013 2,8 Mrd. Euro - 2,8 Mrd. Euro 3. Tranche (überwiesen)
3. Mai 2013 2,8 Mrd. Euro - 2,8 Mrd. Euro 4. Tranche (überwiesen)
Mai/Juni 2013 bis ??  ??,? Mrd. Euro  ??,? Mrd. Euro  ??,? Mrd. Euro Die Höhe der dritten Auszahlung betrug bis Juni 2013 insgesamt
9,23 Mrd. Euro (EFSF 7,5 Mrd. Euro und IWF 1,73 Mrd. Euro)
und erfolgte bisher in zwei Tranchen.[129][130]
2013 x,x Mrd. Euro - x,x Mrd. Euro x. Tranche (geplant)
April bis Juli 2014 8,3 Mrd. Euro 3,5 Mrd. Euro 11,8 Mrd. Euro x. Tranche (geplant)[131]
Σ (ohne geplante Zahlungen) 130,6 Mrd. Euro 6,62 Mrd. Euro 137,2 Mrd. Euro

Der finanzielle Bedarf und die damit verbundenen finanziellen Hilfszahlungen werden von 2012 bis 2014 auf insgesamt 163,9 Mrd. Euro geschätzt. Davon würden die EU 144,7 Mrd. Euro und der IWF 19,1 Mrd. Euro tragen.[70]:55 [128]:49

Maßnahmen der Europäischen Zentralbank[Bearbeiten]

Im Mai 2010 kaufte die Europäische Zentralbank griechische Staatsanleihen in Höhe von 25 Milliarden Euro.[132] Die EZB gab bekannt, griechische Anleihen unabhängig von deren Ratingstatus als Sicherheit zu akzeptieren.[133] Auch im Jahr 2011 setzte sie den Kauf griechischer Staatsanleihen fort.

Im Rahmen ihres „Securities Markets Programme“ (SMP) kaufte die EZB in der Zeit von Mai 2010 bis etwa Februar 2012 für 220 Milliarden Euro Anleihen von Euro-Staaten, die ihre Schulden am Kapitalmarkt nicht mehr problemlos refinanzieren konnten, darunter Griechenlandanleihen im Nominalwert von schätzungsweise 50 Milliarden Euro. Dafür wurde sie gerade in Deutschland massiv kritisiert.[134]

Schließlich kann die Griechische Notenbank als Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken Liquiditätshilfe im Notfall (Emergency Liquidity Assistance) gewähren.[135]

Darstellung des Volumens des Sparpaketes, der Schattenwirtschaft, des BIP und der Staatsverschuldung in einem Balkendiagramm

Maßnahmen der griechischen Regierung[Bearbeiten]

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Der Schuldenschnitt[Bearbeiten]

Griechenland war Ende 2011 mit 375 Milliarden Euro verschuldet. Dies waren 160 % der jährlichen Wirtschaftsleistung. Durch eine Neubewertung der Anleihen verloren die privaten Anleihegläubiger nominal 53,5 Prozent ihrer Forderungen. Durch die faktisch niedrigeren Zinssätze der neuen Papiere jedoch noch mehr.

Der Schuldenschnitt sollte die griechische Schuldenlast insgesamt um 107 Mrd. Euro verringern. Das entspricht rund der Hälfte der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.

Obgleich viele Gläubiger im Vorfeld dem Umtausch zustimmten, blieb ihnen nach griechischem Gesetz, das alternativ einen Zwangstausch nach „Collective Action Clauses“ vorsah, auch keine Wahl. Auch die Ratingagenturen hatten kaum einen Einfluss auf den griechischen Beschluss.

Für die neuen entwerteten Anleihen, für die Griechenland jetzt noch bürgt, gilt englisches Recht, was einem weiteren Schuldenschnitt vorbeugen soll. Dieses Konstrukt ist jedoch mehr formaler Natur. Sofern es das griechische Parlament beschließt, können auch in Zukunft noch Schuldenschnitte erfolgen, insbesondere auch für die nach dem Schuldenschnitt bereits wieder neu gewährten Hilfen durch die EFSF-Kredite (ehemals durch die nahezu gleich konzipierten Eurobonds vorgesehen).

Mehrere Milliarden musste mit dem Schuldenschnitt auch die deutsche Hypo Real Estate abschreiben, die griechische Anleihen im Wert von ca. 8 Milliarden Euro hielt, die Lasten trägt durch die Verstaatlichung der Bank 2009 nun der deutsche Steuerzahler.

Erstes Sparpaket – März/April 2010[Bearbeiten]

Am 3. März 2010 wurde die Mehrwertsteuer mit Wirkung vom 15. März 2010 von 19 Prozent auf 21 Prozent erhöht und eine Kürzung der Beamtengehälter beschlossen. Dadurch sollen jährlich 4,8 Milliarden Euro eingespart werden.[136]

Am 28. April 2010 wurde vom Kabinett der Kallikratis-Plan beschlossen, wonach Verwaltungsausgaben von 1,8 Milliarden Euro jährlich eingespart werden sollen. Geplant ist, das 13. und 14. Monatsgehalt der Beamten permanent zu streichen.[137]

Zweites Sparpaket – Mai 2010[Bearbeiten]

Am 2. Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Maßnahmenpaket. Durch folgende Maßnahmen sollen bis 2013 etwa 30 Milliarden Euro eingespart werden:[138]

  • Einfrierung der Beamtengehälter über 2000 Euro
  • Reduzierung der Verwaltungsebenen von fünf auf drei
  • Reduzierung der Stadtverwaltungen von derzeit über 1000 auf 370
  • Streichung des 13. und 14. Monatsgehalts bzw. der Monatsbezüge im öffentlichen Dienst[139]
  • Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst: Nur jede fünfte Stelle, die im öffentlichen Dienst frei wird, soll neu besetzt werden. Im Herbst 2011 sollen weitere Stellen gestrichen werden.[140]
  • Anhebung des durchschnittlichen Rentenalters von 61,3 auf 63,4 Jahre[139]
  • Anhebung der Mehrwertsteuer von 21 Prozent auf 23 Prozent sowie Erhöhung der Steuern auf Tabak, Spirituosen und Kraftstoff[139]

Das griechische Parlament verabschiedete das Sparpaket am 6. Mai 2010.[141]

Drittes Sparpaket – Juni 2011[Bearbeiten]

Das griechische Parlament stimmte dem dritten Kürzungspaket der Regierung am 29. Juni 2011 zu. 155 der insgesamt 300 Abgeordneten stimmten in der namentlichen Abstimmung dafür, 138 votierten dagegen, 5 enthielten sich und 2 nahmen an der Abstimmung nicht teil. Bis 2015 will die Regierung Papandreou damit rund 78 Milliarden Euro einsparen (rund 28 Milliarden Euro durch Leistungskürzungen und Steuererhöhungen, 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien).[142] Die Verabschiedung des Sparpakets war die entscheidende Voraussetzung für die Freigabe einer weiteren, fünften, Tranche aus dem 110 Milliarden Euro schweren ersten Rettungspaket durch EU und IWF. Ungeachtet der Entscheidungen im Parlament rechnen zahlreiche Wirtschaftsexperten mittelfristig mit einer Umschuldung Griechenlands.

Hauptpunkte des dritten Pakets:[143]

  • Steuern: Die Vermögensteuer wird angehoben ebenso wie die Mehrwertsteuer für verschiedene Bereiche. Zudem wird eine „Solidaritätssteuer“ eingeführt, Steuerbefreiungen sollen wegfallen.
  • Löhne: Bis 2015 soll die Zahl der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst um 150.000 reduziert werden, die verbleibenden Beamten müssen länger arbeiten.
  • Sozialleistungen: Die Vermögen von Leistungsbeziehern sollen überprüft und eine Reihe von Leistungen gekürzt werden.
  • Verteidigung: Im kommenden Jahr will das Land bei der Rüstung 200 Millionen Euro sparen, von 2013 bis 2015 sollen es dann jährlich 333 Millionen Euro sein.
  • Gesundheitssystem: 2011 sollen 310 Millionen Euro und weitere 1,43 Milliarden bis 2015 gekürzt werden – etwa durch eine Absenkung der staatlich festgesetzten Preise für Medikamente.
  • Investitionen: In diesem Jahr sollen 700 Millionen Euro weniger fließen, die Hälfte dieser Summe soll auf Dauer wegfallen.
  • Privatisierungen: Viele Staatsbetriebe sollen in private Hand wechseln. Zu diesem Zweck wurde am 1. Juli 2011 eine Privatisierungsgesellschaft mit dem Namen Hellenic Republic Asset Development Fund (HRADF) eingerichtet werden.[144] Unsicher ist, ob in der derzeitigen Lage angemessene Preise für die Unternehmen erzielt werden können.[145]

Anfang 2012 wurde bekannt, dass die Privatisierung kaum nennenswerte Fortschritte macht und die von Griechenland für 2012 versprochenen Erlöse von 11 Milliarden Euro unrealistisch erscheinen.[146] Griechen legten Erlösversprechen auf gut Glück fest</ref>

Ankündigung eines weiteren Sparpakets – September 2011[Bearbeiten]

Am 21. September 2011 gab die griechische Regierung neue Sparmaßnahmen bekannt. So werde der Steuerfreibetrag von bislang 8000 Euro auf 5000 Euro gesenkt. Weiterhin sollen 30.000 Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen werden. Beamte und andere Staatsbedienstete sollen in eine sogenannte „Arbeitsreserve“ geschickt werden. Sie erhalten für maximal zwölf Monate 60 Prozent ihres Einkommens, ehe eine unabhängige Behörde über die Weiterbeschäftigung bzw. Entlassung entscheidet. Es wurde abgelehnt.[147]

Rücktritt der Regierung Papandreou – November 2011[Bearbeiten]

Der damalige Ministerpräsident Papandreou kündigte am 1. November 2011 eine Volksabstimmung über die mit weiteren drastischen Sparauflagen verbundenen Beschlüsse des Euro-Gipfels in Brüssel zur Griechenlandhilfe an, ließ diesen Plan aber bereits am 3. November wieder fallen, nachdem die anstehende Kreditauszahlung von acht Milliarden Euro („Rettungshilfen“) an Griechenland im Hinblick auf die Unsicherheiten der innenpolitische Entwicklung in Griechenland ausgesetzt worden war. Papandreou stellte am 4. November im Parlament die Vertrauensfrage und erhielt nach der Ankündigung, eine Übergangsregierung unter Einbindung der oppositionellen Nea Dimokratia bilden zu wollen, die Mehrheit.[148][149] Eine von dem parteilosen Loukas Papadimos im November 2011 gebildete neue Regierung, der neben einem Großteil der bisherigen PASOK-Minister zwei Minister der Nea Dimokratia und einer der LAOS angehören, verpflichtete sich zur Erfüllung der Sparauflagen. Ende 2011 stecken die Verhandlungen in der großen Koalition in einer tiefen Krise. Selbst die dringendsten Reformen sind ins Stocken geraten.[150]

Bis Oktober 2011 wurde der HRADF gesetzlich legitimiert und war somit voll einsatzbereit.[117]

Im Jahr 2011 wurden statt der erwarteten 400 Mio. Euro insgesamt 946 Millionen Euro an Steuerschulden eingetrieben. Dies wird auf die Einrichtung einer zentralisierten Struktur der Finanzbehörden zurückgeführt, sowie auf vermehrte Betriebsprüfungen.[151]

Viertes Sparpaket – Februar 2012[Bearbeiten]

Im Februar 2012 wurde ein weiteres Sparpaket verabschiedet.[152]

  • Absenkung des Mindestlohns auf 586 Euro
  • Absenkung des Mindestlohns für unter 25-Jährige auf 525 Euro
  • Kürzung der Gehälter bestimmter Berufsgruppen im öffentlichen Dienst rückwirkend zum 1. Januar 2012 um 20 Prozent
  • Kürzung des Arbeitslosengeldes auf 322 Euro
  • Kürzung der Renten um 10 bis 15 Prozent
  • Erhöhung der Selbstbeteiligung bei Medikamenten
  • Kürzung der Medikamentenkosten staatlicher Kliniken
  • Einsparungen bei Überstunden der Ärzte
  • Kürzung der Zuschüsse für Städte und Gemeinden
  • Sofortige Entlassung von 15.000 Staatsangestellten; bis 2015 150.000
  • Privatisierung von Staatsbetrieben
  • Schließung von 200 kleinen, ineffizienten Steuerämtern und Einstellung 1000 neuer Steuerkontrolleure
  • Kürzung der Militärausgaben um 600 Millionen Euro bis 2015

Über den aktuellen Umsetzungsstand der Privatisierung gibt die Abhandlung „The Second Economic Adjustment Programme for Greece“[153] Auskunft bzw. der HRADF. Es werden neben Immobilien und Grundstücken auch öffentliche Versorgungseinrichtungen, Straßenbetreibergesellschaften und Lottolizenzen veräußert. Zahlreiche deutsche Unternehmen begleiten den Verkaufsprozess. Die geplante Plattform für Ausschreibungen der öffentlichen Hand ist noch nicht aktiv.

Fünftes Sparpaket – November 2012[Bearbeiten]

Im November 2012 hat das griechische Parlament ein erneutes Sparpaket in Höhe von 13,5 Milliarden Euro gebilligt, welches Kürzungen bei Renten, Gehältern, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Streichungen von Kinder- und Weihnachtsgeld vorsieht.[154]

  • Renten von 1.000 Euro aufwärts werden um 5 bis 15 % gesenkt
  • Weihnachtsgeld für Rentner wird abgeschafft
  • Das Rentenalter wird für alle von 65 Jahre auf 67 Jahre angehoben
  • Abfindungen für entlassene Arbeitnehmer werden gesenkt
  • Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld für Staatsbedienstete
  • Kürzung Löhne und Gehälter um 6 bis 20 % für Staatsbedienstete
  • Bis Ende 2012 sollen 2.000 Staatsbedienstete in die Frühpensionierung
  • höheren Eigenbeiträge beim Kauf von Medikamenten
  • Krankenhausreform
  • Angleichung Gehälter der Angestellten öffentlich-rechtlicher Betriebe an denen der Staatsbediensteten
  • keinen Anspruch auf Kindergeld bei mehr als 18.000 Euro Familieneinkommen pro Jahr

Sechstes Sparpaket – April 2013[Bearbeiten]

Die Regierungskoalition in Griechenland hat sich im April 2013 auf neue Sparvorschläge im Rahmen ihrer Reformvorhaben geeinigt.[155][156]

  • Reform der Öffentlichen Verwaltung (englisch: public administration reform)
    • die Personalplanung (englisch: staffing plan) sieht vor, eine große Zahl an Staatsbediensteten zu entlassen:
      • bis Ende 2013 sollen im öffentlichen Dienst 4.000 Stellen (kumuliert) gestrichen werden
      • bis Ende 2014 sollen insgesamt 15.000 Beamte (kumuliert) gehen
      • dieses Reformvorhaben soll durch Evaluierung (englisch: evaluation), eine vernünftige Umverteilung des Personals durch dessen Mobilität (englisch: rational reallocation of personnel through mobility) und eine qualitative Erneuerung durch Entlassungen (englisch: quality renewal through exits) erreicht werden. Kriterien für etwaige Entlassungen und konkrete Planwerte finden sich auf den Seiten 130 und 231f. der Abhandlung „The Second Economic Adjustment Programme for Greece – Second Review May 2013“[70]:130, 231f..
  • es soll „eine neue Grundbesitzsteuer erhoben werden“

Über den aktuellen Umsetzungsstand gibt die Abhandlung „The Second Economic Adjustment Programme for Greece– Third Review July 2013“ Auskunft.[128]

Einzelmaßnahmen zur Reform der Öffentlichen Verwaltung[Bearbeiten]

Im September 2013 wurde mitgeteilt, dass der Sonderurlaub für Beamte, die mehr als fünf Stunden pro Tag an einem Computer sitzen, abgeschafft werde. Durch diese 1989 eingeführte Regelung bekamen Beamte alle zwei Monate einen Tag Sonderurlaub. Zuvor wurden auch Boni für das regelmäßige Erscheinen bei der Arbeit und die Weiterzahlung der Pensionen verstorbener Väter an ihre unverheirateten Töchter aufgehoben.[157][158] Seit 2014 müssen die Patienten der staatlichen Krankenhäuser 25 Euro pro Behandlung zahlen.[159]

Bekämpfung der Korruption und Schattenwirtschaft[Bearbeiten]

Auf jährlich 65 Milliarden Euro wurde das Volumen der griechischen Schattenwirtschaft laut dem griechischen Statistikamt ESYE und der OECD im Jahr 2009 beziffert; laut Recherchen der Athener Zeitung „Kathimerini“ werden allein 20 Milliarden Euro an Steuern hinterzogen.[160] Eine schnelle Steigerung der Einnahmen des Staates erweist sich als schwierig, da die Umstrukturierung der Steuerbehörden und Gesetzesänderungen allenfalls langfristig Erfolg zeigen werden.

Als Beispiel für Korruption in Griechenland wurde um das Jahr 2010 insbesondere von nichtgriechischen Medien das Fakelaki thematisiert, die Zuwendung von Bargeld per Briefumschlag.[161] Laut der griechischen Abteilung von Transparency International (TI) lag 2009 „der Umfang bei etwas über 13 Prozent“ aller Privathaushalte. Diese hätten 2009 insgesamt 787 Mio. Euro Schmiergelder bezahlt. Der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP lag bei 25 % des BIP, ein Wert der im Euroraum „von keinem anderen Land“ übertroffenen würde. In Deutschland lag die Rate bei ungefähr 15 %.[162]

Der Generalinspektor für öffentliche Verwaltung,[163] Leandros Rakintzis, setzte Mitte 2010 eine Online-Zählung von Beamten an. Im Zusammenhang mit der Zählung wurden mehrere Straftaten aufgedeckt, unter anderem eine nicht existierende Gesundheitsbehörde.[164]

Im Mai 2010 wurden Namen von Steuersündern im Internet veröffentlicht, angefangen wurde mit Ärzten, die teilweise zuvor Einkommen unter dem Existenzminimum deklarierten.[165] Ebenso wurde eine Steuerreform beschlossen: Ab dem 1. Januar 2011 wurde unter anderem die Pflicht des bargeldlosen Zahlungsverkehrs bei Beträgen über 1.500 Euro eingeführt.[166][167]

Eine neu gegründete Sondereinheit der griechischen Polizei kümmert sich ausschließlich um Steuervergehen. Der damalige griechische Finanzminister Evangelos Venizelos setzte säumigen Steuerzahlern kurz nach seinem Amtsantritt im November 2011 ein Ultimatum. Er rief alle Personen, die dem Staat mehr als 150.000 Euro schulden, auf, sich bis zum 24. November bei den Steuerbehörden zu melden und ihre Schulden zu regeln. Andernfalls werde er ihre Namen veröffentlichen. Am 22. Januar 2012 wurde die Liste mit 4.152 Namen veröffentlicht und 3 Monate später waren 185 Steuerschuldner in Haft. Insgesamt schuldeten die Personen auf der Liste dem griechischen Staat 14,8 Mrd. Euro.[168][169]

Am 6. September 2012 fror die Abteilung für die Verfolgung von Wirtschaftsverbrechen (SDOE) Konten von 121 mutmaßlichen Steuerbetrüger ein und beschlagnahmte Luxusimmobilien, Aktien der Börsen in Athen und New York sowie Investitionen bei Versicherungsunternehmen.[170] Es wurden Ermittlungen gegen 32 Politiker wegen Korruptionsverdachts aufgenommen. Dabei handelte es sich um aktive und ehemaligen Politiker sowie Bürgermeister und Beamte.[171]

Eine im Jahr 2010 überreichte Steuerdaten-CD mit rund 2.000 Konteninhabern wurde im September 2012 erneut aufgespürt und von dem Chef der Finanzpolizei, Stelios Stasinopoulos, dem Sonderstaatsanwalt übergeben.[172]

Am 3. Oktober 2012 wurde die ehemalige Führungskraft im Verteidigungsministerium Giannis Sbokos verhaftet, weil er sich bei einem Deal mit Tor M1 Raketen und einem Rüstungsgeschäft mit Typ 214 U-Booten der Howaldtswerke-Deutsche Werft bereichert hat.[173] Anfang März 2013 musste Ex-Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos wegen Steuerhinterziehung acht Jahre[174] und der ehemalige Bürgermeister der Stadt Thessaloniki, Vasilis Papageorgopoulos, wegen Veruntreuung lebenslänglich in Haft.[175]

Im Januar 2014 wurden wegen Geldwäsche und Veruntreuung von 400 Millionen Euro bei der TT Hellenic Postbank Haftbefehle ausgestellt, u.a. an Dimitrios Kontominas.[176]

Reduzierung der Militärausgaben[Bearbeiten]

Die Höhe der griechischen Militärausgaben stand seit Beginn der Krise in der Kritik von Öffentlichkeit und Politik (siehe Abschnitt Hohe Staatsausgaben). Vor allem der Umgang und der Standpunkt der Troika zur Erfüllung und Neuverhandlung bestehender Waffenkaufverträge in Zeiten der Finanznot erntete großes Unverständnis.[71][177][178][179] Unter anderen, kritisierte auch Daniel Cohn-Bendit, Co-Vorsitzender der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz im Europaparlament, im Mai 2010 in einem SPIEGEL-Interview, die französische und deutsche Regierung forderten, die Verträge über Waffenkäufe der griechischen Vorgängerregierung nicht anzutasten.[180]</ref> Die Zeit zitiert ihn mit den Worten: „Von außen greifen die EU-Länder in praktisch alle Rechte Griechenlands ein. … Nur beim Verteidigungshaushalt heißt es plötzlich, das sei ein souveränes Recht des Staates. Das ist doch surreal.“[178]

