Großer Stechlinsee

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Großer Stechlinsee
Der Große Stechlin
Der Große Stechlin
Geographische Lage Landkreis Oberhavel
Abfluss Polzowkanal zum Nehmitzsee
Orte in der Nähe Ortsteil Neuglobsow der Gemeinde Stechlin
Daten
Koordinaten 53° 9′ 6″ N, 13° 1′ 34″ O53.15155277777813.02617222222259.6Koordinaten: 53° 9′ 6″ N, 13° 1′ 34″ O
Großer Stechlinsee (Brandenburg)
Großer Stechlinsee
Höhe über Meeresspiegel 59,6 m ü. NHN[1]
Fläche 4,12 km²[2]
Volumen 99.648.698 m³[2]
Maximale Tiefe 69,5 mf10
Besonderheiten

Ehemaliges Kernkraftwerk Rheinsberg nahe dem Westufer

Der Große Stechlinsee, eigentlich „der Große Stechlin“ oder umgangssprachlich nur „Stechlin“ oder „Stechlinsee“, liegt nahe der Nordgrenze des Landes Brandenburg im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Der Name Stechlin soll sich vom slawischen Wort für Glas steklo herleiten.[3] Der See gehört fast vollständig zur Gemeinde Stechlin im Landkreis Oberhavel, der Bereich um das Westufer zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Stadt Rheinsberg). Die Entstehung des Seebeckens wird mit der Verschüttung und dem nachfolgenden Anstau eines Toteisblockes in einer ausgedehnten Sanderfläche gedeutet. Der Stechlin ist für seine exzellente Wasserqualität bekannt. 2012 wurde er durch den Global Nature Fund mit dem Titel Lebendiger See des Jahres ausgezeichnet.[4] Er ist mittlerweile der einzige oligotrophe Großsee in Norddeutschland. Die Sichttiefe beträgt bis zu 11 m (im Durchschnitt 6 m); das Wasser hat Trinkwasserqualität. Die flachen Strände und das klare Wasser machen den Stechlin zu einem beliebten Badesee und einem hervorragenden Tauchplatz. Mit einer Tiefe von 69,5 m ist er der tiefste See Brandenburgs. Da die Seeoberfläche etwa auf 60 m ü. NHN liegt, befindet sich der tiefste Punkt unter dem Meeresspiegel (ca. m unter NHN).

Fischfauna[Bearbeiten]

Der See wird von der Fischerei Stechlinsee, der Familie Böttcher & Sohn[5], in der sechsten Generation bewirtschaftet. Haupterwerbsfisch ist die Stechlin-Maräne, eine endemische, nur im Stechlinsee vorkommende Fischart. Darüber hinaus kommen im klaren Wasser Hechte, Barsche, Schleien, Brachsen, Rotaugen, Rotfeder, Karpfen, Graskarpfen und Aale häufig vor.[6]

Forschungseinrichtungen am Ufer des Sees[Bearbeiten]

Einsatz des Planktonnetzes am Stechlinsee

Der See wird seit über 40 Jahren wissenschaftlich beobachtet, auch während der Zeit, als er als Kühlwasserreservoir des Atomkraftwerkes Rheinsberg diente. Drei wissenschaftliche Institute haben sich auf Dauer an seinen Ufern eingerichtet:

Kulturelles Erbe[Bearbeiten]

Theodor Fontane gab seinem letzten Roman den Titel Der Stechlin. Beschrieben wird das Schicksal des (fiktiven) Adelsgeschlechtes von Stechlin, das am Stechlinsee ansässig ist. Der Roman erschien 1899 und im Jahr 1975 wurde er vom NDR als Dreiteiler verfilmt. Eine endemisch im Stechlinsee vorkommende Fischart, die Stechlin-Maräne, erhielt aus diesem Anlass den wissenschaftlichen Namen Coregonus fontanae.

Kernkraftwerk[Bearbeiten]

Zwischen Nehmitzsee und Stechlinsee entstand zwischen 1960 und 1966 das erste Forschungs- und Versuchskernkraftwerk der DDR. Für den Kühlkreislauf wurden zwei Kanäle genutzt. Das Kühlwasser wurde dem Nehmitzsee entnommen, das erwärmte Kühlwasser floss über einen eigens für diesen Zweck erbauten Kanal in den Stechlinsee und strömte über den Polzowkanal in den Nehmitzsee zurück. Die Erwärmung des Seewassers hatte Folgen für Flora und Fauna der beiden Seen. Das Kernkraftwerk Rheinsberg wurde inzwischen stillgelegt und wird demontiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Feierabend/Peter Sandmeyer: Faszination Stechlin. be.bra verlag, Berlin 2011. ISBN 978-3-86124-654-1.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. a b Fewässersteckbrief Stechlinsee bei LUIS Brandenburg (PDF; 226 kB)
  3. natur+kosmos, Mai 2012, S. 60
  4. Lebendiger See des Jahres 2012: Stechlinsee, Global Nature Fund.
  5. Homepage der Fischerei Stechlinsee, Böttcher & Sohn
  6. Märkische Naturfotos, Stechlinsee, Lebendiger See