Großräschen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Oberspreewald-Lausitz | |
| Höhe: | 115 m ü. NN | |
| Fläche: | 81,29 km² | |
| Einwohner: |
10.062 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 124 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01983 | |
| Vorwahl: | 035753 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OSL, CA, SFB | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 66 112 | |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile und 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Seestraße 16 01983 Großräschen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Zenker (SPD) | |
| Lage der Stadt Großräschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz | ||
Großräschen (sorbisch: Rań) ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz in der Niederlausitz.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Stadt liegt in der Niederlausitz, einer Landschaft, die zum größten Teil im Süden von Brandenburg liegt. Großräschen ist 110 Kilometer südlich von Berlin, 64 Kilometer nördlich von Dresden, 30 Kilometer südwestlich von Cottbus sowie 123 Kilometer nordöstlich von Leipzig gelegen.
Großräschen liegt südlich der kiefernbestandenen Moränen des Niederlausitzer Landrückens, an dessen Übergang zur Elsterniederung und am Flüsschen Rainitza. Die Stadt befindet sich außerdem am Ufer des entstehenden Großräschener Sees (Flutungsbeginn: 15. März 2007), der ein Teil des Lausitzer Seenlandes ist.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
| Gliederung | Name | Grenze | Landkreis |
|---|---|---|---|
| Gemeinde | Bronkow | N | OSL |
| Gemeinde | Altdöbern | N | OSL |
| Stadt | Senftenberg | O, S | OSL |
| Gemeinde | Schipkau | S | OSL |
| Gemeinde | Sallgast | W | EE |
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zum eigentlichen Stadtgebiet zählen die Ortsteile Großräschen und Kleinräschen. Großräschen-Süd (Bückgen) wurde wegen des Braunkohlebergbaus devastiert.
Stadt- und Ortsteile [Bearbeiten]
Stadtteile:
- Großräschen Nord (eine Plattenbausiedlung, die teilweise rückgebaut wird, dazu gehören zum Beispiel: Wilhelm-Pieck-Straße, Dimitroff-Weg)
- Großräschen Ost (früher Schmogro, Eingemeindung am 1. März 1946)
- Großräschen Süd (früher Bückgen, Eingemeindung am 1. März 1946)
- Kunze-Siedlung
- Temposiedlung
- Waldrand-Siedlung
Ortsteile mit anerkanntem Status (in Klammern die Eingemeindungsdaten):
- Allmosen (Wołobuz; Eingemeindung am 31. Dezember 2001)[2]
- Barzig (Barce; Eingemeindung am 31. Dezember 2001)[2]
- Freienhufen (Dobry Wótšow; Eingemeindung am 30. Juni 1997)[3]
- Dörrwalde (Suchy Gózd; Eingemeindung am 1. Januar 1974)[4]
- Saalhausen (Załuž; Eingemeindung am 31. Dezember 2001)[2]
- Wormlage (Wormlag; Eingemeindung am 31. Dezember 2001)[2]
- Woschkow (Wóškow; Eingemeindung am 31. Dezember 1998)[5]
In der Nähe des Ortsteils Freienhufen liegt die Wüstung Nossedil.
Geschichte [Bearbeiten]
Großräschen wurde erstmals 1370 als Redschin magnum et parvum erwähnt, d. h. Groß- und Kleinräschen. Kleinräschen ist historisch der ältere Ortsteil, ein wendisches Angerdorf. Ernst Eichler und Hans Walther leiten den Namen von Rěčina, also in etwa „Ort am Bach“, ab.[6] In den Jahren 1662, 1725 und 1781 gab es größere Ortsbrände. Bis zur Zusammenlegung beider Dörfer 1925 war Kleinräschen immer das größere der beiden Dörfer. Vor der Industrialisierung wurde in beiden Dörfern noch mehrheitlich Sorbisch gesprochen; in der Großräschener Kirche wurde der sorbische Gottesdienst 1868 eingestellt, zu einem Zeitpunkt, als noch etwa die Hälfte der Pfarrgemeinde sorbischsprachig war.[7]
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts begann der rapide Aufschwung des Braunkohlenbergbaus. Zu dieser Zeit wanderten viele Menschen aus Schlesien, Polen und Böhmen ein. Im Zuge der Industrialisierung wurde die sorbische Sprache und Kultur immer mehr verdrängt. Wegen der reichen Tonvorkommen in Verbindung mit der vorhandenen Kohle siedelte sich um 1900 ebenfalls die Ziegelindustrie an (vgl. Ilse Bergbau AG). Von 1954 bis 1990 erfolgte die Ausbildung der Ziegler für das gesamte Gebiet der DDR zentral in Großräschen.[8] Anfang der 1990er Jahre wurde die letzte Ziegelei durch einen Brand zerstört und abgerissen.
Im Jahr 1965 erhielt das bis dahin größte Dorf der DDR die Stadtrechte. In den 1980er Jahren begann die Umsiedlung der Bevölkerung von Großräschen-Süd/Bückgen (größte bergbaubedingte Umsiedlung in der Geschichte der Lausitz). Für diese wurden im Norden der Stadt Neubauten in Großplattenbauweise errichtet.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts profitierte Großräschen wie viele Städte der Region von der Nutzung der Braunkohle für die chemische Industrie. Die Bevölkerung wuchs deutlich schneller als der Brandenburger Durchschnitt. Seit den 1920er Jahren stagnierte die Bevölkerung. Nur mit den Flüchtlingen aus den Ostgebieten nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Umstellung der DDR-Wirtschaft auf Braunkohle als Hauptenergieträger ab Mitte der 1970er Jahre gab es nochmals Bevölkerungsschübe. Seitdem sinkt die Einwohnerzahl. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl bis 2030 auf ca. 8000 sinkt. Dabei wird die Zahl Jugendlichen und der Menschen im arbeitsfähigen Alter deutlich abnehmen, während die Zahl der Senioren steigt.
| Datum | Einwohner |
|---|---|
| 30. Juni 2005 | 11.435 |
| 31. Dezember 2006 | 11.148 |
| 31. Dezember 2008 | 10.697 |
| 31. Dezember 2010 | 10.262 |
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Großräschen besteht aus 22 Mitgliedern.
- SPD 7 Sitze (31,4 %)
- LINKE 5 Sitze (23,7 %)
- Grüne Liga 5 Sitze (23,0 %)
- CDU 4 Sitze (18,9 %)
- Freie Bürger 1 Sitze (3,1 %)
Die Wahlbeteiligung lag bei 47,0 Prozent.
(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[9]
Wappen [Bearbeiten]
Übernahme des Wappens des aufgelösten Amtes Großräschen anstelle des tradierten Stadtwappens. Das Wappen wurde am 12. April 2002 genehmigt.
Blasonierung: „Schräg gevierteilt von Rot und Silber; oben eine wachsende silberne Harke mit sieben Zinken; links ein aufrechter schwarzer Buchenzweig mit acht Blättern, rechts gekreuzte schwarze Schlägel und Eisen, unten drei zu einem Dreischenkel zusammengestellte silberne Hufeisen.“[10]
Städtepartnerschaft [Bearbeiten]
Großräschen unterhält seit 2006 eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Trzebiatów (Treptow).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten der Stadt [Bearbeiten]
In der Lokalpresse (Lausitzer Rundschau) wird Großräschen häufig auch als „IBA-Stadt“ bezeichnet. Dies deutet auf die Tatsache hin, dass die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land (IBA) seit 2000 ihren Sitz in der Stadt hat. Auf den 2004 errichteten IBA-Terrassen, dem Besucherzentrum der IBA, am Rand des entstehenden Großräschener Sees können Ausstellungen besucht werden, die den einmaligen und derzeitigen Wandel in der Region veranschaulichen. Außerdem sind geführte Touren durch die Bergbaufolgelandschaft buchbar, die den zukünftigen Grund des Großräschener Sees beinhalten. Die IBA-Terrassen (Architekt: Ferdinand Heide aus Frankfurt/Main) haben 2005 den Brandenburgischen Architekturpreis erhalten.
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IBA-Terrassen am Großräschener See
Bauwerke [Bearbeiten]
In der Liste der Baudenkmale in Großräschen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.
- Seehotel Großräschen
- Evangelische Stadtkirche
- Katholische Kirche St. Antonius mit Innenraumgestaltung von Friedrich Preß
- Gemeindehaus Neu-Bückgen mit Einrichtungsgegenständen aus der abgetragenen Kirche in Bückgen
- Kurmärker mit Wettigs Hof am Marktplatz
- Denkmal mit den vier Berufen des Stadtwappens
- historische Dorfanlage Kleinräschen mit Senftenberger Vierseitenhöfen
- Dörrwalde: Holländerwindmühle
- Freienhufen: mittelalterliche Dorfkirche
- Freienhufen: Anti-Kriegs-Denkmal von 1956 am Ortsausgang Richtung Großräschen mit Goethe-Zitat
- Denkmal von 1968 für die Opfer des Faschismus an der "Allee der Steine"
- Grabmale für 14 polnische und sowjetische Zwangsarbeiter auf dem Nordfriedhof, die vom Südfriedhof umgebettet wurden, weil dieser dem Tagebau weichen musste
Landschaft und Bauarchitektur [Bearbeiten]
In den letzten Jahren wurden zwischen einzelnen Wohnkomplexen des Neubaugebietes parkähnliche Grünanlagen (Grüne Mitte I u. II) angelegt.
Im Ortsteil Wormlage gibt es weiterhin eine ältere Parkanlage, einst zum Gut gehörend. In diesem Park befinden sich auch zwei versteckte Gräber.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
Von den künstlich aufgeschütteten Terrassen kann man momentan Einblick in den ehemaligen Tagebau Meuro nehmen. Am 15. März 2007 wurde der Startschuss zur Flutung des zukünftigen Großräschener Sees gegeben. Die Flutung ist voraussichtlich 2018 beendet.
