Grille (Schiff, 1934)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Grille (1934))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aviso Grille (II)
Aviso Grille
Schiffsdaten
Kiellegung: 1934
Stapellauf: 15. Dezember 1934
Bauwerft: Blohm & Voss, Hamburg
Technische Daten
Verdrängung: Standard: 2560 t
Maximal: 3430 t
Länge: KWL: 115 m
über alles: 135 m
mit Bugspriet: 143 m
Breite: 13,5 m
Tiefgang: 3,4 - 4,2 m
Maschinenanlage:
Leistung an den Wellen: Dauerlast: 22.000 shp
Probefahrt: 26.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: 26 kn
Bewaffnung:
  • 3 x 12,7 cm L/45 C/34 (3x1)
  • 4 x 3,7 cm L/83 C/33 (2x2)
  • 4 x 2 cm L/65 C/30 (4x1)

Der Aviso Grille war ein deutsches Kriegsschiff im Zweiten Weltkrieg. Die Namensgebung stand in der Tradition der früheren königlich-preußischen Admiralitätsyacht SMS Grille.

Staatsyacht[Bearbeiten]

Das Schiff wurde als Flottentender C geordert und 1934/35 für das Deutsche Reich als Staatsyacht bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut und zu offiziellen Anlässen eingesetzt, wie der Flottenparade anlässlich der Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum der Seeschlacht im Skagerrak am 30. Mai 1936, dem Besuch der deutschen Delegation unter Reichswehrminister und Generalfeldmarschall Werner von Blomberg anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten von König George VI. und der dazu stattfindenden Flottenparade vor Spithead vom 12. bis 13. Mai 1937, dem Staatsbesuch des ungarischen Reichsverwesers Admiral Miklós Horthy im Sommer 1938, dem Staatsbesuch des italienischen Königs Viktor Emanuel III. im August 1939 und dem Staatsbesuch Benito Mussolinis im Sommer 1942.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Grille war mit drei 12,7-cm-Kanonen, vier 3,7-cm-Flak in zwei Doppellafetten und vier 2-cm-Flak C/30 ausgestattet und konnte durch ihre Minenlegerausrüstung 280 Seeminen transportieren und verlegen. Bei Kriegsbeginn 1939 verlegte sie Minen vor Wilhelmshaven und wurde durch einen Minenlegeeinsatz in der Themsemündung eines der ersten in britischen Gewässern eingesetzten deutschen Kriegsschiffe. Erst spät im Jahr 1942 in Marinegrau gestrichen, wurde die Grille als Stabsschiff und Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Erich Raeder, im Nordmeer verwendet und in Narvik stationiert. Ab Frühjahr 1944 führte von der Grille aus Fregattenkapitän Reinhard Suhren den Befehl über die U-Boote im Nordmeer.

Kommandanten[Bearbeiten]

Die Grille hatte folgende Kommandanten:

Nachkriegsjahre[Bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde das Schiff im Lofjord bei Trondheim interniert. Es wurde Kriegsbeute Großbritanniens und wurde 1946 von einem kanadischen Reeder gekauft. Dieser gab es 1948 an den im Auftrag des ägyptischen Königs Faruk I. handelnden libanesischen Textilfabrikanten George Arida weiter. Der König verlor noch vor Übernahme des Schiffes das Interesse, und Arida versuchte daraufhin, in New York Interessenten für das Schiff zu finden, wo es zeitweilig gegen Eintritt als Touristenattraktion besichtigt werden konnte. Im April 1951 wurde das Schiff verkauft, zu einer Werft in Bordentown (Burlington County, New Jersey) am Delaware River geschleppt und dort abgewrackt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Spezial- und Sonderschiffe der Kriegsmarine (= Marine-Arsenal mit internationalen Flottennachrichten und Marinerundblick. Bd. 30). Band 1. Podzun-Pallas, Wölfersheim-Berstadt 1995, ISBN 3-7909-0523-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 2013 bot ein Werkstättenbesitzer einen Toilettensitz des Schiffes, der vom Abwracken stammt und seitdem in seiner Werkstatt Verwendung fand, zum Verkauf an. (Hitler's toilet from his private yacht finds a new home... in a New Jersey car repair shop, Daily Mail am 1. Februar 2013)