Grusonia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grusonia
Grusonia bradtiana

Grusonia bradtiana

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Opuntioideae
Tribus: Cylindropuntieae
Gattung: Grusonia
Wissenschaftlicher Name
Grusonia
Rchb.f. ex Britton & Rose

Grusonia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Der botanische Name der Gattung ehrt den deutschen Erfinder und Unternehmer Hermann Gruson.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Pflanzen sind entweder kurzzylindrisch und gruppenbildend oder strauchig bzw. baumartig. Die Wurzeln sind in der Regel rübenartig, aber manchmal auch faserig. Die Triebe sind meist in zylindrische bis kugelige Segmente gegliedert, die manchmal gehöckerte Rippen aufweisen. Aus den Areolen entspringen Haare, Dornen und Glochiden.

Die rosafarbenen, purpurnen, gelben oder weißen Blüten erscheinen seitlich oder fast an der Triebspitze und öffnen sich am Tag.

Die trockenen oder fleischigen Früchte sind manchmal aufreißend und oft steril. Sie enthalten weißliche bis gelbliche Samen von etwa 2,5 bis 5 Millimeter Länge.

Verbreitung und Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Grusonia ist im Südwesten der Vereinigten Staaten, der Halbinsel Baja California und einigen Bundesstaaten im Norden Mexikos verbreitet.

Die Typusart der Gattung ist Cereus bradtianus J.M.Coult. Die Gattung gliedert sich in die folgenden Untergattungen mit den Arten:[2]

  • Untergattung Marenopuntia (Backeb.) Stuppy

Synonyme der Gattung sind Corynopuntia F.M.Knuth, Marenopuntia Backeb. und Microputia Daston.

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

Der Gattungsname erschien das erste Mal in einem Gartenkatalog von Johannes Nicolai, der darin eine Art als Grusonia cereiformis aufführte. Karl Moritz Schumann erwähnte 1894[3] und 1896[4] in der Monatsschrift für Kakteenkunde die Art, gab jedoch keine gültige Beschreibung. Schumann schieb den Namen Friedrich Reichenbach zu. Die erste gültige Beschreibung erfolgte als Cereus bradtianus durch John Merle Coulter nach von Anna B. Nickles gesammelten Exemplaren.[5] Die Erstbeschreibung der Gattung erfolgte erst 1919 durch Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose.[6]

Eine erste grundlegende Bearbeitung der Gattung erfolgte 1973, als Harold Ernest Robinson sieben Arten der Gattung Corynopuntia zur Gattung Grusonia stellte.[7][8] Edward Frederick Anderson erweiterte die Anzahl der Arten 1999 ein weiteres Mal.[9]

Der taxonomische Status der Gattung ist nicht vollständig geklärt. Es gibt Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass die Gattung Grusionia in die Gattung Cylindropuntia eingegliedert werden sollte.[10]

In David Hunts New Cactus Lexicon von 2006 umfasste die Gattung mit Grusonia bradtiana nur eine Art. Alle anderen Arten verweist er in die Gattung Corynopuntia. [11]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005 (übersetzt von Urs Eggli), ISBN 3-8001-4573-1, S. 304–308.
  •  Curt Backeberg: Die Cactaceae: Handbuch der Kakteenkunde. 2. Auflage. Band I, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart New York 1982, ISBN 3-437-30380-5, S. 206–210.
  •  N. L. Britton, J. N. Rose: The Cactaceae. Descriptions and Illustrations of Plants of the Cactus Family. Band I, The Carnegie Institution of Washington, Washington 1919, S. 215.
  •  Walther Haage: Kakteen von A bis Z. 3. Auflage. Quelle & Meyer Verlag, Heidelberg 1986, ISBN 3-494-01142-7, S. 236–237.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Springer, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-05597-3, S. 107.
  2.  Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005 (übersetzt von Urs Eggli), ISBN 3-8001-4573-1, S. 304–308.
  3. Karl Moritz Schuman: Grusonia cereiformis : In: Monatsschrift für Kakteenkunde. Band 4, 1894, S. 110.
  4. Karl Moritz Schuman: Succulente Reiseerinnerungen : In: Monatsschrift für Kakteenkunde. Band 6, 1896, S. 177.
  5. Curt Backeberg: Die Cactaceae Band I, S. 206f.
  6. N. L. Britton, J. N. Rose: The Cactaceae Band I, S. 215.
  7. Walther Haage: Kakteen von A bis Z. 3. Auflage, Quelle & Meyer Verlag: Heidelberg, 1986, S. 236.
  8. Harold Ernest Robinson: In: Phytologia Band 26, Nummer 3, 1973.
  9. Edward F.Anderson: Some nomenclatural changes in the Cactaceae, subfamily Opuntioideae. In: Cactus and Succulent Journal. Band 71, Nummer 6, 1999.
  10. Wolfgang Stuppy: Seed characters and generic classification of Opuntioideae. In: D. Hunt, N. Taylor (Herausgeber): Studies in the Opuntioideae (Cactaceae). Succulent Plant Research, Band 6, 2002, S. 25-58.
  11. David Hunt: The New Cactus Lexicon. dh books, Milborne Port 2006, ISBN=0-9538134-4-4, S. 126.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • M. Patrick Griffith: Grusonia pulchella reclassification and its impact on the genus Grusonia: morphological and molecular evidence. In: Haseltonia. Band 9, 2002, S. 86–93, PDF.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grusonia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien