Großer Preis von Argentinien 1958

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Flag of Argentina.svg Großer Preis von Argentinien 1958
Renndaten
1. von 11 Rennen der Formel-1-Saison 1958
Streckenprofil
Name: VI Gran Premio de la Republica Argentina
Datum: 19. Januar 1958
Ort: Buenos Aires, Argentinien
Kurs: Autódromo Municipal Ciudad de Buenos Aires
Länge: 312,96 km in 80 Runden à 3,912 km
Wetter: sonnig, trocken
Pole-Position
Fahrer: ArgentinienArgentinien Juan Manuel Fangio ItalienItalien Maserati
Zeit: 1:42,0 min
Schnellste Runde
Fahrer: ArgentinienArgentinien Juan Manuel Fangio ItalienItalien Maserati
Zeit: 1:41,8 min
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cooper-Climax
Zweiter: ItalienItalien Luigi Musso ItalienItalien Ferrari
Dritter: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Hawthorn ItalienItalien Ferrari

Der Große Preis von Argentinien 1958 fand am 19. Januar 1958 auf dem Autódromo Municipal Ciudad de Buenos Aires bei Buenos Aires statt und war das erste Rennen der Formel-1-Saison 1958.

Berichte[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Mike Hawthorn im Dino 246F1 beim Großen Preis von Argentinien 1958
Stirling Moss – erster Sieger mit einem Mittelmotorwagen (Cooper T43), 2008

Der Saisonauftakt der Formel-1-Saison 1958 war wie in den Vorjahren der Große Preis von Argentinien, der erneut früh im Jahr stattfand. Aus diesem Grund hatten viele Teams, unter ihnen Vanwall und B.R.M. den neuen Wagen noch nicht fertig und blieben dem Grand Prix fern. Das Fahrerfeld bestand nur aus 10 Fahrern und lediglich Ferrari brachte einen neuen Wagen an den Start, den Ferrari Dino 246F1. Der Wagen wurde bereits in der vorherigen Saison entwickelt und kam beim Großen Preis von Argentinien 1958 das erste Mal zum Einsatz. Der Wagen löste den Ferrari 801 ab, der einer der konkurrenzfähigsten Wagen 1957 war, jedoch keinen Sieg erzielte. Ferrari setzte im Dino 246 erstmals einen V6-Motor ein, behielt die für die Zeit typische und erfolgreiche Frontmotor-Konstruktion jedoch bei. Der Wagen wurde bis 1960 eingesetzt und bildete die Grundlage für den Ferrari Dino 246P, Ferraris ersten Mittelmotor-Wagen. Für Ferrari fuhren die Stammfahrer des Vorjahres, Luigi Musso, Peter Collins und Mike Hawthorn.

Da Maserati am Ende der Formel-1-Saison 1957 die Formel 1 aus finanziellen Gründen verlassen hatte, war Ferrari das einzige anwesende Werksteam. Der Rest des Fahrerfeldes bestand aus Teams, die private Wagen einsetzten. Der amtierende Vizeweltmeister Stirling Moss fuhr für das Rob Walker Racing Team in einem Cooper T43, Rekordweltmeister Juan Manuel Fangio trat für die Scuderia Sud Americana zusammen mit Landsmann Carlos Menditeguy in privaten Maserati 250F an. Außerdem starteten mit Harry Schell, Jean Behra und Paco Godia weitere ehemalige Maserati-Fahrer mit diesen Wagen. Der Große Preis von Argentinien 1958 hatte somit mit nur zehn gemeldeten Fahrzeugen das kleinste Starterfeld der Formel-1-Geschichte. [1]

Die Formel-1-Saison 1958 brachte einige Regeländerungen mit, die ein erstes Mal beim Großen Preis von Argentinien 1958 zum Einsatz kamen. Die Teams wurden verpflichtet kommerziellen Treibstoff für ihre Wagen zu verwenden, statt der herkömmlichen auf Alkohol basierenden Mischungen. Diese waren meist sehr umweltschädlich und gefährlich und wurden deshalb verboten. Außerdem wurden bei Fahrerwechsel keine Punkte mehr vergeben, um diese Praxis einzudämmen. Tatsächlich wurden Fahrerwechsel im Rennen seltener, fanden aber bis zum Großen Preis der USA 1964 Verwendung, da man in bestimmten Situationen durch einen Fahrerwechsel im Rennen der Konkurrenz Punkteplatzierungen wegnehmen konnte. Neben den Fahrerwertung gab es erstmals eine Konstrukteurswertung. Für diese Wertung zählten jeweils die Punkte des bestplatzierten Fahrers pro Rennen. Außerdem wurde die Mindestrenndistanz auf zwei Stunden und 300 Kilometer Gesamtdistanz herabgesetzt.

Den Großen Preis von Argentinien gewann Fangio in den Jahren zuvor viermal, Ferrari war zweimal erfolgreich.

Training[Bearbeiten]

Das Training zum Großen Preis von Argentinien 1958 war ein Kampf zwischen den Ferrari und den privaten Maserati, den Fangio ein letztes Mal für sich entschied. Fangio erreichte somit seine 29ste und letzte Pole-Position, ein Rekord, der erst in der Formel-1-Saison 1967 von Jim Clark gebrochen wurde. Neben Fangio qualifizierten sich die Ferrari-Fahrer Hawthorn und Collins, sowie Behra auf Maserati für die erste Startreihe. Dies war die letzte Pole-Position, die in einem Maserati 250F erreicht wurde, obwohl der Wagen noch von diversen Teams einige Jahre benutzt wurde.

Für die zweite Startreihe qualifizierte sich Musso im dritten Ferrari auf Position fünf, vor Fangios Teamkollegen Menditeguy und Moss, dessen Cooper genau zwei Sekunden auf die Pole-Zeit fehlte. Die dritte Startreihe bestand aus Schell auf Platz acht, Godia auf der neun und Horace Gould im privaten Maserati auf dem letzten Startplatz.

Rennen[Bearbeiten]

Im Vorfeld zum Rennen errechnete das Rob Walker Racing Team, das ein Reifenwechsel aller vier Räder von Moss Cooper mehrere Minuten Zeit in Anspruch nehmen würde. Aufgrund der Tatsache, dass die Renndistanz wegen großer Hitze verkürzt wurde, entschied das Team daraufhin Moss das gesamte Rennen durchfahren zu lassen, ohne Boxenstopps. Dies stellte einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz dar, die auf eine Ein-Stopp-Strategie setzte. Diese andere Strategie war Moss einzige Chance auf den Rennsieg, da der Cooper einen schwächeren Motor als die Ferrari und Maserati besaß und somit nur bedingt siegfähig war.

Das Startduell entschied Behra für sich und er führte nach der ersten Runde vor Hawthorn und Fangio. Collins, der von Platz drei gestartet war, schied bereits in der ersten Rennrunde aufgrund einer gebrochenen Halbwelle aus. Dies war der einzige Ausfall des Rennens, alle anderen neun Fahrer erreichten das Ziel.

In der zweiten Runde übernahm Hawthorn die Führung und auch Fangio gelang es, Behra zu überholen. Hawthorn duellierte sich im Anschluss mit Fangio und behielt Platz eins bis zur neunten Runde. In dieser ging Fangio an ihm vorbei, um das letzte Mal in seiner Karriere einen Formel-1-Grand-Prix anzuführen.

Zur Halbzeit des Rennens zeigten die italienischen Frontmotorbetriebenen Wagen Zeichen von Überhitzung, bedingt durch die Regeländerung des zu verwendenden Kraftstoffes, da Alkohol den Motor weniger heiß werden ließ als das neue Benzingemisch. Moss, der versuchte das Rennen durchzufahren, machte somit mehrere Positionen gut, indem er Musso überholte und auf Hawthorn und Behra aufschloss, die ihre Boxenstopps begannen. Somit lag Moss auf Platz zwei hinter Fangio. Nachdem auch Fangio an der Box war, lautete ab Runde 35 die neue Reihenfolge Moss vor Behra und Musso. Behra leistete sich auf Platz zwei liegend einen Fahrfehler und fiel durch den Dreher einige Positionen zurück, und auch Fangio verlor Zeit auf die Spitze, da sein Wagen Motorenprobleme hatte.

Musso attackierte Moss nicht und hielt Abstand zu ihm, mit der Vermutung, dass Moss noch einmal an die Box kommen müsste. Diese Vermutung wurde verstärkt durch die Mechaniker des Rob Walker Racing Teams die einen bevorstehenden Reifenwechsel vorbereiteten. Moss Strategie war jedoch das Rennen komplett durchzufahren und diese Strategie ging auf. Als Musso erkannte, dass Moss keine Reifen mehr wechseln würde war es zu spät noch aufzuholen und Moss gewann das Rennen mit einem knappen Vorsprung von etwa drei Sekunden.

Der erste Sieg für einen Cooper-Wagen bedeutete gleichzeitig den ersten Sieg eines privat eingesetzten Wagens sowie den ersten Sieg eines Mittelmotorbetriebenen Fahrzeugs in der Formel 1. Dieser Sieg war der Beginn einer Evolution in der Formel 1, bei dem sich das Mittelmotorkonzept innerhalb weniger Jahre schlagartig durchsetzte. Cooper wies in der Formel-1-Saison 1958 noch nicht den nötigen Rennspeed auf um konstant um Siege mitzufahren, doch dieser Erfolg war der Beginn eines Prozesses, der in der Formel-1-Saison 1959 und der Formel-1-Saison 1960 seine Fortsetzung fand und die Frontmotorwagen in den darauffolgenden Jahren vollständig aus der Formel 1 verdrängte, da auch andere Teams die Vorteile eines Motors, der hinter dem Fahrer positioniert war, erkannten.

Musso und Hawthorn komplettierten das Podium, Fangio wurde Vierter und Behra vervollständigte mit Platz fünf die Punkteränge. Den Punkt für die schnellste Rennrunde erhielt Fangio, für ihn war es die letzte schnellste Rennrunde seiner Karriere. In der Fahrerwertung übernahm Moss vor Behra die Führung, die Konstrukteurswertung führte erstmals Cooper vor Ferrari und Maserati an.

Meldeliste[Bearbeiten]

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
ArgentinienArgentinien Scuderia Sud Americana 02 ArgentinienArgentinien Juan Manuel Fangio Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
06 ArgentinienArgentinien Carlos Menditeguy
AustralienAustralien Ken Kavanagh 04 FrankreichFrankreich Jean Behra Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
SchwedenSchweden Jo Bonnier 08 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Harry Schell Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
Spanien 1945Spanien Franzisko Godia-Sales 10 Spanien 1945Spanien Paco Godia Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich HH Gould 12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Horace Gould Maserati 250F Maserati 2.5 L6 D
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RRC Walker Racing Team 14 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Cooper T43 Climax 1.9 L4 C
ItalienItalien Scuderia Ferrari 16 ItalienItalien Luigi Musso Ferrari Dino 246F1 Ferrari 2.4 V6 E
18 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Collins
20 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Hawthorn

Klassifikationen[Bearbeiten]

Startaufstellung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 ArgentinienArgentinien Juan Manuel Fangio ItalienItalien Maserati 1:42,0 138,07 km/h 01
02 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Hawthorn ItalienItalien Ferrari 1:42,6 137,26 km/h 02
03 ItalienItalien Peter Collins ItalienItalien Ferrari 1:42,6 137,26 km/h 03
04 FrankreichFrankreich Jean Behra ItalienItalien Maserati 1:42,7 137,13 km/h 04
05 ItalienItalien Luigi Musso ItalienItalien Ferrari 1:42,9 136,86 km/h 05
06 ArgentinienArgentinien Carlos Menditeguy ItalienItalien Maserati 1:43,7 135,81 km/h 06
07 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cooper-Climax 1:44,0 135,42 km/h 07
08 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Harry Schell ItalienItalien Maserati 1:44,2 135,16 km/h 08
09 Spanien 1945Spanien Paco Godia ItalienItalien Maserati 1:49,3 128,85 km/h 09
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Horace Gould ItalienItalien Maserati 1:51,7 126,08 km/h 10

Rennen[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cooper-Climax 80 0 2:19:33,7 07
02 ItalienItalien Luigi Musso ItalienItalien Ferrari 80 1 + 2,7 05
03 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Hawthorn ItalienItalien Ferrari 80 1 + 12,6 02
04 ArgentinienArgentinien Juan Manuel Fangio ItalienItalien Maserati 80 1 + 53,0 01 1:41,8
05 FrankreichFrankreich Jean Behra ItalienItalien Maserati 78 1 + 2 Runden 04
06 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Harry Schell ItalienItalien Maserati 77 + 3 Runden 08
07 ArgentinienArgentinien Carlos Menditeguy ItalienItalien Maserati 76 + 4 Runden 06
08 Spanien 1945Spanien Paco Godia ItalienItalien Maserati 75 + 5 Runden 09
09 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Horace Gould ItalienItalien Maserati 71 + 9 Runden 10
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Collins ItalienItalien Ferrari 00 0 DNF 03 Halbwelle

WM-Stände nach dem Rennen[Bearbeiten]

Die ersten fünf des Rennens bekamen 8, 6, 4, 3, 2 Punkte. Der Fahrer mit der schnellsten Rennrunde erhielt zusätzlich 1 Punkt. Es zählten nur die sechs besten Ergebnisse aus elf Rennen. In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stirling Moss Cooper-Climax 8
02 ItalienItalien Luigi Musso Ferrari 6
03 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Hawthorn Ferrari 4
04 ArgentinienArgentinien Juan Manuel Fangio Maserati 4
05 FrankreichFrankreich Jean Behra Maserati 2

Konstrukteurswertung[Bearbeiten]

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cooper-Climax 8
02 ItalienItalien Ferrari 6
03 ItalienItalien Maserati 3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GP Stories - Die Rennen des Jahres 1958 In: motorsport-magazin.com, abgerufen am 29. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]