Grohe

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Sanitärunternehmen Grohe AG; zu anderen Bedeutungen siehe Grohe (Begriffsklärung).
Grohe AG
Logo der Grohe AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005900435
Unternehmenssitz Hemer[1]
Mitarbeiter 5.200[2]
Umsatz 1.017 Mio. EUR[2]
Branche Verarbeitendes Gewerbe
Produkte

Sanitärarmaturen

Website www.grohe-group.com
Ehemaliges Grohe-Designcenter, Hemer-Edelburg
Ehemaliges Grohe-Designcenter, Hemer-Edelburg

Die Grohe AG ist ein internationaler Hersteller von Sanitärarmaturen und Weltmarktführer mit einem Jahresumsatz von 1.017 Millionen Euro (2007). Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hemer mit Corporate Center in Düsseldorf.[3] Werke in Deutschland befinden sich in Hemer, Porta Westfalica und Lahr/Schwarzwald.[4] Grohe beschäftigt 5200 Mitarbeiter, davon 2700 in Deutschland[3].

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grohe als Familienunternehmen

Friedrich Grohe, der Sohn des Schiltacher Armaturenherstellers Hans Grohe – Gründer der Hansgrohe AG, die heute noch am Stammsitz in Schiltach, Schwarzwald tätig ist –, kaufte im Jahre 1936 das Unternehmen „Berkenhoff & Paschedag“. Zwei Jahre nach dem Kauf gab es erste Aufträge aus dem Ausland. 1948 wurde das Unternehmen in Friedrich Grohe Armaturenfabrik umbenannt. 1961, inzwischen hatte man schon eine Fabrik in Lahr/Schwarzwald gekauft, wurde die erste ausländische Tochtergesellschaft in Frankreich gegründet. Im Jahr 1962 konnte die Firma die exklusive Lizenz des sogenannten Moen-Mischers erwerben. 1968 kaufte „ITT International Telephone & Telegraph“ die Mehrheit der Anteile an der Friedrich Grohe-Gruppe. 1982 konnte man im neu errichteten Werk Hemer-Edelburg erstmals produzieren. 1983 starb Friedrich Grohe, seine Erben kauften kurz danach die Gesellschaftsanteile zurück. 1989 wurde ein Teil des Werkes in Lahr neu gebaut und ein Logistikzentrum in Hemer-Edelburg eingeweiht.

1991 wurden die Unternehmen „Herzberger Armaturen GmbH“ aus Brandenburg und die „Armaturenfabrik H. D. Eichelberg & Co. GmbH“ aus Iserlohn aufgekauft. Zudem wurde die Firma in die Aktiengesellschaft Friedrich Grohe AG umgewandelt. Durch Zusammenführung mit der DAL/Rost-Gruppe entstand 1994 ein Werk in Porta Westfalica, zudem wurde die „Tempress Ltd.“ aus Mississauga in Ontario (Kanada) übernommen. In Hemer entstanden ein neues Technikum und eine Werksverwaltung. 1996 expandierte Grohe nach Portugal und Thailand. Die Friedrich Grohe AG bekam im selben Jahr am 18. Oktober den Deutschen Marketing-Preis. 1997 wurde im Stammsitz in Hemer ein Design-Center eröffnet. Außerdem zeichnete das Land Nordrhein-Westfalen das Unternehmen mit dem Ehrenpreis für Corporate Design und Design Management aus.

[Bearbeiten] Grohe im Besitz von Finanzinvestoren

Im Dezember 1998 teilte die Familie Grohe den Mitarbeitern mit, dass sie das Unternehmen für rund 900 Millionen Euro vollständig an die Investorengruppe BC Partners verkauft habe. Im Zuge dieser Transaktion wurde 1999 die Grohe Holding GmbH im Besitz von BC Partners Mehrheitseigner der Grohe AG. Es wird geschätzt, dass die BC Partners für den Kauf nur rund 100 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufbrachten, den Rest über Kreditaufnahmen. 2003 mussten 71 Millionen Euro, fast drei Viertel des Betriebsergebnisses, für diese Zinslast bezahlt werden. Kritiker sagen, das Unternehmen und seine Mitarbeiter bezahlten auf diesem Weg ihren eigenen Verkauf.

Ehemaliges Verwaltungsgebäude in Hemer
Ehemaliges Verwaltungsgebäude in Hemer

Die Firma Grohe war zum Zeitpunkt des Verkaufs Weltmarktführer und wies 1999 eine Umsatzrendite von zehn Prozent sowie eine Eigenkapitalquote von 50 % auf. Die bisherigen Expansionen wurden aus Rücklagen finanziert. „Die Firma war ihre eigene Bank“, soll ein Mitarbeiter die damalige Lage beschrieben haben.

2000 wurde ein Werk im Niedriglohnland Thailand eröffnet.

2004 wurde Grohe von BC Partners an ein Investorenkonsortium aus Texas Pacific Group und CSFB Private Equity (einer Tochter der Schweizer Credit Suisse) veräußert. Die neuen Investoren zahlten beim Einstieg rund 825 Millionen Euro, das Achtfache des ursprünglichen Einsatzes der BC-Partners. Schon kurz nach dem Kauf zahlte die Grohe Holding GmbH als Muttergesellschaft der Grohe AG ein Großteil des Kaufpreises an die Investoren in Form einer Sonderausschüttung wieder aus.

Um die Kosten dieser Sonderausschüttung zu erwirtschaften und das Unternehmen nach Jahren der Stagnation wieder zu Umsatz- und Ertragswachstum zu bringen, wurden 2005 Einsparungen von 150 Millionen Euro pro Jahr bis 2008 beschlossen. An den deutschen Produktionsstandorten in Lahr, Hemer und Porta Westfalica wurden im Rahmen einer Restrukturierung zur Senkung der Fixkosten rund 500 Arbeitsplätze abgebaut. Das Werk in Herzberg wurde geschlossen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen bis 2008 in Deutschland in die Optimierung von Produktionstechnologie und Logistik rund 130 Millionen Euro. Weitere Grohe-Werke befinden sich in Portugal, Thailand und Kanada. Wirtschaftsgeschichtlich von Bedeutung ist diese Restrukturierung, da sie die von Franz Müntefering 2005 angestoßene „Heuschreckendebatte“ auslöste.

Die operativ tätge Grohe AG gehört heute zu fast 100% der Grohe Holding GmbH (durch die vormalige Börsennotierung verfügt die Grohe AG noch über freie Aktionäre), welche sich im Besitz der Finanzinvestoren befindet. Diese Grohe Holding GmbH verfügte in ihrer Konzern Bilanz (und somit inkl. Grohe AG) im Jahr 2006 (neuere Daten sind nicht verfügbar, die letzte Veröffentlichung geschah mit erheblicher Verspätung) trotz immaterieller Vermögensgegenstände (Marken, Goodwill, etc.) von 1,2 Mrd. Euro nur über ein Eigenkapital von 124 Mio. Euro bei einer Bilanzsumme von 1,6 Mrd. Euro und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,3 Mrd. Euro. Hierauf entfallen Anleihen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro. Beide Anleihen werden u.a. in Frankfurt und Stuttgart zu Kursen deutlich unterhalb des Emissionskurses an der Börse gehandelt, die Emissionsprospekte der Anleihen werden von der Grohe Holding GmbH auch nach Anforderung nicht versendet. Die Grohe Holding GmbH erwirtschaftet aufgrund der hohen Zinszahlungen (84 Mio. Euro für 2006), vor allem aber durch die nach HGB vorgeschriebene derivative Firmenwertabschreibung über 15 Jahre, die das Ergebnis buchhalterisch mit rund 100 Millionen Euro pro Jahr belastet, Verluste.

2007 konnte die Grohe AG den Umsatz um 8 Prozent auf 1.017 Millionen Euro und das operative Ergebnis um 19 Prozent auf 203 Millionen Euro steigern und erzielte eine Umsatzrendite von über 20 Prozent. Gleichzeitig wurden 150 Millionen Euro Schulden zurückgeführt und der Cash Flow auf 277 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Grohe ist heute der größte europäische Armaturenhersteller und mit rund 8 Prozent Anteil Weltmarktführer. In Deutschland konnte 2007 der Umsatz wieder leicht gesteigert und Marktanteil hinzugewonnen werden. Insgesamt hat Deutschland einen Anteil am Gesamtumsatz von 16 Prozent.

[Bearbeiten] Niederlassungen

Für den Vertrieb ist in Deutschland die Grohe Deutschland Vertriebs GmbH mit Sitz in Porta Westfalica zuständig.[5]

Grohe hat Vertretungen in 130 Ländern und 23 Vertriebsgesellschaften. Hier eine Auflistung der wichtigsten Niederlassungen:

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Handelsregister des Amtsgerichts Iserlohn, HRB 5726
  2. a b grohe-group.com
  3. a b Grohe AG: Über GROHE
  4. Werke in Deutschland
  5. Vertrieb Deutschland

Koordinaten: 51° 23′ N, 7° 45′ O

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