Großer Bocksbart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Großer Bocksbart
Großer Bocksbart, Blütenstand (Körbchen)

Großer Bocksbart, Blütenstand (Körbchen)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Bocksbärte (Tragopogon)
Art: Großer Bocksbart
Wissenschaftlicher Name
Tragopogon dubius
Scop.

Der Große Bocksbart (Tragopogon dubius), auch Groß-Bocksbart genannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die ausdauernde Pflanze wird 20 bis 60 Zentimeter hoch. Am Grunde des Stängels finden sich häufig Reste vorjähriger Blätter. Die Blätter sind schmal lanzettlich, lang zugespitzt und ganzrandig. Die Stiele der Blütenkörbchen sind hohl und oberwärts keulig verdickt. Der Große Bocksbart blüht von Mai bis Juli. Die hellgelben Blütenstände (Korb) haben einen Durchmesser von 4 bis 6 Zentimeter. Sie öffnen sich morgens um acht Uhr und schließen sich bereits mittags wieder. Die acht bis zwölf Hüllblätter sind über dem Grund nicht eingeschnürt und deutlich länger als die Zungenblüten. Die Körbchenstiele sind zur Fruchtzeit stark vergrößert. Die lang geschnäbelten Früchte sind 20 bis 40 Millimeter lang; der Pappus ist fedrig.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die kalk- und wärmeliebende Art wächst auf Ruderalstellen, Wegen, Dämmen,[1] in sonnigen Staudenfluren, auf Trockenrasen, beispielsweise in gestörten Trespen-Halbtrockenrasen, in mesophilen, halbruderalen Quecken-Trockenfluren, in Honigklee- und Natternkopf-Fluren und auf Eisenbahngelände. Das Verbreitungsareal liegt in Mittel- und Südeuropa.

In Deutschland ist die Art recht selten und es werden vor allem wärmebegünstigte Regionen im mittleren Teil besiedelt, beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet. Im norddeutschen Tiefland fehlt der Große Bocksbart über weite Strecken.

In Österreich tritt der Groß-Bocksbart in de Bundesländern Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich sowie unbeständig in der Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol in der collinen bis untermontanen Höhenstufe auf. Im pannonischen Gebiet Österreichs ist die Art häufig anzutreffen, sonst selten und nur unbeständig (z.B. neben Bahnstrecken) oder lokal eingebürgert.[1]

Abgrenzung von ähnlichen Arten[Bearbeiten]

Der in Mitteleuropa häufig anzutreffende Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) hat ebenfalls gelbe Blüten, jedoch keine keulig verdickten Korbstiele.

Dagegen hat die ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammende Haferwurz (Tragopogon porrifolius), ähnlich wie der Große Bocksbart, einen keulig verdickten Korbstiel, blüht jedoch weinrot und weist mehr blaugrüne Blätter auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 959.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Schauer, Claus Caspari: Bestimmungsbuch Pflanzenführer. BLV Verlag, 1978.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großer Bocksbart – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien