Guárico

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Guárico
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Basisdaten
Staat Venezuela
Hauptstadt San Juan de los Morros
Fläche 64.986 km²
Einwohner 723.965 (2005)
Dichte 11 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 VE-J
Webauftritt www.guarico.com.ve (spanisch)
Politik
Gouverneur Luis Enrique GallardoVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas

Guárico ist einer der 23 Bundesstaaten Venezuelas. Die Hauptstadt ist San Juan de los Morros. Guárico wird im Norden von den Bundesstaaten Carabobo, Aragua und Miranda begrenzt, im Süden von Apure und Bolívar, im Westen von Cojedes y Barinas und im Osten von Anzoátegui.


Im Norden besteht Guárico aus einem bergigen Saum, der Rest wird von den Llanos dominiert, durch die auch der Orinoco fließt. Der Name leitet sich vom gleichnamigen Fluss ab, der in einer karibischen Sprache so viel wie cacique (Häuptling) bedeutet.

Physische Geographie[Bearbeiten]

Nord-Guárico ist relativ bergig, während Mittel- und Süd-Guárico die echten Llanos bilden

Guárico ist Teil der venezolanischen Llanos. Der Bundesstaat ist etwa so groß wie Lettland und etwas kleiner als Bayern.

Geologie[Bearbeiten]

Guárico ist zum größten Teil sehr flach. Im Norden befinden sich Berge wie Los Morros und ein Teil der Küstenbergkette.

Hauptberge in Guárico:

  • Pico Platillón (1929 m)
  • Cerro La Gloria (1570 m)
  • Pico Blanco (1500 m)
  • Topo Valentinero (1430 m)
  • Topo Cujicito (1410 m)
  • Cerro Caramacate (1290 m)
  • Cerro Platanal (1250 m)
  • Topo Paraparo (1210 m)
  • Cerro Aserradero (1130 m)
  • Morros de San Juan (1068 m)

Gewässer[Bearbeiten]

Die Flüsse des Unare-Beckens strömen aus dem Tal von Valle de la Pascua bis zur Karibik in nordöstliche Richtung: Unare, Quebrada Honda, Morichito, Santa María de Ipire und Agua Amarilla. Die anderen Flüsse im Bundesstaat strömen eher vom Norden bis Süden zum Orinoco. Wichtige Flüsse Guáricos sind Chirgua, Espino, Guárico, Macaira, Manapire, Memo, Tamanaco, Tiznados, Tucupido, Orituco und Zuata.

Natur[Bearbeiten]

Flora[Bearbeiten]

Typische Vegetation in Guárico

Die Pflanzen Guáricos sind typisch für die südamerikanischen Llanos. Die Copernicia tectorum ist eine Palmenart, die sehr verbreitet in Guárico und Symbol für den Bundesstaat ist. Die Buriti-Palme kommt auch sehr häufig vor.

Fauna[Bearbeiten]

Viele Fischarten sind hier zu finden. Unter ihnen zählt man den Schwarzen Pacu, den Pavón, den Zitteraal, verschiedene Sorten von Serrasalmus, Surubim u. a.

Unter den Säugetieren der Region findet man

Die Amazonasdelfine leben auch in den größeren Flüssen. Dort sind auch Riesenotter zu finden.

Naturschutz[Bearbeiten]

  • Nationalpark Aguaro-Guariquito

Geschichte[Bearbeiten]

Präkolumbische Zeiten[Bearbeiten]

Menschen lebten in dieser Region schon 3500 v. Chr. Archäologen unterscheiden primär drei Kulturgebiete: 1) die Unare-Region im Nordosten, 2) die Region der Bergen und Hügeln im Nord- Nordwesten und 3) die Südregion oder echte Llanos

Vor Ankunft der Spanier lebten in dieser Region zahlreiche indianische Ethnien: Cumanagotos und Palenkes (die Kariben waren), Otomaken, Guamos und andere.

Ur-Amerikaner wie die Otomaken und Guamos lebten vorwiegend als Jäger und Sammler. Landwirtschaft wurde eher im nördlichen Gebiet betrieben.

Eroberung und Kolonialzeit[Bearbeiten]

Die Spanier fingen schon Ende des sechzehnten Jahrhunderts an, die Region um Los Morros, im Norden, zu besiedeln. Viele Spanier kamen zum nördlichen Gebiet Guáricos, weil die Caracas- und Tuy-Täler schon von anderen neuen Siedlern besetzt waren und sie weiterhin auf der Suche nach Gold und Encomiendas waren. Die meisten spanischen Dörfer wurden aber erst nach 1660 und vor allem im achtzehnten Jahrhundert anfänglich durch katholische Missionare gegründet. Sie kamen erst im siebzehnten Jahrhundert dazu, die Region ganz unter ihre Kontrolle zu bringen.

Spanische Siedler gründeten El Sombrero 1720. Vier Jahre später gründeten sie Calabozo. Im Jahre 1728 gründeten Spanier das Dorf Chaguaramas in einem Ort, wo früher Cumanagoto-Indianer wohnten. Der Mönch Anselmo Isidro de Ardales etablierte das Dorf Tucupido 1760 mit Gruppen von Cumanagotos.

Altagracia de Orituco entstand 1769. San Juan de los Morros wurde erst 1780 offiziell gegründet.

Guárico war während der Kolonialzeit Teil der Provinz von Caracas.

Alexander von Humboldt überquerte die Llanos durch Guárico Anfang 1800 und unternahm in der Region viele Untersuchungen. Damals beschrieb er, wie Ur-Amerikaner noch bei Missionen der katholischen Mönche organisiert waren und viele Räuber und geflüchtete Sklaven in der Region ihre Zuflucht suchten. Die Region war vor allem für die Rinderzucht geeignet. Der Anbau von Nutzpflanzen wurde kaum betrieben, denn in der Sommerzeit waren viele Regionen sehr trocken und es gab keine Bewässerungsanlagen.

Neunzehntes Jahrhundert[Bearbeiten]

Pablo Morillo, spanischer General
José Antonio Páez, Befreiungskämpfer

Unabhängigkeitskrieg[Bearbeiten]

Mehrere wichtige Schlachten des Unabhängigkeitskrieges fanden in Guárico statt.

Der Heerführer José Tomás Boves schlug am 3. Februar 1814 den Befreiungskämpfer Campo Elías in La Puerta, San Juan de los Morros, nieder. Einige Monate später, im Juni, kämpften wieder in dieser Gegend die spanientreuen Truppen unter Leitung von Boves gegen die Befreiungsarmee, diesmal unter Leitung von Simón Bolívar und Mariño. Boves besiegte die Befreiungsarmee erneut.

Am 2. August 1816 fand die Quebrada-Honda-Schlacht in der Nähe von El Socorro statt. Dabei wurden die Royalisten von der Unabhängigkeitsarmee unter Leitung vom Abenteurer und Hochstapler Gregor MacGregor besiegt.

Am 12. Februar 1818 besiegten die Unabhängigkeitstruppen unter Leitung von José Antonio Páez die Truppen des spanischen Offiziers Pablo Morillo. Kurz danach aber, am 16. März 1818, konnte Pablo Morillo die Truppen von Simón Bolívar in La Puerta, in der Nähe von San Juan de los Morros, niederschlagen.

Caudillo-Zeit[Bearbeiten]

Guárico wurde nach der Unabhängigkeit immer wieder zum Schlachtfeld bei den verschiedenen Bürgerkriegen des Landes.

Eine ernste wirtschaftliche Krise erschütterte Venezuela von 1842 an. Im Jahre 1846 gab es einen Bauernaufstand, der besonders in den Llanos und damit in Guárico ernst war. Die Aufständigen beklagten die soziale Ungerechtigkeit und die politischen Missstände. Die Proteste setzten sich bis Mai 1847 fort.

1848 wurde die Provinz von Caracas in drei kleineren Provinzen gegliedert; Guárico war eine von ihnen.

Bis 1848 war Guárico ein Teil der Provinz von Caracas

Am 17. Februar 1860 fand die Schlacht von Coplé zwischen den Föderalisten und Truppen der Zentralregierung in der Nähe von Calabozo statt. Die Schlacht an sich war nicht ausschlaggebend für die Regierung oder die Rebellen. Die Fortsetzung des Guerrillakrieges aber trug dazu, dass die Regierung unter Leitung von Guzmán Blanco am 23. März 1863 ein Friedensabkommen mit den Föderalisten unterzeichnete.

Am 11. März 1892 erhob sich der Militär und Landbesitzer Joaquín Crespo gegen den damaligen Präsidenten, Raimundo Andueza Palacio, der die Verfassung geändert hatte, um nach seiner Regierungszeit Anfang 1892 noch zwei Jahre zu regieren. Joaquín Crespo marschierte aus seiner Hacienda in Guárico gegen Caracas.

