Große Synagoge (Katowice)

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Die Alte Synagoge
Die Große Synagoge um 1913
Kattowitz - August Schneider-Strasse mit Synagoge.JPG

Die Große Synagoge in Katowice wurde im Jahre 1900 am damaligen Tiele-Winckler-Platz an der (August-Schneiderstrasse) heutigen ul. Mickiewicza in Katowice erbaut und war bis zu ihrer Zerstörung 1939 eines der größten jüdischen Gotteshäuser Oberschlesiens.

Baugeschichte und Architektur[Bearbeiten]

Der monumentale Bau der Synagoge ersetzte die Alte Synagoge von 1862 an der ul. 3 Maja, die mit ihren insgesamt 320 Plätzen nicht genügend Platz für die ständig anwachsende jüdische Bevölkerung der Stadt bot. Erbaut wurde die Große Synagoge vom örtlichen Bauunternehmen Ignatz Grünfeld, das schon die Alte Synagoge errichtet hatte. Als Baumaterial wählte man Backstein und Naturstein (zur Gliederung des Gebäudes). Der neue, prächtig ausgestattete Bau kostete 500.000 Goldmark und nahm auf dem Grundriss eines kreuzförmigen Zentralbaus vor allem Elemente der Neorenaissance und des Mauretanischen Stils, aber auch der Neugotik auf. In ihrem Inneren fanden 1184 Menschen Platz. Die Synagoge bildete zusammen mit dem Mikwe und dem Gemeindehaus sowie dem im selben Jahr errichteten städtischen Gymnasium eine architektonische Einheit. Prägend für die Stadtsilhouette war die riesige Kuppel.

Die Synagoge blieb nur knapp vier Jahrzehnte, bis zum 5. September 1939 erhalten, sie wurde einen Tag nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Brand gesetzt und anschließend völlig zerstört.[1]

Denkmal

Heute befindet sich an dem Ort ein Marktplatz namens Plac Synagogi (Synagogenplatz). Im Juli 1988 wurde dort ein Denkmal für die jüdischen Katowicer, die von den Deutschen in den Jahren 1939–1945 ermordet wurden, errichtet.

Es gibt (Stand Mai 2012) Pläne, den ehemaligen Standort umzugestalten.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

50.26111111111119.018888888889Koordinaten: 50° 15′ 40″ N, 19° 1′ 8″ O

Literatur[Bearbeiten]

  • Ewa Chojecka et al.: Sztuka Górnego Śląska od Średniowiecza do końca XX wieku. Muzeum Śląskie, Katowice 2004, ISBN 83-87455-77-6

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Klaus-Dieter Alicke schreibt im Lexikon der Jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum (2008, ISBN 978-3579080352): "die Synagoge [wurde] in Brand gesteckt – unter dem Vorwand, im Gebäude verborgene Heckenschützen unschädlich zu machen. Das Bauwerk brannte völlig nieder, seine Reste wurden danach abgetragen, nach Kriegsende die Freiflache teilweise überbaut.“ Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ schrieb 2012 hier (polnisch) fälschlich, die Synagoge sei gesprengt worden.
  2. www.sztetl.org.pl