Gruppo di Intervento Speciale

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Abzeichen der Gruppo di Intervento Speciale

Die Gruppo di Intervento Speciale (GIS) ist eine Anti-Terror-Spezialeinheit der italienischen Carabinieri. Die etwa 120 Mann starke Einheit hat ihren Sitz in Livorno in der Toskana. Sie kooperiert mit anderen europäischen Polizei-Spezialeinheiten im Rahmen des ATLAS-Verbundes.

Auftrag[Bearbeiten]

GIS-Angehörige in Rom

Neben den Hauptaufgaben der Terrorismusbekämpfung und der Geiselbefreiung wird die GIS auch zum Schutz hochrangiger Regierungsmitglieder und bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität eingesetzt. Auf Grund der vergleichsweise geringen Personalstärke führt die Spezialeinheit in der Regel nur sehr schwierige Operationen durch. Da die GIS im Rahmen der italienischen Armee auch im Ausland eingesetzt werden kann, ist sie in das Spezialkräftekommando COFS des italienischen Generalstabs eingebunden.

Weitere Aufgabengebiete können sein:

  • Polizeiaufgaben im Innern
  • Ausbildung von Spezialeinheiten anderer Streitkräfte
  • Patrouillen in Einsatzländern mit hohem Risiko
  • Aufruhrbekämpfung
  • Militärpolizeiliche Aufgaben
  • Sicherung und Überwachung von Objekten und Einsatzräumen
  • Einsatz bei Schwelenkonflikten

Organisation[Bearbeiten]

Die Spezialeinheit verfügt neben Stabs-, Unterstützungs- und Ausbildungs-Teileinheiten über einen Aufklärungs- und Scharfschützenzug sowie über einen Sturmzug. Die Teams des Aufklärungszuges bestehen aus drei Mann (zwei Scharfschützen und ein Aufklärer), die Teams des Sturmzuges aus vier Mann (Teamführer, Sprengstoffspezialist, Kletterspezialist, Waffenspezialist).

Den Teams stehen Hubschrauber der Carabinieri und Transportflugzeuge der italienischen Luftwaffe (46ª Brigata Aerea) zur Verfügung.

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Der Nachwuchs der GIS stammt fast ausnahmslos vom 1. Carabinieri-Fallschirmjäger-Regiment Tuscania in Livorno. Bewerber müssen unter 30 Jahre alt sein und zwei bis vier Jahre bei diesem Elite-Regiment gedient haben. Am Anfang steht eine Auswahlphase, in der jeder Bewerber intensiv geprüft wird. Auf die 18-wöchige Grundausbildung folgt eine 24-wöchige Spezialausbildung. Unter anderem werden Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoffen und jeder Art von Handfeuerwaffen vermittelt. Des Weiteren gibt es auch eine Ausbildung im Nahkampf. Wer diese Ausbildung übersteht, wird in ein aktives Team der Gruppo di Intervento Speciale übernommen.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Sonderfahrzeug zum Erreichen von Verkehrsflugzeugen am Boden
Feststoff-Schlauchboot Stinger
Sako TRG 42 (.338)

Fuhrpark[Bearbeiten]

Im Fuhrpark der GIS befinden sich Geländewagen verschiedener Bauart, darunter:

Boote[Bearbeiten]

Handfeuerwaffen[Bearbeiten]

Folgende Handfeuerwaffen werden verwendet:

Uniform[Bearbeiten]

Die Carabinieri der GIS haben neben einem graublauen Kampfanzug auch Flecktarnanzüge. Das Barett ist wie bei den Fallschirmjägern bordeauxrot. Die Angehörigen der luftbeweglichen Carabinieri-Sondereinheiten auf Sardinien und in Kalabrien haben in Abgrenzung zur GIS und zum Tuscania-Regiment etwas hellere, korallenrote Barette.

Geschichte[Bearbeiten]

Die GIS wurde am 6. Februar 1978 vom damaligen Innenminister Francesco Cossiga auf Grund einer Welle von Terroranschlägen extremistischer Gruppierungen aufgestellt. Neben der Terrorbekämpfung wurde die Einheit in den Regionen Sardinien, Sizilien, Kalabrien, Kampanien und Apulien bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität eingesetzt.

Bei ihrem ersten großen Einsatz im Jahr 1980 schlug die GIS einen Aufstand im Hochsicherheitsgefängnis von Trani nieder.

Im Ausland kam die GIS bereits in folgenden Ländern zum Einsatz:

Ähnliche Einheiten[Bearbeiten]

Die italienische Polizia di Stato (Staatspolizei) unterhält ein ähnliches Spezialeinsatzkommando, den Nucleo Operativo Centrale di Sicurezza (NOCS).

Verweise[Bearbeiten]

 Commons: Gruppo Intervento Speciale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Sören Sünkler: Elite- und Spezialeinheiten Europas. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02853-1, S. 129–130.

Weblinks[Bearbeiten]