Vom Zwanzigsten Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Juan Vicente Gómez besiegte in der Nähe von San Juan de los Morros in einer kurzen Schlacht die Truppe des Generals Luciano Mendoza, der auf der Seite der sogenannten Revolución Liberadora gegen Cipriano Castro kämpfte.

Ab 1946 fanden ausländische Konzerne Erdöl im Bundesstaat Guárico. Die Felder um El Carrizal und dann El Sombrero herum zogen viele Arbeiter an. Die Erdölgesellschaften bauten eine Straße von El Sombrero nach Puerto La Cruz und investierten in Krankenhäusern und Schulen. Ende 1947 kam man aber zum Schluss, dass Carrizales nicht wirtschaftlich war. So zogen die Erdölfirmen von diesem Dorf weg und mit ihnen das Geld. El Sombrero und andere Regionen Guáricos produzierten weiterhin Erdöl.

1957 wurde der Bau des Guárico-Stausees begonnen. Mit 230 km2 ist er der größte Stausee Venezuelas und trägt wesentlich zur Landwirtschaft der Region.

1988 fanden die ersten direkten Wahlen des Gouverneurs, wie überall in Venezuela.

Politik[Bearbeiten]

Der jetzige Gouverneur ist Luis Enrique Gallardo, von der PSUV. Der Bundesstaat schickt 5 Abgeordnete zur Nationalversammlung. Für die Periode 2011-2016 sind es drei Abgeordnete der PSUV, einer von der PCV und ein Unabhängiger, der von der Gruppe der Demokratischen Einheit unterstützt wird.

Gouverneurswahlen 2008[Bearbeiten]

Die 2008-Wahlen ergaben folgende Stimmverteilung[1]:

  • William Lara: 52.54 %, unterstützt von

PSUV PCV UPC

  • Lenny Manuitt: 33.20 %, unterstützt von

PPT MIRAG GE UNIDOS u. a.

  • Reinaldo Armas: 13.42 %, unterstützt von

A. D. GEMORO UNTC Proyecto Venezuela u. a.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Region ist vorwiegend agrarisch. Mais, Reis und Sorghum werden hier angebaut. Es gibt eine nennenswerte Rinder- und Schweinezucht.

Siliciumdioxidsand, Baryt, Gips, Kies und Zink werden in Guárico abgebaut.

Erdölindustrie[Bearbeiten]

Guárico befindet sich im sogenannten Orinoco-Gürtel, ein Gebiet nördlich des Orinocos, wo große Reserven Erdöl vorhanden sind. Der Erdöl ist aber vorwiegend in der Form von Ölsand erreichbar, was große Schwierigkeiten für die Produktion und Verarbeitung darstellt.

Seit 2010 versucht PDVSA, in West-Guárico Erdölfelder wieder zu reaktivieren.[2]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Der Staat setzt sich aus 15 Bezirken (Municipios) zusammen:

Municipio Hauptstadt Einwohner[3] Fläche (km²)
Camaguán Camaguán 20697 1164
Chaguaramas Chaguaramas 13185 2069
El Socorro El Socorro 19189 1164
Francisco de Miranda Calabozo 133610 13490
José Félix Ribas Tucupido 44648 2792
José Tadeo Monagas Altagracia de Orituco 76213 3455
Juan Germán Roscio San Juan de los Morros 106814 1824
Julián Mellado El Sombrero 32803 2983
Las Mercedes Las Mercedes 32501 7691
Leonardo Infante Valle de la Pascua 116717 10613
Ortiz Ortiz 23016 4129
Pedro Zaraza Zaraza 66570 2410
San Gerónimo de Guayabal Guayabal 9503 4357
San José de Guaribe San José de Guaribe 20303 1128
Santa María de Ipire Santa María de Ipire 22015 4549

Wichtigste Städte[Bearbeiten]

Regierungssitzgebäude von Guárico.
Städte Guáricos
Orden Stadt Bevölkerung Municipio
Volkszählung 1981 Volkszählung 1990 Schätzung 2008
1 Calabozo 61.995 89.402 148.298[4] Francisco de Miranda
2 San Juan de los Morros 70.916 81.028 125.876[5] Juan Germán Roscio
3 Valle de la Pascua 59.582 86.881 124.468[6] Leonardo Infante
4 Zaraza 15.480 30.181 51.777[7] Pedro Zaraza

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

In Guárico befinden sich folgende Universitäten und Hochschulen:

