Große Synagoge (Katowice)

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Große Synagoge, historische Ansichtskarte

Die Große Synagoge in Kattowitz / Katowice wurde im Jahr 1900 erbaut und war bis zu ihrer Zerstörung 1939 eine der größten jüdischen Synagogen in Oberschlesien.

Baugeschichte und Architektur[Bearbeiten]

Alte Synagoge, Foto um 1872
Große Synagoge, historische Ansichtskarte

Der monumentale Bau auf dem Eckgrundstück Tiele-Winckler-Platz / August-Schneider-Straße, an der heutigen ul. Mickiewicza, ersetzte die Alte Synagoge von 1862, die an der heutigen ul. 3 Maja lag und mit ihren insgesamt 320 Plätzen nicht genügend Platz für die ständig anwachsende jüdische Bevölkerung der Stadt bot. Erbaut wurde die Große Synagoge vom örtlichen Bauunternehmen Ignatz Grünfeld, das schon die Alte Synagoge errichtet hatte. Als Baumaterial wählte man Backstein und für die Fassadengliederungen Naturstein. Der neue, prächtig ausgestattete Bau kostete rund 500.000 Mark und nahm auf dem Grundriss eines kreuzförmigen Zentralbaus vor allem Elemente der Neorenaissance und des Maurischen Stils, aber auch der Neugotik auf. Im Inneren fanden 1184 Menschen Platz. Die Synagoge bildete zusammen mit der Mikwe und dem Gemeindehaus sowie dem im selben Jahr errichteten städtischen Gymnasium ein eindrucksvolles architektonisches Ensemble. Prägend für die Stadtsilhouette war ihre riesige Kuppel.

Die Synagoge blieb nur knapp vier Jahrzehnte, bis zum 5. September 1939 erhalten, sie wurde einen Tag nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Brand gesetzt und anschließend völlig zerstört.[1]

Heute befindet sich an dieser Stelle ein Marktplatz namens Plac Synagogi (Synagogenplatz). Im Juli 1988 wurde dort ein Denkmal für die jüdischen Katowicer errichtet, die von den Deutschen in den Jahren 1939–1945 ermordet wurden.

Im Mai 2012 wurde über Pläne berichtet, den ehemaligen Standort umzugestalten.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ewa Chojecka et al.: Sztuka Górnego Śląska od Średniowiecza do końca XX wieku. Muzeum Śląskie, Katowice 2004, ISBN 83-87455-77-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus-Dieter Alicke schreibt im Lexikon der Jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum (2008, ISBN 978-3-57908035-2): „Die Synagoge [wurde] in Brand gesteckt – unter dem Vorwand, im Gebäude verborgene Heckenschützen unschädlich zu machen. Das Bauwerk brannte völlig nieder, seine Reste wurden danach abgetragen, nach Kriegsende die Freiflache teilweise überbaut.“ Die Zeitung Gazeta Wyborcza schrieb 2012 hier (polnisch) fälschlich, die Synagoge sei gesprengt worden.
  2. www.sztetl.org.pl

50.26111111111119.018888888889Koordinaten: 50° 15′ 40″ N, 19° 1′ 8″ O