Großmarkthalle

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Halle 1 der Großmarkthalle München

Ein Großmarkt ist eine Einrichtung, auf der eine Vielzahl von Erzeugern und Händlern zu festen Betriebs- und Verkaufszeiten Waren an gewerbliche Wiederverkäufer, institutionelle Verwender und Großabnehmer zum Verkauf anbietet. Bei den Waren handelt es sich typischerweise um leicht verderbliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Südfrüchte, Fisch und Fleisch, aber auch Blumen. Als Handelsplatz dient in der Regel eine Großmarkthalle (oder mehrere Hallen), vielfach mit Spezialisierung auf eine Warengruppe (Fruchtgroßmarkt, Fleischgroßmarkt, Blumengroßmarkt). Die beschränkte Zahl von Verkaufsstellen in einer Großmarkthalle wird Erzeugern und Händlern je nach Eignung ihres Sortiments und nach Zuverlässigkeitsprüfung von der Marktleitung gegen eine Gebühr zugewiesen. Einzelhandel findet hier normalerweise nicht statt.

Der Name Großmarkthalle ist inzwischen, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr in Gebrauch. Meist wird nur noch die abgekürzte Form Großmarkt benutzt. Einige Großmärkte nennen sich inzwischen Frischezentrum.

Funktion[Bearbeiten]

Großmarkthallen besaßen in den industrialisierten Staaten eine herausragende Funktion bis weit in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie wurden im Zusammenhang der Entwicklung der Logistik vielfach abgelöst durch kommerzielle Frischezentren und Güterverteilzentren (GVZ) der Speditionswirtschaft. Für den regionalen und lokalen mittelständischen Einzelhandel sowie für lokal ansässige Großverbraucher, etwa in der Gastronomie, vor allem für Wochenmarktbeschicker erfüllen Großmarkthallen als Einkaufs- und Handelsplatz für Frischwaren aber weiterhin eine wichtige Funktion.

Durch die Förderung des regionalen und lokalen Einzelhandels erfüllen Großmärkte und Großmarkthallen somit wichtige wirtschaftspolitische Aufgaben.

Beispiele[Bearbeiten]

Die größte Großmarkthalle in Deutschland ist die 1912 erbaute Großmarkthalle München, die immer noch in Betrieb ist. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Erbauung eines der modernsten Gewerbegebäude Europas (komplett unterkellert und unterirdisch befahrbar; hydraulische Aufzüge u. v. m.).

Eine der bekanntesten Großmarkthallen Deutschlands ist die Großmarkthalle in Frankfurt am Main im Frankfurter Ostend, die in den Jahren 1926 bis 1928 gebaut wurde. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde Mitte 2004 geschlossen und wird seit dem Jahr 2010 zum neuen Standort der Europäischen Zentralbank umgebaut, der 2013 abgeschlossen und 2014 bezogen werden soll.[1]

Ebenfalls unter Denkmalschutz stehen die Spannbeton-Hallen des Großmarkts Hamburg und ihre Vorgänger, die Deichtorhallen.

Organisation[Bearbeiten]

Praktisch alle deutschen Großmärkte sind mit Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Marktwesen im Deutschen Städtetag (AGM), die meisten sind auch Mitglied in der Gemeinschaft zur Förderung der Interessen der deutschen Frischemärkte (GFI). Viele Blumengroßmärkte sind in der Vereinigung Deutscher Blumenmärkte (VDB) organisiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ecb.int: EZB: Bauphase, Zugriff am 18. August 2011