Grimentz

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Grimentz
Wappen von Grimentz
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Sidersw
Gemeinde: Anniviersi2
Postleitzahl: 3961
Koordinaten: 611171 / 11466246.1833297.5833271553Koordinaten: 46° 11′ 0″ N, 7° 35′ 0″ O; CH1903: 611171 / 114662
Höhe: 1'553 m ü. M.
Fläche: 58.4 km²
Einwohner: 475 (31. Dezember 2007)
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.grimentz.ch
Blick auf Grimentz

Blick auf Grimentz

Karte
Grimentz (Schweiz)
Grimentz
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2008

Grimentz ist ein Ferienort im französischsprachigen Val d'Anniviers, Bezirk Siders des Kantons Wallis in der Schweiz und liegt auf einer Höhe von 1'553 m ü. M. Grimentz ist Teil der Gemeinde Anniviers.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer nach Südosten gerichteten Sonnenterrasse am linken Ufer des Flusses Gougra. Die Terrasse entstand als Moränenablagerung des Glacier de Moiry. Der südöstlich des Dorfes steil aufsteigende Corne de Sorebois teilt das Val d’Anniviers in die Täler von Zinal und Moiry. Über dem Ort erheben sich der Roc d'Orzival, Becs de Bosson sowie der Sex de Marinda. Der Corne de Sorebois trennt Grimentz vom Ferienort Zinal.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Strasse nach Grimentz wurde erst in den 1950er Jahren für den Bau des Stausees Lac de Moiry gebaut. Durch die regelmässigen Postautokurse via Vissoie zum Bahnhof Siders ist Griementz an das Netz des öffentlichen Verkehrs der Schweiz angeschlossen. Es bestehen ausserdem Direktkurse von Zinal über Grimentz zum Stausee Moiry.

Geschichte[Bearbeiten]

Grimentz mit Sex de Marinda im Hintergrund links.

Südwestlich des Dorfes am Ufer der Gougra liegt eine Lichtung auf welcher zahlreiche megalithische Schalensteine stehen. Die genaue Bedeutung der Schalensteine ist bis heute unbekannt.

Im 11. Jahrhundert wurde der Ort Grimiens oder auf Deutsch Grimensi genannt. Es stand, wie das ganze Val d’Anniviers , unter der kirchlichen Hoheit des Bischofs von Sitten. Die weltliche Gewalt übten die Grafen von Granges, später die Familie d'Anniviers (1200-1360) und die Herren von Raron (1381 bis Ende 15. Jh.) aus. Grimentz war das erste Dorf im Tal, welches bereits 1243 sich als Gemeinde konstituierte. Zusammen mit dem Nachbarort Saint-Jean bildete Grimentz im 14. Jahrhundert ein sogenannter Viertel des Val d’Anniviers.

1798 marschierte Napoleon mit seiner französischen Armee im Wallis ein. Die Gemeinden im Val d’Anniviers wurden neu gegliedert. Aus den Vierteln entstanden Drittel, aus dem Drittel von Grimentz zwei halbe Drittel (demi-tiers), nämlich Saint-Jean und Grimentz. Letzteres umfasste Grimentz und Vissoie. Diese Zwangsfusion führte zu einem Streit, welcher über 100 Jahre dauern sollte. Ein erster Prozess zwischen 1814 und 1824 bestätigte den Status quo. Der zweite Prozess zwischen 1897 und 1914 führte schliesslich zur Verselbständigung von Vissoie. In kirchlichen Angelegenheiten unterstand Grimentz bis 1798 der Pfarrei Anniviers. Die Kirche stand in Vissoie. Ab 1825 war Grimentz ein Rektorat und wurde erst 1933 eine eigene Pfarrei. 1830 wurde eine eigene Kirche im Dorf errichtet und 1951 durch einen Neubau ersetzt.

Im Jahr 1850 lebten 230 Einwohner in Grimentz, 1900 249, 1950 noch 191, 1980 271 und 2000 wieder 404.

