Grieskirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grieskirchen
Wappen von Grieskirchen
Grieskirchen (Österreich)
Grieskirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 11,74 km²
Koordinaten: 48° 14′ N, 13° 50′ O48.23513.831944444444335Koordinaten: 48° 14′ 6″ N, 13° 49′ 55″ O
Höhe: 335 m ü. A.
Einwohner: 4.839 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 412 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4710
Vorwahl: 07248
Gemeindekennziffer: 4 08 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 9
4710 Grieskirchen
Website: www.grieskirchen.at
Politik
Bürgermeisterin: Maria Pachner (ÖVP)
Gemeinderat: (2009) 16 ÖVP, 6 FPÖ, 6 SPÖ,
3 Grieskirchner Bürgerliste
Lage der Stadt Grieskirchen im Bezirk Grieskirchen
Aistersheim Bad Schallerbach Bruck-Waasen Eschenau im Hausruckkreis Gallspach Gaspoltshofen Geboltskirchen Grieskirchen Haag am Hausruck Heiligenberg Hofkirchen an der Trattnach Kallham Kematen am Innbach Meggenhofen Michaelnbach Natternbach Neukirchen am Walde Neumarkt im Hausruckkreis Peuerbach Pollham Pötting Pram Rottenbach St. Agatha St. Georgen bei Grieskirchen St. Thomas Schlüßlberg Steegen Taufkirchen an der Trattnach Tollet Waizenkirchen Wallern an der Trattnach Weibern Wendling OberösterreichLage der Gemeinde Grieskirchen im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Rathaus (Markt: 1327 - Stadt: 1613)

Grieskirchen ist eine Stadtgemeinde im Hausruckviertel in Oberösterreich mit 4839 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) und Bezirkshauptstadt des Bezirkes Grieskirchen. Das zuständige Gericht des Gerichtsbezirks Grieskirchen und die Bezirkshauptmannschaft befinden sich in der Stadt.

Geografie[Bearbeiten]

Grieskirchen liegt auf um die 330 m ü. A. im Trattnachtal. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,7 km, von West nach Ost 4,8 km. Die Gesamtfläche beträgt 11,7 km². 10,3 % der Fläche sind bewaldet, 70,9 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Landschaftlich gehört die Gegend zur Raumeinheit Inn- und Hausruckviertler Hügelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwölf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Grieskirchen (4282)
  • Hiering (82)
  • Kickendorf (91)
  • Moosham (102)
  • Niederndorf (3)
  • Parz (71)
  • Paschallern (60)
  • Steindlberg (3)
  • Tolleterau (4)
  • Unternberg (11)
  • Untersteinbach (88)
  • Vornwald (6)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Grieskirchen, Manglburg und Parz.

Zählsprengel sind Grieskirchen-West, Grieskirchen-Ost, Grieskirchen-West, Grieskirchen-Umgebung.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Tollet Pollham
St. Georgen bei Grieskirchen Nachbargemeinden Bad Schallerbach
Gallspach Schlüßlberg

Geschichte[Bearbeiten]

Grieskirchen nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Griezkirichen wird 1075 als Besitz des Passauer Klosters St. Nikola, zum Bistum Passau gehörend, erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

  • 1327 älteste Nennung von Grieskirchen als Markt
  • 1398 kauft Andreas von Polheim Markt und Gericht Grieskirchen
  • 1515 wurde das Landschloss Parz aus den Teilen der abgetragenen Burg Tegernbach aufgebaut
  • 1564 Abfassung der Grieskirchner Marktordnung
  • 1585 wütete in Grieskirchen die Pest, aus diesem Jahr stammt der Sebastianfriedhof
  • 1597 Abschluss der Grieskirchner Compactaten (20. November), durch welche die seit 1595 schwelenden Bauernunruhen beendet werden
  • 1613 verlieh Kaiser Matthias Grieskirchen das Stadtrecht
  • 1626 ist die Stadt ein Schauplatz der Bauernkriege
  • 1651 kommt die Stadt zur Herrschaft der Grafen von Weissenwolf
  • 1714/15 wütet die Pest in Grieskirchen und 1747 kam es zur größten Brandkatastrophe

Während der Napoleonischen Zeit wurde der Ort Bayern zugeschlagen und war von 1810 bis 1816 königlich bayerische Grenzstadt. Anschließend kam die Stadt wieder zu Österreich ob der Enns.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit Februar 2009 Maria Pachner (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Coat of arms Grieskirchen.svg

Blasonierung:

In Rot auf grünem Schildfuß eine silberne Kirche mit schwarzem Tor, ebensolchen Fensteröffnungen und Dächern sowie einem schwarzen Knauf und Kreuz auf dem Zeltdach des linksgestellten Flankenturmes.

Die Gemeindefarben sind Grün-Rot.

Das Motiv weist auf den Namen und damit die Entstehung einer Siedlung, die sich am schotterigen, sandigen Ufer (obd. Gries) der Trattnach um eine Kirche entwickelt hat.

Für die 400-Jahr Feier im Jahr wurde das Wappen redesignt und laut Stadgemeindeamt rechtzeitig zur Feier veröffentlicht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Grieskirchen-Gallspach

Bahn[Bearbeiten]

Grieskirchen liegt an der 1861 fertiggestellten Passauer Bahn, eine geplante Verbindungsbahn von Grieskirchen über Gallspach nach Gaspoltshofen wurde nicht realisiert.

Der Bahnhof von Grieskirchen liegt am östlichen Stadtrand, nördlich des Industriegeländes, welche die Fabrik der Firma Pöttinger Landtechnik sowie die etwas kleinere Fröling Heizkesselfabrik prägen. Historisch begründet ist auch der Name der Bahnstation: Grieskirchen-Gallspach. Der Nachbarort Gallspach – bekannt durch sein Zeileisinstitut – war seit den frühen Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts bei Kurgästen beliebt. Dies war auch der Grund, warum bald etliche Schnellzüge, darunter auch der legendäre Oostende-Wien-Express, hier halt machten.

Als bei den Krankenkassen in Deutschland zu Beginn der 1990er Jahre der Sparstift angesetzt und ein Kuraufenthalt im Ausland nicht mehr finanziert wurde, blieb diese Klientel an Kurgästen aus; dies war damit das Ende des Haltens der Schnellzüge in Grieskirchen.

Straße[Bearbeiten]

Grieskirchen liegt an der Innviertler Bundesstraße 137, an welche an der sogenannten Pöttingerkreuzung die Bundesstraße 135 nach Süden in Richtung Gallspach, Gaspoltshofen und Schwanenstadt abzweigt. Bis zur endgültigen Fertigstellung der Innkreis Autobahn A8 in den 1990er Jahren war die Bundesstraße 137 der nördliche Teil der sogenannten Gastarbeiterroute. Als die Innkreis Autobahn endlich fertiggestellt wurde, sind die Straßenschilder E5 (Europastraße 5) von der Bundesstraße demontiert und an der Autobahn montiert worden.

Es gibt keinen direkten Autobahnanschluss. Richtung Osten (Linz, Wien) oder Süden (Graz) fährt man bei Wels-Nord oder Pichl bei Wels auf die Welser Autobahn A25 bzw. Innkreis Autobahn A8 auf. Richtung Westen (Ried im Innkreis, Passau) bieten sich die Anschlussstellen Meggenhofen-Gallspach oder Haag am Hausruck an.

Weiters existieren Bezirks- bzw. Landesstraßen nach Norden in die Richtungen Michaelnbach und Waizenkirchen sowie in Richtung Pollham und St. Thomas bzw. St. Marienkirchen an der Polsenz als auch nach Osten die "alte Bundesstraße" in Richtung Bad Schallerbach und ebenso eine nach Westen in Richtung Tollet.

Historisch begründet sind die engen Straßen; vor ein paar Jahren wurde im gesamten Stadtkern Tempo 30 km/h angeordnet, an Stelle der sonst üblichen 50 km/h.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Brauerei Grieskirchen wurde 1569 erstmal urkundlich erwähnt und stellt heute eine Vielzahl verschiedenster Biersorten und Limonaden her. Eine Besonderheit der Brauerei sind ihre Weißbiere (Kristall, Helle, Dunkle Weiße). Grund ist, dass Grieskirchen königlich bayerische Grenzstadt war und somit die Grieskirchner Brauerei die östlichste Brauerei ist, die Weizenbiere herstellt. Heute ist die Brauerei zum Großteil im Besitz der Harmer Holding.

Die 1871 gegründete Alois Pöttinger Maschinenfabrik stellt Landmaschinen für die Grünland- und Bodenbearbeitung her. Der Exportanteil beträgt 80 %. Der Betrieb betreibt Zweigwerke in Bernburg und Vodňany und beschäftigt 1.370 Mitarbeiter.

Die 1659 erstmals erwähnte Pfleger-Mühle zu Schloss Parz befindet sich seit 1892 im Besitz der Familie Haberfellner. Das Unternehmen wird heute von Leopold und Markus Haberfellner geführt.

Weitere produzierende Firmen in Grieskirchen:

Bildung[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Freskenzyklus auf der Südfassade von Schloss Parz
  • Das Landschloss Parz mit bedeutenden Außenfresken zählt zu den stattlichsten Renaissanceschlössern Oberösterreichs und bildet mit dem dazugehörigen Wasserschloss Parz ein geschlossenes Ensemble. Vor etwa 400 Jahren wurde die Südfassade des Schlosses mit umfangreichen Fresken ausgestattet, die bis vor wenigen Jahren von barockem Anstrich übertüncht waren und erst 1987 im Rahmen von Renovierungsarbeiten entdeckt wurden. Es handelt sich um den größten im Original erhaltenen Zyklus an Außenfresken der Renaissance nördlich der Alpen. Im Jahr 2010 war im Schloss Parz die Landesausstellung Renaissance und Reformation zu sehen.
  • Schloss Tollet: Renaissanceschloss aus 1601-1611 in der angrenzenden Gemeinde Tollet. Die erste Befestigungsanlage geht auf das Jahr 1170 zurück. Von 1601 und 1611 ließ Hans V. Jörger von Tollet das Schloss neu im Stil der Renaissance erbauen mit unter anderem einem Hofumgang mit interessanten Abschlussgittern aus dem Jahr 1607, die 48 Felder mit 46 verschiedenen Motiven umfassen. Von 2002 - 2009 Renovierung des Schlosses. Heute hat der Bezirksheimathausverein Grieskirchen, ein gemeinnütziger Kulturverein, seinen Sitz auf Schloss Tollet und betreibt seit 23. April 2009 im Schloss das Museum Kulturama Schloss Tollet. Es finden Ausstellungen und Konzerte statt.[3]
  • Schloss Reinleiten: Das Schloss steht nicht mehr in ursprünglicher Form; es wurde von Georg Wagenleithner zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ein Krankenhaus umgebaut, welches heute zum Orden der Franziskaner gehört.
  • Stadtpfarrkirche St. Martin: Wurde im gotischen Stil erbaut, später barockisiert.
  • Annakapelle: spätgotische Kapelle aus dem 15. Jahrhundert mit Rippengewölbe und Altar in frühbarockem Stil (Mitte des 17. Jahrhunderts).
  • Bürgerhaus am Stadtplatz 40: Erbaut Ende des 16. Jh. unter Siegmund und Gundacker v. Polheim, Renaissanceportal 1604, runder Eckerker. Heute Gasthof Zum weißen Kreuz. Durch den sogenannten Schwibbogen mit dem zur selben Zeit entstandenen Nachbarhaus Stadtplatz Nr. 3 verbunden. Später im Besitz des Gastwirtes und Bürgermeisters Christoph Manglburger (1541-1616).
  • Karbrunnen: Im Mittelalter wütete ein vernichtender Brand - aus dieser Zeit stammt der Karbrunnen auf dem Kirchenplatz.
  • Dreifaltigkeitssäule: 1708 von Johann Georg Adam von Hoheneck gestiftet. Stand bis 1972 in Unternberg neben der Trattnachbrücke, seit 1979 befindet sie sich auf dem Pühringerplatz.
  • Sebastianfriedhof: 1585 aus einem Pestanger hervorgegangen, mit einem datierten Eingangstor von 1593.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Grieskirchen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Pühringer: Geschichte von Grieskirchen und Umgebung. Grieskirchen 1882
  • Franz Berger: Beiträge zur Geschichte von Grieskirchen. Ried i. I., 1916
  • Hubert Leeb: Beiträge zur Geschichte von Grieskirchen und Umgebung. Grieskirchen 1956
  • Johann Baumgartner [Hg]: Der Bezirk Grieskirchen. Ein Heimatbuch. Linz 1983
  • Josef Zeiger: Chronik der Stadtgemeinde Grieskirchen. 7 Bände. 1988
  • Siegfried Rathner, Stadtgemeinde Grieskirchen (Hg): Grieskirchen von A bis Z. Ein Lexikon zur Stadtgeschichte. Grieskirchen, 1993
  • W. Helmut Nimmervoll: Der Weg der Zeit - Lebendige Heimatkunde. Grieskirchen 2009
  • Walter Aspernig, Roland Forster, Elisabeth Gruber: Die Grabdenkmäler der Pfarre Grieskirchen. Grieskirchen 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grieskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Schulprogramm BORG Grieskirchen im Überblick. BORG Grieskirchen, schulen.eduhi.at, abgerufen am 25. Juli 2013.
  3. Schloss Tollet und Kulturverein