Dort beginnt auch die „Allee der Steine“, ein mit Findlingen aus dem Bergbau gestaltetes Parkgelände der Internationalen Bauausstellung (kurz: IBA) „Fürst-Pückler-Land“.
Sport [Bearbeiten]
Der SV Großräschen mit 12 Abteilungen und 607 Mitgliedern (Stand 2007) ist der drittgrößte Sportverein im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Die Laufgruppe Ilse-See veranstaltet jährlich zwei Laufveranstaltungen in Großräschen. Die Fußballabteilung der Stadt spielt ab der Saison 2006/07 wieder in der Landesklasse-Süd. Die Handballerinnen haben sich in der Verbandsliga etabliert.
Großräschener Orgelkonzerte [Bearbeiten]
Seit 1991 gibt es in Großräschen eine internationale Orgelkonzertreihe. Das Hauptkonzertinstrument ist heute die Jehmlich-Orgel in der Katholischen Pfarrkirche St. Antonius. Sie wurde 1978 erbaut und ist in die Altarwand von Friedrich Press (1904–1990) integriert. Der Orgelzyklus wird vom Großräschener Orgelkonzerte e. V. organisiert.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Die historischen Wirtschaftszweige waren Landwirtschaft, Glasherstellung, Ziegelherstellung und Bergbau (in der DDR außerdem die Gleichrichterherstellung). Seit der Wende sind alle industriellen Zweige im Niedergang begriffen. Seitdem gab es kaum nennenswerte Neuansiedlungen. Heute sind auch Stahlverarbeitung und Abfallverwertung in der Stadt oder dem Umland angesiedelt. Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.
Verkehr [Bearbeiten]
Die Bundesstraße 96 (Zittau–Sassnitz auf Rügen) führt durch die Stadt Großräschen. Die nächstgelegene Anschlussstelle zur Bundesautobahn 13 (Berlin–Dresden) befindet sich zwischen den Ortsteilen Saalhausen und Freienhufen.
Die Stadt verfügt über einen Personenbahnhof an der Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz mit Verbindungen nach Nauen über Calau – Lübbenau/Spreewald – Lübben/Spreewald – Brand (Niederlausitz) – Königs Wusterhausen – Berlin-Schönefeld Flughafen und Berlin Hauptbahnhof sowie in Gegenrichtung nach Senftenberg (RB 14). Bis zum Fahrplanwechsel 2011 bestand abends stets eine Verbindung nach Hoyerswerda, die RB14 über Senftenberg, Hosena und Lauta. Ebenso verfügte die Stadt bis Dezember 2006 im Zuge der Bahnstrecke Lindthal–Altdöbern Süd über eine Verbindung nach Schwedt bzw Stralsund (zweistündlicher Wechsel) über Finsterwalde – Berlin Südkreuz – Berlin Hbf – Eberswalde Hbf – Angermünde und Züssow (RE 3). Die Schließung der Bahnstrecke erschwert heute vielen Pendlern und vor allem Schülern die Fahrt, da die Busverbindung zwischen Großräschen und Finsterwalde nur mangelhaft ist.
Bildung [Bearbeiten]
In Großräschen gibt es momentan zwei Grundschulen (Pestalozzi und GutsMuths) und eine Oberschule. Das Friedrich-Hoffmann-Gymnasium wurde 2007 geschlossen (Rückgang der Schülerzahlen). Es erfolgte ein Umbau zur Oberschule (ab August 2007). Im Juli 2008 wurde der Umbau des Schulhauptgebäudes abgeschlossen. Am 17. August 2008 erfolgte die feierliche Eröffnung der Friedrich-Hoffmann-Oberschule.
Die Handwerkskammer Cottbus betreibt seit 1995 den Lehrbauhof in Großräschen. Dort erfolgt für eine Vielzahl von Baugewerken die Aus- und Fortbildung (Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Straßenbauer, Fliesen-/Platten- und Mosaikleger, Maler und Lackierer, Fahrzeuglackierer, Stuckateure, Dachdecker, Trockenbauer, Bürokauffrauen/-männer).
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Herbert Scurla (1905–1981), Volkswirt und Schriftsteller
- Bernhard Lehmann (* 11. Januar 1948), Bobfahrer
- Monika Balt (* 12. März 1951 in Großräschen-Süd), Politikerin (Die Linke)
- Hans-Joachim Hartnick (* 12. Januar 1955 in Wormlage), Straßenradsportler, Gewinner der Friedensfahrt
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ a b c d StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
- ↑ Ernst Eichler und Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz. Akademie-Verlag, Berlin 1975
- ↑ Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 63
- ↑ Beschreibung von Klinker- und Ziegelwerk Großräschen und Berufsschule der Ziegler
- ↑ Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 30. September 2008
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
Weblinks [Bearbeiten]
- Webseite der Stadt Großräschen
- Webseite des Stadtteils Dörrwalde
- Webseite des Ortsteils Wormlage
- Webseite des Ortsteils Woschkow
- Luftbildsammlung Großräschen/Ilsesee
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