Die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung war bis ins 20. Jahrhundert die Berglandwirtschaft. Die Eringerkühe wurden auf den Alpen Avoin, Moiry und Torrent gesömmert.

1957 wurde oberhalb des Dorfes auf der Alp Moiry mit dem Bau des Stausees Lac de Moiry begonnen. Der Mauerbau brachte Arbeit ins Dorf.

In den 1960er und 1970er Jahren nahm der Tourismus durch den Bau der Seilbahn auf die Alp Bendolla und dem Bau mehrerer Skilifte stark an Bedeutung zu. In der Folge wurde zahlreiche Apartmenthäuser und Chalets rund um den alten Dorfkern gebaut. Im Jahr 2000 waren zwei Drittel der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor beschäftigt.

Grimentz war bis zum 31. Dezember 2008 eine eigenständige politische Gemeinde. Danach fusionierte die Gemeinde mit 5 weiteren Gemeinden im Val d’Anniviers (Ayer, Chandolin, Saint-Jean, Saint-Luc, Vissoie) zur neuen Gemeinde Anniviers.

Tourismus[Bearbeiten]

Sehenswert ist der gut erhaltene, autofreie Ortskern von Grimentz mit zahlreichen für die Region typischen, sonnenverbrannten historischen Holzhäusern mit den feurig roten Geranien vor den Fenstern. Das 1550 errichtete Burgerhaus blieb bis 1904 in den Händen der Gemeinde und ist noch heute das Zentrum des Dorfes. Fünf Hotels sowie zahlreiche Ferienwohnungen und Chalests stehen den Touristen als Unterkunft zur Verfügung. Grimentz bietet ausserdem im Sommer wie im Winter eine moderne Infrastruktur mit Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Sportangeboten.

Sommer[Bearbeiten]

Über 200 km Wanderwege sind in der Umgebung von Grimentz markiert, darunter auch die beiden Passwanderungen über den Col de Torrent und den Pas de Lona ins benachbarte Val d’Hérens sowie Wanderungen zu den Seen Lac de Moiry, Lac de Lona sowie Lac des Autannes. Der Übergang über den Corne de Sorebois führt zum benachbarten Bergdorf Zinal.

Die nationale Route Nr. 6 Alpenpässe-Weg von SchweizMobil führt vom Turtmanntal über den Meidpass nach Zinal und weiter zum Lac de Moiry und über den Col de Torrent ins Val d’Hérens.

Mehr als 100 km Mountainbikestrecken sind markiert. Darunter auch die Strecke Nr. 43 Valais Alpine Bike von Mountainbikeland Schweiz.

Winter[Bearbeiten]

Das Skigebiet von Grimentz liegt östlich von Roc d'Orzival und Becs de Bosson und umfasst ca. 50 km Pisten. Der höchste Punkt liegt auf fast 3'000 m ü. M.. Die Hauptpisten werden künstlich beschneit. Den Skifahrern stehen nebst der Gondelbahn auf Bendolla drei Sessellifte und 7 Skilifte zur Verfügung.

Im Spätherbst 2013 wird die neue, derzeit sich in Bau befindliche Luftseilbahn von der Talstation in Grimentz ins Skigebiet von Zinal führen. Somit sind die beiden Skigebiete miteinander verbunden. Es entsteht eine Skiarena mit ca. 120 km Pistenlänge, 2 Luftseilbahnen, 1 Gondelbahn, 5 Sesselliften und 11 Skiliften. Das Skigebiet Grimentz-Zinal wird dann zu den 10 grössten Skigebieten im Kanton Wallis gehören. Auf Bendolla werden im Winter insgesamt 17 km Langlaufloipen gespurt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ignace Mariétan: Wanderbuch Val d’Anniviers – Val d‘Hérens. Kümmerly + Frey, Bern 1965

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grimentz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien