Groß Jehser

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51.77333333333313.87305555555672Koordinaten: 51° 46′ 24″ N, 13° 52′ 23″ O

Groß Jehser
Stadt Calau
Höhe: 72 m
Einwohner: 318 (2000)
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 03205
Vorwahl: 035439
Gutshaus

Groß Jehser (niedersorbisch Jazory) ist ein Ortsteil der Stadt Calau im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Geografie[Bearbeiten]

Groß Jehser liegt in der Niederlausitz im Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Nördlich des Ortes liegt der Zinnitzer Ortsteil Bathow und der ehemalige Tagebau Seese-West. Im Osten folgen der Gemeindeteil Erpitz und der Calauer Ortsteil Buckow. Südlich von Groß Jehser befinden sich Schadewitz und Klein Mehßow. Im Südwesten grenzt der Ort an den Gemeindeteil Mallenchen, westlich liegt der ehemalige Tagebau Schlabendorf-Süd.

Zu Groß Jehser gehören die Gemeindeteile Mallenchen und Erpitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Groß Jehser wurde erstmals im Jahr 1497 erwähnt. Der Name leitet sich vom sorbischen Wort jazor für See ab.

Am 1. Januar 1926 wurde der benachbarte Orte Erpitz nach Groß Jehser eingliedert. Am 1. Mai 1974 folgte Gliechow.[1] In den Jahren 1976/1977 wurde die Buschmühle, die Wassermühle des Ortes, durch den Tagebau Schlabendorf-Süd devastiert.[2] Am 31. Dezember 2001 wurden Groß Jehser gemeinsam mit von Buckow, Craupe, Gollmitz und Zinnitz in die Stadt Calau eingegliedert.[3]

Erpitz[Bearbeiten]

Erpitz ist Teil von Groß Jehser mit etwa 20 Einwohnern. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus 1441. Unweit des Ortes befand sich eine Flachsbleiche, an deren Standort sich heute noch das Wasserloch befindet.[4]

Mallenchen[Bearbeiten]

Gutshaus Mallenchen

Mallenchen als kleiner Gemeindeteil von Groß Jehser, dessen Name sich vom sorbischen „malenki jasorce" - kleiner See - ableitet, wurde erstmals im Jahre 1527 erwähnt.

1682-1945 war das Dorf im Besitz der Familie von Patow.

Das Herrenhaus, 1780 erbaut, und die auf dem Gutshof befindlichen Überreste eines Taubenhauses gehören zu den Baudenkmalen in Calau.

Taubenhaus Mallenchen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Groß Jehser von 1875 bis 2000 [5]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 244 1933 203 1964 281 1989 335 1993 328 1997 334
1890 202 1939 212 1971 296 1990 343 1994 334 1998 329
1910 205 1946 396 1981 327 1991 322 1995 323 1999 324
1925 191 1950 379 1985 320 1992 322 1996 324 2000 318

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche

Die Kirche von Groß Jehser gehört zu den Baudenkmalen in Calau. Sie verfügt über einen aus Feldsteinen errichten Wehrturm, der im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Im Altarraum befindet sich ein Marmorepitaph der Familie von Patow aus dem Jahre 1724. Der Calauer Tischler und Maler Gottfried Wolschke fertigte im selben Jahr Altar und Kanzel. Die Orgel stammt von 1784. Unter dem Altar befindet sich die Gruft der Familie von Minkwitz.

Unweit der Kirche steht das Herrenhaus, ein Fachwerkbau mit hohem Mansarddach. Es gehört ebenfalls zu den Baudenkmälern in Groß Jehser.

Am Spring liegt ein kleiner Park mit Teich und restauriertem Fachwerkhofehaus.

Nördlich des Dorfes befindet sich die so genannte Wendenschanze. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Fluchtburg, die im versandeten See liegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Groß Jehser liegt direkt an der Bundesautobahn 13.

Der Ort ist Sitz eines großen Landwirtschaftsbetriebs mit Betriebsstätten auch in umliegenden Orten, wie z. B. in Zinnitz und Bathow.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. Frank Förster: Verschwundene Dörfer. Die Ortsabbrüche des Lausitzer Braunkohlenreviers bis 1993. (=Schriften des Sorbischen Instituts. 8) Bautzen 1995. ISBN 3-7420-1623-7
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 1. Sep. 2006, S. 9
  5. Statistik Brandenburg (PDF)