Grobiņa

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Grobiņa (dt.: Grobin)
Wappen von Grobiņa
Grobiņa (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Kurland (lettisch: Kurzeme)
Verwaltungsbezirk: Grobiņas novads
Koordinaten: 56° 32′ N, 21° 11′ O56.53333333333321.183333333333Koordinaten: 56° 32′ 0″ N, 21° 11′ 0″ O
Einwohner: 4.244 (1. Jan. 2009)
Fläche: 5,12 km²
Bevölkerungsdichte: 828,91 Einwohner je km²
Höhe:
Stadtrecht: seit 1695
Webseite: www.grobina.lv
Postleitzahl: LV-3430
ISO-Code:

Grobiņa (deutsch Grobin) ist eine Kleinstadt im Westen Lettlands; 10 km von Liepāja.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert befand sich hier eine große Siedlung skandinavischer Herkunft, die mit der Anlage von Staraja Ladoga vergleichbar ist. Bei Ausgrabungen 1929/30 entdeckte man drei Gräberfelder mit insgesamt 3000 Gräbern in Brandbestattungen, mit Waffen und Schmucksachen skandinavischen Typs aus der Vendelzeit.[1] Die Funde aus zwei Gräberfeldern sind gotländischer Herkunft, die aus dem dritten Gräberfeld werden dem Mälartal in Mittelschweden zugeordnet. Sie stammen aus der Zeit zwischen 600 und 850 n. Chr.

Über den Libauer See (Liepājas ezers) war der Hafen für Handelsschiffe erreichbar.

Mitte des 9. Jahrhunderts erwähnt Bischof Rimbert in der Vita Sancti Ansgari erstmals die Burg Seeburg anlässlich der Eroberung des Gebietes der Kuren durch die Schweden unter König Olaf. In der Folgezeit sinkt die Bedeutung von Seeburg stark. Der Handelsplatz Truso tritt an deren Stelle.

1269 wurde eine gemauerte Burg des Deutschen Ordens errichtet, deren Ruine heute besichtigt werden kann. Der Orden verpfändete während des Livländischen Krieges die Komturei Grobin an den Herzog von Preußen, um Hilfe gegen die Angriffe Iwans IV. des Schrecklichen zu erhalten. 1560 wurde eine Schule eingerichtet. 1659 wurde das Gebiet von den Schweden verwüstet und 1710 wütete eine Pest-Epidemie.

Grobiņas novads[Bearbeiten]

2009 vereinigte sich die Stadt mit 4 umliegenden Gemeinden zu einer Verwaltungseinheit. (Siehe auch: Verwaltungsgliederung Lettlands)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Birger Nerman: Grobin-Seeburg. Ausgrabungen und Funde. Stockholm 1958
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Birger Nerman, Grobin-Seeburg, Ausgrabungen und Funde. Stockholm 1958