Großmutterneuron

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Der Ausdruck Großmutterneuron, auch Gegenstandsneuron, steht für ein heute veraltetes Modell der Lernpsychologie. Nach dieser, in dieser Form inzwischen falsifizierten, Theorie speichert eine einzelne Nervenzelle (Neuron) alleine ein bestimmtes Engramm, sodass für die Erinnerung beispielsweise an eine bestimmte Person – z. B. die Großmutter – eine einzelne Nervenzelle zuständig wäre. Bei einem spezifischen Reiz (z. B. dem Sehen der Großmutter) würde dieses spezielle Neuron besonders aktiv.

Diese Ansicht ist inzwischen sowohl theoretisch wie auch experimentell überholt. Wenn ein (bestimmtes) Neuron ausschließlich (hier:) bei der Großmutter aktiviert würde, so müsste dieses sämtliche Reizinformationen der Sinnesorgane erhalten und könnte diese auswerten – dieses einzelne „Großmutterneuron“ hätte dann die Leistungsfähigkeit des gesamten Gehirns. Dies ist jedoch ein Widerspruch in sich.
Vielmehr wird durch das Erblicken der Großmutter ein bestimmtes räumliches und zeitliches Muster von Aktionspotentialen generiert. Die Tatsache, dass an diesem Muster Neuronen beteiligt sind, die über das ganze Großhirn verteilt liegen, hat Vorteile:

  • Dem Menschen ist es möglich, innerhalb von ca. 500 ms einen ihm bekannten Menschen (wie die Großmutter) hundertprozentig zu erkennen. Ein Computer ist zu dieser Leistung nicht fähig, obwohl sein Arbeitstakt (> 1.000 MHz) die des Menschen (ca. 1 MHz) um einen Faktor > 1.000 übersteigt. Grund dafür ist die massive Parallelisierung im menschlichen Gehirn beim Wiedererkennen von Gelerntem. Das Gehirn ist innerhalb von 500 ms (nach Abzug der Zeit, die für die Leitung von der Netzhaut zum Primären visuellen Cortex notwendig ist = 100 ms) zu ca. 80 weiteren Verschaltungen in der Lage. Nur dadurch, dass ein Neuron mit bis zu 20.000 weiteren Neuronen in Kontakt steht, ist es möglich, dass innerhalb dieser Zeit theoretisch jede Nervenzelle der Großhirnrinde in ein Muster aus Aktionspotentialen involviert werden kann.

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