Das Occasional Paper 123 der Europäischen Kommission aus dem Dezember 2012 widerspricht der Einschätzung, dass beim Militärhaushalt kaum gespart würde: seit der Umsetzung der Sparpläne gab es bereits große Kürzungen bei den Militärausgaben. Seit 2009 sinken die Ausgaben für Waffenimport und Militärausgaben allgemein. 2010 sank der Anteil für Verteidigung um 1,2 % auf 2,2 % des BIP. 2011 sank dieser Anteil nochmals um 0,5 %. Von 2011 bis 2016 sind weitere Kürzungen im Militärhaushalt geplant. Der Anteil an militärischen Beschaffungen (englisch: military procurement) ist von über 3 Mrd. Euro (2009) auf ungefähr 500 Mio. Euro (2012) gesunken.[181]:26

Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) waren 2010 von den Haushaltskürzungen die griechischen Militärausgaben überproportional betroffen, so dass ihr Anteil an den gesamten Staatsausgaben, der 2008 und 2009 noch über 6 % gelegen hatte, im Folgejahr auf 4,74 % sank. Von dem Höchststand, den die Militärausgaben 2009 mit 7,6 Mrd. Euro erreicht hatten, verringerten diese sich um 28 % und betrugen 2010 nur noch 5,4 Mrd. Euro. Auch in Relation zum BIP sanken die Militärausgaben von jährlich durchschnittlich 3,0 % (2000 bis 2009) und erreichten 2010 mit geschätzten 2,3 % des BIP einen Tiefststand. 2011 stiegen die Militärausgaben allerdings wieder auf 5,9 Mrd. Euro und damit 5,45 % der Staatsausgaben an.[182]

Um die Militärausgaben weiter zu drosseln, fordert die EU - laut Süddeutscher Zeitung - die drei defizitären Rüstungsfirmen im Staatsbesitz EAS, ELVO und Larco, zu liquidieren.[183] Die griechische Regierung feuerte bereits in 2012 den Geschäftsführer von Larco, da dieser die Gehälter der Angestellten nicht senkte.[184]

Wirkung der Sparmaßnahmen[Bearbeiten]

Nachdem es in den Jahren 2008 und 2009 zu einer drastischen Vergrößerung des Haushaltsdefizits (negativer Haushaltssaldo) kam, sank es 2010 und 2011 wieder, lag aber 2011 immer noch über dem bereits sehr hohen Wert des Jahres 2007. Auch der Primärsaldo, das heißt der Haushaltssaldo ohne Berücksichtigung von Zinsenausgaben für den bestehenden Schuldenstand, war 2011 noch negativ. Ähnlich bestimmen sich die Primärausgaben als die Staatsausgaben ohne Berücksichtigung von Zinsenausgaben für den bestehenden Schuldenstand.

Entwicklung der Staatseinnahmen und -ausgaben
(geschätzte Zahlen sind kursiv)[185]:67 [128]:97 f. [5]:5 [6]:5
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Nominales BIP (nominal GDP) (Mrd. Euro) 222,77 232,92 231,64 222,15 208,53 193,74 183,51
Staatseinnahmen (total revenue) (% des BIP) 40,8 40,7 38,3 39,7 42,4 44,1 43,2
Staatsausgaben (total expenditure) (% des BIP) 47,6 50,6 53,8 50,2 51,8 50,4 47,4
Primärausgaben (primary expenditure) (% des BIP) 42,8 45,5 48,3 44,6 43,4 41,7 43,3
Haushaltssaldo (budget balance/ net lending) (% des BIP) -06,8 -09,8 -15,6 -10,7 -09,5 -10,0 -04,1
Primärsaldo (primary balance/ net lending) (% des BIP) -02,0 -04,9 -10,4 -05,0 -02,3 -01,3 00,0
Nettoverschuldung (net debt) (Mrd. Euro) 239,36 262,32 299,68 329,51 355,65 303,91 322,2
Entwicklung des Arbeitsmarktes
(geschätzte Zahlen sind kursiv)[185] [186]
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Bevölkerung (in Mio.) 11,172 11,214 11,260 11,305 11,310 11,290 11,256
Erwerbstätige (in Mio.) 4,510 4,559 4,509 4,389 4,091 3,763 3,623
Arbeitslosenquote 8,276 % 7,654 % 9,461 % 12,531 % 17,653 % 24,238 % 26,986 %

Die Gehälter im öffentlichen Dienst sanken von 2009 bis 2011 um 30 Prozent, die Renten um 10 Prozent. Die Gesamtzahl der Staatsbediensteten sank auf 712.157 im Februar 2012, im Jahr 2010 waren 768.009 beim Staat beschäftigt gewesen.

EU-Angaben zufolge konnte im Zeitraum 2010 bis 2011 die Hälfte des von 2000 bis 2009 entstandenen Wettbewerbsrückstandes wieder aufgeholt werden.[187] Die seit 2009 beschlossenen Sparmaßnahmen haben zu einem Einbruch der Wirtschaftskraft des Landes geführt, die folglich sprunghaft angestiegene Schuldenquote (von 129 % im Jahr 2009 auf 164 % im Jahr 2011) ließ eine Unabhängigkeit des Landes von nichtprivater Stützung in weite Ferne rücken.

Laut einem Bericht der Weltbank von 2012 gehört Griechenland zu den zehn Staaten weltweit die im vergangenen Jahr die Geschäftsbedingungen für Unternehmen am meisten verbessert haben, nur 7 Staaten haben größere Anstrengungen unternommen. Zwar wurden dringende Reformen angepackt und große Fortschritte erzielt, weitere Reformen müssen jedoch in den nächsten Jahren umgesetzt werden.[188]

Während sich einige Handelsunternehmen aus dem Land zurückziehen, werden andere Aktivitäten ausgebaut, wie die Produktion von 110 verschiedenen Produkten für den Export durch Unilever[189] und das neue Hewlett-Packard-Distributionszentrum für Europa, Afrika und den Nahen Osten in Piräus zeigen.

Folgen[Bearbeiten]

Ratingagenturen und Finanzmärkte[Bearbeiten]

Athex Composite Share Price Index 1974–2012
Kursverlauf einer griechischen Staatsanleihe zwischen Januar 2007 und August 2011

Bereits vor Beginn der griechischen Haushaltskrise war Griechenland als Schuldner bei den Ratingagenturen nicht mit Bestnoten bewertet. Die drei großen Ratingagenturen Standard & Poor’s, Fitch Ratings und Moody’s senkten im Verlauf der Krise ihre Ratingcodes sukzessive und signalisierten damit den Finanzmärkten ein erhöhtes Ausfallrisiko für Kredite und Staatsanleihen Griechenlands.[190]

Am 14. Juni 2011 senkte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bewertung für langfristige griechische Staatsanleihen um drei Stufen auf CCC.[17] Griechenland hatte somit seit Juni 2011 das schlechteste Rating aller bewerteten Länder der Welt.[191]

Im März 2012 wurde Griechenland sowohl von den Ratingagenturen als auch von der ISDA als zahlungsunfähig eingestuft.

Im Verlauf der Finanzkrise verlor der Athex Composite Share Price Index, der Leitindex der Athener Börse massiv an Wert. Der Leitindex fiel im Mai 2012 auf unter 500 Punkte, den tiefsten Stand seit 20 Jahren.[192] Ab Juni 2012 setzte eine allmähliche Erholung ein, der Index stieg bis zum Februar 2013 auf über 1.000 Punkte. Anfang Mai 2013 hatte der Index 970 Punkte.[193]

Am 18. Dezember 2012 stufte Standard&Poors Griechenland um mehrere Stufen auf B- bzw. B (lang- bzw. kurzfristige Staatsanleihen) herauf.[30] Am 14. Mai 2013 bewertete Fitch die langfristigen griechischen Staatsanleihen mit B-, die kurzfristige Staatsanleihen bekamen ein B.[31]

Folgen in Griechenland[Bearbeiten]

In Umfragen unmittelbar vor Abstimmung des Sparpakets im Mai 2010 hatte sich eine Mehrheit der Griechen dafür ausgesprochen.[194] Im November 2010 gewann die regierende sozialistische Partei PASOK die zweite Runde der Kommunalwahlen, darunter erstmals nach 20 Jahren wieder die Rathäuser von Athen und Thessaloniki.[195] Trotzdem kam es zu Demonstrationen im Stadtzentrum und anderen Protesten: es wurden zum Beispiel Banner an der Steilwand der Athener Akropolis angebracht. Diese friedlichen Aktionen wurden vornehmlich von Gewerkschaften und Kommunisten getragen. Dagegen setzten Autonome bei Demonstrationen gegen die Sparpläne am 5. Mai 2010 ein Bankgebäude mit Brandsätzen in Brand, wodurch drei Menschen ums Leben kamen.[194]

Demonstration in Patras 2011

Im Verlauf der Sparmaßnahmen gewannen die Proteste zunehmend an Schärfe. So kam es 2011 zu zahlreichen Demonstrationen, die wiederholt zu Konfrontationen mit der Polizei führten,[196] sowie im Juni 2011 zu einer mehrwöchigen Besetzung des Syntagma-Platzes vor dem Athener Parlamentsgebäude.[197] Außerdem gab es von Januar bis Juni 2011 vier teils mehrtägige Generalstreiks gegen die Sparmaßnahmen.[197]

Die ursprünglich durch die Finanzkrise ab 2007 ausgelöste Rezession wurde durch die geringen Investitionen und die harte Einsparpolitik verlängert[2][198] und dauert nun das fünfte Jahr infolge an. Griechenland hat von 2008 bis 2011 etwa 15,3 % seiner Wirtschaftskraft verloren.[199] Die Arbeitslosigkeit stieg von 7,4 % im Juli 2008 auf 27,2 % im Januar 2013.[200] Die Krise trifft insbesondere die sozial Schwächeren. Als Sparmaßnahme sind die Renten gesenkt worden. Viele Bürger Griechenland haben nichts zu essen und sind obdachlos. Da auch Schwerkranke und völlig mittellose Patienten mit chronischen Krankheiten einen Teil der Kosten für Medikamente selbst bezahlen müssen, ist ihre medizinische Versorgung gefährdet. Parteien vom linken und vom rechten Rand haben Zulauf.[201] Vielfach sind die Apotheker seit Monaten von den staatlichen Krankenkassen nicht mehr bezahlt worden. Hunderttausende Versicherte der größten Krankenkasse Eopyy müssen ihre Medikamente bar in den Apotheken bezahlen und sich anschließend mit der Quittung an die Krankenkasse wenden.[202]

Seit Ausbruch der Krise haben viele Griechen ihre Guthaben bei inländischen Banken verringert, um sie als Bargeld zu halten oder ins Ausland bzw. zu ausländischen Banken zu transferieren („Kapitalflucht“). Mögliche Motive sind Angst vor Besteuerung, das Erwarten einer Währungsreform oder die Angst vor einer Insolvenz der kontoführenden Bank[203] oder Angst vor einer Staatspleite.[204]

Seit Beginn der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von zwei Jahren um 40.000 gestiegen.[205]

Ort des Suizids von Dimitris Christoulas (8. April 2012)

Infolge der Wirtschaftskrise stieg die vergleichsweise niedrige Suizidrate auf das Doppelte an. Sie war in den ersten fünf Monaten des Jahres 2011 40 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.[206] Aufsehen erregte der Freitod des 77 Jahre alten Apothekers Dimitris Christoulas, der sich am 4. April 2012 auf dem Syntagma-Platz erschoss. Er hinterließ einen Abschiedsbrief: „Die Besatzungsregierung Tsolakoglou hat die Möglichkeit meines Überlebens ausgelöscht, welche sich auf eine menschenwürdige Rente stützte, für die ich 35 Jahre lang ohne jeglichen Zuschuss vom Staat eingezahlt habe. Da ich ein Alter erreicht habe, bei dem ich nicht mehr in der Lage bin, aktiv zu intervenieren (ohne jedoch auszuschließen, dass wenn ein Grieche eine Kalaschnikow ergriffen hätte, ich dann der zweite gewesen wäre), finde ich keine andere Lösung als ein würdiges Ende, bevor ich die Mülltonnen durchwühle, um mich zu ernähren. Ich glaube, dass die zukunftslose Jugend eines Tages die Waffen ergreift, und am Platz der Verfassung die nationalen Verräter mit dem Kopf nach unten aufzuhängen, wie es die Italiener 1945 mit Mussolini taten.“ (Dimitris Christoulas: Abschiedsbrief[207])

Im Januar 2012 kündigte die Stavros Niarchos Foundation an, 130 Mio. Euro aufzuwenden, um Projekte zu unterstützen, die der Bewältigung der Folgen der Krise dienen.[208]

Im Juni 2013 gibt der IWF zu, die desaströsen Folgen seines Sparprogramms für die griechische Wirtschaft massiv unterschätzt zu haben. [209]

Finanzielle Folgen für die Gläubiger[Bearbeiten]

Im ersten Hilfspaket vom Mai 2010 hatten der IWF 30 Mrd. Euro und die anderen Euro-Länder 77 Mrd. Euro (davon Deutschland 15,17 Mrd. Euro) an Hilfsdarlehen gewährt. Bis Ende 2011 hatte Griechenland für fälligen Kredite 380 Millionen Euro Zinsen an Deutschland überwiesen.[110]

Im zweiten Hilfspaket aus dem Februar / März 2012 wurde Griechenland von der EZB insgesamt ungefähr 130 Mrd. Euro geliehen. Die EZB hielt zu diesem Zeitpunkt griechische Staatsanleihen im Wert von 56,5 Mrd. Euro. Bei Fälligkeit der Anlagen erhält die EZB neben der Tilgung auch Zinsen. Im März, Mai und August 2012 überwies Griechenland insgesamt rund 11,1 Mrd. Euro zur Schuldtilgung an die EZB. Für das Jahr 2012 wurden Zinsen von 2,5 Mrd. Euro erwartet, bis zum Jahr 2026 werden 12,7 Mrd. Euro Zinsgewinne zusammenkommen. Die Gewinne werden anteilig nach der Größe der EZB-Kapitalgeber an die Euro-Länder ausgeschüttet. Der größte EZB-Kapitalgeber, die Deutsche Bundesbank, erhält dementsprechend auch den größten Anteil der Zinsen von der EZB.

Im Vergleich dazu müssen die Nehmerländer für Kredite, welche aus dem EFSF stammen, geringere Zinsen zahlen. Sie setzen sich zusammen aus der Kreditaufnahmegebühr des EFSF und den Verwaltungskosten (siehe auch Abschnitt Zweites Rettungspaket von EU und IWF – Juli 2011 bis Februar / März 2012).[210][211][212]

Stimmen in Deutschland[Bearbeiten]

Im April 2010 lehnte die Mehrheit der Deutschen eine Unterstützung Griechenlands in der Finanzkrise ab.[213] Im Juni 2011 äußerten 63 Prozent der befragten Bürger bei der Umfrage ARD-Deutschlandtrend Verständnis, dass Griechen gegen die einschneidenden Sparmaßnahmen protestieren.

Verfassungsbeschwerden der Wissenschaftler Joachim Starbatty, Wilhelm Hankel, Karl Albrecht Schachtschneider, Wilhelm Nölling, des Managers Dieter Spethmann und des Politikers Peter Gauweiler (CSU) gegen die deutsche Beteiligung am Europäischen Stabilisierungsmechanismus zur Unterstützung von Griechenland in der Finanzkrise hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit Urteil vom 7. September 2011 zurückgewiesen.[214] Der Zweite Senat befand, dass die Maßnahmen zur Rettung des Euro mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Die Bundesrepublik Deutschland darf demnach der Republik Griechenland mit Kreditgarantien helfen und sich am künftigen Euro-Rettungsschirm EFSF beteiligen. Allerdings wiesen die Richter das deutsche Parlament an, bei weiteren Euro-Hilfen auf seinem Recht zu beharren, finanzpolitische Entscheidungen zu fällen. Es dürfe keinen Automatismus für Zahlungen geben, der die Rechte der Abgeordneten aushebelt. Die Hilfspakete müssten klar definiert sein und den Parlamentariern die Möglichkeit zur Kontrolle und zum Ausstieg geben.

Ende Februar 2012 plädierte Innenminister Hans-Peter Friedrich als erstes deutsches Regierungsmitglied öffentlich für einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone: „Außerhalb der Währungsunion sind die Chancen Griechenlands, sich zu regenerieren und wettbewerbsfähig zu werden, mit Sicherheit größer, als wenn es im Euro-Raum verbleibt.“[215] Zwei Tage später wies der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider darauf hin, dass Europa mehr sei als ein „Handelsplatz, auf dem man gute Geschäfte machen kann“ und die Gewährung der Hilfskredite „eine Frage der Solidarität ist“.[216]

Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, sieht Deutschland als größten Profiteur der griechischen Finanzkrise in der Pflicht, einen Plan für den wirtschaftlichen Aufbau für Griechenland zu initiieren.[217]

Laut einem Bericht „Griechenlandkrise: Das Märchen vom deutschen Zahlmeister“ des ARD-Fernsehmagazins Monitor (gesendet 1. März 2012) hat der deutsche Staat bei konservativer Rechnung durch niedrige(re) Zinsen bei seiner Kredit-Neuaufnahme 45 Mrd. € gespart. Direkt gezahlt hat die staatliche KfW-Bank bis zum Sendetermin 15,2 Milliarden Euro an Griechenland.[217] Allerdings haftet Deutschland durch Bürgschaften im Rahmen von EFSF und ESM, als Teil der EZB und als Mitgliedsland im IWF mit hohen dreistelligen Milliardensummen.

Laut Gustav Horn sind durch eine auf die griechische Finanzkrise zurückzuführende Geringer-Bewertung des Euro die Exporte Deutschlands um 50 Milliarden Euro gestiegen, was 2 % des BIP entspricht, diese Mehreinnahmen haben auch zu nominell höheren Steuereinnahmen geführt (wobei der Euro allerdings an Wert verloren hat).[217]

Einen Tag vor der Wahl in Griechenland am 17. Juni 2012 verlangte Merkel mit „ungewöhnlich scharfen Worten“, so der Focus, ein Bekenntnis der Griechen zu den getroffenen Vereinbarungen.[218] Im August 2012 sagte der bayrische Finanzminister Markus Söder „Schuld an den Problemen in Griechenland sind die Griechen und sonst keiner“[219]</ref> und forderte an dem Land „ein Exempel zu statuieren“.[220]

Der deutsche EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger (EVP) hat sich am 10. August 2013 dafür ausgesprochen, den Internationalen Währungsfonds (IWF) an künftigen Hilfsprogrammen für überschuldete Euro-Länder nicht mehr zu beteiligen und stattdessen sollte die EU und Europäische Zentralbank (EZB) künftig allein die Programme stemmen. Zur Begründung sagte er, es gebe beim IWF viele kritische Stimmen, „die zu recht die Frage stellen, warum ausgerechnet das „reiche“ Europa derzeit 60 Prozent der IWF-Hilfen erhält“.

Die Deutsche Bundesbank befürwortet eine einmalige Vermögensabgabe für Krisenländer der Eurozone.

In jedem Fall ist es unverfroren, unbeteiligte Dritte um Hilfe zu bitten, bevor der eigene Notgroschen nicht zum Einsatz gebracht worden ist.

CDU-Finanzexperte Klaus-Peter Willsch zum Thema Finanzpakete für Griechenland[221]

Literarische Verarbeitung[Bearbeiten]

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass verarbeitete die griechische Finanzkrise und die Reaktionen der Staaten der Europäischen Union auf die Krise in seinem im Mai 2012 erschienenen Gedicht Europas Schande.[222]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unruhen in Griechenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Europäische Kommission: Bericht zu den Statistiken Griechenlands über das öffentliche Defizit und den öffentlichen Schuldenstand. Europäische Kommission – Januar 2010. In: eurostat. 8. Januar 2010, abgerufen am 10. Dezember 2011 (PDF; 234 KB).
  2. a b Sebastian Görß, Finanz- und Schuldenkrise verstehen, ISBN 978-3-8482-1043-5, Seite 32, 33
  3. Bruttoverschuldung des Staates. jährliche Daten. In: Tables, Graphs and Maps Interface (TGM). eurostat, 2013, abgerufen am 22. April 2013.
  4. Greece. First and Second Reviews Under the Extended Arrangement Under the Extended Fund Facility, Request for Waiver of Applicability, Modification of Performance Criteria, and Rephasing of Access. In: IMF Country Report No. 13/20. International Monetary Fund, 17. Januar 2013, abgerufen am 23. April 2013 (PDF; 2.823 KB, englisch).
  5. a b c Bereitstellung der Daten zu Defizit und Verschuldung 2011 – zweite Meldung. Öffentliches Defizit im Euroraum und in der EU27 bei 4,1 % bzw. 4,4 % des BIP. In: Pressemitteilung euroindikatoren 149/2012. eurostat, 22. Oktober 2012, abgerufen am 16. April 2013 (PDF; 378 KB).
  6. a b c Bereitstellung der Daten zu Defizit und Verschuldung 2012 – erste Meldung. Öffentliches Defizit im Euroraum und in der EU27 bei 3,7 % bzw. 4,0 % des BIP. In: Pressemitteilung euroindikatoren 63/2013. eurostat, 22. April 2013, abgerufen am 22. April 2013 (PDF; 769 KB).
  7. Rating-Agentur Fitch: Griechenland büßt an Kreditwürdigkeit ein. In: Spiegel Online. 8. Dezember 2009, abgerufen am 1. Juli 2011.
  8. Kreditwürdigkeit: Weitere Ratingagentur stuft Griechenland herunter. In: Spiegel Online. 16. Dezember 2009, abgerufen am 1. Juli 2011.
  9. Griechenland Kredit-Rating: Moody’s stuft das Land auch herab (auf A2). In: Börsennotizbuch. 22. Dezember 2009, abgerufen am 1. Juli 2011.
  10. Greece not expected to default: S&P. In: moneycontrol.com. 22. April 2010, abgerufen am 5. Mai 2010 (englisch).
  11. Ramschstatus: Moody’s senkt Griechenland-Rating. In: FAZ.net. 14. Juni 2010, abgerufen am 1. Juli 2011.
  12. Mega-Abwertung: Griechenland wehrt sich gegen Rating-Riesen. 7. März 2011, abgerufen am 7. März 2011.
  13. Medienschau: S&P senkt Bonitätsnoten für Portugal und Griechenland. In: FAZ.net. 30. März 2011, abgerufen am 30. März 2011.
  14. Standard & Poor’s senkt Bewertung: Glaube an Griechenlands Bonität schwindet. In: tagesschau.de. 9. Mai 2011, abgerufen am 9. Mai 2011.
  15. Fitch schubst Griechenland ein Stück weiter Richtung Abgrund. FTD, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 22. Mai 2011, abgerufen am 1. Juli 2011.
  16. Zweifel an Zahlungsfähigkeit: Agentur Moody's stuft Griechenland erneut herab. In: tagesschau.de. 2. Juni 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  17. a b Euro-Krise: S&P gibt Griechenland weltweit schlechtestes Kreditrating. In: Zeit Online. 14. Juni 2011, abgerufen am 5. November 2011.
  18. Fitch stuft Athens Kreditwürdigkeit auf CCC herab. Welt online, 13. Juli 2011, abgerufen am 14. Juli 2011.
  19. Jetzt wertet Moody's Griechenland drei Stufen herab. Welt online, 25. Juli 2011, abgerufen am 25. Juli 2011.
  20. S&P stuft Griechenland noch tiefer in Ramsch-Status. Reuters, 27. Juli 2011, abgerufen am 27. Juli 2011.
  21. Rating-Agentur Fitch stuft Griechenland weiter herab. stern, 22. Februar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012.
  22. Griechenland ist teilweise zahlungsunfähig. Handelsblatt, 27. Februar 2012, abgerufen am 28. Februar 2012.
  23. Florian Diekmann: Moody's stuft Griechenland auf niedrigste Note herab. Der Spiegel, 3. März 2012, abgerufen am 3. März 2012: „Moody's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut gesenkt – auf die niedrigste Stufe, die die Rating-Agentur zu vergeben hat. Grund sei die Einigung über den Schuldenschnitt für private Gläubiger. Zuvor hatte auch Standard & Poor's diesen Schritt vollzogen.“
  24. Fitch Ratings: „RD = Restricted Default“ in: Definitions of Ratings and Other Forms of Opinion (engl.; PDF-Datei; 394 kB) vom 8. Dezember 2011. Abgerufen am 9. März 2012.
  25. Fitch stuft Griechenland herab. Westdeutsche Zeitung, 9. März 2012, abgerufen am 9. März 2012.
  26. Fitch hebt Griechenland-Rating auf B-. ORF, 13. März 2012, abgerufen am 12. März 2012.
  27. S&P stuft Griechenland hoch. N24, 2. Mai 2012, abgerufen am 21. Mai 2012.
  28. Fitch senkt Griechenland auf „CCC“ – Gefahr von Kreditausfall. In: Focus.de. 17. Mai 2012, abgerufen am 20. Mai 2012.
  29. S&P bewertet Athen als „teilweisen Zahlungsausfall“. Die Welt, 6. Dezember 2012, abgerufen am 9. Dezember 2012.
  30. a b Erfolgreicher Schuldenrückkauf: Standard & Poor's setzt Griechenlands Rating um sechs Stufen hoch. Süddeutsche Zeitung, 19. Dezember 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  31. a b Fitch Upgrades Greece to 'B-'; Outlook Stable. In: FitchRatings.com. 14. Mai 2013, abgerufen am 17. Mai 2013 (englisch).
  32. Moody's upgrades Greece's government bond rating to Caa3 from C; stable outlook. In: https://www.moodys.com/. 29. November 2013, abgerufen am 8. März 2014 (englisch).
  33. European Commission, eurostat: Report by Eurostat on the Revision of the Greek government deficit and debt figures. 22. November 2004, abgerufen am 9. April 2013 (PDF; 1,41 MB, englisch).
  34. Haushaltskrise: Goldman Sachs half Griechenland bei Schuldenkosmetik. In: Spiegel Online. 6. Februar 2010, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  35. Papandreou als neuer Ministerpräsident vereidigt. In: Der Standard. 6. Oktober 2009, abgerufen am 6. Oktober 2009.
  36. EU rügt Griechenland. Das Spiel ist aus. In: manager-magazin. 20. Oktober 2009, abgerufen am 20. Oktober 2009.
  37. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. In: Frankfurter Rundschau-Online. 19. Januar 2010, abgerufen am 19. Januar 2010.
  38. Spiegel-Online 3. Februar 2010: Strikter Sparkurs bis 2012. EU übernimmt Kontrolle über Griechenlands Finanzen
  39. „Blätter“, Chronik, 4/2010, S. 126.
  40. Spiegel-Online 25. März 2010: Einigung auf EU-Gipfel. Euro-Länder schließen Rettungspakt für Athen
  41. a b Internationaler Währungsfonds billigt Kredite für Athen. In: Spiegel Online. Vom 9. Mai 2010, siehe Tabelle: Wo das Geld für Griechenland herkommt
  42. 3 May 2010 – ECB announces change in eligibility of debt instruments issued or guaranteed by the Greek government. Presseerklärung der EZB vom 3. Mai 2010
  43.  Alexander Jung/Armin Mahler/Christoph Pauly/Christian Reiermann/Michael Sauga: Der ausgehöhlte Euro. In: Der Spiegel. Nr. 20, 2010, S. 72–76 (17. Mai 2010, siehe auch die Grafiken, online).
  44. vgl. lgr/Reuters/AFP/dpa-AFX: Griechische Wirtschaft schrumpft dramatisch. In: Spiegel Online. Vom 12. August 2010
  45. C. Jenssen: Erst Depression, dann Explosion. In: Spiegel Online. Vom 18. August 2010
  46. Märkte honorieren griechische Einsparungen nicht. 1. September 2010, abgerufen am 30. März 2011.
  47. a b Gerd Höhler: Ein Marshallplan für Griechenland. In: Die Zeit online. Vom 5. Juli 2011:
  48. a b Griechenlands Opposition verhindert Sparkonsens. In: Zeit Online. 27. Mai 2011, abgerufen am 28. Mai 2011.
