Groß und klein

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Groß und klein ist ein bekanntes Theaterstück von Botho Strauß, das am 8. Dezember 1978 an der West-Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer unter der Regie von Peter Stein uraufgeführt wurde (Hauptrolle: Edith Clever). Von dieser Inszenierung entstand ein Film (Kamera: Michael Ballhaus).

Inhalt[Bearbeiten]

Protagonistin des Stückes ist eine Frau namens Lotte, die gesellschaftlichen Anschluss sucht, aber immer wieder Zurückweisung erfährt. Das Stück behandelt das Thema Einsamkeit. Es zeigt, dass sich Menschen grundsätzlich nach Nähe sehnen, aber immer unfähiger werden über flüchtige Bekanntschaften hinaus dauerhafte Beziehungen zu unterhalten.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die sich im Personeninventar des Stücks befindende Rolle „Der Türke“ führte zu einer ersten Beschäftigungswelle türkischstämmiger Schauspieler an bedeutenderen bundesdeutschen Theatern. In der Inszenierung der Uraufführung wurde sie beispielsweise von Meray Ülgen verkörpert. Zuvor waren Darsteller türkischer Herkunft in der Bundesrepublik nur in kleinen, meist türkischsprachigen und daher von der deutschen Öffentlichkeit kaum beachteten Spielgruppen zu sehen gewesen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander von Bormann: "Groß und klein - Existentialismus ohne Subjekt? Zur theatralischen Semiosis bei Botho Strauß." In: Gerd Labroissse/Gerd Peter Knapp (Hg.): Literarische Tradition heute. Deutschsprachige Gegenwartsliteratur in ihrem Verhältnis zur Tradition. Amsterdam: Rodopi, 1988, S. 201-224.
  • Franz-Josef Deiters: Drama im Augenblick seines Sturzes. Zur Allegorisierung des Dramas in der Moderne. Versuche zu einer Konstitutionstheorie. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 1999, S. 257-272 („Botho Strauß: 'Groß und klein'. Die Hoffnung auf die Leistung der allegorischen Form“).