Großmonra

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51.21666666666711.3185Koordinaten: 51° 13′ 0″ N, 11° 18′ 0″ O

Großmonra
Stadt Kölleda
Wappen von Großmonra
Höhe: 185 m ü. NN
Fläche: 38,92 km²
Einwohner: 930 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 31. Dezember 2012
Postleitzahl: 99625
Vorwahl: 03635
Großmonra (Thüringen)
Großmonra

Lage von Großmonra in Thüringen

Evangelische Kirche St. Peter und Paul

Evangelische Kirche St. Peter und Paul

Großmonra ist ein Ortsteil der Stadt Kölleda im Landkreis Sömmerda in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Großmonra liegt am Südrand der Schmücke im nordöstlichen Thüringer Becken. Durch den Ort fließt der aus der Hohen Schrecke kommende Hirschbach, östlich liegt der Berg Meisel (305 m).

Umgebende Orte[Bearbeiten]

Von Norden im Uhrzeigersinn: Burgwenden, Ostramondra, Backleben, Battgendorf, Beichlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsbereich war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Nördlich des Dorfes lag die vor- und frühgeschichtliche große Wallburg Monraburg sowie die Wendenburg. Von ihr leitet sich wohl auch der Name Großmonra ab. Großmonra wurde am 1. Mai 704 erstmals als Monhore in einer Schenkungsurkunde des thüringischen Herzogs Hedan II. an den Missionar und Bischof Willibrord von Utrecht zusammen mit Mulenberge (Mühlberg) und Arnestati (Arnstadt) erwähnt[1] und ist damit urkundlich einer der drei ältesten Orte Thüringens.

Die bronzezeitliche Burg befestigten die Franken und gründeten am Fuß des Berges einen Wirtschaftshof, den sie „curtis Monhore“ nannten. Diesen schenkte der in Würzburg residierende Herzog Heden am 1. Mai 704 dem Bischof Willibrord von Utrecht. Im 10. Jahrhundert kam der Komplex an das Mainzer Petersstift. Die Bedeutung der Befestigung hat wohl schnell nachgelassen, denn es wurde nur noch die Kapelle genutzt und die Steine der anderen Anlagen wurden für den Bau des nahe gelegenen Schlosses Beichlingen verwendet. Die Stelle der Burg ist jetzt noch von hohen Erdwällen umschlossen. Die umschlossene Fläche ist 5 ha groß. Die Stelle der Kapelle ist nachweisbar.[2]

Ende des 16. Jahrhunderts litt Großmonra unter der Pestseuche, im 18. Jahrhundert wurde es zweimal von verheerenden Bränden heimgesucht.

Großmonra war im Mittelalter lange im Besitz des Erzbistums Mainz, dann hatten die Erfurter Stifte St. Marien und St. Severi viel Besitz in dem Ort. Großmonra war ein Bauerndorf, es wurden Ackerbau und Viehzucht betrieben, zeitweise wurde auch Wein angebaut. 1688 bis 1690 errichtete man die jetzige evangelische Kirche St. Peter und Paul, die seitdem mehrmals restauriert wurde.

Großmonras Ortsteil Backleben war 1696 von Hexenverfolgung betroffen. Eine alte Frau geriet in einen Hexenprozess.[3]

1840 verlobte sich Ferdinand Freiligrath in Großmonra mit Ida Melos, einer Tochter des Ortes. Die Hochzeit fand dann 1841 in der Schlosskirche des benachbarten Großneuhausen statt.

In den 1990er Jahren erfolgte die letzte Erneuerung der Kirche, auch eine Dorfsanierung, Ausbau von Straßen und Kanalisation sowie der Neubau eines Telefonnetzes.

Die Gemeinde Großmonra wurde am 31. Dezember 2012 in die Stadt Kölleda eingegliedert. Zu Großmonra gehörten die Ortschaften Backleben und Burgwenden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Großmonra:

  • 1994 – 1.003
  • 1995 – 1.002
  • 1996 – 1.011
  • 1997 – 1.012
  • 1998 – 1.064
  • 1999 – 1.062
  • 2000 – 1.044
  • 2001 – 1.045
  • 2002 – 1.039
  • 2003 – 1.038
  • 2004 – 1.024
  • 2005 – 997

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister Udo Hoffmann wurde am 26. Juni 2004 gewählt.

Information[Bearbeiten]

In Großmonra erscheint regelmäßig ein Monnersches Meiselmagazin.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkirche St. Peter und Paul
  • Stattliche Höfe und
  • Fachwerkhäuser in erhaltenem Dorfbild
  • Burg Rabenswalde, Burgruine

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Großmonra wurde eine große Biogasanlage gebaut.

Touristik[Bearbeiten]

  • Ausgangspunkt und Zwischenstation für reizvolle Wanderungen mit weitem Blick ins Land
  • Radweg und Wanderweg auf der Trasse der ehemaligen Finnebahn

Vereine[Bearbeiten]

  • Sportverein "Am Meisel" e.V.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Männer aus Polen in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Heinrich Pertz u. a. (Hrsg.): Scriptores (in Folio) 23: Chronica aevi Suevici. Hannover 1874, S. 55–56 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  2. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 285–286.
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 496.
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 280.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großmonra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien