Provinz Großherzogtum Niederrhein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Großherzogtum Niederrhein)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die preußische Provinz Niederrhein (rot) in Preußen (blau)

Die Provinz Großherzogtum Niederrhein war eine von zunächst zehn Provinzen (1822: 9, 1824: 8, 1850: 9, 1866/8: 12, 1878: 13), in die der Staat Preußen nach dem Wiener Kongress 1815 durch die Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden vom 30. April 1815 eingeteilt wurde. Mit der heute bekannten Region Niederrhein überlagerte sie sich kaum.

Die Provinz umfasste im Wesentlichen bestimmte, südlich und westlich von Köln gelegene Gebiete, das Kurfürstentum Trier, Teile von Luxemburg und Limburg, Manderscheid, Malmedy, Güter der Pfalz, der Rheingrafen, des Herzogtums Jülich, die Stadt Aachen sowie weitere kleinere Herrschaften. Nach Ende der Napoleonischen Kriege wurden zunächst provisorisch die Generalgouvernements Mittelrhein und Niederrhein gebildet, aus denen dann die Provinz Großherzogtum Niederrhein entstand.

Der Sitz des Oberpräsidiums (Provinzialregierung) der Provinz Großherzogtum Niederrhein war in Koblenz. Oberpräsidenten waren von 1815 bis zum 28. März 1816 Johann August Sack und 1816 bis zum 27. Juni 1822 Karl Freiherr von Ingersleben.

Entwicklung[Bearbeiten]

Ab 30. April 1815 umfasste das Großherzogtum Niederrhein folgende zwei Bezirke

Ab 9. November 1815 nach Erlass zur Änderung der Einteilung der Rheinprovinzen

Ab 20. November 1815 nach dem zweiten Pariser Frieden kam Aachen hinzu und das Großherzogtum wurde in die folgenden Regierungsbezirke gegliedert

Deren jeweilige Verwaltungen nahmen zum 22. April 1816 ihre Tätigkeit auf.

Nach der Vereinigung der Regierungsbezirke Kleve und Düsseldorf zum Regierungsbezirk Düsseldorf am 1. Januar 1822 wurden am 22. Juni 1822 durch königliche Kabinettsorder die beiden Rheinprovinzen, nämlich die Provinz Großherzogtum Niederrhein und die Provinz Jülich-Kleve-Berg, zur preußischen Rheinprovinz vereinigt. Bis 1830 spricht man von den Rheinprovinzen, danach nur noch von der „Rheinprovinz“. Verwaltungssitz des rheinischen Oberpräsidiums wurde Koblenz. Die Rheinprovinz(en) setzte(n) sich seit dem 27. Juni 1822 also aus fünf Regierungsbezirken zusammen:

  • Regierungsbezirk Aachen
  • Regierungsbezirk Düsseldorf
  • Regierungsbezirk Köln
  • Regierungsbezirk Koblenz
  • Regierungsbezirk Trier

Literatur[Bearbeiten]

  •  Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichte. 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 279.

Weblinks[Bearbeiten]