Großer Preis von Frankreich 1969

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flag of France.svg Großer Preis von Frankreich 1969
Renndaten
5. von 11 Rennen der Formel-1-Saison 1969
Streckenprofil
Name: Grand Prix de France
Datum: 6. Juli 1969
Ort: Clermont-Ferrand
Kurs: Circuit de Charade
Länge: 306,09 km in 38 Runden à 8,055 km
Wetter: sonnig und warm
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart FrankreichFrankreich Matra
Zeit: 3:00,6 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart FrankreichFrankreich Matra
Zeit: 3:02,7 min
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart FrankreichFrankreich Matra
Zweiter: FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise FrankreichFrankreich Matra
Dritter: BelgienBelgien Jacky Ickx Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham

Der Große Preis von Frankreich 1969 fand am 6. Juli auf dem Circuit de Charade in der Nähe von Clermont-Ferrand statt und war das fünfte Rennen der Formel-1-Saison 1969.

Berichte[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Zum ersten Mal seit der Premiere 1965 fand der französische Grand Prix wieder auf der rund acht Kilometer langen Strecke bei Clermont-Ferrand statt.

Nur 13 Wagen wurden für das Rennen gemeldet, da das komplette B.R.M.-Werksteam nicht antrat und zudem Jack Brabham einen Knöchelbruch auskurieren musste, den er sich in der Woche zuvor bei einem Testunfall in Silverstone zugezogen hatte. Der Ferrari von Chris Amon war somit das einzige Fahrzeug im Feld, das nicht von einem Ford-Motor angetrieben wurde. Lotus meldete John Miles als dritten Werksfahrer, um Erfahrungen mit dem allradgetriebenen Lotus 63 zu sammeln. Nachdem das Fahrzeug beim Großen Preis der Niederlande zwei Wochen zuvor nur wenige Runden von Graham Hill im Training gefahren worden war, kam es nun zu seinem ersten echten Grand-Prix-Einsatz.

Training[Bearbeiten]

Bereits im Training deutete sich an, dass Jackie Stewart an diesem Wochenende nur schwer zu schlagen sein würde. Er sicherte sich die Pole-Position mit einer um fast zwei Sekunden schnelleren Rundenzeit als der Zweitschnellste Denis Hulme. Die zweite Startreihe teilten sich Jochen Rindt und Jacky Ickx. Stewarts Teamkollege Jean-Pierre Beltoise und Chris Amon komplettierten die dritte Reihe.[1]

Rennen[Bearbeiten]

Stewart dominierte das Rennen vom Start bis zum Ziel, ohne die Führung auch nur ein einziges Mal abzugeben. Hulme konnte zunächst sein Tempo halten, wurde aber in Runde 13 wegen eines gebrochenen Überrollbügels zu einem Boxenstopp gezwungen. Ickx kam dadurch auf den zweiten Rang, wurde aber während fast des gesamten Rennens von Beltoise bedrängt. Lange hielt er dem Druck stand, machte jedoch schließlich in der letzten Runde einen Fehler, sodass Beltoise zur Freude der französischen Zuschauer kurz vor dem Ziel vorbeiziehen konnte und mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung vor Ickx die Ziellinie überquerte.

Jochen Rindt hatte lange auf Rang vier gelegen, gab aber schließlich in Runde 22 wegen Übelkeit auf, die die ungewöhnlich verwinkelte Streckencharakteristik bei ihm ausgelöst hatte. Bruce McLaren profitierte davon und wurde Vierter. Er gab allerdings nach dem Rennen zu, dass er ähnliche Probleme gehabt habe.[2]

Meldeliste[Bearbeiten]

