Großderschau

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Großderschau führt kein Wappen
Großderschau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großderschau hervorgehoben
52.79138888888912.36916666666728Koordinaten: 52° 47′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 28 m ü. NHN
Fläche: 20 km²
Einwohner: 464 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 112
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Webpräsenz: www.rhinow.de
Bürgermeister: Willi Klein (Wählergruppe Bauern)
Lage der Gemeinde Großderschau im Landkreis Havelland
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Über dieses Bild

Großderschau (früher: Friedrichsdorf) ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg. Die Gemeinde gehört dem Amt Rhinow an. Der Verwaltungssitz des Amtes ist in der Stadt Rhinow.

Geografie[Bearbeiten]

Großderschau liegt im Westen des Landes Brandenburg im Landkreis Havelland ungefähr 24 km nördlich von Rathenow und ungefähr 70 km westlich von Berlin-Spandau an der Dosse und befindet sich im Naturpark Westhavelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Altgarz
  • Rübehorst

Als Wohnplätze der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Brenkenhof
  • Friedrichsbruch
  • Friedrichsdorf
  • Jühlitz
  • Klausiushof
  • Kleinderschau
  • Neugarz
  • Raminsgut
  • Wilhelminenaue
Großderschauer Kirche


Geschichte[Bearbeiten]

1773 bis 1775, nach der Eindeichung der Dosse, wurde die Kolonie Friedrichsdorf mit neun weiteren Dörfern und Weilern auf bestehenden Siedlungsplätzen gegründet: Brenkenhof, Großderschau, Klein-Derschau, Friedrichsbruch, Jülitz, Klausiushof, Wilhelminenaue, Petershagen, Raminsgut. Für die zu Sieversdorf neu angelegten Ortschaften wurde 1785 ein neue Kirche nach dem Vorbild der Garnisonkirche (Potsdam) in Friedrichsdorf erbaut, ursprünglich Simultankirche für Lutheraner und Reformierte, da unter den neuen Ansiedlern auch viele reformierten Bekenntnisses waren. Für die Lutheraner wurde der Prediger in Sieversdorf und für die Reformierten der Prediger von Spiegelberg bei Neustadt bestellt, welche bis 1828 abwechselnd alle 14 Tage Gottesdienst zu halten hatten.

Am 1. Juni 1951 wurde Friedrichsdorf in Großderschau umbenannt, und die neun kleinen Dörfer kamen nun zu Großderschau. Den Namen erhielt das Dorf nach dem preußischen Staatsminister Christoph Friedrich von Derschau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Großderschau:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[2]
Jahr Einwohner
1875 1243
1890 1072
1925 906
1933 824
1939 807
1946 1374
1950 1272
1964 859
1971 797
1981 635
Jahr Einwohner
1985 606
1989 616
1990 607
1991 604
1992 583
1993 594
1994 585
1995 586
1996 578
1997 584
Jahr Einwohner
1998 594
1999 590
2000 588
2001 595
2002 586
2003 558
2004 551
2005 545
2006 548
2007 519
Jahr Einwohner
2008 527
2009 515
2010 492
2011 467
2012 464

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[3].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Großderschau besteht neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister aus 8 weiteren Mitgliedern. Die Sitze verteilen sich wie folgt:

  • SPD 1 Sitz
  • Wählergruppe Bauern 5 Sitze
  • Einzelwahlvorschlag Ratzmer 1 Sitz
  • Einzelwahlvorschlag Specht 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Großderschau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Heimathaus Großderschau mit Butterakademie und Kolonistenhof zur Kolonisierungsgeschichte im Rhinluch und Dossebruch unter Friedrich II. und über das dörfliche Leben zur Kolonistenzeit
  • Naturpark Westhavelland
  • Dorfkirche Großderschau, als Kolonistenkirche 1780-1785 im Auftrag Friedrich II. für die neun Dörfer um das damalige Friedrichsdorf im Stil der Potsdamer Garnisonkirche erbaut

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die B 102.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Wilhelm Hengst, Heimat- und Mundartdichter, wirkte in den 1920er Jahren im Ort
  • Adolf Rautmann, als Berliner Original Onkel Pelle genannt, wurde um 1850 wurde in Großderschau geboren

Literatur[Bearbeiten]

  • G. W. Schinkel: Geschichte von Sieversdorf bei Neustadt a. D., 1875.
  • von Joh. Schultze: Die Hofbesitzer in den Dörfern des Landes Ruppin 1491 bis 1700, 1937.
  • von Joh. Schultze: Die Herrschaft Ruppin und ihre Bevölkerung nach dem 30jähr. Krieg, 1925

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gebietsstand 1. Januar 2013.
  3. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großderschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien