Grotta del Cavallo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grotta del Cavallo (Italien)
Grotta del Cavallo
Grotta del Cavallo

Die Grotta del Cavallo (dt.: ‚Höhle des Pferdes‘) ist eine Kalkstein-Höhle im süditalienischen Apulien, an der Felsküste von Uluzzo, nahe Nardò, 90 Kilometer südlich von Tarent. Die Höhle liegt ungefähr 15 Meter über dem heutigen Meeresspiegel. Sie hat eine abgerunde, fünf Meter breite und 2,5 Meter hohe Öffnung zur See hin und wurde erstmals 1961 wissenschaftlich untersucht.[1]

Die Höhle wurde durch den Fund zweier Milchzähne bekannt, die, wie die im Jahr 2011 publizierten Forschungen ergaben, die ältesten Überreste des modernen Menschen (Homo sapiens) in Europa darstellen. Die dort 1964 entdeckten Zähne waren mit Steinartefakten des Uluzzien assoziiert, einer Kultur, die damals teils mit dem Neandertaler, teils mit dem Cro-Magnon-Menschen in Verbindung gebracht wurde. Diese Kultur hatte ihren Namen nach dem nächstgelegenen Ort Uluzzo erhalten. Artefakte des Uluzzien finden sich nur im Süden Italiens, wenn auch Fundstellen in Mittelitalien und Griechenland damit in Verbindung gebracht wurden.[2]

Der 2011 veröffentlichten, neuerlichen Untersuchung zufolge wurden die Zähne aufgrund der anatomischen Merkmale ihrer Zahnkronen und -wurzeln erneut Homo sapiens zugeordnet. Das Alter der Schicht von 42.000–40.000 BP wird kalibriert mit etwa 45.000 bis 43.000 Kalenderjahren vor heute angegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefano Benazzi et al.: Early dispersal of modern humans in Europe and implications for Neanderthal behaviour. In: Nature, Band 479, 2011, S. 525–528, doi:10.1038/nature10617
  • Paolo Boscato, Jacopo Crezzini: Middle–Upper Palaeolithic transition in Southern Italy: Uluzzian macromammals from Grotta del Cavallo (Apulia). In: Quaternary International, Online-Vorabveröffentlichung vom 31. März 2011, doi:10.1016/j.quaint.2011.03.028

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nature.com (PDF; 667 kB): „Grotta del Cavallo: Description of the site and history of excavations.“
  2. Marta Camps: Sourcebook of Paleolithic Transitions. Methods, Theories, and Interpretations. Springer, 2009, S. 385.

40.15523611111117.960352777778Koordinaten: 40° 9′ 19″ N, 17° 57′ 37″ O