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Gold Leaf Team Lotus 1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Lotus 49B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
15 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
14 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Lotus 63
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Matra International (Tyrrell) 2T Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Matra MS841 D
2 Matra MS80
7 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Rob Walker Racing Team 3 SchweizSchweiz Jo Siffert Lotus 49B F
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bruce McLaren Motor Racing 4 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren M7A G
5 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren McLaren M7C
ItalienItalien Scuderia Ferrari SpA SEFAC 6 NeuseelandNeuseeland Chris Amon Ferrari 312 (1969) Ferrari 255C 3.0 V12 F
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank Williams Racing Cars 9 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Piers Courage Brabham BT26A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 D
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Antique Automobiles 10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford McLaren M7B G
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Motor Racing Developments 11 BelgienBelgien Jacky Ickx Brabham BT26A G
SchweizSchweiz Silvio Moser Racing Team 12 SchweizSchweiz Silvio Moser Brabham BT24 G

1 Jackie Stewart fuhr den Matra MS84 nur im Training und benutzte fortan den MS80.

Klassifikationen[Bearbeiten]

Startaufstellung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart FrankreichFrankreich Matra-Ford 3:00,6 160,565 km/h 01
02 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 3:02,4 158,980 km/h 02
03 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:02,5 158,893 km/h 03
04 BelgienBelgien Jacky Ickx Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 3:02,6 158,806 km/h 04
05 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise FrankreichFrankreich Matra-Ford 3:02,9 158,546 km/h 05
06 NeuseelandNeuseeland Chris Amon ItalienItalien Ferrari 3:04,2 157,427 km/h 06
07 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 3:05,5 156,323 km/h 07
08 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:05,9 155,987 km/h 08
09 SchweizSchweiz Jo Siffert Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:06,3 155,652 km/h 09
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 3:08,0 154,245 km/h 10
11 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Piers Courage Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 3:09,9 152,701 km/h 11
12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:12,8 150,405 km/h 12
13 SchweizSchweiz Silvio Moser Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 3:14,6 149,013 km/h 13

Rennen[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart FrankreichFrankreich Matra-Ford 38 0 1:56:47,4 01 3:02,7
02 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise FrankreichFrankreich Matra-Ford 38 0 + 57,1 05 3:03,7
03 BelgienBelgien Jacky Ickx Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 38 0 + 57,3 04 3:03,9
04 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 37 0 + 1 Runde 07 3:07,4
05 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 37 0 + 1 Runde 10 3:07,9
06 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 37 0 + 1 Runde 08 3:10,1
07 SchweizSchweiz Silvio Moser Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 36 0 + 2 Runden 13 3:14,1
08 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 35 1 + 3 Runden 02 3:03,2
09 SchweizSchweiz Jo Siffert Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 34 1 + 4 Runden 09 3:08,6
NeuseelandNeuseeland Chris Amon ItalienItalien Ferrari 30 0 DNF 06 3:06,7 Motorschaden
OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 22 0 DNF 03 3:06,4 Aufgabe wegen Übelkeit
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Piers Courage Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 21 1 DNF 11 3:08,9 gebrochenes Chassis
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 01 0 DNF 12 4:28,2 defekte Kraftstoffpumpe

WM-Stände nach dem Rennen[Bearbeiten]

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

Fahrerwertung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Matra 36
02 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Lotus 16
03 SchweizSchweiz Jo Siffert Lotus 13
04 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren McLaren 13
05 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise Matra 11
06 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren 11
07 BelgienBelgien Jacky Ickx Brabham 7
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
08 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Piers Courage Brabham 6
09 NeuseelandNeuseeland Chris Amon Ferrari 4
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Richard Attwood Lotus 3
11 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees B.R.M. 2
12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford McLaren 2
13 AustralienAustralien Jack Brabham Brabham 1

Konstrukteurswertung[Bearbeiten]

Pos. Konstrukteur Punkte
01 FrankreichFrankreich Matra 36
02 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 22
03 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren 18
Pos. Konstrukteur Punkte
04 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham 13
05 ItalienItalien Ferrari 4
06 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Training“ (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 18. Juni 2011)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 18. Juni 2011)
  3. „WM-Stände“ (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 18. Juni 2011)