Gruppe GT2

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Ferrari 430 GT (GT2)
Ferrari 360 Modena (N-GT)
Ferrari 458 Italia (GTE-Pro)

Die Gruppe GT2 war eine von der FIA im Jahre 1995 neben der Gruppe GT1 ins Leben gerufene Fahrzeugkategorie im Motorsport. Sie stellte das Reglement für die leistungsschwächeren Gran-Turismo-Rennwagen in FIA-Rennserien. Das Regelwerk wird nun hauptsächlich unter der Bezeichnung GTE (kurz für GT Endurance) beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans verwendet.

Rennserien[Bearbeiten]

Die von der FIA ausgeschrieben Klasse waren neben den leistungsstärkeren GT1 in der FIA GT-Meisterschaft, der American Le Mans Series, Le Mans Series und der Asian Le Mans Series startberechtigt. Die von der FIA ausgeschriebenen Serien verwenden mittlerweile ausschließlich Fahrzeuge der Gruppe GT3. Der französische Automobilclub ACO hingegen verwendet das Regelwerk für die nun GTE genannte Klasse weiter. Zusätzlich zur GT2 werden in vereinzelten Rennen der GT-Meisterschaften auch nicht homologierte Fahrzeuge in der sogenannten G2-Kategorie zusammengefasst. Hierbei werden Fahrzeuge berücksichtigt, die entweder eine abgelaufene Homologiation besitzen, bei der FIA bislang noch nicht homogilisiert wurden oder Fahrzeuge von Kleinserienherstellern, die die Produktionsvoraussetzung nicht erfüllen. Die Rennwagen entsprechen, abgesehen von letztem Kriterium, technisch der GT2-Kategorie. So verwendet sowohl die International GT Open, als auch mehrere nationale Meisterschaften dieses Sonderreglement.

Geschichte[Bearbeiten]

Die GT2-Klasse wurde 1995 parallel zur GT1 für die BPR Global GT Serie geschaffen. Ab 1997 wurde diese Meisterschaft nun unter dem Segen der FIA als FIA GT-Meisterschaft fortgeführt. Aufgrund der hohen Kosten für die damaligen GT1-Fahrzeuge wurde diese Klasse ab 1999 in der FIA GT nicht mehr ausgetragen. Die Fahrzeuge der damaligen GT2 wurden für 1999 in die neue Kategorie GT überführt. Ab dem Jahr 2000 wurde dann unterhalb der GT eine neue kostengünstige Kategorie, die N-GT, etabliert.

2005 folgte dann eine Angleichung der Regeln der FIA und des ACO. Der ACO selbst richtet die 24 Stunden von Le Mans aus und legt auch deren Reglement fest. Dort und in den Rennserien des ACO (Le Mans Series) und der IMSA (ALMS) waren GT1 und GT2-Fahrzeuge startberechtigt. Diese entsprachen aber nicht dem Reglement der FIA, sondern waren diesem nur ähnlich. Als Folge der Angleichung wurde die GT in GT1 und die N-GT in GT2 umbenannt.

2010 sollte die aktuelle GT1 wegfallen und die existente GT2 in zwei neue Klassen GT1 und GT2 aufgespalten werden. Letztlich blieb die GT2 jedoch unangetastet, lediglich das Regelwerk der teueren GT1-Fahrzeuge wurde modifiziert. Die FIA GT-Meisterschaft wurde dennoch aufgeteilt. Die GT1 wurde als Weltmeisterschaft ausfahren. Die GT2 sollte 2010 in der Europameisterschaft Anwendung finden, wurde jedoch mangels Interesse ausgesetzt[1] und 2011 komplett aufgegeben. So konzentrierte sich die FIA mit der GT1-WM und der GT3-Europameisterschaft auf die anderen Fahrzeugkategorien. In der Folgezeit fand das Reglement nun ausschließlich in Meisterschaften des ACOs und mehreren nationalen Rennserien Anwendung. Der ACO reagierte seinerseits auf den Teilnehmerschwund der GT1-Kategorie und baut auf die jetzt GTE genannte Klasse mit den zwei Unterkategorien Pro und Am. 2012 erhielt die vom ACO betriebenen Intercontinental Le Mans Cup von der FIA den Titel FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft und die dort vom ACO eingeführten Klassen GTE-Pro und GTE-Am wurden von der FIA weiter ausgeschrieben.

Zeitleiste[Bearbeiten]

Zeitleiste der GT-Klassen der FIA ab 1995
90er 2000 2010
5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3
GT1
GT2 GT2 [1] GT GT1 GT1 [3] GT1
N-GT [2] N-GT GT2 GTE
GT3

[1] Wurde in der FIA-GT-Meisterschaft als Klasse GT ausgetragen
[2] Zu einigen Rennen der FIA-GT-Meisterschaft waren schon Fahrzeuge der Klasse N-GT zugelassen
[3] 2009 war ein Übergangsjahr: es wurde nach den Regeln der Vorjahre gefahren, es waren aber auch Fahrzeuge des Reglements von 2010 zugelassen

Homologierte Modelle[Bearbeiten]

GT2 ab 1995[Bearbeiten]

Nr. Gültig ab Hersteller Modell
GT2 2 01.08.1995 Porsche 964 Carrera RS 3.8
GT2 3 01.01.1996 Porsche 911 GT2
GT2 4 01.04.1996 Porsche 993 Carrera RS 3.8
GT2 5 01.04.1996 Chrysler Viper GTS
GT2 6 01.04.1997 Saleen Mustang SR
GT2 7 01.05.1997 Renault Spider Type EFOH
GT2 8 01.04.1999 Lister Storm GT
GT2 10 01.06.1999 Marcos Mantara LM 600
GT2 11 01.08.1999 Ferrari F50

N-GT ab 2000[Bearbeiten]

Nr. Gültig ab Hersteller Modell
NGT 1 01.03.2000 Ferrari 360 Modena
NGT 2 01.03.2000 Porsche 996 GT3
NGT 3 01.08.2002 Mazda MX-5
NGT 4 01.03.2003 Maserati Coupé
NGT 5 01.03.2003 Nissan Fairlady Z (Z33)
NGT 6 01.07.2003 Morgan Aero 8
NGT 7 01.03.2004 Ferrari 360 Challenge Stradale
NGT 8 01.03.2004 Porsche 996 GT3 RS

GT2 ab 2005[Bearbeiten]

Nr. Gültig ab Hersteller Modell
GT2 001 01.04.2005 Maserati GranSport
GT2 002 01.09.2005 Lotus Exige
GT2 003 01.02.2007 Porsche 997 GT3 RS
GT2 004 01.03.2007 Ferrari F430
GT2 005 01.04.2009 Aston Martin V8 Vantage
GT2 006 01.05.2009 Lamborghini Gallardo LP560-4

Nicht homologierte Modelle[Bearbeiten]

Folgende Fahrzeuge sind nicht bei der FIA homologiert oder fuhren mit Ausnahmegenehmigung in der GT2, entsprechen dennoch weitestgehend dem technischen Reglement der FIA GT2 oder LM GTE.

Hersteller Modell
BMW M3 GT
Corvette Corvette C6.R
Ferrari 458 Italia
Lotus Evora GTE
Porsche Porsche 911 RSR

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gruppe GT2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4872&Itemid=30