Guadeloupe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Guadeloupe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Guadeloupe (971)

Flagge von Frankreich
Flagge Guadeloupes

Wappen
Wappen Guadeloupes

Basisdaten
Amtssprache Französisch
Hauptort Basse-Terre
Fläche 1.628 km²
Einwohnerzahl 404.635 (1. Januar 2011) [1]
Bevölkerungsdichte 248,5 Einwohner / km²
Arrondissements 2
Kantone 40
Gemeinden 32
Präfekt Jean-Luc Fabre
Präsident des Regionalrates Josette Borel-Lincertin
Präsident des Generalrates Jacques Gillot
Währung Euro (EUR)
Zeitzone UTC−4
Internet-TLD .gp
Vorwahl +590
Karte

Guadeloupe [gwaˈdlup], von den Einheimischen auch Gwada genannt, ist ein Überseedépartement und eine Region Frankreichs, bestehend aus einer Gruppe von neun Inseln der Kleinen Antillen innerhalb der Inseln über dem Winde in der Karibik.

Guadeloupe ist ein voll integrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union. Zusammen mit Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin bildet es die Französischen Antillen.

Geographie[Bearbeiten]

Aussicht von Guadeloupe
Lage in der Karibik
Guadeloupe von der ISS fotografiert

Südlich von Guadeloupe befindet sich die Insel Dominica, nordwestlich die Insel Montserrat und nordöstlich die Insel Antigua, die zum Inselstaat Antigua und Barbuda gehört. Ungefähr 250 km westlich liegt die unbewohnte venezolanische Insel Aves.

Guadeloupe besteht aus acht bewohnten sowie weiteren kleinen unbewohnten Inseln.

Die beiden Hauptinseln sind Basse-Terre und Grande-Terre, die nur durch einen schmalen, an der engsten Stelle etwa 50 m breiten Meeresarm voneinander getrennt sind. In unmittelbarer Nähe zu diesen liegen die ebenfalls bewohnten Inseln Marie-Galante und La Désirade, die zwei kleinen, unbewohnten Îles de la Petite Terre sowie die Inselgruppe der Îles des Saintes, die zwei bewohnte und sieben unbewohnte Inseln umfasst.

Bis 2007 gehörten die Insel Saint-Barthélemy und der französische Teil der Insel Saint-Martin als Arrondissement Saint-Martin-Saint-Barthélemy zu Guadeloupe. Diese liegen etwa 200 km nördlich der Hauptinseln. Im Februar 2007 wurden die beiden Inseln von Guadeloupe abgetrennt und zu je einer eigenen überseeischen Gebietskörperschaft (Collectivité d’outre-mer) aufgewertet.

Grande-Terre ist relativ flach und besteht hauptsächlich aus Kalkstein, Basse-Terre ist vulkanischen Ursprungs mit Bergen im Landesinneren, u. a. mit dem höchsten Berg der Kleinen Antillen, dem Vulkan La Soufrière (1.467 m über NN). Der überwiegende Teil der anderen Insel ist ebenfalls vulkanischen Ursprungs.

Die Landfläche besteht zu 14 % aus Anbaufläche, zu 4 % aus Dauerkulturen, zu 14 % aus Weideflächen und zu 39 % aus Wäldern.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist von subtropischen Temperaturen durch Passatwinde und von moderater Feuchtigkeit gekennzeichnet. Von Juni bis Oktober besteht die Gefahr von Hurrikanen.

Flughafen Pointe-à-Pitre (Aéroport Pôle Caraïbes)
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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236
 
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Météo-France
Klimawerte Flughafen Pointe-à-Pitre (Aéroport Pôle Caraïbes)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,1 29,1 29,4 30,1 30,7 31,3 31,5 31,6 31,5 31,2 30,5 29,6 Ø 30,5
Min. Temperatur (°C) 19,9 19,9 20,4 21,7 23,1 23,8 23,8 23,7 23,3 22,9 22,1 20,9 Ø 22,1
Niederschlag (mm) 84,0 64,0 73,0 123,0 148,0 118,0 150,0 198,0 236,0 228,0 220,0 137,0 Σ 1.779
T
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2011 betrug die Einwohnerzahl Guadeloupes 404.635 Menschen.

Religionen / Ethnische Gruppen[Bearbeiten]

Guadeloupe-Ethnische Gruppen-Religionen.svg
Etwa 95 % der Einwohner gehören der Katholischen Kirche an. 1,7 % der Bevölkerung sind Zeugen Jehovas. Die restlichen 3 % der Einwohner sind Hindus oder gehören Religionen afrikanischen Ursprungs an, während 1 % der Bevölkerung protestantisch ist.

