Großmugl

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde, den Ort ebenda siehe Großmugl (Gemeinde Großmugl).
Großmugl
Wappen von Großmugl
Großmugl (Österreich)
Großmugl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Korneuburg
Kfz-Kennzeichen: KO
Hauptort: Großmugl
Fläche: 64,47 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 16° 14′ O48.516.231666666667217Koordinaten: 48° 30′ 0″ N, 16° 13′ 54″ O
Höhe: 217 m ü. A.
Einwohner: 1.574 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 24 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2002 Großmugl, 2032 Enzersdorf im Thale
Vorwahl: 02268
Gemeindekennziffer: 3 12 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 23
2002 Großmugl, 2032 Enzersdorf im Thale Großmugl
Website: www.grossmugl.at
Politik
Bürgermeister: Karl Lehner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
14 ÖVP, 5 UBL
Lage der Marktgemeinde Großmugl im Bezirk Korneuburg
Bisamberg Enzersfeld im Weinviertel Ernstbrunn Großmugl Großrußbach Hagenbrunn Harmannsdorf Hausleiten Korneuburg Langenzersdorf Leitzersdorf Leobendorf Niederhollabrunn Rußbach Sierndorf Spillern Stetteldorf am Wagram Stetten Stockerau NiederösterreichLage der Gemeinde Großmugl im Bezirk Korneuburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Großmugl ist eine österreichische Marktgemeinde mit 1574 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Großmugl liegt im Hügelland des Weinviertels in Niederösterreich, etwa 15 km nördlich von Stockerau. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 64,49 Quadratkilometer. 29,91 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Füllersdorf, Geitzendorf, Glasweiner Wald, Großmugl, Herzogbirbaum, Nursch, Ottendorf, Ringeldorf, Roseldorf und Steinabrunn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hollabrunn (Bez. Hollabrunn)
Göllersdorf (Bez. Hollabrunn) Nachbargemeinden Ernstbrunn

Sierndorf Niederhollabrunn

Geschichte[Bearbeiten]

Groß Mugl und der Leeberg (Mitte oben) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Erstmals genannt wurde der Ort 1298 als Grassemugl, ‚großer Mugel, Grabhügel‘, Bezug nehmend auf den weithin sichtbaren Leeberg. Das Hügelgrab stammt wahrscheinlich aus der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) zwischen 800 und 480/450 v. Chr. Aufgrund der Größe ist davon auszugehen, dass eine bedeutende Persönlichkeit unter dem Hügel begraben liegt. Es finden sich auch zwei Kreisgrabenanlagen, Lange Ries bei Steinabrunn und Linen bei Herzogbirbaum. Im Gemeindegebiet wurden bei Ausgrabungen zahlreiche Funde gemacht (Gerätschaften, menschliche und tierische Knochen).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Seit 1869 nahm die Bevölkerung kontinuierlich ab und erreichte 1991 mit 1.428 ihren tiefsten Stand. Bis zur nächsten Volkszählung 2001 war erstmals wieder ein Zuwachs um 6,4 % zu verzeichnen. Dieser ist auf die positive Wanderungsbilanz (+7,5 %) zurückzuführen, durch welche die negative Geburtenbilanz (-1,1 %) mehr als wettgemacht wurde.


Politik[Bearbeiten]

Großmugl gehört zum Gerichtsbezirk Korneuburg, da 1. Jänner 2013 der Gerichtsbezirk Stockerau aufgelöst wurde.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

14
5
14 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
  • ÖVP: 14
  • Unabhängige Bürgerliste: 5

Der Marktgemeinderat umfasst 19 Sitze. Seit der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 lautet die Mandatsverteilung:

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Karl Lehner, Amtsleiter ist Markus Sieghart.

Umweltpolitik[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 beschloss die Gemeinde,[2] sich als erste Gemeinde in Europa für einen Schutz des Nachthimmels durch die UNESCO als Welterbe zu bewerben.[3] Der Hintergrund dieser Aktion liegt in dem wirklich dunklen Nachthimmel, der nicht durch die Beleuchtungskörper in und um Großmugl aufgehellt (lichtverschmutzt) wird. So können in Großmugl in der Nacht etwa 5.000 Sterne gesehen werden, im Gegensatz zu der nicht weit entfernten Stadt Wien, wo durch das viele Kunstlicht nur etwa 100 Sterne wahrgenommen werden können.[4] Gerade in Bezug auf die zahlreichen prähistorischen Anlagen ist deren – vermutlich schon zeitgenössischer – astronomischer Bezug ein Schutzgut im Sinne der Welterbe-Bestrebungen, das erfahrbar erhalten bleiben soll. Die Gemeinde hat sich zur Sternenlichtoase erklärt, das ist ein Lichtschutzgebiet im Sinne der La-Palma-Deklaration der UNESCO 2007 zu einem dunklen Nachthimmel als Erbe der Menschheit („Recht auf Sternenlicht“). Das Verfahren der Anerkennung durch die UNESCO ist seit 2010 in Gang. Propagiert wird der humoristische Name Großmugl an der Milchstraße.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Sprengelversammlung der Bezirksbauernkammer Stockerau befinden sich in der Marktgemeinde Großmugl 131 landwirtschaftliche Betriebe.

Infrastruktur: Volksschule, Kindergarten, Postamt, Bank, Gemeindearzt, verschiedene Gewerbebetriebe wie Gasthäuser, Cafe-Bäckerei, Kaufhaus, Lagerhaus, Discothek, Frisör, etc.

Eine der kommenden kommunalen Aufgaben ist die Abwasserbeseitigung.

Die Bezirkshauptstadt Korneuburg ist über Nebenstraßen zu erreichen. Die nächste Bahnstationen sind Schönborn-Mallebarn und Höbersdorf an der Nordwestbahn, beide etwa acht Kilometer südwestlich von Großmugl gelegen. Dort halten stündlich Züge der Wiener Schnellbahn.

Religion[Bearbeiten]

90,1 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 2,0 % sind evangelisch. Mit weniger als 1 % sind Mitglieder der Orthodoxen Kirche, des Islam und anderer Glaubensgemeinschaften vertreten. Ohne religiöses Bekenntnis sind 5,5 % der Bevölkerung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der namensgebende Mugl (Leeberg) südwestlich des Ortes
  • Wahrzeichen des Ortes ist der Leeberg, ein 18 Meter hohes Hügelgrab (Tumulus) aus der älteren Eisenzeit, der Hallstattzeit. Wenn das Stammesoberhaupt oder ein Held starb, so trugen die Angehörigen in den Händen oder mittels Gefäßen die Erde zum Grab, das sich so hügelartig vergrößerte.
  • Zahlreiche Kleindenkmäler, Kirche und Kapellen.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großmugl

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Feuerwehrfest: zu Christi Himmelfahrt in Herzogbirbaum
  • Kellerfest: Ende Juni in der historischen Kellergasse Herzogbirbaum
  • Maibaumaufstellen: Jährlich am 30. April beim Feuerwehrhaus Großmugl
  • Sternenfest: Jährlich Ende Juli / Anfang August in Großmugl

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Ehrenbürger:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großmugl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Großmugl an der Milchstraße (starlightoasis.org); Sternenlichtoase Großmugl, grossmugl.at;
  3. Im Juli 2010 wurde von der UNESCO beschlossen, dass auch der Sternenhimmel für die Astronomie geschützt werden kann, sodass auch eine Grundlage für eine Bewerbung gegeben wäre. Das UNESCO-Welterbekomitee hat auf seiner 34. Sitzung die Studie zu Astronomie und Welterbe bestätigt, kuffner-sternwarte.atvom 3. August 2010.
  4. Wird Großmugl Unesco Welterbe? (PDF-Datei; 1,73 MB) im Amtsblatt 7/2009 abgerufen am 27. April 2010
  5. in Anlehnung an vorhandene Gemeindenamen wie Glanz an der Weinstraße, Fusch an der Glocknerstraße und ähnliches