  49. W. Böhm: Athens Opposition unter Druck. In: Die Presse. Vom 23. Juni 2011
  50. Streiten bis zum Untergang. In: Die Zeit online. Vom 21. Juni 2011
  51. Griechisches Parlament stimmt Sparpaket zu. In: n-tv. Vom 29. Juni 2011
  52. a b Zum Abschluss ein Lächeln. In: Süddeutsche Zeitung. Vom 21. Juli 2011:
  53. a b Euro-Sondergipfel: „Die Bankenbeteiligung ist ein einmaliger Sonderfall“. In: Wirtschaftswoche. Vom 22. Juli 2011
  54. tagesschau.de 1. September 2011
  55. Wie schlecht geht es Europas Staaten? Stand Oktober 2011, Quelle: EU-Kommission/Eurostat
  56. Internationale Pressestimmen zur Wahl in Griechenland „Offiziell unregierbar“ bei sueddeutsche.de, 7. Mai 2012 (abgerufen am 7. Mai 2012).
  57. zeit.de / Heribert Dieter: Lasst das griechische Volk entscheiden! - Spätestens seit der Wahl vom Sonntag steckt das Land politisch in der Sackgasse. Es wird Zeit für ein Referendum: Wollen die Bürger in der EU bleiben?
  58. zeit.de: Schäuble hält Austritt Griechenlands für verkraftbar
  59. zeit.de 10. Mai 2012: Griechische Sozialisten sehen Chance für Koalition
  60. Wurde bei den Konvergenzkriterien gemogelt? In: EU-Info.de. 2013, abgerufen am 26. Oktober 2013.
  61. Kostas Simitis, Jannis Stournaras: Griechenland und der Euro: Brüssel ist schuld. In: Süddeutsche.de. 8. Mai 2012, abgerufen am 17. April 2013.
  62. Patrick Welter: Der Euro in der Krise. Beschuldigt nicht Griechenland. In: FAZ. 11. Mai 2010, abgerufen am 17. April 2013.
  63. a b Michael Martens: Schuldenkrise: Griechische Tragödie. In: FAZ. 11. Juni 2011, abgerufen am 17. April 2013.
  64. a b Ursula Welter: Vor dem Euro-Sondergipfel. Die Konstruktionsfehler der Währungsunion. In: Deutschlandfunk. 20. Juli 2011, abgerufen am 17. April 2013.
  65. Monatsbericht Juli 2011. In: Bundesministerium der Finanzen. Juli 2011, abgerufen am 17. April 2013.
  66. a b c Schulden-Krise. Die fatalen Folgen der Euro-Einführung. In: Focus Online. 28. März 2011, abgerufen am 5. Oktober 2011.
  67. Zählung. Das kleine Griechenland hat 768.000 Beamte. In: DIE WELT. 30. Juli 2010, abgerufen am 17. April 2013.
  68. Corinna Jessen: Verschwendung im Schuldenstaat. Griechen wüten gegen die Prass-Wirtschaft. In: Spiegel Online. 29. April 2010, abgerufen am 17. April 2013.
  69. Michael Martens: Beamte in Griechenland. Die Überflüssigen. In: FAZ. 14. September 2011, abgerufen am 17. April 2013.
  70. a b c d e Directorate-General for Economic and Financial Affairs: The Second Economic Adjustment Programme for Greece – Second Review May 2013. Occasional Papers 148 – May 2013. European Commission, 16. Mai 2013, abgerufen am 23. Mai 2013 (PDF; 4,5 MB, englisch).
  71. a b Athener Ausgabe: Wie Griechenland das Geld verschwendet. In: FAZ. 2. Mai 2010, abgerufen am 17. April 2013.
  72. Griechenland: Behörden suchen Phantomrentner. In: Spiegel Online. 26. August 2010, abgerufen am 17. April 2013.
  73. Millionenbetrug: Griechenland hat mutmaßlich 21.000 Phantomrentner. In: Spiegel Online. 26. November 2011, abgerufen am 17. April 2013.
  74. Sozialbetrug: Griechenland stoppt Zahlungen an 63.500 Phantom-Rentner. In: Spiegel Online. 2. Februar 2012, abgerufen am 17. April 2013.
  75. SIPRI Importer/exporter TIV tables, SIPRI Arms Transfers Database.
  76. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChefökonom Kolumne – Ehrenrettung für Griechenland. FTD, 4. Februar 2010, archiviert vom Original am 8. Februar 2010, abgerufen am 1. Juli 2011.
  77. Eurostat: Taxation trends in the European Union, 2009 (PDF; 5,6 MB)
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  91. /http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:oekonom-flassbeck-zur-euro-krise-die-niedrigen-loehne-sind-schuld-an-der-krise/70070469.html Ökonom Flassbeck zur Euro-Krise: Die niedrigen Löhne sind schuld an der KriseVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter Financial Times, 31. Juli 2012. Abgerufen am 27. August 2012
  92. Ruth Berschens, Eric Bonse und Thomas Ludwig: Barroso kontra Merkel: „Die Frage eines Euro-Ausschlusses stellt sich nicht“. In: Handelsblatt. 22. März 2010, abgerufen am 25. Januar 2014.
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  96. Tagesanzeiger 18. April 2012: „EU-Kommission: Griechenland bisher mit 380 Milliarden Euro gerettet“
  97. Vgl. Deutscher Bundestag, Infobrief Bilaterale Finanzhilfen für Griechenland – Vereinbarkeit mit Artikel 125 AEUV (PDF-Datei; 180 kB).
  98. http://www.imf.org/external/pubs/ft/wp/2007/wp07111.pdf Miranda Xafa: Global Imbalances and Financial Stability
  99. manager-magazin 23. April 2010: Trotz Hilfe. Welche Risiken für Hellas bleiben
  100. Deutscher Bundestag, DrS 17/1544 – 3. Mai 2010: Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP: Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der Finanzstabilität in der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der Hellenischen Republik (Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz – WFStG – s. auch DrS 17/1561 (5. Mai 2010)) Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses und DrS 17/1562 (6. Mai 2010) Bericht des Haushaltsausschusses zu diesem Gesetzentwurf
  101. Deutscher Bundestag. Stenografischer Bericht 17/39 (Plenarprotokoll 5. Mai 2010) S. 3721–3746, Tagesordnungspunkt 1: Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der Finanzstabilität in der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der Hellenischen Republik (Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz – WFStG)
  102. a b Deutscher Bundestag. Stenografischer Bericht 17/41 (Plenarprotokoll 7. Mai 2010) S. 3989–4022, Tagesordnungspunkt 23: Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der Finanzstabilität in der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der Hellenischen Republik (Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz – WFStG) + Anlagen zu diesem Stenografischen Bericht: Anlagen 2 bis 6 – Erklärungen nach § 31 GO
  103. Spiegel-Online 12. Mai 2010: Grafiken: Europas Wirtschaft im Überblick. Hier: Grafik 2: Bollwerk gegen den Bankrott. Rettungsmaßnahmen für notleidende Euro-Länder…
  104. Bundesrat. Stenografischer Bericht. 869. Sitzung (Plenarprotokoll 869 (7. Mai 2010), S. 135–147: Tagesordnungspunkt 70: Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der für die Finanzstabilität in der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der Hellenischen Republik (Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz – WFStG))
  105. Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der für die Finanzstabilität in der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der Hellenischen Republik – Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz (WFStG)
  106. a b c „Hilfe für Griechenland – Wie der Bundestag beim Rettungspaket bisher abstimmte“ FAZ.NET 27. Februar 2012
  107. Vgl. Regierungserklärung durch den Bundesminister der Finanzen Wolfgang Schäuble vom 10. Juni 2011 im Bundestag.
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  111. a b tagesschau.de, 22. Juli 2011: Wie Griechenland gerettet werden soll
  112. faz.net 22. Juli 2011: Schuldenkrise. EZB lenkt im Streit um Beteiligung Privater ein – s. hier Grafik: Die Gläubiger des griechischen Staates (Staatliche und institutionelle Investoren – Große Privatbanken und Versicherungen nach Herkunft)
  113. Spiegel-Online 26. Juni 2011: Schuldenkrise. Wer die größten Griechen-Risiken trägt – s. hier Tabelle: Griechenlands größte Gläubiger
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