Großmut

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Die Großmut Alexanders des Großen gegenüber dem gefangenen indischen König Poros.

Großmut ist die Charaktereigenschaft einer mächtigen Persönlichkeit, vor allem nach einem Sieg, auch sehr vorwerfbare Taten gegen sie vergeben zu können, knapp: „groszmuth ist edelmuth mit selbstbesiegung“.[1] Einer der klassischen Gegenbegriffe ist „Rachsucht“, ein modernerer Gegenbegriff wäre „nachtragend“.

Näheres[Bearbeiten]

Seit der Antike gilt die Großmut als wichtige Tugend, insbesondere von Herrschern. Bereits Aristoteles erörtert sie in seiner Nikomachischen Ethik als wünschbare Herrschertugend.

In der römischen Antike wurde die magnanimitas Cäsars sprichwörtlich. Die „Großmut“ einiger Monarchen wurde historisch in ihrem Beinamen gewürdigt, so etwa bei Alfons dem Großmütigen von Aragon, Philipp dem Großmütigen von Hessen oder Johann Friedrich dem Großmütigen von Sachsen.

Berühmtheit erlangte auch die Amnestie Mohammeds gegenüber seinen jahrelangen Feinden und Verfolgern unter den Führern Mekkas nach der Einnahme der Stadt.

Das in vielen Verfassungen niedergelegte Recht des Staatsoberhaupts zu begnadigen und zu amnestieren gilt als eine Verkörperung des Großmut-Ideals im Staatsrecht.

Künstlerische Bearbeitungen[Bearbeiten]

In Wolfgang Amadeus Mozarts 1791 uraufgeführter Oper La clemenza di Tito ist die Großmut des römischen Kaisers Titus das zentrale Thema. In seiner Oper Die Entführung aus dem Serail (1782) ist die Großmut von Selim Bassa das zentrale Motiv.

Conrad Ferdinand Meyer widmete der Großmut seine Ballade Der gleitende Purpur.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Wörterbuch der Brüder Grimm, Bd. 9, in: groszmuth, [1935], München 1984, Sp.565
  2. in: [anonym] Zwanzig Balladen von einem Schweizer, 1864

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Großmut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Großmut – Zitate

Siehe auch[Bearbeiten]