Grubiger Wurzelrübling

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Grubiger Wurzelrübling
Xerula radicataQ 030914.jpg

Grubiger Wurzelrübling (Xerula radicata)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Physalacriaceae
Gattung: Wurzelrüblinge (Xerula)
Art: Grubiger Wurzelrübling
Wissenschaftlicher Name
Xerula radicata
(Relh. : Fr.) Dörfelt

Grubiger oder Schleimiger Wurzelrübling, Wurzel- oder Wurzelnder Schleimrübling (Xerula radicata[1], syn. Oudemansiella radicata) ist ein Pilz aus der Familie der Rindenschwammverwandten (Physalacriaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Der dünnfleischige Hut erreicht 3 bis 8 Zentimeter an Durchmesser, ist jung glockenförmig und wird später bald flach, weist einen manchmal ausgeprägten Buckel auf und ist radial gewellt und gedellt. Die Oberfläche ist trocken matt und sehr hell, feucht schleimig und glänzend und hell gelblichbraun bis ocker- oder haselnussbraun gefärbt. Die Lamellen sind weiß(lich) und dicklich, stehen entfernt und sind gerade bis ausgebuchtet am Stiel angewachsen. Die Sporen erscheinen massenhaft betrachtet als Sporenpulver weiß. Der zähe Stiel ist 8 bis 20 Zentimeter lang, 3 bis 10 Millimeter stark, längsfaserig, vollfleischig, später hohl, oft gedreht und wurzelt tief im Substrat. Seine Oberfläche ist kahl, oben weiß, tiefer zunehmend (grau)bräunlicher und die wurzelnde Basis wieder weiß. Das weiße Fleisch riecht unbedeutend (ohne Geruch oder schwach obstartig) und schmeckt mild bis bitter. Der Pilz hat kein Velum.

Die Sporen messen 12 bis 18,5 auf 9 bis 12 Mikrometer, sind oval geformt und amyloid. Er hat mittig geschwollene Pleurozystiden mit breit gerundeten Enden. Im Hyphen sind Schnallenverbindungen vorhanden. Sie zeigen mit Jodchemikalien keine Farbreaktion (nicht amyloid).

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Er gilt als leicht unterscheidbar. Der ungenießbare Breitblättrige Rübling hat einen Stiel, der nicht tief wurzelt und an dessen Stielbasis zähe weiße, 1 bis 2 Millimeter dicke Rhizomorphen hängen.[2][3][4]

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten]

Er wächst als Saprophyt in morschem, totem Laubholz, bevorzugt dem von Rotbuchen. Er fruktifiziert von Juni bis Oktober mit eher einzeln erscheinenden Fruchtkörpern an Baumstümpfen. Er kommt in Europa und Amerika vor. Er gilt entweder als häufig oder wird als seltene Art angesehen, die nur üblicherweise mit der häufigen, ebenfalls kahlstieligen Art Xerula megalospora zusammengeworfen wird.[5]

Systematik und Taxonomie[Bearbeiten]

Er wird der Gattung der Wurzelrüblinge (Xerula) zugerechnet oder von manchen Autoren, die diese Gattung nicht anerkennen, zu den Schleimrüblingen (Oudemansiella) eingemeindet. Die offizielle Erstbeschreibung geht auf Richard Relhan zurück, der die Art in einem 1786 erschienenen ersten Ergänzungsteil zu seinem Hauptwerk „Flora cantabrigiensis – exhibens plantas agro cantabrigiensi indigenas, secundum systema sexuale digestas.“ beschrieben hat.[6]

Nutzung[Bearbeiten]

Er ist essbar und wird als Speisepilz genutzt, wobei er als minderwertig angesehen wird und die Stiele aufgrund der Zähigkeit als nicht genießbar gelten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grubiger Wurzelrübling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Heinrich Dörfelt: Zur Kenntnis der Pilzflora des Greizer Waldes. In: Veröffentlichungen Museen der Stadt Gera. Naturkunde. 2/3, 1975, S. 40–74.
  2.  Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2001, ISBN 978-3440124086, S. 196.
  3.  Hans E. Laux: Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger. Pilze sammeln – aber richtig. Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 2005, ISBN 978-3440102404, S. 77.
  4.  Markus Flück: Welcher Pilz ist das?. 3 Auflage. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart Juni 2009, ISBN 978-3-440-11561-9, S. 210.
  5.  Scott Alan Redhead, James Herbert Ginns, R. A. Shoemaker: The Xerula (Collybia, Oudemansiella) radicata complex in Canada. In: Mycotaxon, Ltd. (Hrsg.): Mycotaxon. 30, 1987, S. 357–405 (http://www.cybertruffle.org.uk/cyberliber/59575/0030/).
  6.  Richard Relhan: Floræ Cantabrigiensi supplementum 1. Cambridge 1786 (http://books.google.com/books?id=KIJbAAAAQAAJ).


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