Großrinderfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großrinderfeld
Großrinderfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großrinderfeld hervorgehoben
49.6647222222229.7347222222222311Koordinaten: 49° 40′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 56,28 km²
Einwohner: 4036 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97950
Vorwahlen: 09349, 09344
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 045
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 6
97950 Großrinderfeld
Webpräsenz: www.grossrinderfeld.de
Bürgermeister: Manfred Weis
Lage der Gemeinde Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis
Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte
Über dieses Bild

Großrinderfeld ist eine Gemeinde in Tauberfranken, gelegen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt am äußersten westlichen Rand des Ochsenfurter Gaus ca. 8 km nordöstlich von Tauberbischofsheim und ca. 24 km südwestlich von Würzburg an der Bundesstraße 27, die in diesem Abschnitt parallel zur Bundesautobahn A 81 verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Großrinderfeld gehören die bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Gerchsheim, Ilmspan und Schönfeld (In Klammern die Einwohnerzahl Stand 30. Juni 2000). Zur ehemaligen Gemeinde Gerchsheim (1.583) gehört das Dorf Gerchsheim. Zur Gemeinde Großrinderfeld in den Grenzen von 1971 (1.516) gehören das Dorf Großrinderfeld und der Weiler Baiertal (Hof) sowie die abgegangenen Ortschaften Bickelhof, Bösehof und Frohehof. Zur ehemaligen Gemeinde Ilmspan (365) gehört das Dorf Ilmspan. Zur ehemaligen Gemeinde Schönfeld (646) gehören das Dorf Schönfeld sowie die abgegangenen Ortschaften Irtenberg und Rohrensee.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

1312 gab Graf Ludwig von Rieneck den Ort an das Stift Aschaffenburg. Später kam Großrinderfeld an das Bistum Würzburg und 1583 an das Kurfürstentum Mainz, wo es zunächst zum Amt Tauberbischofsheim und später zum Oberamt Bischofsheim an der Tauber gehörte. 1806 fiel es an das Großherzogtum Baden. In Baden gehörte das Amt wiederum zum Oberamt Tauberbischofsheim, aus dem später der Landkreis Tauberbischofsheim wurde, mit dem Großrinderfeld 1973 im heutigen Main-Tauber-Kreis aufging. 1866 fand bei Gerchsheim eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt.

1924 wurde Hof Baiertal und am 31. Dezember 1972 Ilmspan eingemeindet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Gerchsheim, Großrinderfeld und Schönfeld.

Wappen der ehemaligen Gemeinden:

Bevölkerungsstruktur und -entwicklung[Bearbeiten]

Laut Bevölkerungsfortschreibung vom 30. Juni 2004 leben nun 4.141 Personen in Großrinderfeld, davon männlich 2.079 Personen und weiblich 2.062 Personen. Eine genaue Aufteilung auf die Teilorte wurde in dieser Fortschreibung nicht mitgeteilt.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Großrinderfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Großrinderfeld hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (unverändert). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,3 % (2009: 63,5 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Initiative Mündiger Bürger 38,05 % 7 Sitze 2009: 17,0 %, 3 Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands-CDU 36,71 % 7 Sitze 2009: 59,3 %, 11 Sitze
Freie Wähler Großrinderfeld e.V. 25,24 % 4 Sitze 2009: 23,7 %, 4 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Laurentius in Ilmspan
Schloss Schönfeld

Museen[Bearbeiten]

  • Landwirtschaftliches Museum (privat)in Großrinderfeld.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Barocke Pfarrkirche St. Michael in Großrinderfeld
  • Kirche St. Johannes der Täufer Gerchsheim (1729)
  • Kriegergedächtniskapelle Gerchsheim
  • Pfarr- und Rathaus Gerchsheim (Herrenstraße)
  • Rathaus und Pfarrhaus am Marktplatz in Großrinderfeld
  • Rokokokirche St. Laurentius in Ilmspan (Johann Michael Fischer, Schüler Balthasar Neumanns)
  • Spätgotisches, aus zwei Gebäuden bestehendes Schlösschen in Schönfeld (1376)

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

  • Durch die Gemeinde Großrinderfeld führen zwei bekannte Straßen:
  • In allen vier Ortsteilen gibt es zahlreiche Bildstöcke. Zwei sehr bedeutende stehen in Großrinderfeld.
  • Diese gehen auf die Wieskirchbewegung zurück.(Wallfahrtsort am Ende der Romantischen Straße bei Steingaden)
  • In Großrinderfeld findet alle zwei Jahre der Bauernmarkt statt. 2012 am 29. und 30.9.

Sport[Bearbeiten]

Im Ortsteil Großrinderfeld gibt es einen Sportverein, der das Hornussen als einer von nur zwei Vereinen in ganz Deutschland betreibt.

  • Weitere Sportvereine sind:
    • TUS Großrinderfeld
    • TSV Gerchsheim
    • SV Schönfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Großrinderfeld gibt es keine größeren Unternehmen. Im März 2007 wurde eine Müllverbrennungsanlage im Industriepark A 81 geplant, gegen deren Bau sich eine Bürgerinitiative wendete.

  • An der Grenze zu Werbach gibt es ein kleines Weinbaugebiet(Beilberg).

Verkehr[Bearbeiten]

Großrinderfeld liegt an der Landesstraße 578 (in Bayern: Staatsstraße 578), die von Tauberbischofsheim nach Kist führt und ehemals Teil der Bundesstraße 27 (MosbachWürzburg) war, dann aber wegen der parallel verlaufenden A 81 (Würzburg–Stuttgart) zur Landesstraße herabgestuft wurde. Der Ortsteil Gerchsheim verfügt über eine Ausfahrt an der A 81.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 348–350
  4. Quelle: Mitteilungsblatt Nr. 45/2004

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Schultheiß: Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten. Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld, Großrinderfeld 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großrinderfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien