Gußwerk

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Gußwerk
Wappen von Gußwerk
Gußwerk (Österreich)
Gußwerk
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck an der Mur
Kfz-Kennzeichen: BM
Fläche: 285,3 km²
Koordinaten: 47° 44′ N, 15° 18′ O47.740215.308033333333747Koordinaten: 47° 44′ 25″ N, 15° 18′ 29″ O
Höhe: 747 m ü. A.
Einwohner: 1.293 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 4,53 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8632
Vorwahl: 03882
Gemeindekennziffer: 6 02 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hochschwabstr. 1
8632 Gußwerk
Website: www.gusswerk.at
Politik
Bürgermeister: Michael Wallmann (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10 SPÖ, 5 ÖVP
Lage der Gemeinde Gußwerk im Bezirk Bruck an der Mur
Aflenz Kurort Aflenz Land Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Etmißl Frauenberg Gußwerk Halltal Kapfenberg Mariazell Oberaich Parschlug Pernegg an der Mur Sankt Ilgen Sankt Katharein an der Laming Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Marein im Mürztal Sankt Sebastian Thörl Tragöß Turnau SteiermarkLage der Gemeinde Gußwerk im Bezirk Bruck an der Mur (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Gußwerk, von der Tonion aus gesehen
Gußwerk, von der Tonion aus gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gußwerk ist eine Gemeinde mit 1293 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im Bezirk Bruck an der Mur in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Gußwerk ist mit 285,29 km² nach Sölden (Ötztal) in Tirol und Wien die flächenmäßig drittgrößte Gemeinde Österreichs. Gußwerk liegt im Salzatal im österreichischen Bundesland Steiermark. Die drei höchsten Berge der Gemeinde sind der Ringkamp (2.153 m), die Hohe Veitsch (1.981 m) sowie der Hochstadl (1.919 m). Katastralgemeinden sind Aschbach und Weichselboden. Ortschaften der Gemeinde Gußwerk sind Gußwerk-Ort mit Bohrwerk, Salzahammer, Salzatal, Waldau, Härtehammer und Fallenstein sowie Wegscheid, Aschbach, Gollrad, Greith und Weichselboden

[Bearbeiten] Geschichte

Historische Aufnahme des Gußwerkes etwa um 1870

Im wohl 1342 entstandenen Ort wurde von 1743 bis 1767 das zur damaligen Zeit hochmoderne Eisengusswerk mit drei Hochöfen gebaut. Die Bergbaue der Mariazeller Gegend sowie die Versorgung mit Ressourcen (Wasserkraft) ermöglichten die Gründung eines Eisengusswerkes. Dieses bestand von 1742 bis 1899 und war einer der bedeutendsten Artilleriewarenproduzenten der österreichischen Monarchie. Abt Eugen Inzaghi (St. Lambrecht) gründete das Werk 1742 mit der Genehmigung Maria Theresias. Der Besitzstand des Werkes wechselte, erster Besitzer war das Stift St. Lambrecht von 1742 bis zur Auflösung im Zuge der Josephinischen Kirchenpolitik 1786, danach folgte - wie schon davor ganz im merkantilistischen Sinn - eine Interimsdirektion staatlicher Beamter bis zur endgültigen Übernahme als aerarisches Werk 1800.

Die erste Phase von 1742 bis ca. 1750 war geprägt vom Werksaufbau und damit verbundenen organisatorischen und finanziellen Problemen. Nach einer ersten Blüte des Kunstgusses unter P. Wolfgang Hofmann begann die Entwicklung zum Artilleriewarenproduzenten ab 1769 (Verträge mit dem Artilleriehauptzeugamt). Ignaz von Reichenberg baute als Pächter (1771/1775 - 1787) das Werk aus, erweiterte die Anlagen und zog viel Personal nach Gußwerk. Die günstige Entwicklung wurde durch Katastrophen (Hochwasser, Feuer) gehemmt.

Die Zeit der Übergangsverwaltung 1788 - 1800 wurde geprägt durch die Leitung Andreas Haagers, dem es, unterstützt durch die Zeitumstände (Koalitionskriege, erhöhter Waffenbedarf der Monarchie) gelang, das Werk organisatorisch, technisch und im Bereich der Erzeugung zum wesentlichen Produzenten von Kanonen, Kugeln, Bomben und Munition für die österreichische Armee zu machen. Diese Entwicklung gab den Ausschlag für die Entscheidung, das Werk unter staatlicher Leitung weiterzuführen. In der Zeit der Koalitionskriege wurde es zum wichtigsten Produzenten von Artillerieprodukten der Monarchie. Eisengussprodukte und Artilleriewaren, wie z.B. Kanonen des Gusswerkes, das auch dem Ort Gußwerk den Namen gab, finden sich auch heute noch nicht nur in Österreich, sondern auch in z.B. Kroatien auf der Festung von Pula oder in Šibenik.

1829 entstand das Kanonenbohrwerk (im heutigen Ortsteil Bohrwerk). 1899 wurde der letzte Hochofen in Gußwerk ausgeblasen. Aufsehen erregte 1996 der Fund eines nach dem II. Weltkrieg von den USA angelegten Waffenlagers in der Höll (Ortschaft Weichselboden).

[Bearbeiten] Politik

Nach der Gemeinderatswahl vom 21. März 2010 hat die SPÖ 10 Mandate, die ÖVP 5 Mandate. Bürgermeister ist Michael Wallmann, Vizebürgermeisterin Gabriela Stebetak.

[Bearbeiten] Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. September 1964.
Wappenbeschreibung: In einem von Gold und Grün geteilten Schild oben drei miteinander verbundene stilisierte Hochöfen, unten drei aus dem Schildrand wachsende silberne Sägeblätter in Gatterstellung. (Das Wappen weist auf das bis in das vorige Jahrhundert sehr bedeutende Eisengußwerk, das auch dem Ort den Namen gegeben hat, und auf die in der Gemeinde wichtige Holzwirtschaft hin.)[1]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Vejano in Italien

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Prescenyklause
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gußwerk
  • Montanmuseum: in Gußwerk-Ort
  • Jagdmuseum: in der Pension Haring
  • Schloss Brandhof:
  • Prescenyklause:
  • Pfarrkirche Gußwerk: die 1850 erbaute Pfarrkirche ist dem am Kreuz erhöhten Herrn geweiht
  • Bahnhof Gußwerk: bis Mai 1988 Endbahnhof der Mariazellerbahn - heute in Privatbesitz

[Bearbeiten] Kultur

Musik:

  • 2 Blasmusikkapellen Gußwerk und Aschbach

[Bearbeiten] Sport

Fußball, Schilanglaufen, Schitouren, Tennis, Wandern, Bergsteigen

[Bearbeiten] Literatur

  • Gertraud Wagenhofer: Das Eisengusswerk bei Mariazell von seiner Gründung bis zur Übernahme durch das Aerar (1742-1800). Eine Werksgeschichte. Graz: Dbv-Verlag für die Technische Universität (=Dissertationen der Karl-Franzens-Universität Graz 84), 1991
  • Matthias Pichler: Geschichte der Gemeinde Gußwerk. 1959

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Gußwerk – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 16, 1966, S. 56
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