Großheubach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Großheubach
Großheubach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Großheubach hervorgehoben
49.7333333333339.2333333333333132Koordinaten: 49° 44′ N, 9° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 132 m ü. NHN
Fläche: 19 km²
Einwohner: 5139 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63920
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 125
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstraße 9
63920 Großheubach
Webpräsenz: www.grossheubach.de
Bürgermeister: Günther Oettinger (parteilos)
Lage des Marktes Großheubach im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Blick auf Großheubach

Großheubach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde der Ort ca. 900 n. Chr.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Großheubach liegt im Maintal und wird von den Ausläufern des Spessarts und Odenwaldes umrahmt. Zum Markt Großheubach gehören die Weiler Klotzenhof und Roßhof. Der höchste Punkt des Marktgebietes ist der 439 m hohe Ospisrain. Großheubach liegt am Fränkischen Rotwein Wanderweg. Weiter nördlich am Main liegt als nächster Ort heute Klingenberg am Main mit dem Ortsteil Röllfeld. Zwischen Röllfeld und Großheubach befand sich bis 1778 die Kirche St. Michaelis.[2] Vermutlich wurde die zugehörige Siedlung spätestens in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges Anfang des 17. Jahrhunderts ca. 1630 wegen einer Pest-Epidemie aufgegeben.[3] Gegenüber auf der anderen Mainseite liegt Kleinheubach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Großheubach hat vier amtlich benannte Ortsteile[4]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Laudenbach
Stadt
Klingenberg am Main
Gemeinde
Röllbach
Nachbargemeinden Gemeinde
Collenberg
Markt
Kleinheubach
Stadt
Miltenberg
Markt
Bürgstadt

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Seinen Namen hat Großheubach vom Heubach[5], welcher dem Main im Gemeindegebiet zufließt. Der Zusatz Groß sollte den Ort vom gleichnamigen Ort auf der gegenüberliegenden Mainseite unterscheiden. Frühere Namen sind Heidebah und Grotzenheidbach.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 828 Hedabahc
  • 878 Heidebah
  • 1037 Heidebach
  • 1294 Heidbach
  • 1327 Heydebach
  • 1335 Grozzen Heydebach
  • 1365 großen Heidebach
  • 1390 Groß Heidebach
  • 1594 Gros Heupach
  • 1867 Großheubach

Geschichte[Bearbeiten]

Großheubach in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Großheubach wurde im Jahr 828 als Hedabahc erstmals urkundlich erwähnt. Etwa 1200 war es Besitz der Herren von Klingenberg, der Herrn von Bickenbach und des Deutschen Ritterordens. Die erste Kapelle wurde um 1300 auf dem Rulesberg, heute Engelberg erbaut.

Im Jahre 1483 gehört Großheubach zum Erzstift Mainz. Das historische Rathaus wurde 1612 errichtet. Auf dem Engelberg gründeten die Kapuziner 1630 das Kloster Engelberg. 1816 kam Großheubach an das Königreich Bayern. 1828 übernahmen die Franziskaner das Kloster Engelberg. Die alte Kirche erweiterte man 1896; die heutige Pfarrkirche entstand.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Großheubach lag. Am 1. Januar 1880 kam Großheubach jedoch anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter zum Bezirksamt Miltenberg. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Großheubach war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 67,26 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,01 %
33,35 %
22,65 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Parteilose Wählergemeinschaft

Der Gemeinderat besteht aus 20 Sitzen, die sich wie folgt aufteilen [7]:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Günther Oettinger trat im Juli 2013 aus der CSU aus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Peter
    • 1247: erster Pfarrer
    • 1519: erste Glocke
    • 1609: Bau einer massiven Wehrkirche mit Wehrmauer, Wehrgang und Zinnen (im romanischen Stil)
    • 1895-1897: Ausbau der Kirche zu ihrem heutigen Aussehen
    • 1949: Anschaffung von vier Glocken
    • 1958: Zerstörung des Kirchturmes durch ein Unwetter am 1. August
    • 1987: Renovierung der Kirche
  • Historisches Rathaus

Das Historische Rathaus wurde 1611/1612 durch den Baumeister Otto Oswald Heppeler in altfränkischer Fachwerk-Bauweise errichtet. Das Haus diente als Sitz eines Unteramtmannes für das Amt Prozelten. Das Erdgeschoss wurde als Gefängnis genutzt. Als Bauherren fungierten Johann Schweikhard, Erzbischof von Mainz und Kurfürst sowie Caspar Herr zu Eltz, Kurfürstlicher mainzischer Großhofmeister, Rat- und Amtmann zu Prozelten.

Historisches Rathaus in Großheubach
  • Abendanz’sches Haus

Das Abendanz’sche Haus ist ein um 1600 gebautes Fachwerkhaus im Ortskern von Großheubach. Während der Jahrhunderte wurden am Gebäude einige Umbauten vorgenommen. Nach der Restaurierung in der Zeit von 1987 bis 1990 wurde das Fachwerk freigelegt und die Originalfassade wiederhergestellt. Das Haus diente unter anderem dem Weinhändler Johann Simon Abendanz und dem letzten Abt des Klosters Amorbach als Wohnort.

  • Kloster Engelberg

Das Kloster Engelberg mit seiner bekannten Wallfahrtskirche wurde um 1300 gegründet. Die 1630 für den Orden der Kapuziner errichteten Gebäude wurden 1828 auf Anordnung König Ludwigs I. an die Franziskaner (OFM) übergeben, die noch heute das Kloster betreiben. Der auf 250 m über NN gelegene Engelberg ist über die 612 sogenannten Engelsstaffeln aus Buntsandstein zu erreichen.

  • Historische heidnische Kultstätte

Hunnenstein oder auch Heunenschüssel. Auf einer Berganhöhe nahe dem heutigen Kloster Engelberg. In den mehrere Meter hohen Sandstein-Felsblock sind kreisrunde Vertiefungen grob eingehauen.

  • Kuriosität auf dem Weg zum Klotzenhof

Denkmal für ein Fabelwesen, in hiesiger Schreibweise Elfetritschle, weiter verbreitet sonst in der Pfalz.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Großheubach und Route der Industriekultur Rhein-Main Bayerischer Untermain

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Guido Kratschmer (* 10. Januar 1953), Leichtathlet (Zehnkämpfer) und Olympiamedaillengewinner

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Dieter Michael Feineis: Grubingen. In: Würzburger Diözesan Geschichtsblätter - Sonderdruck. 55. Band, Bistum Würzburg, Würzburg , S. 53-87, Online=online als PDF
  3. Franz Schaub, Spessart-Wanderungen, Süddeutscher Verlag, München 1982, ISBN 3-7991-6165-1, S. 49
  4. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/183038&attr=OBJ&val=1689
  5. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 89.
  6. http://www.kombn-web.de/grossheubach/wahlen/6_MAIN_E_GEMEINDERATSWAHL_2008.html
  7. Gemeinderat 2008 - 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großheubach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien