Grzegorz Schetyna

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Grzegorz Schetyna (2010)

Grzegorz Schetyna [ˈgʐɛɡɔʂ sxɛˈtɨna] (* 18. Februar 1963 in Opole) ist ein polnischer Politiker der liberal-konservativen Partei Bürgerplattform (PO). Zwischen Juli 2010 und November 2011 war er Parlamentspräsident.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Schetyna studierte in den 1980er Jahren an der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Breslau und war über mehrere Jahre Vorsitzender des dortigen unabhängigen Studentenverbandes. Nach Ausrufung des Kriegsrechts 1981 trat er im Jahr darauf der nunmehr im Untergrund wirkenden antikommunistischen Solidarność bei. 1988 wurde er außerdem Vorsitzender des studentischen Streikkomitees der Breslauer Hochschulen und nahm 1989 als Vertreter der oppositionellen Studentenorganisationen am Runden Tisch teil. Nach dem Systemwechsel wurde er 1991 zum stellvertretenden Woiwoden der damaligen Woiwodschaft Breslau ernannt.

Schetyna ist seit 1997 Abgeordneter des Sejm, des polnischen Parlaments. Er war zunächst Mitglied des Liberal-Demokratischen Kongresses, dann der Freiheitsunion und ist seit 2001 Mitglied der Bürgerplattform. Innerhalb dieser fungierte er zunächst als Generalsekretär und ist seit 2006 Vorsitzender ihres Regionalverbandes in Niederschlesien.

2007 wurde Schetyna stellvertretender Ministerpräsident der Republik Polen sowie Innenminister im ersten Kabinett von Donald Tusk. Auf Grund der sogenannten „Glücksspielaffäre“, dem Verdacht der Unterstützung der Glücksspielbranche zu Ungunsten des polnischen Staates, wurde er 2009 vorzeitig aus dem Amt entlassen und durch Jerzy Miller ersetzt.[1] Anschließend erhielt er jedoch den Posten des Fraktionsvorsitzenden der Bürgerplattform. 2010 wurde Schetyna schließlich zum Parlamentspräsidenten als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten Bronisław Komorowski ernannt.[2] Bis zum offiziellen Amtsantritt Komorowskis bekleidete er vom 8. Juli bis zum 6. August 2010 kommissarisch das Amt des Staatspräsidenten.

2011 bis 2014 war Schetyna im Sejm des Weiteren Vorsitzender des Ausschusses für Außenpolitik, gehörte aber nicht dem Präsidium an. Am 18. September 2014 wurde bekannt, dass er im neuen Kabinett der designierten Ministerpräsidentin Ewa Kopacz zum Nachfolger von Radosław Sikorski im Amt des Außenministers ernannt werden solle.[3][4]

Trivia[Bearbeiten]

Schetyna ist Mitbegründer des Rundfunksenders Radio Eska mit Sitz in Breslau und war einige Jahre Mäzen der Basketballabteilung des Sportvereins WKS Śląsk Wrocław.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grzegorz Schetyna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Dalsze demisje PolskieRadio.pl, 8. Oktober 2009
  2. Schetyna rekomendowany na marszałka sejmu WP.pl, 5. Juli 2010
  3. Schetyna szefem MSZ TVN24.pl, 18. September 2014
  4. Schetyna szefem dyplomacji Wyborcza.pl, 18. September 2014