Rund 90 % der Guadeloupianer sind dunkelhäutig oder Mischlinge. Ungefähr 5 % der Bevölkerung sind Weiße. Inder, Libanesen und Chinesen machen zusammen weniger als 5 % aus.

Innerhalb der Weißen müssen mehrere Gruppen unterschieden werden: Die Nachkommen der kolonialen Oberschicht werden Grands-Blancs genannt. Daneben existieren aber auch einige Gruppen verarmte weißer Siedler (Petits-Blancs): die Blancs-Matignons in den Grands-Fonds auf Grande-Terre, die Saintois auf dem Archipel Les Saintes und die Désiradiens auf der Insel La Désirade.

Demographische Struktur[Bearbeiten]

Diagramm, das die Altersverteilung der guadeloupianischen Bevölkerung zeigt

Das Durchschnittsalter beträgt 35,6 Jahre (2008).

Die Aufteilung nach Altersgruppen:[2]

00–19 Jahre: 30,3 %

20–39 Jahre: 23,6 %

40–59 Jahre: 27,9 %

60–74 Jahre: 11,9 %

75 Jahre und älter: 6,3 %

Der Frauenanteil beträgt 52 %, der Ausländer-Anteil betrug 2007 5,8 %, derjenige der Immigranten 8,3 %.

Die Rate des Bevölkerungswachstums beträgt 0,85 %, die Geburtenrate 14,25 Geburten auf 1000 Einwohner und die Sterberate 6,89 Todesfälle auf 1000 Einwohner. Alle Zahlen basieren auf denjenigen des offiziellen Statistik-Institutes INSEE (Institut national de la statistique et des études économiques) von Ende Dezember 2009.

Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 9,77 Totgeburten auf 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt 77,0 Jahre, für Frauen 80,3 Jahre und für Männer 73,8 Jahre. Die Fruchtbarkeitsrate liegt bei 1,93 geborenen Kinder pro Frau. Diese Zahlen sind geschätzt und beziehen sich auf das Jahr 2002.

Bildung[Bearbeiten]

Die Analphabetenrate beträgt 0,2 %.

Geschichte[Bearbeiten]

Arawak und Kariben[Bearbeiten]

Die ältesten archäologischen Zeugnisse menschlichen Lebens stammen aus der Zeit von 3500 bis 3000 v. Chr. Zu Beginn der Zeitrechnung besiedelten die Saladoiden, auch Arawak genannt, die Antillen. Ihnen folgten ab 600 n. Chr. die Kariben. Beide Ethnien kamen aus Südamerika und hatten ähnliche Lebensweisen. Aus der Beute, die sie durch Jagd und Fischfang erlegten, bereiteten sie einen sehr scharfen Pfeffertopf zu und servierten ihn mit Fladenbrot aus Maniokmehl. Daneben aßen sie Papayas, Guaven, Ananas und Avocados und die Männer rauchten Zigarren. Zu ihren Haushaltsgeräten gehörten Tongefäße, Behälter aus Pflanzenmaterial und Hängematten aus Baumwolle.

Die Frauen trugen einen Lendenschurz, die Männer gingen nackt. Zum Schutz gegen Insekten, als Schmuck und als Kriegsbemalung rieben sie sich mit einem Roucou genannten roten Pflanzenfarbstoff ein, der mit Öl vermischt wurde. Auf ihren Kriegszügen töteten die Kariben die Arawak-Männer und nahmen deren Frauen als Sklaven. Von den Kariben wird berichtet, dass sie ihre männlichen Gefangenen verzehrten. Allerdings hat sich herausgestellt, dass viele Gerüchte um Kannibalismus wissenschaftlich nicht haltbar sind und sich entweder als falsch verstandene Beerdigungsriten entpuppten oder in aufgebauschter Berichterstattung ihren Ursprung hatten.

Bei den Kariben hieß die Insel Karukera – Insel der schönen Wasser.

Kolonisierung und Sklavenwirtschaft[Bearbeiten]

Kolumbus erreichte die Insel als erster Europäer auf der Hinfahrt seiner zweiten Reise am 4. November 1493. Er nannte sie Guadalupe nach dem spanischen Wallfahrtsort Nuestra Señora de Guadalupe, da er den Mönchen dort versprochen hatte, eine Insel so zu benennen.[3] Die Kariben wehrten sich jedoch in der folgenden Zeit erfolgreich gegen die Spanier.

