Großkarlbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Großkarlbach
Großkarlbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Großkarlbach hervorgehoben
49.5383333333338.2247222222222118Koordinaten: 49° 32′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Grünstadt-Land
Höhe: 118 m ü. NHN
Fläche: 5,26 km²
Einwohner: 1115 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67229
Vorwahl: 06238
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.grosskarlbach.de
Ortsbürgermeister: Ralf-Peter Riegel (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Großkarlbach im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Großkarlbach ist eine Ortsgemeinde im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim, die der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land angehört. Der Ort liegt etwa 15 km nordwestlich von Ludwigshafen am Rand der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und ist staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde.[2]

Geografie und Geologie[Bearbeiten]

Großkarlbach liegt nahe dem Westrand der Rheinebene und wird vom Eckbach durchflossen. Im Westen der Gemeinde steigen die Hügel der ehemaligen Unterhaardt ¹) an, die seit den 1970er Jahren zur neuen Weinbauregion Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße zählt. Nachbarorte sind (von Norden im Uhrzeigersinn) Laumersheim, Gerolsheim, Weisenheim am Sand, Freinsheim und Bissersheim. Der Ort Kleinkarlbach liegt hingegen 6 km weiter westlich am Hang des Leininger Sporns.

¹) Geologisch auch zum Leininger Sporn gehörig. Zur lokalen Geologie siehe Verbandsgemeinde Grünstadt-Land

Geschichte[Bearbeiten]

Großkarlbach wurde bereits 768 im Lorscher Codex als Carlobach erwähnt.[3] Der Name geht auf die Bezeichnung Dorf der Freien Karle und die Lage am Eckbach zurück. Da der Ort im Grenzbereich zwischen der Kurpfalz und dem Territorium der Leininger Grafen lag, waren es diese beiden Herrscherhäuser, die Großkarlbachs Geschichte prägten.

Bis 1969 gehörte der Ort zum damals aufgelösten Landkreis Frankenthal (Pfalz) und wechselte dann in den neugeschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später erfolgte die Zuordnung zur ebenfalls neuen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land.

Religion[Bearbeiten]

2007 waren 50,8 Prozent der Einwohner evangelisch und 20,6 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Großkarlbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2009 7 3 6 16 Sitze
2004 7 3 1 5 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Grün ein silberner Wellenpfahl“.

Es wurde 1984 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1501. Der Wellenpfahl verweist redend auf die Endung des Ortsnamens.[6]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

In Großkarlbach existieren noch sechs der ehemals sieben Mühlen. Eckbachabwärts sind dies: Mühle am Weiher, Schlossmühle, Rheinmühle, Dorfmühle, Pappelmühle und Heckmühle. Die Dorfmühle beherbergt nach dem Abschluss ihrer Restaurierung (2007) das Mühlenmuseum Leiningerland, das Bürgermeisteramt, das Gemeindearchiv sowie Jugend-, Senioren- und Tagungsräume.[7]

Große Weingüter mit ihren Fachwerkhäusern prägen den Ort. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der 48 Meter hohe Turm der evangelischen Kirche im Dorfzentrum sowie eine Tonmanufaktur, in der Keramikprodukte gefertigt werden.

Im Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden erreichte Großkarlbach 1987 eine Bronzeplakette.

Kultur[Bearbeiten]

1990 wurde der Sieben Mühlen Kunst- und Kulturverein gegründet, der sich seinen Namen aufgrund der Mühlentradition des Dorfes gab.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Großkarlbach gibt es traditionelle Feste. Dazu zählen das über die Region hinaus ausstrahlende Kändelgassenfest am letzten Juliwochendende, die Kerwe im September und der Weihnachtsmarkt. Die Lange Nacht des Jazz fand 2002 zum ersten Mal statt und war 2006 Teil der Kampagne Deutschland – Land der Ideen, deren Schirmherr der damalige Bundespräsident Horst Köhler war. Daneben führen die örtlichen Vereine kleinere Veranstaltungen durch.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus und Weinbau[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Nähe der Deutschen Weinstraße am Eckbach-Mühlenwanderweg in der touristisch ausgerichteten Ferienregion Leiningerland. Neben Ferienwohnungen gibt es zwei Hotels. Wichtigster Landwirtschaftszweig ist der Weinbau.

Verkehr[Bearbeiten]

Über die fünf Kilometer entfernte Anschlussstelle 19 Grünstadt ist Großkarlbach an die Autobahn 6 (SaarbrückenMannheim) angebunden.

Bis 1939 war der Ort Endstation einer 1891 eröffneten Schmalspurbahn, der Lokalbahn, die wegen des Bimmelns ihrer Warnglocke im Volksmund „Bembel“ genannt wurde. Sie führte über Dirmstein und Heßheim nach Frankenthal und besaß auf Straßenbahngleisen auch Anschluss nach Ludwigshafen am Rhein.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großkarlbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Urkunde 1075 des Lorscher Kodex
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2007
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  7. LEO – Das Freizeitmagazin für die Pfalz: Ein Stück Dorfgeschichte. Rheinpfalz Verlag, Ludwigshafen, 21. Juni 2007
  8. Rudolf Walther: 20 Jahre „Sieben Mühlen“ Kunst- und Kulturverein Großkarlbach. 2010, abgerufen am 5. Dezember 2011.