  • Universidad Nacional Experimental de los Llanos Centrales Rómulo Gallegos
  • Universidad Nacional Abierta
  • Universidad Nacional Experimental Politécnica de la Fuerza Armada Nacional
  • Universidad Nacional Experimental Simon Rodríguez
  • Pedagógica Experimental Libertador
  • Universidad Bolivariana de Venezuela
  • Instituto Nacional Cooperación Educativa
  • Instituto Universitario Monseñor Arias Blanco
  • Instituto Universitario de Tecnología de los Llanos
  • Colegio Universitario de Administración y Mercadeo


Küche[Bearbeiten]

Das bekannteste Gericht ist der “Pisillo Guariqueño”. Es handelt sich um fritiertes Rehfleisch mit Knoblauch und Paprika, das unter der Sonne getrocknet wurde. Man isst auch viel Rinderfleisch, Flussfisch und Capibarafleisch.

Die Hühnersuppe ist auch sehr populär in der Region.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Morros[Bearbeiten]

Morros de San Juan

Alexander von Humboldt beschreibt sie so: Diese Kuppen bilden steile Gipfel, die sich auf einer Felsmauer von sehr breiten Basis erheben. Die Mauer fällt steil ab und gleicht der Teufelsmauer...Diese Kuppen sieht man in den Llanos auf große Entfernung, sie machen starken Eindruck auf die Einbildungskraft der Einwohner der Ebenen, die an keinerlei Unebenheit des Bodens gewöhnt sind.[8]

Thermalbad von San Juan de Los Morros[Bearbeiten]

Der Ort hat Badehallen und Schwimmbecken und befindet sich nordwestlich von San Juan de Los Morros, etwa 58 km von Maracay entfernt.

Das Wasser enthält schwefelhaltige Verbindungen mit Alkalimetallen und Boraten und hat eine Durchschnittstemperatur von 33,5 °C. Das Wasser strömt aus der Hauptquelle mit 6.800 Litern pro Stunde. Das Thermalbad ist von einem trocken-tropischen Wald umgeben.

Thermalbad von Gurumen[Bearbeiten]

Die Bäder befinden sich zwischen Ortíz und San Francisco de Cara, 60 Km von San Juan de Los Morros entfernt.

Nationalpark Aguaro-Guariquito[Bearbeiten]

Der Nationalpark Aguaro-Guariquito hat eine Gesamtfläche von 5690 km².

Nationalpark Guatopo[Bearbeiten]

Dieser Park befindet sich zwischen den Bundesstaaten Miranda und Guárico. Die Fläche beträgt etwa 122.464 Hektar.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßennetz[Bearbeiten]

Der Bundesstaat verfügt über wenige Straßen als andere Regionen nördlich des Orinoco. Die Nationalstraße 11 verläuft über Villa de la Cura und San Juan de los Morros. Die Nationalstraße 13 verbindet San Carlos, in Cojedes, mit Valle de la Pascua im Zentrum Guáricos. Diese Nationalstraße geht über in die Nationalstraße 15, die nach Anzoátegui führt. Die Nationalstraße 12 verläuft von Chaguaramas bis nach Cabruta, am Orinoco. Die Nationalstraße 2 verläuft in Nord-Süd-Richtung von San Juan de los Morros, Parapara, Ortiz bis Camaguán und von da nach San Fernando de Apure, im Bundesstaat Apure.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Es gibt einen Flughafen in Calabozo.

Wasserwege[Bearbeiten]

Das Dorf Cabruta am Orinoco hat einen kleinen Hafen, wo Fähren eingesetzt werden.

Medien[Bearbeiten]

Nationalzeitungen wie El Universal und El Nacional sind in den wichtigsten Städten zu finden. Früher gab es mehrere Regionalzeitungen. Es bleibt noch die regierungsnahe Diario La Antena.

Quellen[Bearbeiten]

  1. 2008-Wahlen in Guárico
  2. PDVSA in Guárico (Englisch)
  3. IIES - Proyecciones de Población
  4. Instituto Nacional de Estadísticas (Municipio Sebastian Francisco de Miranda)
  5. Instituto Nacional de Estadísticas (Municipio Juan Germán Roscio)
  6. Instituto Nacional de Estadísticas (Municipio Leonardo Infante)
  7. Instituto Nacional de Estadísticas (Municipio Pedro Zaraza)
  8. Humboldt, Alexander: Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents. Editorial: ttmar Ette. 2 B. Insel, Frankfurt am Main und Leipzig 1991, ISBN 3-458-16947-4. Band II, 709 S.

8.742693-66.236717Koordinaten: 9° N, 66° W