Erst 1635 gelang es den Franzosen, Guadeloupe zu kolonisieren. Seitdem gehört es mit kurzen Ausnahmen zu Frankreich. 1674 fiel die Kolonie ganz an Frankreich. Die französischen Kolonialherren errichteten eine Plantagenwirtschaft. Sie bauten vor allem Zuckerrohr und Kaffee an. Die Auseinandersetzungen mit den Kariben endeten mit deren Deportierung auf die Nachbarinsel Dominica. Als Arbeitskräfte ließen sich die neuen Herren Menschen aus Afrika bringen, die im Rahmen des transatlantischen Sklavenhandels mit Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt wurden. Statistisch gesehen überlebte ein Sklave auf einer Plantage sieben Jahre, Frauen wurden oft unfruchtbar. Die Sklaven afrikanischer Herkunft stellten schließlich die Mehrheit der Bevölkerung der Kolonie.

Während des Siebenjährigen Krieges drangen auf Guadeloupe britische Einheiten im Februar 1759 ein und nahmen die Insel vom 23. April 1759 bis 10. Februar 1763 in Besitz.[4]

Im Zuge der Französischen Revolution von 1789 wurde die Sklaverei in den französischen Kolonien und damit auch in Guadeloupe[5] im Februar 1794 aufgehoben. Großbritannien nutzte die neue politische Lage und besetzte im April 1794 die Inseln. Es wurde dabei von den Plantagenbesitzern unterstützt, die die Umsetzung der deklarierten Aufhebung der Sklaverei verhindern wollten. Die britische Besatzung wurde jedoch bald von französischen Truppen unter Führung des Nationalen Kommissars für Guadeloupe, Victor Hugues, vertrieben. Dieser stützte sich dabei auch auf die Unterstützung der befreiten Sklaven. Hugues regierte als Kommissar die Inseln von 1794 bis 1798.

Napoléon führte jedoch am 20. Mai 1802 die Sklaverei wieder ein. Zwei schwarze Truppenführer – Delgres und Ignace – stellten sich mit ihren Soldaten Napoleons Truppen entgegen und ließen ihr Leben im Kampf um die Freiheit. Die Überlebenden wurden gehängt, darunter eine Frau mit Namen Solitude, die bei ihrer Gefangennahme hochschwanger war. Die Geburt des Babys wurde abgewartet, dann wurde auch sie hingerichtet.

In den napoléonischen Kriegen eroberte Großbritannien Guadeloupe am 4. Februar 1810 erneut und trat es am 3. März 1813 an König Karl XIII. von Schweden und seine Nachkommen als Kompensation für die Eigentumsverluste des Kronprinzen Karl XIV. ab, die er als Verbündeter gegen Napoleon erlitten hatte. Im Frieden von Paris gab Schweden die Insel 1814 gegen Zahlung von 24 Millionen Franc wieder an Frankreich zurück. Mit dem Geld wurden 1815 die Staatsschulden zurückgezahlt, und der König erhielt dafür eine jährliche Geldrente. Diese sogenannte Guadeloupe-Rente wurde bis 1983 im schwedischen Staatshaushalt veranschlagt und danach durch Erhöhung des Haushalts für die königliche Hofhaltung abgelöst. Zu dieser Zeit betrug sie 300.000 Kronen.

Am 8. Februar 1843 wurde Guadeloupe von einem großen Erdbeben erfasst, bei dem es zur fast vollständigen Zerstörung von Pointe-à-Pitre kam und etwa 6000 Menschen starben.[6]

Die wiederhergestellte Ordnung der Sklaverei wurde zunehmend instabil. Mehr und mehr Sklaven flüchteten sich in die Wälder, und es gab häufig Aufstände. Inzwischen traten auch Menschenrechtler wie Victor Schœlcher auf den Plan. Nach der Revolution von 1848 wurde die Sklaverei durch das Décret d'abolition de l'esclavage vom 27. April 1848 in allen französischen Besitzungen endgültig abgeschafft.

Viele ehemalige Sklaven waren nicht mehr bereit, auf den Plantagen zu arbeiten. Um den Plantagenbetrieb aufrechterhalten zu können, wurden deshalb freie Kontraktarbeiter vor allem in Indien angeworben und nach Guadeloupe gebracht. Der Plantagenbesitzer bezahlte die Überfahrt, dafür mussten diese Kontraktarbeiter zwischen drei und fünf Jahre auf seiner Plantage arbeiten. Dann waren sie frei und konnten zurückkehren oder in Guadeloupe bleiben. Insgesamt kamen zwischen 1854 und 1889 auf diese Weise 42.000 Inder nach Guadeloupe.

Integration in den französischen Staat[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts räumte Frankreich der schwarzen Bevölkerung das Wahlrecht ein. 1470 dieser neuen französischen Bürger ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben für Frankreich. Auch vom Zweiten Weltkrieg wurde Guadeloupe betroffen. Nach Frankreichs Kapitulation flohen junge Freiwillige unter Lebensgefahr von der Insel und schlossen sich den Alliierten und General de Gaulle an.

Am 19. März 1946 wurde Guadeloupe zum Überseedépartement (Département d'Outre Mer/DOM) Frankreichs. Seitdem ist es keine Kolonie mehr, sondern es wird auf allen Gebieten als integraler Bestandteil des Mutterlandes betrachtet und seine Einwohner werden von staatlicher Seite einfach als Franzosen betrachtet. Auf die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede zum europäischen Frankreich wird dabei kaum Rücksicht genommen, sondern die vollständige Assimilation angestrebt.

Als Antwort auf diese Politik entstanden in den 1980er Jahren nationale Bewegungen, die eine Lösung von Frankreich anstreben. Diese betonen die Eigenständigkeit der antillanischen Kultur und verwenden etwa in Radiosendungen ausschließlich das Kreolische statt des Französischen. Vor allem aber sind die Independentisten bestrebt, die Eigenverantwortlichkeit der Bevölkerung für ihr Land zu entwickeln. Der größte Teil der Bevölkerung hält eine Unabhängigkeit von Frankreich gegenwärtig jedoch nicht für realistisch.

Politik[Bearbeiten]

Die Inseln bilden ein Département und mit der Einführung der Regionen als Gebietskörperschaften in Frankreich durch die Dezentralisierungsgesetze 1982 erhielt Guadeloupe ebenso wie die anderen Überseedépartements zugleich auch den Status einer eigenen Region Frankreichs.

Wie alle anderen Départements ist auch Guadeloupe in der französischen Legislative durch Volks- und Gemeindevertreter vertreten. Es besitzt in der Nationalversammlung vier und im Senat zwei Mandate. Wie die anderen vier französischen Überseedépartements ist Guadeloupe auch Teil der Europäischen Union.

Alle französischen Gesetze finden in Guadeloupe ihre Anwendung. Jedoch müssen nach Artikel 73 der Französischen Verfassung die lokalen Besonderheiten Berücksichtigung finden.

Wie in den anderen Überseedépartements und -regionen sind die Region und das Département auf Guadeloupe getrennte Gebietskörperschaften, die unabhängig voneinander ihre jeweiligen Kompetenzen ausüben. Es existieren parallel zueinander der Regionalrat (Conseil régional) der Region mit 41 Mitgliedern, der alle sechs Jahre nach demselben Wahlrecht wie in den europäischen Regionen Frankreichs gewählt wird, und der Generalrat (Conseil général) des Départements mit 42 Mitgliedern, der alle drei Jahre zur Hälfte nach dem auch für die anderen Generalräte geltenden Wahlrecht gewählt wird. Die Zentralregierung wird für ihre Zuständigkeitsbereiche durch den Präfekten vertreten, so dass die Exekutive auf Guadeloupe in insgesamt drei getrennte Zweige zerfällt.

Der Präsident des Regionalrates ist seit 2012 Josette Borel-Lincertin und der Präsident des Generalrats seit März 2001 Jacques Gillot.

Siehe auch: Präsidenten des Regionalrates von Guadeloupe seit 1983

Politische Parteien und Gruppierungen[Bearbeiten]

  • MPGI (Bewegung für ein unabhängiges Guadeloupe), Vorsitzender Luc Reinette
  • UPLG (Volksunion für die Befreiung Guadeloupes), Vorsitzender Lucien Perrutin
  • KLPG (Christliche Bewegung für die Befreiung von Guadeloupe)
  • PPDG (Progressive Demokratische Partei Guadeloupes), Vorsitzender Henri Bangou
  • PS (Sozialistische Partei), Vorsitzender Abdon Saman
  • RPR (Sammlungsbewegung für die Republik), Vorsitzender Aldo Blaise
  • UDF (Union für die französische Demokratie), Vorsitzender Marcel Esdras
  • PCG (Kommunistische Partei Guadeloupes), Vorsitzender Christian Celeste

Gewerkschaften:

  • CGT-G (Allgemeine Föderation guadeloupianischer Arbeiter)
  • UGTG (Allgemeine Union guadeloupianischer Arbeiter)

Wahlergebnisse (1998–2004)[Bearbeiten]

Regionalrat (Conseil Régional), 41 auf sechs Jahre gewählte Mitglieder, letzte Wahlen 1998, nächste Wahlen 2004

  • RPR: 25 Sitze / 48,03 % der Stimmen
  • PS, PPDG, verschiedene linksorientierte Parteien: 12 Sitze / 24,49 % der Stimmen
  • PCG: 2 Sitze / 5,29 % der Stimmen
  • Verschiedene rechtsorientierte Parteien: 2 Sitze / 5,73 % der Stimmen

Generalrat (Conseil Général), 40 auf sechs Jahre gewählte Mitglieder, letzte Wahl 2011, nächste Wahl 2014

  • Linksorientierte Parteien: 34 Sitze
    • 14 Sitze: PS - Sozialistische Partei
    • 07 Sitze: GUSR
    • 07 Sitze: Verschiedene Linke
    • 02 Sitze: PPDG
    • 02 Sitze: PCG - Parti communiste guadeloupéen
    • 01 Sitz: PSG - Parti socialiste guadeloupéen
    • 01 Sitz: UPLG - Union populaire pour la libération de la Guadeloupe

Generalstreik 2009[Bearbeiten]

Der Generalstreik auf den Französischen Antillen 2009 begann auf Guadeloupe am 20. Januar 2009 und dehnte sich am 5. Februar 2009 auf die Nachbarinsel Martinique aus.

Hintergrund dieses vom „Kollektiv gegen die Ausbeutung“ (Liyannaj Kont Pwoftasyion, LKP) unter seinem Führer Elie Domota initiierten Generalstreiks waren hauptsächlich Forderungen nach einer Anhebung der Mindestlöhne um 200 Euro und nach einer Herabsetzung der Preise für bestimmte Lebensmittel sowie die öffentlichen Verkehrsmittel. Nachdem der Streik in kurzer Zeit den größten Teil der örtlichen Wirtschaft lahmgelegt, ansonsten aber zunächst keine Verhandlungsfortschritte erbracht hatte, kam es Mitte Februar 2009 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Straßenkämpfen in mehreren Orten der Insel, in deren Verlauf der Gewerkschaftssekretär Jacques Bino getötet wurde und aufgrund derer der Konflikt nunmehr auch außerhalb Guadeloupes - insbesondere in französischen und anderen europäischen Medien - Aufmerksamkeit erregte. Auf diese Weise zum Einschreiten gezwungen, gelang es der französischen Regierung schließlich, sowohl durch finanzielle Zugeständnisse des Staates als auch durch Druck auf die örtlichen Arbeitgeberverbände eine Einigung (den sog. „Accord Bino“) zu erreichen, mit dessen Abschluss am 4. März 2009 der Generalstreik nach annähernd siebenwöchiger Dauer offiziell beendet wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Im schwarzen Schild liegt eine goldene gesichtslose Sonne auf einem nach schräglinks liegenden grünen Pflanzenwedel unter einem blauen Schildhaupt mit drei goldenen Lilien.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Administrativ gliedert sich Guadeloupe in zwei Arrondissements. Weiter ist es in 40 Kantone und 32 Gemeinden gegliedert.

Siehe auch: Liste der Gemeinden auf Guadeloupe

Arrondissement Einwohner
(2011)
Fläche
(km²)
Bev.dichte
(Ew./km²)
Kantone Gemeinden Hauptort
Basse-Terre 192.492 854 225,4 17 18 Basse-Terre
Pointe-à-Pitre 212.143 774 274,1 23 14 Pointe-à-Pitre

Infrastruktur[Bearbeiten]

Guadeloupe besitzt einen internationalen Flughafen, den Pole Caraibes bei Pointe-à-Pitre (IATA-Flughafencode: PTP) auf der Insel Grande-Terre.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ökonomische Rahmenbedingungen[Bearbeiten]

Guadeloupe ist als voll integrierter Teil Frankreichs auch Teil des Binnenmarktes der Europäischen Union und verwendet wie im französischen Kernland den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.

Zur Deckung des Bedarfs an Konsumgütern ist Guadeloupe von Importen aus dem französischen Mutterland und zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben von Fördermitteln des französischen Staates abhängig. Bedingt auch durch diese Unterstützung liegt das BIP pro Kopf bei 9.000 US-$ und damit höher als auf der Mehrzahl der unabhängigen Nachbarinseln.

Die Gesamtzahl der Arbeitskräfte beträgt etwa 130.000, die Arbeitslosigkeitsrate 27,8 %. Besonders hoch ist diese unter jungen Guadeloupianern. Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Guadeloupe 2006 einen Index von 68,4 (EU-27 = 100).[7]

Gelegentlich schaden Hurricane der Wirtschaft.

Wirtschaftszweige[Bearbeiten]

Bekleidungsgeschäft in Sainte-Anne

Hauptzweige der Wirtschaft sind Ackerbau, Fremdenverkehr, Leichtindustrie und Dienstleistungen.

Der Fremdenverkehr ist ein Schlüsselzweig der Wirtschaft. Die meisten Urlauber kommen aus Frankreich, eine steigende Anzahl an Kreuzfahrtschiffen besucht die Inseln.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Guadeloupes sind Zuckerrohr zur Gewinnung von Rohrzucker und Bananen. Weitere landwirtschaftliche Produkte der Inseln sind tropische Früchte und Gemüse, Rinder, Schweine und Ziegen. Das Zuckerrohr, das traditionelle Hauptanbauprodukt der Insel, wird langsam durch andere Produkte ersetzt, vor allem Bananen, Auberginen und Blumen. Anderes Gemüse und Hackfrüchte werden für den lokalen Verbrauch angebaut. Trotzdem ist Guadeloupe von importierten Nahrungsmitteln, hauptsächlich aus Frankreich, abhängig.

Die Leichtindustrie zeichnet sich durch die Zucker- und Rumproduktion aus. Außerdem gibt es Baugewerbe und Zementherstellung. Die meisten fabriktechnisch gefertigten Waren sowie Treibstoffe werden importiert.

Die landwirtschaftlichen Produkte sind die Hauptausfuhrgüter Guadeloupes. Bananen machen ungefähr 50 % des jährlichen Exportertrages aus, daneben werden Zucker und Rum exportiert. Von den ausgeführten Waren gehen 60 % ins europäische Frankreich, 18 % nach Martinique, 4 % in die USA.

Importiert werden vor allem Nahrungsmittel, Treibstoff, Autos und andere Konsumgüter, Rohstoffe für das Baugewerbe. Die Importwaren kommen zu 63 % aus Frankreich, zu 4 % aus Deutschland, zu 3 % aus den USA, zu 2 % aus Japan und zu 2 % von den (ehemaligen) Niederländischen Antillen.

Gefahren[Bearbeiten]

Tsunami durch Vulkaneinsturz[Bearbeiten]

Auf der 50 km entfernten Insel Dominica droht ein Teil eines Vulkans einzustürzen. Der Einsturz könnte eine bis zu drei Meter hohe Flutwelle zur Folge haben, vor der sich Bewohner und Touristen in exponierten Küstenlagen nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen könnten. Die Katastrophe könne sich zwar erst in 100 Jahren ereignen, vielleicht aber auch schon in den nächsten Tagen, erklärte der Geologe Richard Teeuw von der britischen Universität Portsmouth im April 2009.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marian Goslinga: Guadeloupe (= World bibliographical series. Bd. 224). Clio Press, Oxford 2000, ISBN 1-85109-329-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Guadeloupe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Guadeloupe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  2. Alle Zahlen basieren auf Angaben des offiziellen Statistik-Institutes INSEE (Institut national de la statistique et des études économiques).
  3. Norbert Ankenbauer: Das ich mochte meer newer dyng erfaren. Die Versprachlichung des Neuen in den Paesi novamente retrovati (Vicenza 1507) und in ihrer deutschen Übersetzung (Nürnberg 1508). Frank & Timme, Berlin 2010, ISBN 978-3-86596-310-9, S. 149.
  4. The World at War: Guadeloupe 1493–1946, abgefragt am 22. April 2009.
  5. Municipales 2008 Guadeloupe.
  6. Das Erdbeben auf Guadeloupe. In: Illustrirte Zeitung, Nr. 2 vom 8. Juli 1843, J. J. Weber, Leipzig 1843, S. 3–6 – online verfügbar bei Wikisource.
  7. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB).
  8. Vulkan-Einsturz droht: Tsunami nur eine Frage der Zeit. Artikel auf derStandard.at vom 21. April 2009, abgerufen: 25. Juni 2012.

16.25-61.583333333333Koordinaten: 16° 15′ N, 61° 35′ W