Groß Mohrdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Groß Mohrdorf führt kein Wappen
Groß Mohrdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Mohrdorf hervorgehoben
54.38333333333312.9514Koordinaten: 54° 23′ N, 12° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Altenpleen
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 41,56 km²
Einwohner: 743 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18445
Vorwahl: 038323
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 037
Adresse der Amtsverwaltung: Parkstraße 2
18445 Altenpleen
Webpräsenz: www.altenpleen.de
Bürgermeister: Bernd Kopmann
Lage der Gemeinde Groß Mohrdorf im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Groß Mohrdorf ist eine Gemeinde nordwestlich von Stralsund im deutschen Landkreis Vorpommern-Rügen. Die Gemeinde wird vom Amt Altenpleen mit Sitz in der Gemeinde Altenpleen verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Groß Mohrdorf liegt in der nördlichsten Ecke des Festlandes von Mecklenburg-Vorpommern und ist etwa 15 km nordwestlich von Stralsund und etwa 20 km östlich von Barth entfernt. Die Gemeinde hat eine Flächengröße von 4156 ha. Zum Gemeindegebiet gehören die Insel Bock, die Inselgruppe Kleine Werder und die Halbinsel Großer Werder. Der Ortsteil Nisdorf liegt am Grabow, einem Teil des Barther Boddens. Der nordöstliche Teil der Gemeinde befindet sich im Nationalparkes Vorpommersche Boddenlandschaft. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt bei über 22 m ü. NHN. Größere Waldgebiete der sonst landwirtschaftlich dominierten Gemeinde befinden sich bei Kinnbackenhagen und auf der Insel Bock.

Durch Groß Mohrdorf führt die Landesstraße 213 Buschenhagen – Stralsund. Die Nachbarorte sind Günz (4 km westlich) und Hohendorf (2 km östlich). Die Entfernung zur nächstgelegenen Anschluss-Stelle Grimmen-West der Bundesautobahn 20 beträgt etwa 43 Kilometer. Der nächste Bahnanschluss befindet sich in Stralsund mit Anschlüssen in Richtung Berlin, Rostock und Saßnitz.

Westlich von Groß Mohrdorf befindet sich ein stillgelegter Flugplatz. Ein Funkfeuer dieses einstigen Flugplatzes wurde zur DGPS-Referenzstation Groß Mohrdorf umfunktioniert.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Batevitz
  • Bisdorf
  • Groß Mohrdorf
  • Hohendorf
  • Kinnbackenhagen
  • Klein Mohrdorf
  • Wendisch-Langendorf

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste ungesicherte Erwähnung fand Groß Mohrdorf 1278 als Merdherpe im Stralsunder Stadtbuch. Ab 1314 werden weitere alte Ortsbezeichnungen wie Murdorp oder Mordorp erwähnt. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Backsteinkirche begonnen. Nach Zugehörigkeit zum Fürstentum Rügen fiel Mohrdorf im Jahr 1326 an das Herzogtum Pommern. Am Anfang des 14. Jh. verkaufte Hermanus de Turri das Gut Mohrdorf an die Familie Öbelitz. In den folgenden Jahrhunderten folgten viele Stralsunder Ratsherrenfamilien, bis es 1626 an die Familie von Braun kam. Durch Nikolaus von Braun erfolgte Ende des 17. Jahrhunderts die Trennung des Gutes in Groß und Klein Mohrdorf, als der Besitz unter den vier Söhnen aufgeteilt wurde. 1733 erwarb Freiherr Johan Reinhold von Trautvetter das Gut Groß Mohrdorf und errichtete dort ein neues Gutshaus. Die von Familie von Trautvetter besaß das Gut bis 1945.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg bis zum Jahr 1815 gehörte die Gegend zu Schwedisch-Pommern und danach zur preußischen Provinz Pommern. Nach der preußischen Gebietsverwaltungsreform wurde Groß Mohrdorf 1818 in den Kreis Franzburg eingegliedert, der 1928 in Kreis Franzburg-Barth umbenannt wurde. Mit der Bildung von Amtsbezirken in Preußen wurde Groß Mohrdorf 1874 dem Amt Niepars zugeordnet. 1939 wurde die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Zunächst war der Regierungsbezirk Stralsund die überregionale Verwaltungsbehörde. Dieser wurde 1932 in den Regierungsbezirk Stettin eingegliedert. 1895 hatte Groß Mohrdorf Anschluss an die Kleinbahnstrecke der Franzburger Kreisbahnen erhalten, die von Stralsund nach Barth führte. Nach der Auflösung der bis dahin verwaltungsmäßig selbständigen Gutsbezirke wurden 1929 die Güter Batevitz und Klein Mohrdorf nach Groß Mohrdorf eingemeindet. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Einwohner, 1933 hatte Groß Mohrburg mit 873 Einwohnern seinen vorläufig größten Bevölkerungsstand.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges erreichten Anfang Mai 1945 sowjetische Truppen die Region, und Groß Mohrdorf geriet in den Bereich der Sowjetische Besatzungszone, aus der 1949 die DDR hervorging. 1945 wurde das trauvettersche Gut im Zuge der Bodenreform enteignet und aufgesiedelt. Durch die Ansiedlung von ausgebombten Stralsundern und Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten hatte sich 1946 die Einwohnerzahl von Groß Mohrdorf auf 1580 erhöht. Die Landkreisverwaltung wurde 1946 nach Stralsund verlegt und 1952 im Zuge der DDR-Verwaltungsreform in Landkreis Stralsund umbenannt. Gleichzeitig erfolgte die Eingliederung in den DDR-Bezirk Rostock. 1965 wurde der Betrieb der Kleinbahnstrecke eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Groß Mohrdorf 1028 Einwohner.

Zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung 1990 war die Einwohnerzahl von Groß Mohrdorf auf 687 gesunken. Nach Abschaffung des DDR-Wirtschaftssystems entstanden mehrere neue Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe, und die Zahl der Einwohner stieg zunächst wieder an. 2004 lebten 890 Menschen in Groß Mohrdorf, danach fiel die Einwohnerzahl wieder und betrug 2013 nur noch 743. Nach Auflösung des DDR-Bezirks Rostock gehörte Groß Mohrdorf ab 1990 zum neu gegründeten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und wurde verwaltungsmäßig dem Amt Altenpleen zugeordnet. Durch die Kreisgebietsreform 1994 kam der Ort zum Landkreis Nordvorpommern, der durch eine weitere Kreisgebietsreform 2011 in den Landkreis Vorpommern-Rügen aufging. 1996 richteten der Naturschutzbund Deutschland und der WWF in Groß Mohrdorf das zu diesem Zeitpunkt in Deutschland einzige Kranich-Informationszentrum ein. Das ehemalige Gutshaus wurde 2009 in die Kindertagesstätte „Regenbogen“ umgebaut.

Dorfkirche
Kranichrastplatz im Oktober (Standort)54.3669812.93396

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkirche Groß Mohrdorf, erbaut Ende des 13. Jahrhunderts
  • Kranich-Informationszentrum, das einzige seiner Art in Deutschland

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Groß Mohrdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien