Großer Komet

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Der Große Komet von 1843. (Tageslichtkomet)

Als Großer Komet bezeichnet man einen Kometen, der außerordentlich hell und spektakulär erscheint.

Definition[Bearbeiten]

Es gibt offiziell keine anerkannte Definition, was einen Kometen zu einem „Großen Kometen“ macht. Als Faustregel gilt aber, dass ein Großer Komet eine Erscheinung ist, die auch einem zufälligen Betrachter des Nachthimmels auffällt. Dazu muss der Komet eine scheinbare Helligkeit erreichen, die den hellsten Sternen gleichkommt.

Während die meisten Kometen nur mit Hilfe von Teleskopen beobachtet werden können, entwickeln manche eine Helligkeit, die sie auch freiäugig zu auffälligen Erscheinungen werden lassen. Die Gründe dafür sind eine große Annäherung des Kometen an die Sonne oder an die Erde und meist auch ein ungewöhnlich großer oder aktiver Kometenkern. Bei den meisten großen Kometen handelt es sich daher um langperiodische Kometen, oder um Kometen, die überhaupt das erste Mal in das innere Sonnensystem vordringen. Kurzperiodische Kometen, die bei jeder Annäherung an die Sonne Material verlieren, entwickeln sich nur selten zu auffälligen Erscheinungen. Eine Ausnahme bildet lediglich der Komet Halley, dessen oftmals spektakuläre Erscheinungen mehrfach als „Großer Komet“ verzeichnet wurden.

Auswahl großer Kometen[Bearbeiten]

Große Kometen vom Altertum bis zum 12. Jahrhundert (Julianischer Kalender)[Bearbeiten]

  • Der Komet war im Jahreswechsel 373 zu 372 sichtbar und der griechische Historiker Ephorus berichtet, dass sich der Komet in zwei Stücke geteilt habe.
  • Der Tageslichtkomet war mindestens 72 Tage von Mai bis Juli sichtbar, wobei die Sichtbarkeit in Italien aufgrund eines starken Ätna-Ausbruchs bis in den Juli hinein eingeschränkt war. Nach Ramsey & Licht (1997) werden −3.3 mag sowie maximal −4.0 mag während eines letzten flare-up (23–25. Juli) verzeichnet.
  • Chinesische Beobachter berichten von einer Schweiflänge größer als 70 Grad Länge und konnten den Kometen etwa 80 Tage mit bloßem Auge beobachten.
  • Chinesische Beobachter berichten von einer Schweiflänge größer als 70 Grad Länge.
  • Der Komet erreichte etwa +2 bis +1 mag bei 39 Tagen maximaler Sichtbarkeit mit bloßem Auge.
  • Chinesische Beobachter berichten von einer Schweiflänge größer als 70 Grad Länge bis −1 mag und 26 Tagen Sichtbarkeit.
  • Der Komet erreichte maximal 0 mag bei 30 Tagen Sichtbarkeit.
  • Der Komet erreichte etwa +2 bis +1 mag bei 100 Tagen Sichtbarkeit.
  • Der Komet erreichte +1 bis 0 mag bei 100 Tagen Sichtbarkeit.
  • Der Komet erreichte 0 mag bei 100 Tagen Sichtbarkeit.
  • Der Komet erreichte etwa +2 bis +1 mag bei 62 Tagen Sichtbarkeit.
  • Chinesische Beobachter berichten von einer Schweiflänge größer als 70 Grad Länge bei 62 Tagen Sichtbarkeit.
  • Dieser Komet war für 49 Tage sichtbar.
  • Chinesische Beobachter berichten von einer Schweiflänge größer als 70 Grad Länge bei 0 mag bei 26 Tagen Sichtbarkeit.

Große Kometen des 12. Jahrhunderts (Julianischer Kalender)[Bearbeiten]

  • Der große Komet aus dem Jahre 1106 war für 40 Tage sichtbar und könnte ein vorhergehender Durchgang der Kometen von 1882 und 1965 oder dem des Jahres 1843 sein.
  • Der Komet erreichte −1 mag und war für 24 Tage sichtbar.

Große Kometen des 13. Jahrhunderts (Julianischer Kalender)[Bearbeiten]

  • Der Komet erreichte 0 mag.
  • Chinesische Beobachter berichten am 26. Juli 1264 von einem Schweif mit 100 Grad Länge bei 0 mag.

Große Kometen des 14. Jahrhunderts (Julianischer Kalender)[Bearbeiten]

Es gibt aus diesem Zeitraum keine Berichte über Große Kometen.

Große Kometen des 15. Jahrhunderts (Julianischer Kalender)[Bearbeiten]

  • Mitte März 1402 hatte der Komet seine Konjunktion mit der Sonne und es gibt Berichte, dass er für 8 Tage am Taghimmel beobachtet werden konnte. Die Helligkeit erreichte im Maximum −3 mag.
  • Der Komet erreichte etwa +2 bis +1 mag.
  • Der Komet erreichte −3 mag.

Große Kometen des 16. Jahrhunderts (Julianischer Kalender)[Bearbeiten]

Der große Komet von 1577
  • Der Komet erreichte −1 mag.
  • C/1533 M1
    Der Komet wurde erst nach der Sonnenkonjunktion entdeckt und erreichte 0mag.
  • C/1556 D1
  • Der Komet erreichte −2 mag.
  • Der Komet erreichte −3 mag.

Große Kometen des 17. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Der Große Komet von 1665.
  • Der Komet erreichte etwa +1 bis 0 mag.
  • Der Komet erreichte −1 mag.
  • Der Komet wurde zuletzt am 20. April zur Sonnenkonjunktion beobachtet und erreichte −1 mag.
  • Der Komet erreichte etwa +2 bis +1 mag.
  • C/1680 V1
    Dieser Komet, der als Erster mit Hilfe eines Teleskops entdeckt wurde, erreichte etwa +2 bis +1 mag.
  • C/1686 R1
  • Der Komet erreichte etwa +2 bis +1 mag.
Die Schweifstrahlen des Kometen Klinkenberg von 1743

Große Kometen des 18. Jahrhunderts[Bearbeiten]

  • Komet Klinkenberg (C/1743 X1):
    Am 27. Februar 1744 konnte der Komet selbst bei Tag, nur 12° neben der Sonne, gesehen werden. Seine Helligkeit dürfte dabei etwa −6mag betragen haben. In weiterer Folge entwickelte der Komet bis zu elf Schweifstrahlen, die eine Länge von bis zu 90° erreichten.
  • Komet 1769 Messier (C/1769 P1)
    Der Komet wurde von Charles Messier entdeckt

Große Kometen des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Der „Große Komet von 1858“, C/1858 L1 (Donati)
  • Komet Flaugergues (C/1811 F1):
    Der Komet konnte über mehr als acht Monate freiäugig gesehen werden. Im Oktober 1811 erreichte er seine größte scheinbare Helligkeit von etwa 0mag. Die Koma war 2 Millionen km breit, und der etwa 15 Millionen km lange Schweif überdeckte mehr als 90° des Himmels.
  • Tageslichtkomet von 1843 (C/1843 D1):
    Im Perihel, das der Komet am 27. Februar 1843 durchlaufen hat, konnte der Komet nur 1° neben der Sonne am Taghimmel gesehen werden. Sein Schweif erreichte eine Länge von 330 Millionen km – mehr als die Distanz zwischen Sonne und Mars. Auch dieser Komet wird der Kreutz-Gruppe zugerechnet.
  • Komet Donati (C/1858 L1):
    Der Komet Donati soll einer der schönsten Kometen gewesen sein, die je mit freiem Auge zu sehen waren. Er erreichte im Oktober 1858 eine scheinbare Helligkeit von 0mag und ein Schweiflänge von 60°. Durch seine Leuchtkraft war er auch der erste Komet, der fotografiert werden konnte.
  • Komet Tebbutt (C/1861 J1):
    Der Komet Tebbutt kam am 30. Juni 1861 bis auf 0,13 AE (19 Millionen Kilometer) an die Erde heran; sie könnte durch die Spitze seines Schweifes geglitten sein. Der „Große Komet des Südens“ war so hell, dass Gegenstände nachts in seinem Licht Schatten warfen, und der Komet auch am Taghimmel sichtbar blieb.
  • Großer Septemberkomet (C/1882 R1):
    Der „Großer Septemberkomet“, ein Sonnenkratzer der Kreutz-Gruppe, näherte sich am 17. September 1882 bis auf 0,008 AE (1,2 Millionen Kilometer) an die Sonne und zerbrach dabei infolge der solaren Gezeitenkräfte in mindestens sechs Teile. Der Komet war hell genug um auch tagsüber neben der Sonne sichtbar zu sein.

Große Kometen des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Der „Große Komet von 1997“, C/1995 O1 (Hale-Bopp)
  • Johannesburger Komet (C/1910 A1):
    Nur wenige Wochen vor der Wiederkehr des Kometen Halley konnte dieser Komet am 17. Januar 1910 nur 4° neben der Sonne am Taghimmel gesehen werden.
  • Komet Halley (1P/Halley):
    Bei seiner Wiederkehr im Jahr 1910 erreichte der bekannte Komet Halley eine scheinbare Helligkeit von bis zu 0mag, und sein Schweif erstreckte sich mit einer maximalen Länge von 150° fast über den gesamten Himmel. Am 19. Mai 1910 durchquerte die Erde sogar den Schweif des Kometen Halley.
  • Komet Skjellerup-Maristany (C/1927 X1):
    Der Komet konnte im Dezember 1927 nur 5° neben der Sonne am Taghimmel gesehen werden. Ende Dezember erreichte der Schweif eine Länge von 35°.
  • Komet Arend-Roland (C/1956 R1):
    Der Komet erreichte im April 1956 eine maximale Helligkeit von etwa 0mag. Der der Sonne abgewandte Schweif erreichte eine Länge von 25°. Zusätzlich zeigte der Komet einen auf die Sonne zeigenden Gegenschweif mit 15° Länge.
  • Komet Ikeya-Seki (C/1965 S1):
    Dieser Komet der Kreutz-Gruppe näherte sich am 21. Oktober 1965 auf nur 0,0078 AE (1,16 Millionen Kilometer) an die Sonne. Der Kometenkern zerbrach dabei in drei Teile, und der Komet erreichte eine scheinbare Helligkeit von −10mag. Nach dem Vorbeiflug an der Sonne konnte der Komet in der Morgendämmerung mit einem Schweif von bis zu 25° Länge gesehen werden.
  • Komet West (C/1975 V1):
    Der Komet wurde schon im Aug.1975 auf der Europäischen Südsternwarte entdeckt und näherte sich am 25. Februar 1976 der Sonne auf nur 0,196 AE (29 Millionen Kilometer). Dabei zerbrach sein Kern infolge der solaren Gezeitenkräfte in vier Teile. Der Kometenkopf erreichte eine Helligkeit von −3mag und eine Schweiflänge von bis zu 30°.
  • Komet Hyakutake (C/1996 B2):
    Der Komet näherte sich am 24. März 1996 bis auf 0,109 AE (16 Millionen Kilometer) an die Erde. Er erreichte dabei eine scheinbare Helligkeit von etwa 0mag und eine Schweiflänge von 75°.
  • Komet Hale-Bopp (C/1995 O1):
    Der Komet Hale-Bopp konnte 18 Monate lang freiäugig gesehen werden, länger als irgendein anderer Komet. Um den Zeitpunkt seiner größten Annäherung an die Sonne am 1. April 1997 erreichte er eine scheinbare Helligkeit von etwa −1mag, und seine zwei Schweife erreichten eine Länge von 30-40°.

Große Kometen des 21. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Komet McNaught
  • McNaught (C/2006 P1):
    In den Tagen um den Periheldurchgang am 12. Januar 2007 konnte der Komet wenige Grad neben der Sonne am Taghimmel gesehen werden (Helligkeit etwa −5.5mag). Kurze Zeit später zeigte er sich am Südhimmel mit einem gewaltigen Staubschweif.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Mucke: Helle Kometen von −86 bis +1950. Astronomisches Büro, Wien 1976

Weblinks[Bearbeiten]