Großer Brombachsee

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Dieser Artikel behandelt den Großen Brombachsee, den ein Damm vom Kleinen Brombachsee trennt. Für das auf dem See eingesetzte Fahrgastschiff siehe Brombachsee (Schiff).
Großer Brombachsee
Großer Brombachsee, Blick über Ramsberg nach Osten Richtung Staudamm
Großer Brombachsee, Blick über Ramsberg nach Osten Richtung Staudamm
Lage: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Zuflüsse: Kleiner Brombachsee / Igelsbachsee
Abflüsse: BrombachSchwäbische Rezat
Größere Orte am Ufer: Ramsberg
Größere Orte in der Nähe: Gunzenhausen, Absberg, Pleinfeld
Großer Brombachsee (Bayern)
Großer Brombachsee
Koordinaten 49° 7′ 51″ N, 10° 56′ 7″ O49.13084710.935173Koordinaten: 49° 7′ 51″ N, 10° 56′ 7″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1983–1999
Höhe über Talsohle: 36 m
Höhe über Gründungssohle: 37,3 m
Höhe der Bauwerkskrone: 414 m ü. NN
Bauwerksvolumen: 3.500.000 m³
Kronenlänge: 1,7 km
Kronenbreite: 13 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:2,00 / 1:2,50
Böschungsneigung wasserseitig: 1:1:2,00 / 1:2,25 / 1:2,50
Kraftwerksleistung: 630 kW
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 410,50 m
Wasseroberfläche 8,7 km²/max 9,1dep1
Stauseelänge 5,1 kmdep1
Stauseebreite 2 kmdep1
Speicherraum 136,6 Mio m³
Gesamtstauraum: 132,4 Mio. m³
Einzugsgebiet 627,9 km²
Bemessungshochwasser: 10 m³/s

Der Große Brombachsee ist ein Stausee in Bayern (Mittelfranken) (Deutschland). Im Jahr 2000 eingeweiht, ist er der größte Stausee des Fränkischen Seenlands und dient neben dem Hochwasserschutz im Altmühltal vor allem der Wasserregulierung für das regenarme Nordbayern. Dazu kann der See über die kontinentale Wasserscheide hinweg aus der Altmühl über den Altmühlsee bis zum Stauziel von 410,5 m befüllt werden. Über kleinere Nebenflüsse kann dann Wasser in die dem Main zufließende Regnitz bis zur Absenkgrenze von 403,5 m abgegeben werden. Außer wasserwirtschaftlichen Zwecken dient der See auch der Freizeit und Erholung.

Geographie[Bearbeiten]

Der Große Brombachsee liegt rund 37 km (Luftlinie) südlich von Nürnberg, nur wenig östlich von Gunzenhausen und etwa zwischen Absberg und Pleinfeld. Der größte Teil des Sees gehört dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen an, nur ein kleiner Teil des nördlichen Seeufers liegt im Landkreis Roth. Er liegt in einem sich nach Osten hin öffnenden Tal und ist von Wäldern umgeben. Seine maximale Wassertiefe beträgt 32,5 m und er hat eine Uferlänge von 17,5 km.

Der Stausee liegt im regenarmen Mittelfranken und ist zusammen mit weiteren Seen Teil des Fränkischen Seenlandes.

Im Westen grenzt er unmittelbar an den höher liegenden Kleinen Brombachsee (Brombachvorsperre) und im Nordwesten an den ebenfalls höher liegenden Igelsbachsee (Igelsbachvorsperre). Zwei lange Dämme von 18 bzw. 16 m Höhe trennen die beiden Vorsperren vom Großen Brombachsee selbst.

Aus diesen Vorsperren wird der See befüllt, vor allem aus dem Kleinen Brombachsee, der sein Wasser wiederum aus dem Altmühlüberleiter bezieht. Seeabfluss ist der Brombach im Osten, der den See zu Füßen seines Staudamms verlässt und wenige Kilometer weiter östlich bei Pleinfeld in die Schwäbische Rezat mündet.

Staudamm[Bearbeiten]

Der Große Brombachsee ist eine Talsperre, als deren Absperrbauwerk ein Erddamm von 1,7 km Länge mit einer Kerninnendichtung dient. Der mehrstufige Dammaufbau besteht aus Stützkörper, Dammkern, Dichtungswand, Filterschichten, Herdmauer mit Kontrollgang, Flächenfilter und Untergrund-Schlitzwand. Auf der Luftseite des Staudammes liegt am Betriebsauslass das Krafthaus Brombachsee, das mit zwei Durchströmturbinen von je 315 Kilowatt Auslegungsleistung bei einem Nutzgefälle von 32 Metern elektrischen Strom aus dem in den Unterlauf des Brombaches abgegebenem Wasser erzeugen kann. Der Ausbaudurchfluss jeder der beiden Turbinen liegt dabei bei 1,2 m³/s, die jährliche Stromerzeugung im Mittel bei 1,6 Mio. kWh.[1]

Freizeitangebot[Bearbeiten]

Der See mitsamt der gesamten fränkischen Seenlandschaft ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Ballungsraum Nürnberg. Zu den Freizeitangeboten zählen unter anderem Wassersport einschließlich Baden, Segeln, Windsurfen, Kitesurfen und Rundfahrten mit dem Trimaran MS Brombachsee.

Das Wassersportzentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das im Juli 2003 in Betrieb genommen wurde,[2] befindet sich am südlichen Ende des Damms am Großen Brombachsee und bietet für Universitätsangehörige Segelkurse mit Jollen oder Katamaranen, Kajakfahren und Triathlon an.

Die Wasserqualität wird im Sommer oft durch Algen beeinträchtigt.[3]

Grundwasserspiegel[Bearbeiten]

Durch den See stieg der Grundwasserspiegel in der Umgebung, weswegen in vielen Häusern der benachbarten Ortschaften mittlerweile Wassereinbrüche aufgetreten sind. Das Wasserwirtschaftsamt ergriff Maßnahmen und legte Drainagen und Tiefbrunnen an. Teilweise wurden auch Schäden zur Regulierung gemeldet, die aus Baumängeln früherer Jahre herrühren. Die Problembehandlung ist noch nicht abgeschlossen.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Franke, Wolfgang Frey: Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland. DNK - DVWK 1987, ISBN 3-926520-00-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung des Kraftwerkes Brombachsee auf der Internetpräsenz der Landeskraftwerke Bayern GmbH, abgerufen am 1. Juni 2013
  2. Pressemitteilung der FAU: Neue Sportstätte wird feierlich eingeweiht
  3. Artikel, Altmühl- und Brombachsee: Kampfansage an Algen (Abgerufen 3-12-2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brombachsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien