Großer Algenfarn

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Großer Algenfarn
Azolla filiculoides2.jpg

Großer Algenfarn (Azolla filiculoides)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Schwimmfarnartige (Salviniales)
Familie: Schwimmfarngewächse (Salviniaceae)
Gattung: Algenfarne (Azolla)
Art: Großer Algenfarn
Wissenschaftlicher Name
Azolla filiculoides
Lam.

Der Große Algenfarn (Azolla filiculoides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Algenfarne innerhalb der Familie der Schwimmfarngewächse (Salviniaceae). Es handelt sich um eine Schwimmblattpflanze, die in der Neuen Welt beheimatet und in Mitteleuropa an manchen Stellen ein Neophyt ist.

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus

Der Große Algenfarn ist ein und eine einjährige bis sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die zwischen einem und zehn Zentimeter groß wird und häufig in kleinere Stücke zerfällt. Die Blätter sind im Allgemeinen von blaugrüner Farbe und färben sich im Herbst rotbraun. Die Blättchen bestehen aus zwei Millimeter langen, dachziegelartig übereinanderliegenden Lappen und wegen der aufsitzenden Papillen unbenetzbar. Ihre Sporangien (Sporenkapseln) sitzen an den Unterlappen der Seitenäste.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Große Algenfarn ist eine sehr kleine, unbenetzbare Schwimmblattpflanze (Hydrophyt). Durch die in ihren Blatthöhlungen in Symbiose lebenden Cyanobakterien Anabaena azollae kann sie Luftstickstoff binden. Durch diese Symbiose können pro Jahr bis zu 50 kg Stickstoff pro ha gebunden werden. Um die zu nutzen, wird Azolla in Ostasien z. T. in Reisfeldern zur Gründüngung eingesetzt, denn nach dem Absterben des Farns stehen die frei werdenden Stickstoff-Verbindungen den Reispflanzen zur Verfügung.

Die Pflanzen teilen sich als Ganzes sehr lebhaft und können durch das Anhaften an Wasservögeln ausgebreitet werden. Eine zusätzliche Ausbreitung erfolgt über die Kultur der Pflanze in Gartenteichen und über im Freien entleerte Aquarien, denn dort wird die Art als Zierpflanze genutzt. Beim Austrocknen des Gewässers bildet die Art Landformen aus. Beim Großen Algenfarn liegt Heterosporie vor, d. h. es werden Mikrosporen und Megasporen gebildet. Die Sexuelle Fortpflanzung ist sehr kompliziert. Zur Reife entstehen fruchtähnliche Gebilde, sogenannte Sporokarpien. Sporenreife reicht von August bis Oktober.

Vorkommen[Bearbeiten]

Amerika (Nordamerika, Südamerika bis Chile und Argentinien), vielfach verschleppt und z. T. eingebürgert. In Deutschland kommt der Große Algenfarn am Oberrhein seit 1870 als Neophyt vor.

Der Große Algenfarn gedeiht in warmen, eutrophen bis sehr eutrophen, kalk- und nährstoffreichen Gewässern. In optimalem Azolla-Decken können sich nur wenige Lemna-Arten (Lemna minor, Lemna minuscula, auch Spirodela polyrhiza) halten und bilden die Kennart des Spirodiletum azolletum.

Am Oberrhein ist der Große Algenfarn teilweise das ganze Jahr über zu finden, er erträgt auch die ersten Fröste gut und baut durch seine vegetative Vermehrung teilweise riesige Schwimmdecken (bis zu 1 ha Größe) auf, so vor allem im Spätjahr. Diese Decken zeichnen sich an sonnigen Stellen durch eine rotbraune Farbe aus. Trotzdem erscheint die Art scheinbar sehr unbeständig zu sein. Sporangien werden überall sehr reichlich gebildet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und der angrenzenden Länder. 95. Auflage, 2011, ISBN 978-3-494-01498-2
  • Haeupler et al.: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. 2. Auflage, Ulmer-Verlag, ISBN 978-3-8001-4990-2
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Ulmer Verlag, Band 1
  • R. Düll, H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. 7. Auflage. Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  • Heinz-Dieter Krausch: Farbatlas Wasser- und Uferpflanzen. Eugen Ulmer Verlag, 1999, ISBN 3- 8001-3352-0
  • Großer Algenfarn. In: FloraWeb.de.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Große Algenfarn (Azolla filiculoides) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien