Großkreuz des Eisernen Kreuzes
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Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes (oftmals nur Großkreuz genannt) war von 1813 bis 1870 der höchste preußische und von 1871 bis 1945 der höchste deutsche Kriegsorden. Gestiftet wurde das Großkreuz gemeinsam mit den EK am 10. März 1813 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. in Breslau. In vier Kriegen wurde es insgesamt 20 mal verliehen, wobei die Auszeichnung einmal aberkannt wurde.
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[Bearbeiten] Einordnung
Heute steht der Begriff Großkreuz ganz allgemein als die höchste Stufe in der internationalen Ordenshierarchie.
Aus der originalen Stiftungsurkunde von 1813 geht hervor...
"[...] 6. Das Großkreuz kann ausschließlich nur für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlassen muß, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung oder für die anhaltende Verteidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände fällt, der Kommandierende erhalten. [...]"
Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes (EK) wird als Halsorden getragen und ist in seiner Abmessung etwa doppelt so groß wie das EK II. Es entspricht vom Äußeren her dem (erst 1939 eingeführten) Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes. Das Großkreuz stellt die höchste Klasse des Kriegsordens des EK dar und war damit der höchste zu erreichende deutsche Kriegsorden überhaupt. Im Gegensatz zum Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse sowie dem Ritterkreuz wurde Großkreuz nur für bedeutende, allgemein auf den Krieg bezogene herausragende militärische Taten verliehen.
Dadurch, dass das Großkreuz laut Stiftung nur Offizieren vorbehalten war, entstand eine Lücke bei der Vergabe von Kriegsauszeichnungen, da nach Erreichen des EK I keine weitere Stufe für Mannschafts- und Unteroffiziergrade zur Verfügung stand. Diese Lücke wurde während des Kaiserreiches mithilfe der Militärklasse des Ordens Pour le mérite geschlossen. Nach dessen Erlöschen 1918 tauchte das Problem wieder auf und wurde im Zweiten Weltkrieg mit der Stiftung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes (1939) sowie dem Deutschen Kreuz (1941) in Gold geschlossen.
[Bearbeiten] Träger
Nachfolgend die Träger des Ordens, mit dem Datum der Verleihung in Klammern.
[Bearbeiten] Befreiungskriege (1813 bis 1815)
Das Großkreuz wurde während der Freiheitskriege gegen Napoleon fünf mal vergeben. Blücher wurde zudem mit einer besonderen Stufe des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, dem sogenannten Blücherstern.
- Gebhard Leberecht von Blücher (31. August 1813)
- Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz (15. September 1813)
- Kronprinz Karl Johann von Schweden (Herbst 1813)
- Bogislav Friedrich Emanuel von Tauentzien (26. Januar 1814)
- Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (31. März 1814)
[Bearbeiten] Deutsch-Französischer Krieg (1870 bis 1871)
Im Deutsch-Französischen Krieg wurden neun Großkreuze verliehen:
- Helmuth Graf von Moltke (22. März 1871)
- August Karl von Goeben (22. März 1871)
- Prinz Friedrich Karl von Preußen (22. März 1871)
- Kronprinz Albert von Sachsen (22. März 1871)
- August Karl von Werder (22. März 1871)
- Edwin von Manteuffel (22. März 1871)
- Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen (22. März 1871)
- König Wilhelm I. von Preußen (16. Juni 1871)
- Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (4. Dezember 1871)
[Bearbeiten] Erster Weltkrieg (1914 bis 1918)
Im Ersten Weltkrieg wurde das Großkreuz fünf mal verliehen. Wie schon zuvor Blücher in den Befreiungskriegen wurde von Hindenburg mit einer Sonderstufe des Eisernen Kreuzes für seine Verdienste ausgezeichnet, die dann analog zum Blücherstern als Hindenburgstern bezeichnet wurde.
- Paul von Hindenburg (9. Dezember 1916)
- Wilhelm II. (11. Dezember 1916)
- August von Mackensen (9. Januar 1917)
- Leopold von Bayern (4. März 1918)
- Erich Ludendorff (24. März 1918)
[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg (1939 bis 1945)
Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 zusammen mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes von Adolf Hitler gestiftet. Es wurde nur einmal, am 19. Juli 1940 an Hermann Göring, der gleichzeitig zum Reichsmarschall ernannt wurde, vergeben. Da das Großkreuz in der Rangfolge noch über den Verleihungsstufen des Ritterkreuzes stand, war Göring damit der am höchsten ausgezeichnete deutsche Soldat des Zweiten Weltkrieges. Am 23. April 1945 wurde ihm die Auszeichnung aberkannt, weil Hitler sich von ihm verraten fühlte.
Die US Army beschlagnahmte am Ende des Krieges in Österreich eine Sonderstufe des Großkreuzes – mit Stern – ähnlich dem Blücherstern. Diese Auszeichnung ist nicht zur Verleihung gekommen. Für wen sie vorgesehen war, ist ebenfalls unbekannt. Görings Großkreuz und jenes mit Stern befinden sich heute im Archiv der US-Militärakademie West Point.

