Gronau (Leine)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Hildesheim | |
| Höhe: | 79 m ü. NN | |
| Fläche: | 20,61 km² | |
| Einwohner: |
5.191 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 252 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 31028 | |
| Vorwahl: | 05182 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HI | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 54 018 | |
| NUTS: | DE925 | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Karl-Heinz Gieseler (SPD) | |
| Lage der Stadt Gronau (Leine) im Landkreis Hildesheim | ||
Die Kleinstadt Gronau (Leine) liegt im Landkreis Hildesheim im Bundesland Niedersachsen und ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Gronau an der Leine. Gronau ist Mitglied der Region Leinebergland, eines nach dem Leader-Ansatz gegründeten freiwilligen Zusammenschlusses verschiedener Städte und Gemeinden im südlichen Niedersachsen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wappen
Im roten Schild eine goldene Schrägrechtsleiter mit drei senkrecht durchgezogenen Sprossen.
[Bearbeiten] Geographie
Gronau befindet sich südwestlich von Hildesheim zwischen Leinebergland im Westen und Innerstebergland im Osten. Es liegt westlich des Hildesheimer Walds bzw. nördlich der Sieben Berge. Die Stadt wird von der Leine durchflossen.
Westlich vorbei an Gronau führt ein Abschnitt der B 3.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Stadt wurde um das Jahr 1298 durch den Bischof Siegfried II. von Hildesheim auf einem Leinewerder als „Gronowe“ als südwestliche Befestigung des Hochstifts Hildsheim planmäßig gegründet. Der Name „Gronowe“ geht auf die grünen Auen an den beiden Armen des Flusses Leine zurück, die die Stadt mit Wasser versorgten. Zugleich bot diese Lage einen gewissen Schutz für die Bevölkerung. Das damalige Gronau setzte sich dabei aus den Bewohnern von drei vormals unbefestigten Dörfern zusammen, Lehde, Bekum und Empeda. Diese Dörfer fielen daraufhin wüst.
Nach jahrhundertelanger Existenz als Ackerbürgerstadt erlebte die Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Industrialisierung und den Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz (Bahnstrecke Elze–Bodenburg) einen Aufschwung, der sich in einer steigenden Bevölkerungszahl bemerkbar machte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Gronau am 6. November 1940 von 12 Brandbomben getroffen, die einen Dachstuhl und eine Kegelbahn in Brand setzten. Am 27. Januar 1941 richteten vier Sprengbomben leichten Sachschaden in Gronau an. Am 16. Juni 1941 fielen nördlich der Stadt 8 Sprengbomben und 20 Brandbomben, wodurch ein Wohnhaus und ein Stall beschädigt wurden. Viele Fenster wurden zerstört, es gab eine Verletzte.
In den 1980er und 1990er Jahren hat die Wirtschaft einen erheblichen Strukturwandel erlebt. Traditionelle Unternehmen der Industrie haben Arbeitsplätze in großem Maße abgebaut (Metallindustrie, Chemieindustrie) oder sind zum Teil ganz verschwunden (Zuckerfabrik, Papierherstellung). Nach wie vor ist Gronau ein vergleichsweise starker Standort der Industrie (Metall, Chemie, Papier). Durch Ausweisung des neuen Industriegebiets Gronau-West mit seiner guten Verkehrsanbindung ergeben sich seit 2008 neue Perspektiven. Gronau (Leine) ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts Wohnort vieler Berufspendler in die benachbarten Städte und Großstädte wie Hildesheim und Hannover.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Bei der Gemeindewahl im Jahr 2006 ergab sich für die Amtsperiode bis 2011 folgende Zusammensetzung des Gemeinderats:[2]
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| SPD | 48,5 % | 8 |
| CDU | 41,9 % | 7 |
| FDP | 2,5 % | 1 |
| WG Gronau | 5 % | 1 |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Gronau (Leine) unterhält Städtepartnerschaften mit dem französischen Mézidon-Canon, mit dem englischen Honiton, mit dem sächsischen Wermsdorf sowie seit 2000 mit dem norwegischen Dovre.
[Bearbeiten] Stadtbild
Das Stadtbild ist geprägt durch zahlreiche Fachwerkhäuser in traufenständiger Bauweise, wie sie für das südliche Niedersachsen typisch sind. Beherrscht wird es durch den mächtigen, 65 Meter hohen Turm der evangelischen St.-Matthäi-Kirche. Im Jahre 1309 wird die St. Matthäus geweihte Kirche zu Gronau erstmals urkundlich erwähnt. Der Bau der heutigen St. Matthäi-Kirche wurde 1457 begonnen. Der Turm ist in seinem Kern etwas älter. Unter den zahlreichen Bränden, die die Stadt Gronau im Laufe der Jahrhunderte zerstörten, haben Kirche und Turm gelitten. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Kirche so baufällig geworden, dass zunächst ein kompletter Neubau in Erwägung gezogen wurde, die Kirche aber schließlich erhalten blieb und umgebaut wurde. Von 1856 bis 1859 hat sie ihr heutiges Aussehen als dreischiffige neugotische Hallenkirche durch den hannoverschen Architekten Tochtermann nach Plänen des Oberhofbaudirektors Laves erhalten. Der geschnitzte Flügelaltar im Inneren soll 1415 in der Hamburger Meisterwerkstatt Bertram entstanden sein. In einer Nische der südlichen Chorwand über der Sakristeitür war einst eine wertvolle Kreuzigungsgruppe angebracht, die jetzt im südlichen Seitenschiff besser zur Geltung kommt. Die aus Lindenholz geschnitzten Figuren wurden 1520 in einer Hildesheimer Werkstatt hergestellt. Im Jahre 1860 wurde auch die alte verfallene Orgel durch eine neue des damals in Elze ansässigen Orgelbauers Philipp Furtwängler ersetzt. Die Orgel wurde 1936 durch das Landeskirchenamt unter Denkmalschutz gestellt und zuletzt von 1978 bis 1981 durch die Gebr. Hillebrand restauriert. Daneben gibt es auch die katholische St.-Josefs-Kirche, die Klosterkirche eines offiziell nie aufgehobenen Klosters.
Im Luftbild ist noch gut der Kern der Kleinstadt zu erkennen, an dessen Rand die Stadtmauer samt Wällen zwischen den Leine-Armen entlang verlief. An der Stelle der Wälle sind heute entsprechend betitelte Fuß- und Radwege, die an den Verlauf erinnern (Nordwall und Südwall). Gronau wurde von einer Stadtmauer umgeben, deren Reste noch am Nordwall zu erkennen sind. Am Südwall steht ein ehemaliger Wachturm. An der Nordseite Gronaus verlief die Bahnstrecke, welche in den 80er Jahren stillgelegt wurde. Die ehemalige Eisenbahnbrücke, die die Bahn über die Leine führte, ist heute ein Rad- bzw. Fußweg.
Seit Ende des zweiten Weltkriegs und mit der Zuwanderung von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Ostgebieten entstanden mehrere Neubaugebiete. Diese Entwicklung hält bis heute an.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Samtgemeinde Gronau, Website
[Bearbeiten] Literatur
- Rathschlag: Die Landwirtschaft des Kreises Alfeld 1895-1955. Festschrift, herausgegeben anläßlich des 60jährigen Bestehens der Landwirtschaftsschule und Wirtschaftsberatungsstelle Gronau/Hann. und des 50jährigen Bestehens des Vereins Alter Gronauer Landwirtschaftsschüler. Gronau 1954.
[Bearbeiten] Weblinks
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