Griesingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Griesingen
Griesingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Griesingen hervorgehoben
48.2666666666679.7825506Koordinaten: 48° 16′ N, 9° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 8,16 km²
Einwohner: 1028 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89608
Vorwahl: 07391
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 050
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Landstraße 51
89608 Griesingen
Webpräsenz: www.griesingen.de
Bürgermeister: Oliver Klumpp
Lage der Gemeinde Griesingen im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Griesingen ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Griesingen liegt an der Donau etwa 25 Kilometer flussaufwärts von Ulm.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten an Öpfingen, im Süden an die Stadt Laupheim im Landkreis Biberach und ist ansonsten vom Gebiet der Stadt Ehingen umgeben.

Flurnamen[Bearbeiten]

"Flurnamen sind die Namen von Bergen und Tälern, Wäldern und Feldern, Bächen und Teichen, Wegen und Stegen und anderer unbewohnter Örtlichkeiten außerhalb von Siedlungen. Sie enthalten, oft über viele Jahrhunderte überliefert, altes - nicht selten aus fremdes - Sprachgut und gestatten Rückschlüsse auf die Besiedlungsgeschichte. Flurnamen sind damit wichtige Quellen der Regionalgeschichte." (Quelle: Heimatbund Thüringen)

Manche Flurnamen sind zwar alt, aber noch in lebendigem Gebrauch, andere sind Geschichte geworden und nur noch wenigen Menschen bekannt. Sie erzählen etwas über das Leben und Arbeiten der Menschen im Ort - wie sie ihren Lebensunterhalt erwarben, womit sie sich plagen mussten, wo sie ihre Feste gefeiert haben und wo sie heute feiern.

Am Griesinger Wald[Bearbeiten]

Wie der Name sagt, befindet sich das Flurstück am Waldrand in der Verlängerung der Waldstraße, am Käppele vorbei, den Berg am Waldrand entlang hoch, am Bildstöckle vorbei. Das Flurstück liegt etwa auf halber Strecke zwischen dem Käppele und der Ecke des Waldes, dem Süden zu. Benachbart: Bibellüß, Greut, Hinter dem Berg, Blößäcker (teils Markung Schaiblishausen). Die Gemeinde Griesingen ist Besitzerin zweier kleiner Waldparzellen im Taxis’schen Wald. Diese liegen jedoch im südöstlichen Markungsgebiet bei den Flurstücken „Unteres Greut“ und „Eichenwäldle“, weitab von der Flur „Am Griesinger Wald“. Die Benennung „Am Griesinger Wald“ kann sich also nicht auf kommunale Besitzverhältnisse beziehen, sondern auf die Lage dieses großen Waldgebiets, das sich in der Nähe zu Griesingen und zu einem größeren Teil auch auf Griesinger Markung befindet. Auch in Nachbarorten spricht man vom „Griesinger Wald“. Das Flurstück „muss im 18. Jahrhundert gerodet und an die Bauern verteilt worden sein.“ (C. Kohl) — Siehe auch unter der nachstehenden Flur „Am Nasgenstadter See“.

Am Nasgenstadter See[Bearbeiten]

Das Flurstück liegt heute vermutlich auf Markung Nasgenstadt. Es ist jedoch auf Flurkarten nicht mehr eingetragen. Doch liegt nahe, dass es in den Nasgenstadter Flurnamen Wasserstall, Hirtensee und „Krummer See“ aufging. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) wurde durch gewollten Zuzug von Bauern weitere Flächen urbar gemacht (siehe „Stockäcker“). Auch im Ösch, der Nasgenstadt zu gelegenen ist, entstanden damit zugleich neue Flurnamen – auf damaliger Griesinger Markung: Am Nasgenstadter See, Brühl, Halden, Pfaffental, Im See (Krummer See), Untere Au.

Alte Viehweidteile[Bearbeiten]

Fast an der südöstlichen Markungsgrenze (Rißtissen zu), am Waldrand. Benachbart: Forchenteile, Steglache, Untere Straßenteile. Teile sind meist kleine Stücke aus der Allmende. Allmende heißen die von der Dorfgemeinschaft gemeinsam bewirtschafteten landwirtschaftlichen Grundstücke. Das Nutzungsrecht wurde verlost. Daher sagte man auch Losteile oder Allmendteile. Nach ihrer Nutzung gab es neben Viehweidteilen auch Krautteile, Rüb(en)teile usw. Über das Bürgerrecht und die Allmendenutzung: „Um 1840 fällt im Ehinger Teilort Altsteußlingen auf, dass zunehmend Einheimische wie auch solche, die von auswärts einheiraten wollten, das Bürgerrecht in der Gemeinde anstrebten. Solche Anträge wurden auf dem Schultheißenamt (Gemeindeverwaltung) genau geprüft. Damit ein Neubürger der Gemeinde voraussichtlich nicht zur Last fallen würde, musste er seinen Leumund (so etwas wie ein polizeiliches Führungszeugnis) und seine Vermögenslage durch Zeugnisse (Belege) nachweisen. Für das verliehene Bürgerrecht musste eine Bürgerannahmegebühr entrichtet werden. Oft waren auch noch Verpflichtungen auferlegt, zum Beispiel einen Feuereimer zur Brandbekämpfung in der Gemeinde anzuschaffen. (...) Ein Einwohner, der nicht Bürger der Gemeinde war, hatte keinen Anspruch auf die Vorrechte eines Bürgers wie soziale Hilfe, Allmende-Nutzung, kostenlosen Schulbesuch. Wenn ein Bürger mit Gebühren oder Steuern für die Gemeinde in Verzug kam, wurde ihm mit dem Entzug des Bürgerrechts gedroht.“ (Wohlleb, Altsteußlingen)

Geschichte[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Griesingens ist überwiegend römisch-katholisch. Die Gemeinde ist Sitz der Pfarrei St. Leodegar, die zum Dekanat Ehingen-Ulm gehört.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus acht parteilosen Bürgern, die in Mehrheitswahl von der Bevölkerung gewählt wurden. Seit der Kommunalwahl 2004 gehört mit Dorothea Brinkschmidt-Haase erstmals in der Geschichte des Ortes eine Frau dem Gemeinderat an. Griesingen war in Baden-Württemberg die einzige Gemeinde, die bis zum Jahr 2004 stets nur Männer in den Gemeinderat gewählt hatte.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird nach der Baden-Württembergischen Gemeindeordnung auf acht Jahre gewählt.

  • 1997-2014: Ulrich Oberdorfer
  • seit Februar 2014: Oliver Klumpp

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Der Musikverein Griesingen e.V., welcher im Jahre 1958 gegründet wurde, hat derzeit ca. 50 Musiker in der Hauptkapelle. Unter der Leitung von Peter Behmüller nimmt der Musikverein an etlichen Auftritten bei verschiedenen Veranstaltungen aber auch bei festlichen Anlässen in der Gemeinde teil. Ein besonderer Höhepunkt der Vereinsgeschichte, war die Teilnahme an der Steubenparade in New York und die anschließende 14-tägige Konzerttournee in den Vereinigten Staaten von Amerika im September 1977.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Griesingen verfügt über eine eigene Grundschule und einen Kindergarten, der von der katholischen Kirche betrieben wird. Der Besuch weiterführender Schulen ist nur in den Nachbargemeinden möglich.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Griesingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien