Großdornberg

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52.0419444444448.4736111111111136Koordinaten: 52° 2′ 31″ N, 8° 28′ 25″ O

Großdornberg
Höhe: 136 m
Fläche: 4,94 km²
Einwohner: 7251 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 33619
Vorwahl: 0521
Karte

Lage von Großdornberg in Dornberg (Bielefeld)

Großdornberg ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Stadtbezirk Dornberg. Bis zur kommunalen Gebietsreform 1973 war Großdornberg eine Gemeinde im Amt Dornberg des Landkreises Bielefeld.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 92 „statistische Bezirke“ eingeteilt. Die Altgemeinde Großdornberg entspricht dabei in etwa den statistischen Bezirken Großdornberg, Pappelkrug und Wellensiek, die heute in etwa die Grenzen des informellen Stadtteils Großdornberg definieren.

Großdornberg liegt im Westen von Bielefeld an der Nordseite des Teutoburger Waldes und grenzt an den Bielefelder Stadtbezirk Schildesche sowie an die Ortsteile Hoberge-Uerentrup, Kirchdornberg, Niederdornberg-Deppendorf und Babenhausen aus dem Stadtbezirk Dornberg. Im Westen grenzt Großdornberg außerdem an die Stadt Werther aus dem Kreis Gütersloh. Fließgewässer in Großdornberg sind der Johannisbach, der Babenhausener Bach und der Haßbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter war Großdornberg eine Bauerschaft in der Grafschaft Ravensberg. Kirchlich gehörte Großdornberg seit jeher zum Kirchspiel Dornberg. Verwaltungstechnisch gehörten die Bauerschaften des Kirchspiels Dornberg zunächst zur Vogtei Brackwede und ungefähr seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts zur Vogtei Werther.

Ab 1807 gehörte Großdornberg zunächst zum Kanton Werther im Distrikt Bielefeld des Königreichs Westphalen, das von Jérôme, dem Bruder Napoleons regiert wurde.[1] 1811 änderte sich die Verwaltungsgliederung, da der Norden des Distrikts Bielefeld vom Königreich Westphalen nach Frankreich umgegliedert wurde. Großdornberg verblieb im Königreich Westphalen und gehörte nun zum Kanton Schildesche.[2]

Nach der Napoleonischen Zeit gehörte Großdornberg seit 1816 zum Kreis Bielefeld. Im Rahmen der Einführung der neuen Westfälischen Landgemeindeordnung wurde 1843 das Amt Dornberg gegründet und 1845 Großdornberg eine der fünf Gemeinden des Amtes.[3][4]

1930 wurde das Gebiet der Gartenstadt-Siedlung Wellensiek im Osten der Gemeinde in die Stadt Bielefeld eingemeindet.[5]

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Raumes Bielefeld wurde die Gemeinde Großdornberg am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet[6] und ist seitdem Teil des Stadtbezirks Dornberg. Die Siedlung Wellensiek kam ebenfalls zum Stadtbezirk Dornberg. Seit den 1980er-Jahren entstanden im Osten des Ortsteils die großen Neubaugebiete Lohmannshof und Schürmannshof, die heute den Bevölkerungsschwerpunkt von Großdornberg bilden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1843 746 [7]
1910 792 [8]
1939 1140 [9]
1961 2062 [6]
1966 2281 [10]
1970 2216 [6]
1972 2426 [11]
2008 7251 [12]

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigste Verkehrsachse in Großdornberg ist die Wertherstraße, die aus der Bielefelder Innenstadt kommend quer durch den Ortsteil Richtung Werther führt.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Großdornberg an der Endhaltestelle Lohmannshof von der Linie 4 der Bielefelder Stadtbahn erreicht. Von dort führen die Buslinien 57 und 58 weiter durch den Ortsteil. Außerdem bieten die Buslinien 21 und 62 eine direkte Busverbindung über die Wertherstraße in die Bielefelder Innenstadt.

Eine weitere wichtige Busverbindung ist die Buslinie 24. Diese führt vom Bezirksamt Dornberg über die Ortsteile Kirchdornberg und Hoberge-Uerentrup, vorbei am Tierpark Olderdissen durch das Johannistal über die Kunsthalle der Stadt Bielefeld direkt in die Bielefelder Innenstadt zur Haltestelle Jahnplatz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintheilung derjenigen Cantons des Districtes Bielefeld, im Weser-Departement, enthält, in welchen zwei Municipalitäten seyn sollen. 18. Mai 1808, S. 140 f, abgerufen am 23. April 2010 (Digitalisat).
  2. Territorial-Eintheilung des Districts Bielefeld. In: Gesetz-Bülletin des Königreichs Westphalen Band 2. 20. November 1812, S. 423 ff, abgerufen am 13. April 2010 (Digitalisat).
  3. Verordnung Nr. 46. In: Amtsblatt der Regierung Minden. 10. Januar 1844, S. 21, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  4. Gemeinde-Eintheilung des Amts Dornberg. In: Amtsblatt der Regierung Minden. 8. September 1845, abgerufen am 22. April 2010.
  5. Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Bielefeld. In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 11. Juni 1930, S. § 1, abgerufen am 14. April 2010 (pdf; 7 kB).
  6. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320.
  7. Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, S. 52-57, abgerufen am 23. April 2010 (pdf; 802 kB).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  10.  Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966.
  11.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 97f.
  12. Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (pdf; 9,5 MB): „Einwohnerzahl der Statistischen Bezirke 450 Wellensiek, 451 Pappelkrug und 452 Großdornberg“